Lernziele
Die Schülerinnen und Schüler...
analysieren und vergleichen die Altersstruktur von Bevölkerung und Bundestag und beurteilen mögliche Repräsentationsdefizite.
unterscheiden und bewerten konventionelle und unkonventionelle Formen politischer Partizipation anhand eines kommunalen Beispiels.
erläutern und reflektieren politische Repräsentation unter besonderer Berücksichtigung des Unterschieds zwischen deskriptiver und substantieller Repräsentation nach Hanna Pitkin.
Forschungsphase I - Problemwahrnehmung: Repräsentation der Bevölkerung im Bundestag
unterschiedliche Diagrammtypen (© Team "Forschendes Lernen", Uni Augsburg)
unterschiedliche Diagrammtypen (© Team "Forschendes Lernen", Uni Augsburg)
Ausgangspunkt ist ein fiktiver Social-Media-Beitrag, der auf Basis von Zahlen des Deutschen Bundestages und des Statistischen Bundesamtes erstellt worden ist. Dieser enthält Aussagen zur Altersverteilung der Abgeordneten im Deutschen Bundestag sowie zur Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten die zentralen Aussagen heraus. Im anschließenden Gespräch werden Beobachtungen gesammelt, als Cluster zu ersten Problemhypothesen gebündelt und zum Ausgangspunkt weiterer forschungsgeleiteter Schritte gemacht.
So geht's:
Entnahme von Daten aus dem vorliegenden Material und Erstellung eines Diagramms (Bundestag / Bevölkerung)
Erstellung eines Forschungsprotokolls: Auffälligkeiten, Konsequenzen für Interessen junger/älterer Menschen
Bildung erster Hypothesen anhand der Diagramme
Gemeinsame Diskussion, wie die Altersverteilung des Bundestags und die Altersstruktur der Bevölkerung zueinander in Beziehung stehen und beurteilen, inwiefern das Verhältnis als ausgewogen oder unausgewogen wahrgenommen wird.
Didaktische Reserve
Diskussion zu Maßnahmen, die zu einer angemessenen altersbezogenen Repräsentation Bundestag beitragen könnten.
Forschungsphase II – Wege der kommunalen politischen Partizipation: Das Politikdorf als Forschungsfeld
Das Politikdorf (© Sarah Pucher, Uni Augsburg)
Das Politikdorf (© Sarah Pucher, Uni Augsburg)
Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit unterschiedlichen konventionellen und unkonventionellen Handlungsmöglichkeiten am Beispiel einer Schulsanierung auseinander.
Ausgangspunkt: digitale Lernumgebung, die als Dorf mit mehreren Häusern gestaltet ist.
Jedes Haus steht für einen möglichen Weg, sich für die Sanierung der Schule einzusetzen.
So geht's:
Informationsgewinnung zu einzelnen Optionen durch Anklicken der Haussymbole.
Erstellung einer Pro-Contra-Liste für die jeweilige Handlungsoption
Begründung der Entscheidung für einen Weg der Schulsanierung
Austausch über die getroffenen Entscheidungen: Vergleich und Diskussion der gewählten Wege
Zuordnung der Entscheidung zu einer Form politischer
Partizipation : konventionelle oder unkonventionellepolitische Partizipation . Die Zuordnung dient der fachlichen Einordnung der Handlungsmöglichkeiten und vertieft das Verständnis politischer Beteiligungsformen.
Übersicht: Interner Link: politische Repräsentation
Forschungsphase III: Repräsentation im Bundestag – Personelle Zusammensetzung
In dieser Phase arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit Interner Link: Personenkarten, die Kurzbeschreibungen unterschiedlicher Personen enthalten. Die Karten liegen verdeckt auf einem Tisch in der Mitte des Klassenzimmers aus. Die Lernenden ziehen jeweils eine Karte und setzen sich mit der darauf beschriebenen Person auseinander.
So geht's:
Ausgehend von einem Plenumsfoto des
Deutschen Bundestages vergleichen die Lernenden die Merkmale der gezogenen Personen mit der Zusammensetzung derAbgeordneten.
Sie suchen Gemeinsamkeiten und Unterschiede, beispielsweise in Bezug auf Alter, Geschlecht oder andere Merkmale und halten ihre Beobachtungen stichpunktartig fest.
Plenumsgespräch: Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse: inwiefern sind die Personen auf den Karten im Bundestag repräsentiert? Betonung der Frage nach Sichtbarkeit und Vielfalt
politischer Repräsentation
Begriffsarbeit und Wissensüberprüfung: Definition von Repräsentation (Pitkin)
(© Team "Forschendes Lernen", Uni Augsburg)
(© Team "Forschendes Lernen", Uni Augsburg)
Die Schülerinnen und Schüler lesen
Interner Link: Informationen zur Definition von Repräsentation und der Unterscheidung zwischen substantieller und deskriptiver (nach Hanna Pitkin) Repräsentation. Diese Informationen werden als theoretischer Rahmen eingeführt, der zur Deutung der bisherigen empirischen Ergebnisse dient.
Anschließend setzen sie sich in einem
Interner Link: Quiz mit Beispielen von politischer Repräsentation auseinander und unterscheiden zwischen deskriptiver und substantieller Repräsentation. Sie ordnen konkrete Beispiele den entsprechenden Repräsentationsformen zu.
Daraufhin bearbeiten die Schülerinnen und Schüler ein
Interner Link: Quiz mit Aussagen zur politischen Repräsentation und entscheiden gemeinsam, ob diese als „richtig" oder „falsch" einzuschätzen sind.
Reflexion: Thesenarbeit zur Repräsentation
Zum Abschluss setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit zwei kontrastierenden Thesen auseinander:
Gute Politik braucht junge Abgeordnete, um junge Interessen zu vertreten.
Gute Politik braucht Verständnis, nicht unbedingt junges Alter.
So geht's:
Herausarbeiten des zentralen Unterschieds der beiden Thesen.
Reflexion der Lernenden über ihre persönliche Haltung und Positionierung auf einer Positionslinie im Klassenraum.
Die Positionierung kann auch digital (Interner Link: 1. Umfrage und Interner Link: 2. Umfrage) durchgeführt und als Ausgangspunkt eines Klassengesprächs genutzt werden.
Didaktische Reserve
Diskussion zu erweiterten Fragen: z.B. ab wann ein Repräsentationsdefizit zu einem Demokratieproblem wird, unter welchen Bedingungen substantielle Repräsentation gewährleistet ist und welche offenen Fragen sich aus der Auseinandersetzung ergeben haben.