Gladbach Fans auf der voll besetzten Tribüne des Bökelbergstadions am 2. Mai 1965

11.2.2016 | Von:
Dietrich Schulze-Marmeling

Der lange Weg zum Profi

Geschichte der Bundesliga

Die drögen 1980er-Jahre

Das aktuelle Sportstudio 1989Das aktuelle Sportstudio 1989 (© picture alliance / Alfred Harder )


Die 1980er-Jahre waren von Gewalt in den Stadien, langweiligem Fußball und anhaltend schwachen Zuschauerzahlen gekennzeichnet. In den Spielzeiten von 1983/84 bis 1989/90 lag der durchschnittliche Zuschauerzuspruch jeweils unter 20.000 pro Spiel. Im Europapokal der Landesmeister ereichten deutsche Klubs dreimal das Finale, aber nur der Hamburger SV konnte in der Saison 1982/83 die Trophäe auch gewinnen. Erst 14 Jahre nach dem HSV-Sieg konnte ein deutscher Klub in der "Königsklasse" wieder triumphieren.

Nach der EM 1980 wandern Nationalspieler erneut ins Ausland ab

Nach der EM 1980, bei der die deutsche Nationalelf den Titel gewann, schloss sich Bernd Schuster dem FC Barcelona an. Im Sommer 1984 unterschrieben Hans-Peter Briegel (1. FC Kaiserslautern) und Karl-Heinz Rummenigge (Bayern München) bei Hellas Verona beziehungsweise Inter Mailand. Rummenigge war der erste deutsche Spieler, für den über zehn Millionen D-Mark gezahlt wurden. 1987 ging auch Thomas Berthold (Eintracht Frankfurt) nach Verona, während sich Torjäger Rudi Völler (Werder Bremen) dem AS Rom anschloss. 1988 wechselten Andreas Brehme und Lothar Matthäus (beide Bayern München) zu Inter Mailand, Jürgen Klinsmann (VfB Stuttgart) eine Spielzeit später.

Der deutsche Branchenführer Bayern München degenerierte zum Sprungbrett deutscher Nationalspieler in Italiens Serie A. Während der 1980er-Jahre war diese zur sportlich und finanziell stärksten Liga der Welt aufgestiegen. Mit dem vom Medienmogul und späteren Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi gepäppelten AC Mailand stellte die Liga 1989 und 1990 auch den Europapokalsieger der Landesmeister und eine der besten Mannschaften aller Zeiten.

Die WM 1990

Deutschland gewinnt Fußball-WM 1990Deutschland gewinnt Fußball-WM 1990 (© picture alliance / Pressefoto Baumann )




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Insgesamt spielten zehn deutsche Weltmeister von 1990 in Italiens Serie A.



Als die deutsche Nationalelf 1990 ihren dritten WM-Titel holte, standen mit Thomas Berthold, Andreas Brehme, Jürgen Klinsmann, Kapitän Lothar Matthäus und Rudi Völler fünf Stammspieler in Italiens Serie A unter Vertrag. Insgesamt verdingten sich 32 der 66 Akteure (gleich 48,48 Prozent), die bei der WM 1990 Gold, Silber oder Bronze gewannen, bei italienischen Profiklubs. Nach der WM zogen weitere Nationalspieler über den Brenner. Von den Akteuren, die im Finale eingesetzt wurden, gingen 1990 Thomas Häßler (1. FC Köln) und 1991 Jürgen Kohler und Stefan Reuter (beide Bayern München) zu Juventus Turin. Karlheinz Riedle wechselte 1990 zu Lazio Rom, Andreas Möller 1992 zu "Juve".

Die Weltmeisterschaft leitete einen neuen Boom im deutschen Fußball ein

Die Weltmeisterschaft leitete nach krisenhaften Jahren auch einen neuen Boom im heimischen Fußball ein. Obgleich sich die Fachkreise später einig waren, dass in den vier Wochen nur äußerst magere Fußballkost geboten wurde. So war Italien 1990 eines der schwächsten der bis heute 17 WM-Turniere überhaupt, im Schnitt wurde nur 2,21 Tore pro Spiel geschossen. Aber die Masse derjenigen, die das Turnier verfolgten, behielt trotzdem starke Bilder in Erinnerung. Wettbewerb und Gastgeberland erwiesen sich als ideale Bühne, um den Fußball in einer Form zu präsentieren, die nicht nur das traditionelle (männliche) Publikum ansprach.

