Afrika

5.12.2005 | Von:
Aissatou Bouba-Folle

Literarische Entwicklungen

Geschriebene Poesie

Die geschriebene Poesie Afrikas wurde mit wenigen Ausnahmen nicht um ihrer selbst willen verfasst; sie galt von Anfang an als Mittel zur Erziehung und zur Bewusstseinsbildung der Afrikanerinnen und Afrikaner. Während die Lyriker der Négritude-Bewegung sich um die Wiederherstellung der zerstörten Würde der Afrikaner bemühten, und dazu tendierten, alles Afrikanische wieder ins Bewusstsein der Menschen zu bringen, stellten sich die späteren Dichter - mit Ausnahme der Frankophonen aus den 1980er und 1990er Jahren - den zumeist bitteren Realitäten auf ihrem Kontinent und widmeten sich Themen, die um die politischen, sozialen und juristischen Missstände in den verschiedenen Ländern Afrikas nach der Unabhängigkeit kreisten.

Glossar

Négritude

Die Philosophie der Négritude plädiert für eine Rückbesinnung auf die kulturellen und gesellschaftlichen Werte der in Afrika und in der Diaspora lebenden Afrikaner in Abgrenzung zur europäischen Kultur. Sie wurde von dem afro-karibischen Schriftsteller und Politiker Aimé Césaire (*1913) sowie von dem senegalesischen Präsidenten und Dichter Léopold Sédar Senghor (1906-2001) und dem guayanischen Schriftsteller Léon-Gontran Damas (1912-1978) in den 1930iger Jahren entwickelt und als kulturelle Selbstbehauptung gegenüber den Kolonialmächten, vor allem Frankreichs, verstanden.
Ihre Gedichte handelten von der Tyrannei und Diktatur der neuen Machthaber, die nur auf die Wahrung ihrer eigenen Interessen bedacht waren, von der sozialen Verelendung, von der wachsenden Kluft zwischen Arm und Reich, von Bürgerkriegen, in denen nur Warlords profitierten, von Hungersnöten, von Landflucht und Migration, von Epidemien. Mit ihren Werken wollten sie die Bevölkerung zum Aufstand ermutigen und riskierten damit ihre eigene Existenz. Trotz der ständigen Gefährdung ihres Lebens und ihrer Freiheit verstummten viele Autoren nicht. Eine Art "Quietismus" entwickelte allein die Generation der Dichter aus den 1980er und 1990er Jahren im frankophonen Afrika. Sie wandten sich thematisch eher dem vorkolonialen Afrika, dem alten Ägypten, dem Familien- und Dorfleben, aber auch ganz intimen Themen wie der Liebe zu, welche die Négritude-Poesie seinerzeit aus Prüderie, aber auch aufgrund der Verantwortung für die Kollektivität nicht behandeln wollte.


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