Treffen rechtspopulistischer Parteien in Koblenz am 22.01.2017

Rechtspopulismus

Rechtspopulisten gehen davon aus, dass die Gesellschaft in zwei homogene Gruppen getrennt ist. Dem "reinen" Volk steht eine korrupte Elite gegenüber, amoralisch, im Kern verdorben. So teilte US-Präsident Donald J. Trump am 10.08.2016 über den Kurznachrichtendienst Twitter mit: "One of they key problems today is that politics is such a disgrace. Good people don’t go into government."

Die Rede vom Populisten ist momentan allgegenwärtig. Als politische Kampfvokabel dient das Wort auch der Diffamierung des Gegners. Dennoch gibt es Kriterien, mit denen die Politikwissenschaft versucht, das Phänomen des Rechtspopulismus möglichst trennscharf abzugrenzen. Die Schwarz-Weiß-Dichotomie "Volk" gegen "korrupte Elite" ist ein solches Kriterium. Andere Kriterien sind weniger deutlich, innerhalb "des Rechtspopulismus" wird auch gestritten um z.B. den richtigen Umgang mit gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder dem Verhältnis zum Staat Israel. Das Dossier zeigt, was Rechtspopulismus ist, an welcher Sprache man Rechtspopulisten erkennt und für welche Ideen sie streiten.

Demonstration der Alternative für Deutschland gegen die deutsche Asylpolitik am 17.10.2015 in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern). Der NPD-Landtagsabgeordnete David Petereit (r) trägt das Transparent mit.

Karin Priester

Das Syndrom des Populismus

Wie lässt sich das Phänomen des Populismus bestimmen? In seinen vielschichtigen Formen fällt es nämlich zunehmend schwer, einen gemeinsamer Nenner zu finden. Mit Sicherheit gibt es keine konsistente Ideologie – womit es eher ein Syndrom, als eine Doktrin wäre. Gleichzeitig lässt sich eine Ideologie des Antagonismus beobachten, die von einem 'reinen Volk' und einer 'korrupten Elite' ausgeht. Weiter...

Jörg Haider mit seiner Frau Claudia bei einer Wahlveranstaltung in Wien im Oktober 1986.

Frank Decker / Marcel Lewandowsky

Rechtspopulismus: Erscheinungsformen, Ursachen und Gegenstrategien

Für eine ganze Reihe von fremdenfeindlichen Protestparteien hat sich der Begriff "rechtspopulistisch" durchgesetzt. In der Forschung jedoch war lange umstritten, ob rechtspopulistische Parteien über eine gemeinsame ideologische Basis verfügen. Die Politikwissenschaftler Frank Decker und Marcel Lewandowsky über die Genese und den ideologischen Gehalt dieser politischen Strömung. Weiter...

Megafon

Thomas Niehr

Rechtspopulistische Lexik und die Grenzen des Sagbaren

Möchte man Rechtspopulismus und andere politische Erscheinungen analysieren, so scheint offensichtlich, dass man dies über die verwendete Sprache tun kann. Kann man aber auch bereits an der Verwendung einzelner Wörter erkennen, ob eine Äußerung rechtspopulistisch ist? Und ist eine Kategorisierung immer eindeutig möglich? Weiter...

Der Sprecher der Partei Alternative für Deutschland (AfD), Björn Höcke, freut sich am 22.10.2016 beim Landesparteitages Thüringen in Arnstadt (Thüringen) nach seiner Wiederwahl als Sprecher und breitet die Arme aus.

Alexander Häusler / Oskar Niedermayer

Debatte: Ist die Alternative für Deutschland eine rechtspopulistische Partei?

Wenn Rechtspopulismus als Form einer politischen Ansprache verstanden wird, der sich sowohl nationalkonservative wie rechtsradikale Parteien bedienen, dann, so der Sozialwissenschaftler Alexander Häusler, sei die AfD rechtspopulistisch. Politikwissenschaftler Oskar Niedermayer dagegen meint, dass "rechtspopulistisch" in Bezug auf die AfD die inhaltliche Bandbreite der Partei nicht widerspiegle und Brücken zum Rechtsextremismus verharmlose. Weiter...

Der Afd-Vorsitzende Bernd Lucke (l) und seine Co-Vorsitzende Frauke Petry am 04.07.2015 beim Parteitag der AfD in Essen (Nordrhein-Westfalen).

Alexander Häusler

Die "Alternative für Deutschland": Rechte Radikalisierungstendenzen im politischen Werdegang einer neuen Partei

Die "Alternative für Deutschland" wurde 2013 als Euro-kritische Partei gegründet. In den wenigen Jahren ihrer Parteigeschichte hat sie einen fulminanten Wandel durchlaufen hin zu einer Sammelbewegung für völkische und islamfeindliche Ideen, sagt Sozialwissenschaftler Alexander Häusler. Weiter...

Geert Wilders blickt in die Kamera. Er hat hellgraue, nach hinten gekämmte Haare, trägt dunkelblauen Anzug und Krawatte und ein weißes Hemd.  Mit dem rechten Zeigefinger zeigt er nach vorne in Richtung Kamera, mit seiner linken Hand hält er ein Smartphone hoch, auf dessen Bildschirm ein Foto mit Fotografen zu sehen ist.

Kerstin Schweighöfer

Rechtspopulismus in den Niederlanden

Die Niederlande sind seit mehr als anderthalb Jahrzehnten mit rechtspopulistischen Parteien konfrontiert – erst mit Pim Fortuyns LPF, dann mit Geert Wilders "Partei für die Freiheit". Kerstin Schweighöfer berichtet, wie die Rechtspopulisten Konsens und Toleranz unterwandern und aushöhlen. Weiter...

