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Baustein 3: Jugendliche fragen nach: Was denken die Älteren? | Forschendes Lernen als aktivierendes Unterrichtsprojekt: Alternde Demokratie | bpb.de

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Baustein 3: Jugendliche fragen nach: Was denken die Älteren?

Samira Bytyqi Jennifer Wiedemann

/ 3 Minuten zu lesen

Schau genau hin und erlebe Überraschendes: Junge Schülerforscherinnen und -forscher verwickeln Menschen in Interviews über das Miteinander der Generationen in der Demokratie.

(© picture-alliance, PantherMedia | Andriy Popov)

Lernziele

Die Schülerinnen und Schüler...

  • reflektieren den Begriff der Expertise und erkennen alltags- und erfahrungsbasiertes Wissen als relevante Wissensform.

  • planen und führen ein lebensweltliches Expertinneninterview zum Generationenkonflikt durch.

  • werten die Interviews aus und reflektieren ihre Ergebnisse im Hinblick auf eigene Erwartungen und neue Perspektiven.

Das lebensweltliche Experteninterview ist eine didaktisch reduzierte, erfahrungsorientierte Variante des qualitativen Leitfadeninterviews. Personen aus dem sozialen Umfeld der Schülerinnen und Schüler werden als Träger relevanten Erfahrungswissens zu gesellschaftlichen Fragestellungen befragt.

Erarbeitungsphase I: Wer ist überhaupt Experte oder Expertin?

(© picture-alliance, CHROMORANGE | Berit Kessler)

Irritation:

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit folgenden Fragen auseinander:

  • Wer gilt überhaupt als Expertin oder Experte?

  • Nach welchen Kriterien erfolgt diese Zuschreibung?

Ausgangspunkt sind unterschiedliche Interner Link: Personensteckbriefe, die individuelle Wissensformen, Erfahrungen und Hintergründe abbilden.

So geht's

  • Die Lernenden lesen die Steckbriefe aufmerksam und ordnen die dargestellten Personen den Kategorien 'Expertin/Experte' bzw. 'Nicht-Expertin/Nicht-Experte' zu.

  • Sie präsentieren ihre Einordnungen und begründen ihre Entscheidungen

  • und reflektieren gemeinsam, nach welchen Maßstäben sie Expertise beurteilt haben und bei welchen Personen Unsicherheiten oder Meinungsverschiedenheiten auftraten.

Folgender zentraler Hinweis erweitert den Expertinnen- und Expertenbegriff um alltagsbezogene und erfahrungsbasierte Wissensformen:

Expertinnen und Experten können ihr Wissen auf ganz unterschiedliche Weise erwerben – durch Ausbildung und Forschung, aber auch durch Erfahrung im Alltag. Ob jemand als Expertin oder Experte gilt, hängt oft davon ab, ob andere diese Person als besonders erfahren oder wissend anerkennen.

  • Auf dieser Grundlage überprüfen die Lernenden ihre bisherigen Zuordnungen und diskutieren mögliche Umsortierungen.

Erarbeitungsphase II: Fragenformulierung

(© picture-alliance, imageBROKER | Lawrence Lu)

  • Die Schülerinnen und Schüler wählen auf Basis ihres neu erlernten Verständnis von Expertinnen und Experten eine Person aus ihrem Familien- oder Bekanntenkreis aus, der oder die sich ihrer Meinung nach für das Interview eignet.

  • Dabei berücksichtigen sie unterschiedliche Merkmale von Expertise im Themenfeld 'Generationenkonflikt'.

  • Darauf aufbauend formulieren die Lernenden eine Dachfragestellung mit dazugehörigen Unterfragen, die die Dachfragestellung ausdifferenzieren sollen.

Didaktische Reserve

Forschungsphase: Interview Durchführung

Die Schülerinnen und Schüler führen das Interview mit ihrer zuvor ausgesuchten Interviewpartnerin oder ihrem Interviewpartner durch. Dazu erhalten sie Tipps:

Informationen zur Durchführung des Interviews

  • Erkläre kurz Zweck und Thema des Interviews.

  • Stelle deine Fragen sachlich und ohne Bewertung.

  • Lass die Person ausreden.

  • Frage nur nach, um Erfahrungen zu klären oder zu vertiefen.

Das Interview wird, mit Erlaubnis der interviewten Person, aufgezeichnet oder die Schülerinnen und Schüler machen sich während des Interviews selbst Stichpunkte.

Nachbesprechung des Interviews

(© picture-alliance, Zoonar | Andrii Yalanskyi)

besteht aus zwei Teilen:

Auswertung des Interviews

Die Schülerinnen und Schüler transkribieren ihr Interview und formulieren im Anschluss dazu Kernaussagen aus ihren Aufzeichnungen. Am Ende steht eine durch Schlagwörter strukturierte Übersicht.

Reflexion des Interviews

Der erste Schritt der Reflexion besteht aus der Diskussion folgender Fragen:

  • Wo war es schwierig für dich, Abstand zu halten und bei deinen Fragen zu bleiben?

  • Was zeigt das über Forschen im Alltag?

Im Anschluss reflektieren die Lernenden das Interview, indem sie sich zu zentralen Aussagen positionieren und

Festhalten der gewonnenen Forschungserkenntnisse: Verfassen eines kurzen Forschungsberichts

Die Schülerinnen und Schüler verfassen nach dem Interview einen kurzen Forschungsbericht, um die zentralen Erkenntnisse zu ihrer Fragestellung festzuhalten.

Wie kann der Forschungsbericht aussehen?

  • 1/2 bis 1 Seite

  • kurze Einordnung der interviewten Person (ohne Namen)

  • zentrale Erkenntnisse zur Fragestellung

  • kurze Reflexion zum forschenden Vorgehen

Positionierung zum 'Generationenkonflikt':

Die Schülerinnen und Schüler beurteilen die zusammengetragenen Ergebnisse und tauschen sich über folgende Fragen aus:

  • Haben sich deine Erwartungen bestätigt?

  • Wie würdest du nach dem Interview das Verhältnis zwischen den Generationen einschätzen?

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Samira Bytyqi studiert Sozialwissenschaften (B.A.) an der Universität Augsburg und arbeitet im Team "Forschendes Lernen" im Projekt "Alternde Demokratie", Lehrstuhl für Politische Bildung und Didaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Augsburg unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Szukala.

Jennifer Wiedemann studiert Mittelschullehramt an der Universität Augsburg und arbeitet im Team "Forschendes Lernen" im Projekt "Alternde Demokratie", Lehrstuhl für Politische Bildung und Didaktik der Sozialwissenschaften an der Universität Augsburg unter der Leitung von Prof. Dr. Andrea Szukala.

Das Infoblatt liefert der Lehrperson didaktische Hinweise sowie hilfreiche Informationen zur Durchführung eines leitfadengestützten Interviews.

Interner Link: Kompletten Eintrag "Info 01.01 Das leitfadengestützte Interview" lesen

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