Die WM 1990 war nicht nur ein Turnier, sondern vollzog sich in der Darstellung und Ausgestaltung wie ein Fest. Es wurden neue ästhetische Elemente dargeboten, die auch Menschen außerhalb der traditionellen Fußball-Community ansprachen. So sorgten für das musikalische Begleitprogramm keine Blaskapellen, sondern „Die Drei Tenöre“. Das Konzert in der römischen Caracella Therme am Vorabend des ersten WM-Spiels war der erste gemeinsame Auftritt von Plácido Domingo, Luciano Pavarotti und José Carreras überhaupt. Die offizielle WM-Hymne „Un’estate Italiana“ wurde von Gianna Nannini und Edoardo Bennato gesungen und avancierte zu einem internationalen Top-Hit.

Paul GascoignePaul Gascoigne, englischer Nationalspieler bei der WM 1990. (© imago/Norbert Schmidt)


Die Halbfinalbegegnung Deutschlang gegen England wurde weltweit von mehr Frauen als Männer gesehen. Zu den Bildern, die von diesem Turnier im Gedächtnis haften blieben, gehören die Tränen des englischen Nationalspielers Paul Gascoigne nach dem unglücklichen Ausscheiden seines Teams gegen Deutschland. Die WM in Italien zeigte eine Seite des Fußballs, die viele Frauen zuvor so noch nie gesehen hatten.

Italien wird zum Leitbild für Europa

Zitat

Fußball ist Teil einer lebendigen Volkskultur

Fußball ist hier mehr als Fußball, er ist Teil einer lebendigen Volkskultur. (…) Wenn bei uns jemand fünf Millionen in einen Klub reinbuttert, heißt es überall: ‚Der Typ spinnt.‘ Doch hier gibt es Präsidenten, die 60 Millionen und mehr reinschießen – das ist eine Ehrensache, das sind wahre Volkshelden.

Quelle: Jürgen Klinsmann, damals Stürmer bei Inter Mailand, in Sports Nr. 25/1995

In Italien hatte der Fußball schon immer ein vielschichtigeres Publikum als in England oder Deutschland mobilisiert, den Hochburgen des "Arbeiterfußballs". Auch Industriekapitäne, Kulturschaffende und Frauen interessierten sich für das Spiel. Das finanzielle Niveau der italienischen Liga überstieg zum Zeitpunkt der WM das der englischen First Division und der deutschen Bundesliga um Längen.

Die hier gezahlten Summen waren nur möglich, weil "nur in Italien Fußball so ungehemmt gesellschaftsfähig ist" und "wie selbstverständlich zum erweiterten Bereich der Kultur gehört. (…) Deshalb regen sich auch nicht viele über die verrückten Gehälter und Ablösesummen für Fußballspieler auf, die sich vernünftig so wenig begründen lassen wie die exzentrischen Honorare für andere Kulturschaffende: für Joseph Beuys, Mick Jagger oder Herbert von Karajan"[43]. Die "Inszenierung" von Fussball als Kulturereignis wird zum Leitbild für andere europäische Fussballnationen, das Bemühen um ein zahlungskräftiges Publikum spiegelte die sozialen Entwicklungen in Westeuropa wieder.

Die Rückkehr der Zuschauer

Quellentext

Entwicklung der Zuschauerzahlen nach der WM 1990

Was das Interesse an der Bundesliga betraf, so war der Tiefpunkt der 1980er die Saison 1985/86 mit einem durchschnittlichen Zuschauerzuspruch von 18.399 pro Spiel gewesen.

1990/91, der ersten Saison nach der Italien-WM wurden 21.700 gezählt, was nur geringfügig mehr als 1989/90 war (21.235). Erst in der Saison 1991/92 wurde mit 24.391 wieder wenigstens das Niveau der Spielzeit 1980/81 (24.060) erreicht. 1992/93 wurde dann bereits 26.211 gezählt. 1994/95 wurde erstmals die 30.000-Grenze überschritten (30.053).