Nigel Farage (l) posiert kurz vor dem Referendum über die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens für ein Foto mit einem UKIP-Unterstützer in Ramsgate, England.

Vidhya Ramalingam

Die UKIP ‒ Ein fruchtbarer Boden für die radikale Rechte in Großbritannien

Großbritannien ist schon lange ein fruchtbarer Boden für Bewegungen, die auf weit verbreiteter Fremdenfeindlichkeit, EU- Skepsis und Unzufriedenheit mit den etablierten politischen Institutionen gedeihen, sagt Vidhya Ramalingam. Sie analysiert, wie die EU-skeptische und rechtspopulistische Partei UKIP Wähler und Wählerinnen mobilisierte, für den Austritt Großbritanniens aus der EU zu stimmen. Weiter...

Trump-Anhänger und Trump-Gegner, die nach einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump in San Diego am 27. Mai 2016 aufeinanderstoßen.

Andreas Reckwitz

Zwischen Hyperkultur und Kulturessenzialismus

In der globalen Gesellschaft lässt sich sowohl eine außergewöhnliche Öffnung als auch eine Schließung von Lebensformen beobachten. Für die einen zählt die individuelle Selbstverwirklichung, für die anderen nur die kollektive Identität. Trotz dieser Gegensätzlichkeit haben beide eines gemeinsam: sie kulturalisieren das Soziale durchweg. Weiter...

Angehörige der Fraktion "Europa der Nationen und der Freiheit" des EU-Parlaments (von links nach rechts): Matteo Salvini (Lega Nord, Italien), Marcel de Graaff (Partei für die Freiheit, Niederlande), Janice Atkinson (United Kingdom Independence Party, Großbritannien), Harald Vilimsky (FPÖ, Österreich), Marine Le Pen (Front National, Frankreich), Geert Wilders (Partei für die Freiheit, Niederlande) u.a.

Britta Schellenberg

Rechtspopulismus im europäischen Vergleich – Kernelemente und Unterschiede

Der Rechtspopulismus in Europa ist auf Erfolgskurs. Doch obwohl die Erfolge der verschiedenen rechtspopulistischen Parteien Gemeinsamkeiten aufweisen, unterscheiden sie sich von Land zu Land und sogar von Region zu Region. Britta Schellenberg bietet einen Überblick über den Rechtspopulismus in Europa. Weiter...

Jaroslaw Kaczynski, Vorsitzender der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), spricht bei einer Gedenkzeremonie in Warschau im Dezember 2015.

Ulrich Krökel

Rechtspopulismus in Polen: Kaczyńskis Kampf gegen angebliche postkommunistische Eliten

Seit die nationalkonservative PiS im seit Oktober 2015 in beiden Kammern des polnischen Parlaments die absolute Mehrheit gewonnen hat, versucht die Regierung, die polnische Gesellschaft tiefgreifend umzubauen. Ulrich Krökel erklärt, wie rechtspopulistisch die PiS inzwischen ist und beleuchtet dabei auch die Rolle des Parteipatriarchen Jarosław Kaczyński. Weiter...

Der Parteisekretär der Lega Nord, Matteo Salvini während eines Protestes gegen Premierminister Renzi in Florenz, Italien.

Jan-Christoph Kitzler

Die Lega Nord in Italien

Die Lega Nord ist eine etablierte Größe in der italienischen Parteienlandschaft. Auch andere populistische Parteien in Italien sind auf dem Vormarsch. Weiter...

 
Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.Dossier

Rechtsextremismus

Das Auffliegen der Terrorgruppe "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) hat gezeigt: In Deutschland sind Strukturen entstanden, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung in Frage stellen. Aber nicht nur im Untergrund oder am Rand der Gesellschaft gibt es rechtsextreme Einstellungen wie Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Geschichtsrevisionismus und den Glauben an einen starken Führer. Weiter... 

Illustration zum Thema Populismus

Debatte Populismus

Im Umgang mit populistischen Forderungen gibt es keine Einigkeit. Die Vorschläge aus Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft reichen von konsequenter Ausgrenzung der Populisten bis zur Forderung, populistische Mobilisierungsthemen aufzugreifen, um sie den Stimmungsmachern zu entziehen. Im 10. bpb:magazin haben wir pointierte Beiträge zur Debatte veröffentlicht. Weiter... 

BERGIDA DemonstrationVeranstaltungsdokumentation (April 2016)

Wut, Protest und Volkes Wille?

"Lügenpresse", "Islamisierung" und "entfremdete Politiker" – Unzufriedenheit und Wut werden auf vielen Ebenen artikuliert. Schnell ist dann von Populismus die Rede… doch was heißt das? Antworten suchte und fand die Konferenz "Populismus, politische Kultur und politische Bildung" am 25. und 26. April 2016 in Kassel. Weiter... 

Fauler ApfelAus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 40/2015)

Rechts in der Mitte?

Dass sich antidemokratisches Gedankengut nicht nur an den Rändern, sondern auch in der Mitte der Gesellschaft findet, ist keine neue Erkenntnis. In jüngster Zeit mehren sich jedoch die Anlässe, um erneut darüber nachzudenken: vom Erstarken des Rechtspopulismus über Pegida bis hin zur Gewalt gegen Asylbewerberheime. Weiter...