Rechtsextreme Demonstranten bei einem Neonazi-Aufmarsch in Berlin am 1. Mai 2010.

Glossar

Ring Nationaler Frauen

Der Ring Nationaler Frauen (RNF) ist die Frauenorganisation der NPD. Nach Genehmigung durch den Bundesvorstand der NPD wurde er am 16. September 2006 in Sachsen-Anhalt von 31 Frauen aus dem Parteiumfeld gegründet. Daran beteiligt waren unter anderem die sächsische NPD-Landtagsabgeordnete Gitta Schüßler, Katharina Becker aus Niedersachsen und Judith Rothe aus Sachsen-Anhalt. Als Bundesvorsitzende amtiert seit März 2014 Ricarda Riefling, die auch Vize-Vorsitzende der rheinland-pfälzischen NPD ist.

Der RNF soll "den Frauen in der NPD als Sprachrohr dienen" und gleichzeitig für "national denkende parteiungebundene Frauen ein Ansprechpartner" sein. Die Positionen des RNF stimmen weitgehend mit der Programmatik der NPD überein, allerdings stehen frauen- und familienpolitische Themen im Vordergrund. Der völkischen Ideologie der Mutterpartei folgend propagiert der RNF das Rollenbild der Mutter und Hausfrau, das von der Biologie vorgegeben werde. Den Feminismus und eine vollständige Gleichberechtigung von Frauen lehnt der RNF ebenso ab.

Nach eigenen Angaben besteht der RNF aus vier Landesverbänden und elf Regionalgruppen, die Mitgliederzahl liegt bei weniger als 100. Experten sehen den RNF als Teil der NPD-Strategie, sich nach außen hin ein sympathisches Gesicht zu geben. Statt gewalttätiger Neonazis sollen engagierte Mütter das Image bestimmen und so neue Mitglieder und Wähler anlocken. Doch dienen Kinderfreundlichkeit und Familienförderung bei NPD und RNF einem übergeordneten Zweck: dem Erhalt der Volksgemeinschaft.



03.02.2014