2003/04 fiel auch die 35.000 Grenze (37.395). 2008/09 wurden dann auch erstmals über 40.000 gezählt (42.521). 2011/12 betrug der Schnitt 45.116. Insgesamt kamen 13.805.514 zu den 306 Spielen der Liga. Krösus war Borussia Dortmund, wo im Schnitt 80.521 die Spiele besuchten, gefolgt von Bayern München (69.000), Schalke 04 (61.218), VfB Stuttgart (55.090) und Hamburger SV (53.465).

Der BVB begrüßte etwa doppelt so viele Zuschauer, wie der VfB Stuttgart als erster Zuschauerkrösus der Liga in der Saison 1963/64 verbuchen konnte (40.133). Und etwa 348 Prozent mehr als er selbst als amtierender Deutscher Meister in der ersten Bundesligasaison (23.133). Der BVB verfügte mit dem Signal-Iduna-Park (ehemals Westfalenstadion) auch über das größte Fußballstadion der Liga. Seit der Saison 1998/99 ist der BVB ununterbrochen Spitzenreiter bei den Zuschauern.

Alle Angaben nach www.weltfussball.de


Nach der WM 1990 zog der Zuschauerzuspruch im deutschen Profifußball stetig an, wobei nicht nur der deutsche WM-Sieg eine Rolle spielte, sondern auch das Fernsehen. Der Effekt der WM 1990 wäre möglicherweise sogar verpufft, wäre ihr nicht auch in Deutschland eine Revolutionierung der Präsentation des Spiels gefolgt. Die Liga profitierte von der Vergabe der WM 2006 nach Deutschland, die den Umbau und Neubau von Stadien forcierte. Der FC Bayern München zog aus dem nicht mehr zeitgemäßen Olympiastadion in eine reine Fußballarena um (Allianz Arena), in Bremen, Frankfurt am Main, Gelsenkirchen, Hamburg, Hannover, Köln und später auch Stuttgart wurden die Zuschauer ebenfalls durch Neubauten oder Umbauten näher an das Geschehen gerückt. Bei der WM 1974 war Dortmund noch die einzige der neun Austragungsstädte mit einem reinen Fußballstadion gewesen. Als die WM 2006 nun ein weiteres Mal nach Deutschland kam, trennten nur noch drei der zwölf Spielstätten die Zuschauer durch eine Laufbahn vom Spielfeld.

Merchandising."Das Fernsehen und die Marktbrücke Merchandising überwanden Distanzen, zugunsten der Großen in weiter Ferne und zulasten der Kleinen vor Ort." (© imago/Martin Hoffmann)


Fußball wird zum Event in der modernen Freizeitkultur

Im Unterschied zu den Nachkriegsjahren manifestierte sich der neue Boom fast ausschließlich in den Eliteklassen. Das erheblich gewachsene Freizeitangebot machte das potenzielle Publikum wählerischer. Aber auch das Fernsehen und andere Medien nahmen hierauf Einfluss: Das Fernsehen begnügte sich nicht mehr länger mit dem bloßen Abbilden von Fußball, sondern versuchte sich an dessen Inszenierung, was Auswirkungen auf das gesamte Fußballsystem – von der obersten bis zur untersten Klasse, vom Senioren- bis zum Jugendfußball – zeitigte. Denn die Sozialisation vieler junger Fußballer und Fußballfans erfolgte nun immer weniger über den ersten Stadionbesuch an der Hand des Vaters, sondern über das Fernsehen. Das Fernsehen und die Marktbrücke Merchandising überwanden Distanzen, zugunsten der Großen in weiter Ferne und zulasten der Kleinen vor Ort.

Außerdem suggerierte die mediale Aufbereitung, dass der Genuss von Selters nicht lohnt, solange auch Sekt im Angebot ist. Das "local team", sofern es nicht in den höheren Gefilden des Profifußballs spielte, verlor an Bedeutung[44]. Diese Entwicklung setzte allerdings bereits in den 1960er-Jahren ein. Schuld war damals weniger das Fernsehen, sondern die gewachsene Mobilität der Menschen. Um Fußball zu sehen, war man immer weniger auf das angewiesen, was sich unmittelbar vor der eigenen Haustür abspielte.

