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5.11.2020

"Ein Gedenkstättenbesuch sollte langfristig geplant werden"

Holger Obbarius leitet die Gedenkstättenpädagogische Abteilung der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora (www.buchenwald.de) und er verantwortet das Bildungsangebot der Internationalen Jugendbegegnungsstätte Buchenwald. Aus dieser Perspektive gibt er Hinweise zur Vorbereitung und Finanzierung einer Gedenkstättenfahrt.

Gedenkstätte Buchenwald: Innenansicht der historischen Dauerausstellung  zum sowjetischen Speziallager Nr. 2Gedenkstätte Buchenwald: Innenansicht der historischen Dauerausstellung zum sowjetischen Speziallager Nr. 2 (© Claus Bach. Gedenkstätte Buchenwald)

Langfristige Planung
Aufgrund der hohen Nachfrage nach ganz- und mehrtägigen Bildungsformaten der Stiftung empfehle ich, mit Vorbereitungen mindestens ein Jahr vor dem geplanten Gedenkstättenbesuch zu beginnen. An erster Stelle steht die Absprache eines Termins. Dank des langen Vorlaufs bleibt ausreichend Zeit für die Planungen und die Entwicklung eines für die jeweilige Lerngruppe passenden Programms. Anfragen nach finanzieller Unterstützung erreichen Fördermittelgeber somit rechtzeitig vor dem Auslaufen von Antragsfristen.

Einbettung in ein Projekt
Bildungsprogramme finden am historischen Ort eines früheren Konzentrationslagers unter besonderen Bedingungen statt. Darauf müssen Gruppen inhaltlich vorbereitet werden; eine gute Nachbereitung ist für die Nachhaltigkeit gleichermaßen wichtig. Deshalb und für die erfolgreiche Beantragung von Fördermitteln empfehle ich, eine Gedenkstättenfahrt in ein Projekt einzubetten, das seinen Ausgangspunkt beispielsweise in der Lokalgeschichte der Teilnehmenden nimmt. Mit Mitarbeitenden der Gedenkstättenpädagogischen Abteilung wird dieser Projektrahmen abgesprochen, damit ein darauf abgestimmtes Programm für den Aufenthalt am außerschulischen Lernort entstehen und als Teil des Förderantrags eingereicht werden kann.

Finanzielle Unterstützung
Unserer Erfahrung nach unterstützen manche Fördervereine von Schulen Gedenkstättenfahrten finanziell. Fördermittel gewähren beispielsweise auch Kultus- bzw. Bildungsministerien der Länder, Landeszentralen für politische Bildung, Jugendämter, Landesjugendringe, Vereine wie der Bundesarbeitskreis Arbeit und Leben e.V. sowie politische und gemeinnützige Stiftungen.

Höhe und Verwendung der Fördermittel differieren je nach Geldgeber. Einige finanzieren lediglich Anteile von Reise- und/oder Übernachtungskosten. In anderen Fällen reduziert sich der Eigenbeitrag von Teilnehmenden an den Gesamtkosten auf eine eher symbolische Summe von ca. 25 Euro pro Person. In der Regel ist nach Abschluss des Projekts in einem Sachbericht über Verlauf und Ergebnisse zu informieren und eine Abrechnung der Mittel einzureichen.
(Hinweis der Redaktion: In diesem Themen-Spezial haben wir öffentliche Fördermöglichkeiten und private Fördermittel zusammengestellt)

Angebote der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Die Stiftung hält in den Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora ein breites Spektrum von Bildungsangeboten für Jugend- und Erwachsenengruppen bereit. Es reicht von mehrstündigen Begleitungen, über Projekttage bis hin zu mehrtägigen Seminaren. Diese können thematische Führungen über das frühere KZ-Gelände ebenso beinhalten wie bspw. Recherchen in der Ausstellung, Bibliothek, Sammlung oder im Archiv, das Bergen, Reinigen und Konservieren von Fundstücken oder die Durchführung verschiedener Workshops zu Themen wie Musik oder Kunst im Konzentrationslager.

Während eigenständige Besichtigungen des Geländes und der Ausstellungen kostenlos sind, fallen für die Durchführung eines gedenkstättenpädagogischen Programms einmalig Gebühren von 40 Euro (ermäßigt)/80 Euro pro Gruppe an.