Afrika

15.1.2007 | Von:

"Gleichzeitig in Afrika..."

Memórias Íntimas Marcas, Luanda (Angola)

  • PDF-Icon Interview mit Fernando Alvim (PDF-Version: 47 KB)

    Memórias Íntimas Marcas, Luanda (Angola), Carlos Garaicoa, Foto: Memórias Íntimas MarcasGalerie: Memórias Íntimas Marcas, Luanda (Angola)

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    Der angolanische Künstler Fernando Alvim hat im April 1997 zwei weitere Künstler zu einem gemeinsamen Arbeitsaufenthalt nach Cuito Cuanavale eingeladen, eine Ortschaft, die in einem der blutigsten Schlachtfelder des etwa vierzig Jahre dauernden Krieges in Angola gelegen ist. Mit dem Südafrikaner Gavin Younge und dem Kubaner Carlos Graciaoa quartierte er sich in einem zerstörten Haus ohne Strom und Toiletten ein. Sie begannen an diesem Ort ohne vorab entwickelte Konzepte zu arbeiten, überließen sich den Impulsen, die ihnen der Raum, die Landschaft gaben. Es entstanden Videoarbeiten und Installationen, die später zum Teil für Ausstellungen weiterbearbeitet wurden.
    Schon die Arbeitsphase in Cuito Cuanavale kann als eine Art Ausstellung angesehen werden, da jeden Abend mit Hilfe eines Generators und eines kleinen Monitors die tagsüber entstandenen Videoarbeiten zusammen mit der Dorfbevölkerung betrachtet wurden.

    Eine Installation/Videoarbeit Alvims, in der zwei Puppen mit je zwei Köpfen durch einen Graben gezogen wurden, beeindruckte die Einwohner so sehr, dass der Dorfchef bat, eine der Puppen behalten zu dürfen, für die dann eine Art Schrein gebaut wurde.
    Alvim hatte das Projekt ein Jahr lang in Luanda vorbereitet und es war ihm gelungen, die Finanzierung ausschließlich mit Mitteln angolanischer Firmen und Institutionen und des Staates zu sichern und sogar das Militär dazu zu bringen, die Künstler nach Cuito Cuanavale und zurück nach Luanda zu fliegen.

    Nach der Arbeitsphase folgte eine Reihe von Ausstellungen, zuerst im Portugiesischen Kulturzentrum in Luanda und dann im Castle of Good Hope in Kapstadt. Alvim lebte in der Folge in Johannesburg und entwickelte dort das Projekt weiter. Er lernte Künstler kennen, die unmittelbare Erfahrungen mit dem Krieg hatten und die er für die weiteren Ausstellungen in Johannesbug und Pretoria einlud. Des Weiteren kamen auch Künstler aus Burundi, Kongo und Kamerun hinzu, die Erinnerungen oder Erfahrungen von Gewalt und gewaltsamen Veränderungen hatten.
    Das Projekt wanderte schließlich nach Europa mit Ausstellungen im Stadtmuseum in Lissabon 1998/99 und im MUHKA, Antwerpen 2000, in denen auch europäische Künstler beteiligt waren.


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