One Billion Rising Tanz-Flashmob gegen Gewalt gegen Frauen vor dem Brandenburger Tor.

20.6.2013

M 01.04 "Und alle so Yeaahh!" - Von der Kritzelei zur Aktion

Im Wahlkampf 2009 wurde ein CDU-Wahlplakat mit einer Kritzelei auf der Flickrseite (www.flickr.com/photos/spanier/3910411907/) hochgeladen. Das Wahlplakat warb für die Wahlkampfveranstaltung der Bundeskanzlerin Angela Merkel am 18.09.2009 in Hamburg. Neben die Überschrift "Die Kanzlerin kommt" hatte jemand Unbekanntes mit einem Filzstift "und alle so: ‚Yeaahh‘" geschrieben. Dies war der Auslöser für eine im Internet organisierte Flashmobaktion, die in Zeitungen und im Fernsehen Aufmerksamkeit erregte.

Verbreitung der Idee eines "Yeaahh"-Flashmobs

Einige Blogger wurden auf das bekritzelte Wahlplakat der CDU aufmerksam, verbreiteten es mit Hilfe weiterer Blogs und innerhalb sozialer Netzwerke und tauschten dort ihre Meinungen über das Plakat aus. In dieser Online-Unterhaltung entstand die Idee eines "Yeaahh"-Flashmobs. Diese wurde via Twitter (www.twitter.com) und Facebook (www.facebook.com) immer weiter verbreitet. Außerdem entstanden eine Songcollage aus Aussagen Angela Merkels und unterschiedlichen "Yeaahh"-Rufen und T-Shirts mit dem Aufdruck "Und alle so: ‚Yeaahh‘".

"Yeaahh"-Flashmob in Hamburg

Am 18.09.2009 fand der erste Yeaahh-Flashmob zur Wahlkampfveranstaltung von Angela Merkel in Hamburg statt. Nach jedem Satz der Bundeskanzlerin waren "Yeaahh"-Rufe zu hören. Einige Flashmobteilnehmer hielten Plakate mit "Yeaahh"-Sprechblasen in die Luft. Ein User organisierte via Handy einen Livestream im Internet, der von 1.742 Usern verfolgt wurde. Nach dem Yeaahh-Flashmob in Hamburg folgten weitere in Wuppertal und Mainz, wiederum auf Wahlkampfveranstaltungen der Bundeskanzlerin.

Die Akteure des Yeaahh-Flashmobs und ihre Beweggründe

Der Aufruf zum Yeaahh-Flashmob kam von einem Parteimitglied der Piratenpartei. Es war jedoch keine politisch organisierte Aktion dieser Partei. Unter den 2.000 Veranstaltungsteilnehmern waren ca. 150-200 Demonstranten, die mit ihren "Yeaahh"-Rufen die Veranstaltung aufmischten. Für die einen war diese Aktion reiner Spaß, für andere steckte auch eine politische Botschaft dahinter.

"Yeaahh"-Flashmob in Zeitungen und im Fernsehen

Über den "Yeaahh"-Flashmob wurde in vielen Zeitungen, Internetportalen und im Fernsehen berichtet. Für viele Demonstranten war es ein Erfolg "es in die Tagesschau geschafft zu haben".


Eigener Text nach:

Ole Reißmann: Flashmob trifft Kanzlerin: Merkel in Hamburg - und alle rufen "Yeaahh", in: Spiegel Online, 18.09.2009, http://www.spiegel.de/netzwelt/web/flashmob-trifft-kanzlerin-merkel-in-hamburg-und-alle-rufen-yeaahh-a-650004.html (02.05.2013).

Sebastian Sittner: Immer mehr Yeaahh!, in: jetzt.de Süddeutsche Zeitung, 21.09.2009, http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/486241 (03.05.2013).

Johnny Haeusler: Und alle so: Yeaahh – Flashmob in Hamburg [Update], in: Spreeblick, 18.09.2009, http://www.spreeblick.com/2009/09/18/und-alle-so-yeaahh-flashmob-in-hamburg/(23.05.2013).



Aufgaben:
  1. Lies dir das Material durch und notiere Stichworte zu den folgenden Fragen:
    • Worum geht es bei der Aktion?
    • Wie entstand sie?
    • Welchen Verlauf nahm sie?
    • Welche Zielgruppe sollte angesprochen werden?
    • Wie beurteilst du die Aktion? Können Jugendliche so Einfluss auf die Politik nehmen? Warum/Warum nicht?
  2. Triff dich nun mit den Mitgliedern deiner Gruppe und tausche dich mit ihnen über die in Aufgabe 1 formulierten Fragen aus.

  3. Erstellt auf der Grundlage der Stichworte einen Steckbrief über die Aktion und no-tiert diesen auf einem Gruppenplakat:
    • Name
    • Entstehung
    • Verlauf
    • Verbreitungsmedium
    • Zielgruppe


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