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Dokumentation: Präsident Karol Nawrocki über die Beziehungen zu Deutschland | Polen-Analysen | bpb.de

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Dokumentation: Präsident Karol Nawrocki über die Beziehungen zu Deutschland Polen-Analysen Nr. 351

/ 2 Minuten zu lesen

Polens Präsident Nawrocki am Tag seiner Vereidigung (© picture-alliance, NurPhoto | Beata Zawrzel)

Herausgeber der Länderanalysen

Die Polen-Analysen werden von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V., dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien, dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) gGmbH gemeinsam herausgegeben. Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb veröffentlicht die Analysen als Lizenzausgabe.

Interview mit Präsident Karol Nawrocki im TV Republika

8. August 2025

[…]

Die Außenpolitik. Kurz und gut, ich beginne mit unserem westlichen Nachbarn. In der deutschen Presse sind Sie nicht gerade beliebt.

Damit komme ich klar.

Verstehe. Aber der deutsche Kanzler muss auch irgendwie mit dem Wahlergebnis der Präsidentschaftswahlen zurechtkommen. Ich möchte aber fragen, ob Sie gute Beziehungen zu Deutschland haben wollen. Schließlich ist das unser westlicher Nachbar.

Natürlich. Ich behandele unsere westlichen Nachbarn und den Kanzler Deutschlands als Partner sowohl in der Europäischen Union als auch im Nordatlantikbündnis. Wir haben eine gemeinsame Grenze und es gibt viele Dinge, über die wir reden sollten. Ich habe Erfahrungen in der Geschichtsdiplomatie. Über sehr schwierige, schwere Angelegenheiten habe ich mit Vertretern deutscher, ukrainischer, japanischer Institutionen und vielen anderen gesprochen. Natürlich müssen die Regeln der Diplomatie, Nachbarschaft, Partnerschaft, der Umsetzung gemeinsamer Aufgaben auf entsprechende Art und Weise realisiert werden.

Allerdings erlaube ich – ob es nun die deutsche Presse oder der deutsche Kanzler sei – nicht, Polen und die Polen als Juniorpartner zu behandeln. Es ist sicherlich höchste Zeit, dass Deutschland anfängt, Polen als Partner zu behandeln. Der Präsident Polens ist nicht dazu bereit, in Richtung Westen im Allgemeinen oder in Richtung unserer westlichen Grenze so zu schauen, als seien das unsere Mentoren oder Lehrmeister.

Wir haben unsere konkreten Erwartungen an die deutsche Seite, dazu gehören Reparationszahlungen an Polen, auf die die Polen warten, dazu gehört die Frage [der Migration an, Anm.d.Übers.] unserer westlichen Grenze. Wir fühlen uns als Partner und nicht als verlängerte Werkbank für den deutschen Staat. Und in dieser Gefühlslage, so meine Überzeugung, werde ich bereit sein, mich mit dem deutschen Kanzler als Präsident Polens und der Polen zu verständigen, eines unabhängigen, souveränen und stolzen polnischen Staates.

[…]

Übersetzung aus dem Polnischen: Silke Plate

Quelle: Prezydent.pl: Externer Link: https://www.prezydent.pl/aktualnosci/wypowiedzi-prezydenta-rp/wywiady/wywiad-prezydenta-rp-dla-tv-republika-calosc,104914 (abgerufen am 26.08.2025).

Fussnoten

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