Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Glossar

Hooligans



Als Hooligans bezeichnet man junge, gewaltbereite Menschen, die im Umfeld von Sportveranstaltungen gezielt Auseinandersetzungen mit anderen Sportfans oder der Polizei suchen. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um männliche Fußballfans zwischen 17 und 25 Jahren. Auch wenn viele Hooligans sich selbst als "unpolitisch" bezeichnen, sind rassistische und antisemitische Einstellungen in der Szene weit verbreitet. Entsprechende Parolen und Gesänge gehören in vielen Fußballstadien zum Alltag. Teile des Hooliganmilieus sympathisieren offen mit rechtsextremen Gruppen oder sind selbst in der Neonazi-Szene aktiv. Die NPD und parteiunabhängige Rechtsextremisten versuchen seit Jahren gezielt, diesen Teil der Fußballfans für sich zu gewinnen.

Die Hooligan-Szene stammt ursprünglich aus England, wo es bereits Ende des 19. Jahrhunderts zu gewalttätigen Vorfällen bei Fußballspielen kam. Hooligan bedeutet im Englischen "Schläger" oder "Raufbold". Mitte der 1970er Jahre entstanden auch in Deutschland erste Hooligangruppen, die sich damals meist aus der Skinheadbewegung rekrutierten. Waren ihre gewalttätigen Ausschreitungen zuvor meist zufällig ausgelöst worden, organisierte sich die Szene nun zunehmend. Vereine reagierten mit der Einrichtung von Fanprojekten, die die Gewalt aus den Stadien zurückdrängen sollten.

Rund 7000 Hooligans gibt es nach Schätzungen in Deutschland. Mehr als 13.000 Personen sind in der 1994 eingerichteten bundesweiten Polizei-Datei "Gewalttäter Sport" registriert. In die Datenbank werden Fußballfans aufgenommen, gegen die im Rahmen von Sportveranstaltungen wegen Gewalttaten, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Nötigung, Beleidigung, Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz oder Volksverhetzung ermittelt wurde.

Während die Gewalt in deutschen Stadien inzwischen verhältnismäßig weit eingedämmt ist, kommt es besonders in Osteuropa und Südamerika regelmäßig zu schwersten Ausschreitungen, bei denen es immer wieder auch Todesopfer gibt.



03.02.2014