Fußball und Fernsehen

Ohne das Fernsehen hätte es die Fußballrevolution der 1990er-Jahre kaum gegeben. Vom bloßen Berichterstatter stieg das TV zum direkten Organisator und zum bedeutendsten Sponsor des Spiels auf. Durch die weltweite Ausstrahlung von Fußballereignissen wurde das Spiel auch für andere global operierende Unternehmen interessant. Das Fernsehen verwandelte den Fußball binnen weniger Jahre zum Big Business. Übertragungen rund um den Globus, aus den Zentren in die Peripherie und aus der Peripherie in die Zentren, förderten seine Entwicklung zu dem globalen und klassenübergreifenden Sportspiel schlechthin.

Für die Bundesliga erwies sich die Deregulierung der TV-Landschaft durch die technologische Neuerung Satelliten-TV und die Etablierung neuer Privatsender gleich in zweifacher Hinsicht als Geschenk des Himmels. Die neue Konkurrenzsituation auf dem Fernsehmarkt trieb die Preise für Fußballübertragungen in zuvor nicht für möglich gehaltene Höhen. Da die privaten Sender in einem erheblich größeren Umfang als die öffentlich-rechtliche Konkurrenz von Werbeeinnahmen (und damit auch Einschaltquoten) abhängig waren, durfte das Produkt Fußball nicht "schlecht geredet" werden[45].

Fußball wurde als Lokomotive, Imagebilder und Quotenkrösus betrachtet. Populäre Massenprogramme konnten ohne den Sport kaum überleben. Im Gegensatz zu den Sportarten Tennis, Boxen und Motorsport, die zeitweise ebenfalls hohe Einschaltquoten erzielten, bietet der Fußball den Vorteil, dass er als Mannschaftssport weniger vom Wohl und Wehe einzelner Stars abhängig ist. Während andere Sportarten mit ihren Stars kommen und gehen, ist der Fußball eine relativ konstante Größe. Beispielhaft hierfür war die Haltung der Bertelsmann-Tochter UFA, die im Fußball das letzte Programm erblickte, das resistent gegen Quotenrückgänge sei. Fußball sei nicht alles, aber ohne Fußball sei alles nichts.

Fußballstars steigen zu kommerziellen Ikonen auf

Cristiano Ronaldo, rechts, von Manchester United grüßt seinen Teamkollegen Wayne Rooney (10), nachdem Rooney ein Tor geschossen hat.Millionenverdiener mit Strahlkraft - Wayne Rooney und Christiano Ronaldo. (© AP)


Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurde wie nie zuvor die Macht der Medien beschworen. Deren Einflussnahme resultierte nicht zuletzt daraus, dass die Medien ein bedeutender Teil der Wirtschaft geworden waren, die ihrerseits Ende des Jahrhunderts der Politik die Führung streitig machte. Auch der Sport, und hier insbesondere der Fußball, wurde zum Opfer einer Entwicklung, die das Primat der Politik infrage stellte. Bald wurde nicht mehr nach Medien für die Übermittlung von Inhalten gesucht, sondern nach Inhalten für die Legitimation von Medien. Das Resultat war ein Journalismus, der nicht die Wirklichkeit abbildete, sondern diese inszenierte. Und bei dem die Verpackung wichtiger war als der Inhalt[46].

So wie die Rockmusik in den 1960er- und 1970er-Jahren zur dominanten Kultur wurde, so erging es in der letzten Dekade des Jahrhunderts dem Sport und insbesondere dem Fußball. Fußballstars wie David Beckham, Ronaldo oder Zinédine Zidane stiegen zu kulturellen und kommerziellen Ikonen auf. Der zur Unterhaltungsindustrie mutierte Profifußball näherte sich der Popindustrie. Und die Sportindustrie verbuchte gigantische Wachstumsraten.

Geldquelle TV-Rechte

In der Saison 1965/66 hatten ARD und ZDF den Klubs erstmals ein Honorar gezahlt. Die 18 Klubs durften sich 327.277 Euro teilen. Die Gelder waren eher eine Entschädigung dafür, dass das TV möglicherweise Zuschauer vom Stadiongang abhalten würde. Ab 1966 wurde das Honorar stetig gemäßigt angehoben, bis man 1983 bei 4,1 Millionen Euro für die gesamte Liga angelangt war. Aber noch 1981 musste der FC Bayern vor seinem Halbfinalspiel im Europapokal der Landesmeister gegen den FC Liverpool mit einem Boykott drohen, um für die Übertragung die aus heutiger Sicht läppische Summe von 300.000 D-Mark zu kassieren.

