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Afrika

20.5.2005 | Von:

Entwicklungsstrategien für Wirtschaft und Gesellschaft

Nachhaltige Entwicklung

Auf dem afrikanischen Kontinent nehmen die ökologischen Krisen zu. Wüsten breiten sich aus, Wassermangel ist in vielen Ländern des südlichen Afrika und im Sahel zur Regel geworden. Das rapide Bevölkerungswachstum in den Städten geht mit verheerenden Umweltkatastrophen einher: Die Verkehrsdichte nimmt rapide zu, ohne daß es Maßnahmen gegen Lärm und Abgase gibt. Die sanitären Verhältnisse in den Städten sind katastrophal. Der tropische Regenwald wird mit großer Geschwindigkeit abgeholzt. Die letzten Holzreserven in Zaire, Kongo, Gabun, Liberia und Kamerun werden geschlagen und exportiert. Armutsbedingte Umweltzerstörung (wie beispielsweise Zerstörung der Vegetation oder Abbrennen des Waldes und Bodennutzung durch Wanderhackfeldbau) und Zerstörung der Umwelt durch Holzhandel und Rohstoffausbeutung von transnationalen Unternehmen kommen auf dem afrikanischen Kontinent zusammen und fügen seiner Bevölkerung Schaden zu.

Durch die Diskussionen um die Strategie der "Nachhaltigen Entwicklung" (Brundtland-Bericht) und die Beschlüsse der Rio-Konferenz (1992) haben staatliche und nicht-staatliche Akteure Ansätze zur Nachhaltigkeit entwickelt. Laut dem Brundtland-Bericht ist nachhaltige Entwicklung eine "Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können". Allerdings behindern die Armut der Bevölkerungsmehrheit und das mangelnde Problembewußtsein der Staatseliten einen Durchbruch im Sinne von Nachhaltigkeit.

Inzwischen betonen alle Geldgeber die Bedeutung von Umweltschutz und viele Staaten sowie die Europäische Union verlangen, daß bei Entwicklungshilfeprojekten Umweltverträglichkeitsprüfungen durchgeführt werden. Dennoch wird die Umwelt bislang nicht ausreichend in Entwicklungsstrategien berücksichtigt. Dies hat vielfältige Ursachen. Sicherlich spielt eine wichtige Rolle, daß Armut nicht gerade die beste Voraussetzung für eine Umweltpolitik nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit darstellt.

Die Konzepte der Nachhaltigen Entwicklung beinhalten die Idee: Entwicklung statt Wachstum. Entwicklung läßt sich in diesem Sinne als gesellschaftlicher Wandel definieren, der folgende Bausteine umfaßt:
  • Erhöhung des Wohlstandes, Verbesserung der Lebensbedingungen vor allem für die Armen (intra-generative Gerechtigkeit auch zwischen Nord und Süd),
  • Erhöhung des Bildungsstandes,
  • Verbesserung des Gesundheitsstandes, Zugang zu Wasser für alle,
  • Erhaltung der natürlichen Ressourcen und des Wohlstandes auch für zukünftige Generationen (intergenerative Gerechtigkeit/Fairneß),
  • Risikovermeidung.
Notwendig ist die Erhaltung des "konstanten Naturkapitalstocks", das heißt: Bei erneuerbaren Ressourcen sollte die Abbaurate nicht höher sein als die Nachwachsrate. Die erzeugten Abfallmengen sollten das Assimilationsvermögen der Umwelt nicht übersteigen.

Bei nicht-erneuerbaren Ressourcen sollten die erzeugten Abfallmengen das Aufnahmevermögen der Umwelt nicht überschreiten und der Verbrauch der nichterneuerbaren Ressourcen eine Entwicklung erneuerbarer Substitute im vergleichbaren Umfang verlangen.

Daß Nachhaltige Entwicklung in Afrika nur schwer umsetzbar sein wird, läßt sich aufgrund der Armut leicht ermessen. Dennoch gibt es in einigen Ländern mit aktiven Umweltbewegungen und engagierten Regierungen Erfolge zu verzeichnen, so etwa bei der Wiederaufforstung und beim Kampf gegen die Desertifikation.


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