Abdelkratie.

27.6.2020

Menschenwürde


Dies ist eine Übersetzung dieses Textes in Einfacher Sprache.

Die Menschenwürde steht im 1. Artikel des Grundgesetzes. Das Grundgesetz ist die Verfassung von Deutschland. Dort steht: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Das heißt, dass die Menschenwürde nicht verletzt werden darf. Der erste Artikel im Grundgesetz ist ein Grundrecht. Das hat das Bundesverfassungsgericht entschieden. Das Bundesverfassungsgericht ist das höchste Gericht in Deutschland.

Artikel 1 GG. (© bpb)

Was ist Menschenwürde? Menschenwürde bedeutet: jeder Mensch ist wertvoll. Und weil jeder Mensch wertvoll ist, also eine Würde besitzt, wird diese Würde vom Grundgesetz geschützt.

Das bedeutet:
  • Jeder Mensch hat das Recht, sich frei entfalten zu können.
  • Jeder Mensch hat das Recht auf Leben.
  • Jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit.
    Das bedeutet: niemand darf von anderen verletzt werden.
    Das bedeutet aber auch, niemand darf andere verletzen.
  • Alle Menschen sind in ihrer Würde gleich.
    Das bedeutet: niemand darf diskriminiert werden.
Weil alle Menschen in ihrer Würde gleich sind, sind sie auch vor dem Gesetz gleich. Das bedeutet, dass niemand auf Grund seines Geschlechts, seiner Abstammung, seines Glaubens oder seiner sexuellen Identität diskriminiert werden darf. Auch rassistische Diskriminierung ist verboten.

Kreis der Menschenwürde. (© bpb)

Die Menschenwürde ist der Grundstein der deutschen Verfassung. Nach der Zeit des Nationalsozialismus war den Verfasserinnen und Verfassern des Grundgesetzes ein Recht zum Schutz der Menschenwürde ganz besonders wichtig. Deswegen steht die Würde des Menschen ganz am Anfang des Grundgesetzes. Darauf bauen alle anderen Grundrechte (Artikel 2 bis 19) auf: Weil es eine Menschenwürde gibt, erkennt Deutschland die Menschenrechte an und will sie schützen.

Für wen gilt die Menschenwürde?

Die Menschenwürde gilt ohne Ausnahme für alle Menschen. Sie gilt schon vor der Geburt, für die Dauer des Lebens und über den Tod hinaus.

Toilettenkamera. (© bpb)

Die Menschenwürde muss von allen beachtet werden: von Privatpersonen genauso wie vom deutschen Staat.

Wer schützt die Menschenwürde?

Der deutsche Staat muss die Menschenwürde schützen.

Der Staat ist verpflichtet, die Würde von jedem Menschen zu achten und zu beschützen. Auch dann, wenn die Würde durch bestimmte Lebensumstände wie Armut oder Krankheit in Gefahr ist. Deswegen gibt es zum Beispiel Hartz4 oder die Grundsicherung.

Justitia. (© bpb)

Das Bundesverfassungsgericht passt auf, dass die Menschenwürde nicht verletzt wird. Zum Beispiel durch Veränderungen der Verfassung oder durch Rechtsakte der Europäischen Union. Ein Rechtsakt der Europäischen Union ist zum Beispiel die Auslieferung eines Menschen in ein anderes Land. Wenn das Bundesverfassungsgericht glaubt, dass damit die Menschenwürde verletzt wird, darf dieser Rechtsakt in Deutschland nicht durchgeführt werden. Das heißt, die Person darf nicht ausgeliefert werden.

Das Bundesverfassungsgericht hat viele Sachen in Bezug auf die Menschenwürde entschieden. Zum Beispiel, dass die Menschenwürde auch für Menschen gilt, die ein Verbrechen begangen haben. So müssen Menschen, die eine lebenslange Haft wegen Mordes absitzen, die Chance haben, eines Tages wieder in Freiheit leben zu dürfen.

Das Bundesverfassungsgericht hat auch entschieden, dass Leistungen an Geflüchtete und Asylsuchende dem Existenzminimum entsprechen müssen. Das ist der Betrag, den ein Mensch mindestens zum Leben braucht.

Was sind die Grenzen der Menschenwürde?

Die Menschenwürde kennt keine Grenzen und keine Ausnahmen. Die Menschenwürde darf nicht angetastet werden. Zum Beispiel darf niemand gefoltert werden, um eine Aussage zu erzwingen. Auch dann nicht, wenn diese Aussage Menschenleben retten würde.

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