Afrika

15.1.2007 | Von:

"Gleichzeitig in Afrika..."

In a Furnished Flat in Cairo, Kairo (Ägypten)

  • PDF-Icon In a Furnished Flat in Cairo - Notizen (PDF-Version: 79 KB)

    "In a Furnished flat in Cairo", Kairo (Ägypten), Michael Günzburger, Foto: In a Furnished flat in CairoGalerie: In a Furnished flat in Cairo, Kairo (Ägypten)

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    "In a Furnished Flat in Cairo" ist ein Projekt, das Hala Elkoussy initiierte, nachdem sie von einem einjährigen Studienaufenthalt in London nach Kairo zurückgekehrt war. Sie brachte sieben Künstler (4 Ägypter und 3 Schweizer) zusammen, die sich im Januar 2004 für einen Monat eine möblierte Wohnung teilten und dabei jeweils eine Installation vor Ort entwickelten.

    Der vorübergehende Charakter der Interventionen der Künstler in den Räumen widersprach herkömmlichen Vorstellungen von dem Zuhause als sicherem Zufluchtsort und als Anker der Identität. Der Wohnraum wurde zu einer Plattform für die Dekonstruktion vertrauter Strukturen häuslichen Verhaltens und jener Mechanismen, über die sich Identität und gesellschaftliche Stellung manifestieren.

    Auf die Arbeitsphase folgte eine Ausstellung, in der die Wohnung vom 5. bis 25. Februar 2004 für das Publikum geöffnet war.

    Huit Facettes, Senegal

  • PDF-Icon Interview mit Kan Si (PDF-Version: 54 KB)

    "Huit Facettes" ist eine Gruppe von acht Künstlern, Abdoulaye Ndoye, El Hadji Sy, Fode Camara, Cheikh Niass, Jean Marie Bruce, Muhsana Ali und Kan-si, die neben ihrer individuellen Arbeit einige gemeinsame Projekte realisiert haben. Seit 1995 arbeiten sie an einem Entwicklungsprojekt, das auch bei der Dokumenta 11 vorgestellt wurde, in dem Dorf Hambdallaye in der oberen Casamence, etwa 700 km von Dakar entfernt.

    Huit Facettes, Dakar (Senegal), Hamdallaye, Foto: Huit FacettesGalerie: Huit Facettes, Dakar (Senegal)

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    Das Projekt stellt sich einerseits die Frage wie Entwicklungsarbeit im ländlichen Raum anders gemacht werden kann, wenn Künstler sowohl ihre Erfahrungen und Ideen als auch ihre Energie und ihre Arbeitsweise einbringen und andererseits, welche Konzepte von Kunst und Kultur sich Künstlern stellen, die normalerweise in einem urbanen Milieu und im Kontext etablierter ästhetischer Werte produzieren, die aber offen genug sind sich darauf einzulassen, diese aus einer fremden Perspektive kritisch zu betrachten.

    Kontakte und Verbindungen wurden darüber geknüpft, dass das kreative Potential des Dorfes einbezogen wurde, zum Beispiel ein traditioneller Maler, der in diesem Dorf lebt bei der Gestaltung von Gebäuden und kunsthandwerklichen Produkten. Es wurden einige Werkstätten eingerichtet für handwerkliche Arbeiten wie eine Färberei, Glasmalerei, Näherei, und Stickerei, da die Bevölkerung dort während der Trockenzeit kaum beschäftigt ist.

    Das Ziel ist, die kreative Energie der Teilnehmer, meist Frauen und Jugendliche, freizusetzen, sie nicht als entwicklungspolitische Objekte zu behandeln, sondern ihnen die Erfahrung vermitteln, dass sie selbst die Initiative zu neuen Betätigungsfeldern ergreifen und produktiv werden können. Hier sieht Huit Facettes auch ihren politischen Anspruch: die starke und oft lähmende Präsenz westlicher Kultur zu brechen, die in einem solchen Dorf zwar kaum manifest vorhanden ist, in der Vorstellung und in dieser Latenz aber umso übermächtiger sein kann.

    In den letzten 10 Jahren hat Huit Facettes noch weitere Projekte realisiert, darunter 1998 in Off-Programm der Dak´art Biennale die Ausstellung "Ici et Maintenant" (Hier und Jetzt) in Joal, einem keinen Städtchen an der "Petite Côte", etwa 100 km südlich von Dakar. Hier wurde ihnen vom Bürgermeister ein alter, 400 qm großer Hangar zur Verfügung gestellt, den sie als Atelier und für Veranstaltungen nutzen. Auch außerhalb Afrikas wird die Gruppe tätig, z.B. seit 2003 bei einem Projekt der Stiftung Pistoletto in Norditalien, die sich mit der dortigen, großen senegalesischen Migranten- Community beschäftigt.


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