Afrika

15.1.2007 | Von:

"Gleichzeitig in Afrika..."

Boulev´art: Die Künstler auf der Strasse

  • PDF-Icon Interview mit Zinkpè zu Boulev´art (PDF-Version: 7 KB)

    BoulevBoulev´art 2003, Cotonou (Benin), Paola Junqueira, Foto: Boulev´art

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    Es wäre ungerecht, wenn kulturelle Ereignisse allein den Eliten der Gesellschaft vorbehalten blieben. Für gewöhnlich wird die bildende Kunst einzig in der engen Welt der Kulturzentren, Galerien und Museen gezeigt. Das hat sein Gutes, aber es schränkt den Künstler und sein Werk ein, begrenzt sein Publikum und seinen Kontakt mit der Bevölkerung.


    Nun beschäftigt und inspiriert den Künstler aber häufig eben das, was die Bevölkerung erlebt: Armut, Gewalt, Politik, Krankheit, Leben, Gefühle etc. Leider kommt diese Bevölkerung aber nur sehr selten in Kontakt mit den Kunstschaffenden und ihren Arbeiten.

    Kann es richtig sein, dass einige afrikanische Künstler, die so genannten internationalen Künstler, weiterhin Einladungen auf große Ausstellungen in aller Welt folgen, ohne dass sie sich auch nur im Mindesten der Aufmerksamkeit und Neugier von Leuten aus ihrer unmittelbaren Umgebung gewidmet hätten?

    Um ein ausgewogeneres Verhältnis von Gesellschaft und Kultur herzustellen, scheint es uns unverzichtbar, alle sozialen Schichten für künstlerische Arbeit und die besonderen Kunstereignisse zu interessieren. Mit diesem Ziel haben wir Boulev´art gegründet. Als Ort für unser Experiment wählten wir die Straße. "Die Künstler auf der Straße" begegnen dem Publikum der Stadt, einem Mitspieler, der sich auf die Dinge, die vor seinen Augen Gestalt annehmen, einlässt oder nicht, der aufmerksam und skeptisch ist oder auch nicht.

    Die Künstler werden versuchen, sich in jenem Blick zu spiegeln, den die Straße auf sie wirft; dort wo man handelt, wo man kommuniziert und mit etwas konfrontiert wird; auf einer Bühne ohne Absperrung, nicht geschützt und nicht dafür vorgesehen. Zwei Wochen lang werden sie im Rhythmus des Verkehrs, der Fußgänger, der Handwerker, der Beamten, der Neugierigen und der Arbeitslosen arbeiten, mit dem Ziel eine Dynamik für die Kunst, die Kultur und das Leben zurückzugewinnen.

    Text: Zinkpè


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