Von 1988 bis 1992 war das Fußball-Magazin "Anpfiff" im Stil einer Fußball-Show auf RTL zu sehen. Die Sendung wurde auch durch den Moderationsstil von Ulrich Potofski geprägt. (Ausschnitt aus der Sendung aus Rostock vom letzten Spieltag der Bundesliga 1992) (© RTL, 1992)
Als die privaten Sender den Markt betraten, schossen die Preise in die Höhe. 1986 zahlten ARD und ZDF 8,18 Millionen Euro für die Rechte, ein Jahr später 9,2. 1988 kam es zum Streit zwischen der Liga und dem DFB: Die Klubs wollten ein Angebot der Bertelsmann-Tochter UFA annehmen. Die Vermarktungsagentur bot einen Dreijahresvertrag über 69 Millionen Euro dafür an, dass die Spiele nun bei RTL ausgestrahlt werden sollten. Aber DFB-Präsident Herrmann Neuberger wollte ARD und ZDF im Boot behalten, die allerdings lediglich 35,8 Millionen boten. Neuberger erklärte die TV-Verträge zur Sache des DFB-Präsidiums.

Schließlich kam es zu einem Kompromiss. Die ARD-Sportschau berichtete jetzt nur noch über vier Spiele, anschließend sendete RTL die dreistündige Sendung "Anpfiff". 1992 gingen die Rechte für 427 Euro für fünf Jahre an die Agentur ISPR und fortan berichte Sat.1 mit der Sendung "Ran". ARD und ZDF saßen jetzt nur noch in der zweiten Reihe[47].

Im Sommer 2000 schlossen Kirch/ISPR mit der Liga einen neuen Vertrag, der den Klubs über vier Jahre gestreckte 1,53 Milliarden Euro versprach. Kirch konnte aber nur im ersten Jahr die Jahresrate von circa 355 Millionen zahlen. 2002 musste der Medienmogul Insolvenz anmelden und in der Saison 2002/03, der 40. der Bundesliga, konnten die Klubs nur noch 290 Millionen Euro verteilen. Der "Kicker" verkündete: "Die goldenen Fußball-Fernsehzeiten sind vorbei"[48]. Weit gefehlt: Für die vier Spielzeiten 2013/14 bis 2016/17 konnte die Deutsche Fußball-Liga (DFL, siehe unten) einen rund 2,5-Milliarden-Euro-Deal (gleich 628 Millionen Euro pro Jahr) vereinbaren. Den Zuschlag erhielten erneut ARD-Sportschau, ZDF und der Pay-TV-Sender Sky. 70 Prozent der Summe zahlt Sky. Als vorteilhaft erwies sich, dass die Klubs nun nicht mehr nur als Lieferanten, sondern auch als Händler auftraten. Die DFL verhandelte selbst mit den Sendern und konnte so die Margen der Agenturen selber einstreichen[49].


Fußnoten

43.
Kadritzke 1989
44.
siehe auch: Lars Riedl, Die gesellschaftliche Dimension des Profifußballs: Fußball und Publikum
45.
siehe auch: Jürgen Schwier: Mediensport Fußball in Europa
46.
vgl. De Weck 1999, Schulze-Marmeling 2001
47.
siehe auch Jörn Quitzau: Die Ökonomie der Bundesloga, Grafik: Medieneinnahmen
48.
"Kicker"-Sonderheft 40 Jahre Bundesliga, S. 40
49.
www.zeit.de/sport/2012-04/fussball-bundesliga-fernsehrechte

Dokumentation

Dokumentation: "Und freitags in die Grüne Hölle"

Ein Filmteam der DEFA begleitet Mitglieder eines Fanclubs des 1. FC Union Berlin durch eine im Umbruch befindliche DDR im Zeitraum 1987/1988 und macht ein Stück spannender Zeitgeschichte lebendig. Der Film konnte erst nach der politischen Wende in der DDR öffentlich aufgeführt werden.

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Dokumentation

Dokumentation: "Die sieben Geheimnisse des deutschen Fußballs"

Über sieben Episoden des deutschen Fußballs wird vielerorts lieber Stillschweigen bewahrt: Ausgrenzung jüdischer Fußballer im Dritten Reich, Doping bei der WM 1954, Frauenfußball, Homosexualität, Bundesliga-Skandal 1971 und Ermordung von Lutz Eigendorf durch die Stasi.

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