Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler...
reflektieren den Begriff der Expertise und erkennen alltags- und erfahrungsbasiertes Wissen als relevante Wissensform.
planen und führen ein lebensweltliches Expertinneninterview zum Generationenkonflikt durch.
werten die Interviews aus und reflektieren ihre Ergebnisse im Hinblick auf eigene Erwartungen und neue Perspektiven.
Das lebensweltliche Experteninterview ist eine didaktisch reduzierte, erfahrungsorientierte Variante des qualitativen
Erarbeitungsphase I: Wer ist überhaupt Experte oder Expertin?
(© picture-alliance, CHROMORANGE | Berit Kessler)
(© picture-alliance, CHROMORANGE | Berit Kessler)
Irritation:
Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit folgenden Fragen auseinander:
Wer gilt überhaupt als Expertin oder Experte?
Nach welchen Kriterien erfolgt diese Zuschreibung?
Ausgangspunkt sind unterschiedliche
So geht's
Die Lernenden lesen die Steckbriefe aufmerksam und ordnen die dargestellten Personen den Kategorien 'Expertin/Experte' bzw. 'Nicht-Expertin/Nicht-Experte' zu.
Sie präsentieren ihre Einordnungen und begründen ihre Entscheidungen
und reflektieren gemeinsam, nach welchen Maßstäben sie Expertise beurteilt haben und bei welchen Personen Unsicherheiten oder Meinungsverschiedenheiten auftraten.
Folgender zentraler Hinweis erweitert den Expertinnen- und Expertenbegriff um alltagsbezogene und erfahrungsbasierte Wissensformen:
Expertinnen und Experten können ihr Wissen auf ganz unterschiedliche Weise erwerben – durch Ausbildung und Forschung, aber auch durch Erfahrung im Alltag. Ob jemand als Expertin oder Experte gilt, hängt oft davon ab, ob andere diese Person als besonders erfahren oder wissend anerkennen.
Auf dieser Grundlage überprüfen die Lernenden ihre bisherigen Zuordnungen und diskutieren mögliche Umsortierungen.
Erarbeitungsphase II: Fragenformulierung
(© picture-alliance, imageBROKER | Lawrence Lu)
(© picture-alliance, imageBROKER | Lawrence Lu)
Die Schülerinnen und Schüler wählen auf Basis ihres neu erlernten Verständnis von Expertinnen und Experten eine Person aus ihrem Familien- oder Bekanntenkreis aus, der oder die sich ihrer Meinung nach für das Interview eignet.
Dabei berücksichtigen sie unterschiedliche Merkmale von Expertise im Themenfeld 'Generationenkonflikt'.
Darauf aufbauend formulieren die Lernenden eine Dachfragestellung mit dazugehörigen Unterfragen, die die Dachfragestellung ausdifferenzieren sollen.
Didaktische Reserve
Informationsblätter zur Überarbeitung
Forschungsphase: Interview Durchführung
Die Schülerinnen und Schüler führen das Interview mit ihrer zuvor ausgesuchten Interviewpartnerin oder ihrem Interviewpartner durch. Dazu erhalten sie Tipps:
Informationen zur Durchführung des Interviews
Erkläre kurz Zweck und Thema des Interviews.
Stelle deine Fragen sachlich und ohne Bewertung.
Lass die Person ausreden.
Frage nur nach, um Erfahrungen zu klären oder zu vertiefen.
Das Interview wird, mit Erlaubnis der interviewten Person, aufgezeichnet oder die Schülerinnen und Schüler machen sich während des Interviews selbst Stichpunkte.
Nachbesprechung des Interviews
(© picture-alliance, Zoonar | Andrii Yalanskyi)
(© picture-alliance, Zoonar | Andrii Yalanskyi)
besteht aus zwei Teilen:
Auswertung des Interviews
Die Schülerinnen und Schüler transkribieren ihr Interview und formulieren im Anschluss dazu Kernaussagen aus ihren Aufzeichnungen. Am Ende steht eine durch Schlagwörter strukturierte Übersicht.
Reflexion des Interviews
Der erste Schritt der Reflexion besteht aus der Diskussion folgender Fragen:
Wo war es schwierig für dich, Abstand zu halten und bei deinen Fragen zu bleiben?
Was zeigt das über Forschen im Alltag?
Im Anschluss reflektieren die Lernenden das Interview, indem sie sich zu zentralen Aussagen positionieren und
ihre Einschätzung auf einem Zustimmungsspektrum im Klassenraum verorten (analoge Version)
oder eine
Interner Link: digitale Umfrage durchführen.
Festhalten der gewonnenen Forschungserkenntnisse: Verfassen eines kurzen Forschungsberichts
Die Schülerinnen und Schüler verfassen nach dem Interview einen kurzen Forschungsbericht, um die zentralen Erkenntnisse zu ihrer Fragestellung festzuhalten.
Wie kann der Forschungsbericht aussehen?
1/2 bis 1 Seite
kurze Einordnung der interviewten Person (ohne Namen)
zentrale Erkenntnisse zur Fragestellung
kurze Reflexion zum forschenden Vorgehen
Positionierung zum 'Generationenkonflikt':
Die Schülerinnen und Schüler beurteilen die zusammengetragenen Ergebnisse und tauschen sich über folgende Fragen aus:
Haben sich deine Erwartungen bestätigt?
Wie würdest du nach dem Interview das Verhältnis zwischen den Generationen einschätzen?