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Partizipation vor Ort

22.4.2013

Info 04.01 Mögliche Ausgangslagen bei der Planung eines Partizipationsprojektes

Die Themenfindung einer Aktion mit Teilhabe von Kindern und Jugendlichen kann auf verschiedenen Wegen zustande kommen. Zentral ist es, die Bedürfnisse der jungen Menschen zu erkunden und als Arbeitsgrundlage zu verwenden. Es sollte vermieden werden, eigene Interessen bzw. spezifische Interessen von Erwachsenen durchzusetzen. Diese "Fremdbestimmung" wird von den Jugendlichen wahrgenommen und kann die Motivation und den Einsatz für die Aktion stark verringern. Die Ideen und die Expertise des Lehrers/der Lehrerin sind bei der weiteren Umsetzung der Themen allerdings unbedingt erforderlich für das Gelingen des Projektes.

Drei denkbare Ausgangslagen sind:

  • Das gesamte Projekt ist bereits im Vorfeld durchdacht worden.
    Die Beteiligten, die Zielsetzung und die Beteiligungsform sind bereits bekannt. Dieser Fall tritt dann ein, wenn im Ort oder Stadtteil eine bestimmte Situation (z. B. unhaltbare Verkehrslage) ausreichend bekannt ist und diskutiert wird. Das Projekt entsteht also aus einer akuten oder latenten Sachlage heraus. In der Vorbereitungszeit können Sie die angebotenen Unterrichtsmaterialien und Sachinformationen der einzelnen Bausteine dazu nutzen, das Projekt zu planen, durchzuführen und in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

  • Es steht noch keine konkrete Aktion oder noch kein Thema fest.
    In einem solchen Falle wird angenommen, dass die Beteiligten (Schülerinnen und Schüler, Lehrer/-in, Politikerinnen und Politiker, Verwaltung etc.) grundsätzlich einen Willen zum Engagement und zur Mitwirkung aufweisen. Als Lehrer oder Lehrerin kann man nach bereits bestehenden Maßnahmen und Konzepten Ausschau halten, z. B. beim örtlichen Jugendamt. Multiplikatoren und Projektpartner finden sich z. B. in Kinder- und Jugendbüros, bei Kinderbeauftragten, Ombudspersonen oder Koordinierungsstellen für Kinder- und Jugendpolitik. Nähere Informationen zu diesen Interessenvertretungen können eingesehen werden bei Info 02.04 und in der Linkssammlung (Ansprechpartner in freier Trägerschaft, Angebote im eigenen Bundesland. Eine Vielzahl an Praxisbeispielen ist unter Info 04.02, Info 04.03 und Info 04.04 zu finden.
    Darüber hinaus können Sie natürlich weitere Projektideen mit den Schülerinnen und Schülern unter Zuhilfenahme der Befragung (M 01.02) entwickeln. Mittels dieser Ergebnisse ist es möglich, Themenfelder zu erschließen, die ursprünglich nur für die Jugendlichen und nicht für Erwachsene offenbar waren.
    Vorgeschaltete Aktionen, in denen Jugendliche als Stadtteildetektive ihre Umgebung erkunden (siehe hierzu Info 04.03 und Info 04.04), liefern weitere Anhaltspunkte für die Konzeption von Maßnahmen.

  • Das Thema (z. B. "Bessere Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche!") steht bereits fest, die konkrete Zielsetzung (z. B. Spielplatzverschönerung, Bau einer Halfpipe) und Umsetzung (z. B. Spendenlauf) sind allerdings noch offen.
    In diesem Falle können im Rahmen des Bausteins 4 Umsetzungsstrategien, konkrete Aufgabenbereiche und Teilziele im Unterricht entwickelt werden. Maßnahmen mit Umgestaltungscharakter können u. a. mit dem Amt für Stadtentwicklung abgestimmt werden.


Zur Beschreibung vier verschiedener Ausgangslagen aus kommunaler Sicht vgl. Waldemar Stange: Planen mit Phantasie. Zukunftswerkstatt und Planungszirkel für Kinder und Jugendliche. Kiel/Berlin: Deutsches Kinderhilfswerk e. V. (Hrsg.) 2001, S. 33-35.