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Krieg

Allg.: Krieg bezeichnet einen organisierten, mit Waffen gewaltsam ausgetragenen Konflikt zwischen Staaten bzw. zwischen sozialen Gruppen der Bevölkerung eines Staates (Bürger-K.).

Spez.: 1) Nach den Ursachen werden religions- und ideologisch begründete K., Kolonial-, Wirtschafts- und Unabhängigkeits-K. etc. unterschieden.

2) Nach den Zielen wird zwischen Angriffs-, Interventions-, Sanktions-, Verteidigungs- und Befreiungs-K. etc. unterschieden.

3) Nach den Formen werden z. B. regulärer, Partisanen-, Volks-, Miliz- und Guerilla-K. unterschieden.

4) Entsprechend den eingesetzten Waffen(gattungen) wird z. B. zwischen konventionellem, Atom-, bakteriologischem, chemischem K., ferner zwischen Land-, See- und Luft-K. unterschieden. In jüngster Zeit erhalten Cyber-K. ( Cyberwar) besondere Bedeutung.

5) Räumlich wird z. B. zwischen lokal begrenztem, regionalem oder Weltkrieg unterschieden.

Während früher der K. als Schicksal und als Bewährungsprobe angesehen, als »Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln« akzeptiert und zwischen gerechtem und ungerechtem K. differenziert wurde, gilt heute aufgrund der Gefahr einer Selbstvernichtung der Menschheit (z. B. durch ABC-Waffen) der K.-Ursachenforschung, der Friedens- und Konfliktforschung, den Deeskalations- und Vermittlungsbemühungen in der Außenpolitik, der K.-Vermeidung und den internationalen Abrüstungsverhandlungen oberste politische Priorität. Vielfältige politische und militärisch-organisatorische Bemühungen dienen z. Zt. dazu, internationale militärische Einheiten aufzustellen, die (z. B. im Rahmen der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) oder der Vereinten Nationen) zur Begrenzung und Eindämmung regionaler kriegerischer Auseinandersetzungen eingesetzt werden können – letztlich mit dem Ziel, die (früher kriegerisch getroffenen) Entscheidungen auf friedlichem Wege zu suchen.

Völkerrechtl.: Die Unterzeichnerstaaten der Haager Landkriegsordnung ( Haager Abkommen) und der Genfer Konventionen haben sich verpflichtet, im Kriegsfall Mindestregeln (z. B. Ultimatum, K.-Erklärung) und Mindestrechte (hinsichtlich der Verwundeten, der K.-Gefangenen, der Zivilbevölkerung) zu respektieren.

Siehe auch:
Staat
Bevölkerung
Cyberwar
Weltkrieg
ABC-Waffen
Friedens- und Konfliktforschung
Außenpolitik
Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
Vereinte Nationen (UN)
Entscheidung
Haager Abkommen/Haager Konventionen
Genfer Konventionen
Ultimatum
Frieden
Koexistenz

Quelle: Schubert, Klaus/Martina Klein: Das Politiklexikon. 7., aktual. u. erw. Aufl. Bonn: Dietz 2018. Lizenzausgabe Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.



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