One Billion Rising Tanz-Flashmob gegen Gewalt gegen Frauen vor dem Brandenburger Tor.

20.6.2013

M 01.05. "#Aufschrei" - Diskriminierungsdebatte auf Twitter

In Deutschland findet seit Anfang des Jahres 2013 das Thema „Sexismus“ neue Beachtung. Sexismus ist eine "Bezeichnung für jede Art der Diskriminierung und Benachteiligung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts" (Enzyklo. Online Enzyklopädie: Sexismus, http://www.enzyklo.de/Begriff/Sexismus [21.06.2013]). Eine Bloggerin rief auf Twitter dazu auf, Erfahrungen und Geschichten zu diesem Thema unter dem Hashtag (ein Hashtag markiert relevante Schlagworte innerhalb des Tweets) "#Aufschrei" zu veröffentlichen. Es entfachte sich eine große Diskussion per Twitter, die sich mit diesem gesellschaftlich relevanten Thema beschäftigte.

Entstehung des #Aufschreis

Die Bloggerin Anne Wizorek schrieb in ihrem Blog über das Thema sexuelle Belästigung mit dem Verweis auf die Twitter-Kampagne "Everyday-Sexism" (www.twitter.com/EverydaySexism) in England. Ein wichtiger Katalysator der Twitterdebatte war ein Fernsehinterview mit einer jungen Journalistin, die sich über das anzügliche Verhalten eines Politikers öffentlich beschwerte. Daraufhin schlug die Bloggerin Anna Wizorek vor, alle Beiträge und Erfahrungen zum Thema Sexismus über den Hashtag "#Aufschrei" zu sammeln. Es folgte eine unerwartet hohe Beteiligung. Viele Frauen schilderten ähnliche Erfahrungen wie die der jungen Journalistin.

Die Wirkung des #Aufschreis

Zwischen dem 25. und 31. Januar gab es 49.000 Tweets (Beiträge) mit dem Hashtag #Aufschrei und 30.000 Retweets (Antworten). Anna Wizorek erstellte daraufhin eine eigene Webseite zu diesem Thema (www.alltagssexismus.de). Auf dieser Webseite veröffentlichte sie z. B. einen Aufruf zur Petition gegen die öffentlich-rechtlichen Medien mit der Aufforderung, angemessen über die Sexismusdebatte zu berichten. Die Bloggerin wurde zu der Talkshow "Günter Jauch" eingeladen. Ihr TV-Auftritt bewirkte wiederum eine große Beteiligung an der Online-Diskussion auf Twitter. Auch Zeitungen und die internationale Presse berichteten über den "#Aufschrei". Anfang Mai wurde der "#Aufschrei" für den Grimme-Online-Preis, der innovative und einzigartige Netzprojekte auszeichnet, nominiert.


Eigener Text nach:

Gabriela M. Keller: #Aufschrei-Initiatorin Anne Wizorek. Die stille Aufrührerin, in: taz, 13.02.2013, www.taz.de/!110938/ (02.05.2013).

Taz.de, Sexismus-Debatte auf Twitter. 50.000facher #Aufschrei, 08.02.2013, www.taz.de/Sexismus-Debatte-auf-Twitter/!110663/ (02.05.2013).

Spiegel Online, Sexismusdebatte: #Aufschrei führt zu Twitter-Rekord, 08.02.2013, www.spiegel.de/netzwelt/web/aufschrei-fuehrt-zu-twitter-rekord-a-882207.html (02.05.2013).

ZEIT Online, #aufschrei für Grimme Online Award nominiert, 02.05.2013, www.zeit.de/digital/2013-05/grimme-online-award-2013 (23.05.2013).


Aufgaben:
  1. Lies dir das Material durch und notiere Stichworte zu den folgenden Fragen:
    • Worum geht es bei der Aktion?
    • Wie entstand sie?
    • Welchen Verlauf nahm sie?
    • Welche Zielgruppe sollte angesprochen werden?
    • Wie beurteilst du die Aktion? Können Jugendliche so Einfluss auf die Politik nehmen? Warum/Warum nicht?
  2. Triff dich nun mit den Mitgliedern deiner Gruppe und tausche dich mit ihnen über die in Aufgabe 1 formulierten Fragen aus.

  3. Erstellt auf der Grundlage der Stichworte einen Steckbrief über die Aktion und no-tiert diesen auf einem Gruppenplakat:
    • Name
    • Entstehung
    • Verlauf
    • Verbreitungsmedium
    • Zielgruppe


Publikationen zum Thema

Mitmischen: Neue Partizipationsformen Neu

Mitmischen: Neue Partizi-
pationsformen

Politik setzt in demokratischen Systemen immer die Teilhabe der Bürger voraus. Welche Formen kann d...

Coverbild Handbuch Bürgerbeteiligung

Handbuch Bürgerbe-
teiligung

Bürgerinnen und Bürger engagieren sich mehr denn je und suchen nach neuen Wegen der Mitwirkung sow...

Zum Shop

Grafstat Logo Service
Wenn's Fragen gibt...

Grafstat Service

Für alle Fragen, die bei der Durchführung Ihres Projektes auftauchen, versucht das Team der Universität Münster eine Antwort zu finden - ganz gleich, ob Sie Fragen zur Software, zur Methodik oder zur Organisation Ihres Projektes haben.

Mehr lesen

Grafstat Logo Methoden
Meinungsforschung im Unterricht

Grafstat Methoden

Die Attraktivität des Unterrichtsfaches Politik/Sozialkunde kann in erheblichem Maße dadurch gesteigert werden, dass den Jugendlichen motivierende Aufgaben gestellt und Raum für Eigenaktivitäten geschaffen wird. Die unterrichtsmethodischen Vorschläge haben das Ziel, die methodischen Handlungsmöglichkeiten der Lehrperson deutlich zu erhöhen.

Mehr lesen