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16.4.2019

bpb:analyse-Frühstück nach der US-Wahl 2016

Die Bundeszentrale für politische Bildung und die Deutsche Welle luden mit freundlicher Unterstützung des General-Anzeigers am 9. November ins bpb:medienzentrum ein: Erste Einschätzungen zur Wahlnacht aus wissenschaftlicher und journalistischer Perspektive.

Der frisch gewählte Präsident Donald Trump und seine Familie bei seiner Siegesrede in der Wahlnacht, 09.11.2016.Der frisch gewählte Präsident Donald Trump und seine Familie bei seiner Siegesrede in der Wahlnacht, 09.11.2016. (© picture-alliance/AP)

Donald Trump ist zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt worden. Das für viele äußerst überraschende Ergebnis analysierten Fachleute aus Wissenschaft und Medien am Morgen nach der Wahl. Der Einladung zum Analyse-Frühstück waren am 9. November 2016 über 70 Interessierte gefolgt. Von 9 bis 11 Uhr diskutierten im bpb:medienzentrum in Bonn:
  • Dr. Katrin Amian, Leiterin des Referats Nordamerika, Australien, Neuseeland, Ozeanien der Alexander von Humboldt-Stiftung
  • Dr. Elisabeth Schäfer-Wünsche, Privatdozentin North American Studies Program der Universität Bonn
  • Dr. Helge Matthiesen, Chefredakteur des General-Anzeigers
  • Amien Essif, amerikanischer Volontär der Deutschen Welle
bpb-Pressesprecher Daniel Kraft moderierte die Veranstaltung und übernahm den Staffelstab der Kolleginnen und Kollegen aus Berlin, die zuvor die US-Wahl im Rahmen einer langen Wahlnacht verfolgt hatten.

Hier können Sie das Video zur Wahlnacht ansehen:

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Dass so wenige Menschen – Experten wie Nichtexperten – mit dem Sieg Trumps gerechnet hatten, führte Dr. Katrin Amian, Leiterin des Referats Nordamerika, Australien, Neuseeland, Ozeanien der Alexander von Humboldt-Stiftung, darauf zurück, dass viele Prognosen zu wenig detailliert ausgefallen waren. "Zu viele Teilinteressen wurden vergessen, zu große Bevölkerungsteile über einen Kamm geschoren", so Amian.

Dr. Elisabeth Schäfer-Wünsche, Privatdozentin im North American Studies Program der Universität Bonn, sagte, sie müsse sich selbst eingestehen, dass die Möglichkeit eines Trump-Sieges, von ihr und ihrem Umfeld "emotional nicht angedacht" und nicht vorhergesehen worden war. "Auch wenn immer wieder gesagt wurde, dass es knapp aussieht, hat man sich in Europa wohl einige Illusionen gemacht", folgerte Schäfer-Wünsche. Die Erfolgschancen, die Populismus mittlerweile habe, seien unterschätzt worden.

"Wenn es dort ähnlich ausgehe, würden sich nach der kommenden Wahl in Frankreich viele Fragen ganz neu stellen", schlug auch Dr. Helge Matthiesen, Chefredakteur des General-Anzeigers Bonn, die Bogen nach Europa. Der Präsident Trump sei allerdings für viele Überraschungen gut, positive wie negative. Spannend sei vor allem zu beobachten, "wie Trump mit den Menschen umgeht, die ihn gewählt haben, was er ihnen anbietet".

Auch für Amien Essif, US-amerikanischer Volontär der Deutschen Welle, war das Wahlergebnis eine Überraschung. Er glaubt, dass viele US-Bürgerinnen und -Bürger den Wahlkampf wie eine Show im Reality-TV verfolgt hätten. Auf das Wahlverhalten seiner Landsleute angesprochen erklärte er: "Vereinfacht gesagt, wählen Amerikaner immer den Change. Vor acht Jahren war Obama der Change, diesmal ist es Trump."

Nach einer ersten Bilanz wurde gegen 9.30 Uhr nach New York zu Ines Pohl, Korrespondentin der Deutschen Welle, geschaltet. Sie sagte, dass Trump, um überhaupt handlungsfähig zu sein, die Brücken zu seiner eigenen Partei wieder aufbauen muss. "Denn bei den Republikanern gibt es sehr viele Leute, die noch nicht mit ihm zusammenarbeiten wollen", so Pohl.

Wie sich das Wahlergebnis auf die deutsch-amerikanischen Beziehungen auswirken wird, war für alle Expertinnen und Experten in der Runde noch nicht ersichtlich. "Trump war in dieser Hinsicht sehr unpräzise, will sich international eher zurückziehen", erklärte Dr. Jeff Peck, Direktor/Europe des Beratungsunternehmens AKA | Strategy, der live aus Berlin zugeschaltet war. Was das wirklich für die transatlantischen Beziehungen bedeutet, bleibe abzuwarten.



Auf einer Twitterwall gaben und geben die Kommentare zum Wahlausgang Aufschluss über den aktuellen Diskurs zum Thema in den sozialen Netzwerken: http://twitwalls.com/wall/frag_die_bpb.

Schließlich gab Ulrike Christl von der n-ost Redaktion (ebenfalls zugeschaltet aus Berlin) eine kurze Zusammenfassung über die Berichterstattung der europäischen Medien zur Wahl des neuen US-Präsidenten Donald Trump: www.eurotopics.net.

Die ganze Veranstaltung können Sie hier nachhören:
Donald Trump ist zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt worden. Das für viele äußerst überraschende Ergebnis der Wahl analysierten Fachleute aus Wissenschaft und Medien am Morgen nach der Wahl. Der Einladung zum Analyse-Frühstück waren am 9. November 2016 über 70 Interessierte gefolgt. (© Bundeszentrale für politische Bildung)



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"Die Bundeszentrale für politische Bildung war eine der besten Erfindungen der Bonner Republik", sagt Thomas Krüger, Präsident der bpb. Politische Bildung nach dem Zweiten Weltkrieg war eine große Aufgabe - ebenso wie heute. In Bonn dient das modernisierte bpb:medienzentrum dem Zweck, politische Bildung lebendig zu gestalten.

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