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Afrika

20.5.2005 | Von:

Entwicklungsstrategien für Wirtschaft und Gesellschaft

Armutsbekämpfung

An die Stelle der Grundbedürfnisstrategie ist heute eine Mischung aus exportorientierten Entwicklungskonzepten und Armutsbekämpfung getreten.

Armut und Hunger sind in Afrika weiterhin gravierend:
  • Die Einkommen von sehr vielen Menschen sind so niedrig, daß sie unter Bedingungen permanenter Armut leben müssen. Das soziale Klima verschärft sich.
  • Die Einkommensverteilung ist in den einzelnen Nationen sehr ungleich.
  • Die meisten Länder zeichnen sich durch hohe Nicht- oder Unterbeschäftigung aus. Im "informellen Sektor" der Städte und auch auf dem Land versuchen die Menschen zu überleben. Da die moderne Industrie klein ist und im Staat keine Stellen frei sind, ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung auf Gelegenheitsarbeiten, den Handel und auf die Produktion in Kleinstbetrieben angewiesen. Es handelt sich um eine Armutsökonomie, in der die Menschen das Überleben sichern müssen.
Armut ist besonders gravierend in ländlichen Gebieten. Sie ist sichtbar im städtischen informellen Sektor. Selbstbeschäftigung ist dort die Regel. Armut ist insbesondere hoch unter Menschen mit niedriger Bildung. Sie ist ferner in den letzten Jahren besonders stark unter Frauen, Familien mit vielen Kindern, Familien mit nur einer Verdienstquelle und unter Opfern von Katastrophen und Bürgerkriegen verbreitet.

Obwohl Armuts- und Hungerprobleme weiterhin gravierend und kaum lösbar zu sein scheinen, zeigen einige Indikatoren an, daß es auch Fortschritte bei der Reduzierung von Armut und Hunger gegeben hat. In einigen Ländern Afrikas wie beispielsweise Botswana, Elfenbeinküste und Senegal hat die Armut sogar abgenommen. Auch hat sich die Lebenserwartung in den letzten zwanzig Jahren um durchschnittlich sieben Jahre erhöht.

Die Entwicklungspolitik hat sich seit den sechziger Jahren der Armutsbekämpfung verschrieben. Doch ist umstritten, welcher Weg eingeschlagen werden soll. Sollen die Wachstumskräfte und der Außenhandel gefördert werden (Handel statt Hilfe) oder sollen spezielle Programme zur Armutsbekämpfung durchgeführt werden, wie beispielsweise ländliche Entwicklungsprojekte, Slumbekämpfung, Förderung von alleinerziehenden Frauen oder Kleingewerbeförderung im informellen Sektor.

Im Grunde ist der Streit zwischen Wachstumsstrategie und Armutsbekämpfung durch Entwicklungshilfe müßig. Es kommt – wie so häufig – auf den richtigen "Mix" und die Akteure der Entwicklungszusammenarbeit an. Dies wird deutlich an dem Konzept der "Entwicklung mit menschlichem Antlitz" (UNICEF) und den Beschlüssen des "Weltgipfels für soziale Entwicklung" (UNDP). Nach der sogenannten 20:20-Initiative sollen sich Länder des Nordens und Südens wechselseitig verpflichten, 20 Prozent der Entwicklungshilfe bzw. 20 Prozent der Staatsausgaben in die soziale Grundversorgung zu lenken. Auch die Weltbank sieht es inzwischen als notwendig an, den Kampf gegen die Armut zu verstärken, wobei sie in den Mittelpunkt die Förderung eines breiten arbeitsintensiven Wachstums, die Stärkung der Gesundheitsfürsorge, die Erziehung und Ausbildung sowie die Schaffung sozialer Sicherheitsnetze für die sozial schwächsten Schichten stellt. Oder anders ausgedrückt: "Was Entwicklungsländer brauchen, ist eine Politik, die Armutsminderung nicht ohne die Anregung der gesamtwirtschaftlichen Wachstumsdynamik anstrebt und die Wachstum nicht ohne wirksame Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten von Armen will" (Hermann Sautter, 1996).


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