Meine Merkliste

Einleitung

Marshallplan Entstehungszusammenhänge Gemeinsam gegen die "Achsenmächte" Krieg und Kriegsende Besatzung Zusammenarbeit bis 1947 Potsdamer Konferenz Kontrollrat Nürnberger Prozess Ausgangsbedingungen Re-Education Ökonomische Lage Politische Lage Grundzüge des Marshallplans Einleitung In der Praxis In Europa Wirtschaftliche Impulse Politische Impulse Mythos Begleitprogramm Vermittlung des Marshallplans Vermittlung in den USA Europa und Deutschland Militarisierung Der Blick von Osten Einleitung Ausgangslage SBZ/DDR SED-Politik Ostdeutsche Perspektive Rezeption durch DDR-Publikum Mauerfall 1989 Der Marshallplan heute Einleitung Mythos Marshallplan? Neuer Marshallplan? Literatur Redaktion

Einleitung Molotow in Paris

Dr. Elke Kimmel

/ 2 Minuten zu lesen

Die sowjetische Zeitung "Prawda" hatte am 16. Juni 1947 über den Marshallplan geäußert, dieser stelle lediglich eine Fortsetzung der Truman-Doktrin dar und sei deswegen abzulehnen. Dennoch folgte der sowjetische Außenminister der Einladung nach Paris im Juni 1947 durchaus noch nicht mit dem festen Vorsatz, das Angebot der USA abzulehnen.

Der sowjet-russische Außenminister Molotow. (© AP)

Ablesbar war diese Haltung daran, dass er mit nicht weniger als 100 Mitarbeitern anreiste. Allerdings musste Molotow sich zunächst offen für das Angebot zeigen, denn auch die Sowjetunion wollte bei der Teilung Europas nicht als die verantwortliche Kraft erscheinen.

Als aber klar wurde, dass die USA dieses Mal keine Hilfe ohne Kontrolle über deren Verwendung geben würde, lehnte Molotow ab. Der Sowjetunion blieb von diesem Zeitpunkt an nur die Selbstisolation gegenüber den amerikanischen Angeboten und die Abschottung des eigenen Machtbereichs. So lehnte die UdSSR teilweise für ihre Satellitenstaaten die Einladung zu der im Juli stattfindenden Marshallplan-Konferenz ab. Besonders auffällig war diese Bevormundung im Falle der Tschechoslowakei, die zunächst Interesse an der Konferenzteilnahme signalisiert hatte, um dann nach Besprechungen in Moskau abzusagen. Dies wurde damit begründet, dass eine andere Haltung angesichts der Absagen der befreundeten Staaten als feindlicher Akt erscheinen würde. Die Absagen der polnischen, rumänischen und jugoslawischen Regierungen wurden zuerst durch die sowjetische Nachrichtenagentur TASS verbreitet.

"Molotow-Plan"

Eine weitere Reaktion bedeutete die Verkündung eines eigenen Plans durch Molotow am 11. Juli 1947. Er zielte - durch bilaterale Verträge - auf eine engere wirtschaftliche Bindung der osteuropäischen Planwirtschaften an die eigene. Dieses Konzept ging nicht auf. Erst im Januar 1949 wurde der Zusammenschluss osteuropäischer Staaten im "Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe" (RGW) aus der Taufe gehoben, der bis zum 28. Juni 1991 existierte. Ein dem Marshallplan vergleichbares Integrationskonzept für Osteuropa gab es nicht.

Propaganda

Als Instrument zur koordinierten Propaganda wurde im September 1947 das "Kominform" (Kommunistisches Informationsbüro) gegründet. Dieses machte 1950 massiv Stimmung gegen das Ausscheren Jugoslawiens aus dem sozialistischen Block. Als allgemeines Argumentationsmuster gegen den Marshallplan wurde ausgegeben, dass dieser in erster Linie dazu diene, die Überkapazitäten der USA abzubauen. Die USA seien wirtschaftlich am Ende, versteckten diese Tatsache aber geschickt und versuchten sogar noch, aus ihrer den eigenen Interessen dienenden Politik politisches Kapital zu schlagen. Darüber hinaus versuchten sie mit dem ERP Westeuropa zu ihrem militärischen Aufmarschgebiet zu machen. Die Satellitenstaaten im Umfeld der Sowjetunion befolgten diese Propagandarichtlinien in der Folgezeit.

Fussnoten

Weitere Inhalte

Marshallplan

Nachkriegssituation in der SBZ/DDR

Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg schien die Lage in der Sowjetischen Besatzungszone zunächst katastrophal. Allerdings erwies sich, dass beispielsweise die Zerstörungen an Infrastruktur und…

Video Dauer
Mediathek

Corinth Canal

Deutsche Besatzungstruppen zerstören 1944 den wichtigen Verkehrsweg für die Alliierten. Dank des "European Recovery Program" (ERP) ist die wichtigste Verkehrsader Griechenlands nun wieder intakt.

Video Dauer
Dokumentarfilm

Houen Zo!

Bilder vom kriegszerstörten Rotterdam bilden eine bedrückende Kulisse für den Beginn des Films. Zwölf Jahre nach dem massiven Luftangriff der Deutschen feiert die Stadt den Wiederaufbau.

Marshallplan

Der Marshallplan aus ostdeutscher Perspektive

In der Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR folgte die Bewertung des Marshall-plans dem von Moskau diktierten Schema: Er treibe die Spaltung Deutschlands voran und mache den Westen zum Opfer…

Marshallplan

Militarisierung des Marshallplans ab 1950

Die Zuspitzung des "Kalten Krieges" begann sich nach der Absage Molotows bei den Gesprächen in Paris im Sommer 1947 immer deutlicher abzuzeichnen. Die von den Sowjets unterstützte kommunistische…

Marshallplan

Vermittlung in Europa und Deutschland

Zu den Besonderheiten des Marshallplans gehörte es, dass die Propaganda für ihn von Anfang an eine fest eingeplante Größe war. Dabei war die Vermittlung in Europa und Deutschland den jeweiligen…

Dr. Elke Kimmel, selbständige Historikerin.