| 02.06.2026 | Das Regierungskabinett beschließt einen Gesetzesentwurf zur eingeschränkten Nutzung von Smartphones und Social Media für Kinder, um Abhängigkeiten vorzubeugen. |
| 03.06.2026 | Innenminister Marcin Kierwiński und sein irischer Amtskollege Jim O’Callaghan besuchen den polnisch-belarusischen Grenzübergang in Kuźnica Białostocka. Als Antwort auf den von Russland und Belarus künstlich herbeigeführten Migrationsdruck aus Drittstaaten hat Polen mit Hilfe der Europäischen Union den Schutz der EU-Außengrenze auf polnischem Gebiet ausgebaut. Polen setze sich dafür ein, dass seine Sicherheitsinteressen grundlegend für die Politik der Europäischen Union würden, sagt Kierwiński. Er dankt dem irischen Innenminister für die Ankündigung, dass die Sicherheit der EU-Außengrenzen und die Migrationspolitik Prioritäten der irischen EU-Ratspräsidentschaft in der zweiten Jahreshälfte 2026 werden sollen. |
| 05.06.2026 | Auf Bitten der ukrainischen Seite empfängt Staatssekretär im Auswärtigen Amt Marcin Bosacki Kyrylo Budanow, den Leiter des Präsidentenbüros der Ukraine. Bosacki bekräftigt den polnischen Standpunkt gegenüber der Benennung einer ukrainischen Armeeeinheit nach der Ukrainischen Aufständischen Armee (ukr. UPA), die der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij Ende Mai verkündet hat. Die Benennung habe Empörung und Schmerz in der polnischen Gesellschaft ausgelöst, welche die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskrieges militärisch, politisch und humanitär unterstützt. Bosacki unterstreicht, dass die beiderseitigen Beziehungen auf der historischen Wahrheit, dem Respekt für die Opfer und Dialog gründen müssen. Weitere Treffen finden mit Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz, Marcin Przydacz, Leiter des Büros für internationale Angelegenheiten beim Präsidenten, und dem Chef des Büros für Nationale Sicherheit (Biuro Bezpieczeństwa Narodowego – BBN), Bartosz Grodecki, statt. Der Hintergrund ist, dass die UPA 1943 in Wolhynien Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung verübt hat, die von Polen als Völkermord gewertet werden. In der Ukraine, die sich in einem Angriffskrieg vonseiten Russlands befindet, wird der antisowjetische Kampf der UPA herausgestellt. |
| 08.06.2026 | Das Kapitel des Ordens des Weißen Adlers, der höchsten Auszeichnung Polens, berät über den Vorschlag von Präsident Karol Nawrocki, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij die höchste polnische Auszeichnung abzuerkennen. Der Hintergrund für den Vorschlag ist, dass Selenskij eine ukrainische Armeeeinheit nach der Ukrainischen Aufständischen Armee (ukr. UPA) benannt hat. Diese hat während des Zweiten Weltkrieges Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung verübt, was Polen als Völkermord wertet. Die Ukraine, die sich in einem Angriffskrieg vonseiten Russlands befindet, unterstreicht dagegen den antisowjetischen Kampf der UPA. |
| 09.06.2026 | Jacek Sasin, Abgeordneter von Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwość – PiS), teilt die Gründung der parteiinternen Vereinigung „Als erstes Polen“ (Po Pierwsze Polska) mit. Das Ziel sei es, die Einheit in der PiS zu stärken und den Kandidaten für das Amt des Ministerpräsidenten, Przemysław Czarnek, zu unterstützen. Die Vereinigung unterstreicht ihre Loyalität gegenüber der PiS und Parteichef Jarosław Kaczyński. Auch im April kam es innerhalb der PiS zur Bildung einer Vereinigung: Entwicklung Plus (Rozwój Plus), initiiert vom ehemaligen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki, wird vom Kreis um Kaczyński als Gefahr für die Einheit der PiS und Versuch der Einflussnahme gewertet. |
| 10.06.2026 | Der Sejm lehnt den Antrag auf ein Misstrauensvotum gegen Innenminister Marcin Kierwiński mit 232 Stimmen bei 202 Gegenstimmen und einer Enthaltung ab. Bei 435 anwesenden Abgeordneten betrug die erforderlich Mehrheit 231 Stimmen. Den Antrag hat die Fraktion von Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwość – PiS) eingebracht. Sie wirft Kierwiński Versagen im Umgang mit in Polen stattgefundenen Sabotageakten und Fällen falschen Alarms vor. Letztere haben u. a. eine Wohnung der Familie von Staatspräsident Karol Nawrocki betroffen. Sabotageakte und Fehlalarme werden Russland als Initiator zugeschrieben. |
| 12.06.2026 | In Anwesenheit von Präsident Karol Nawrocki und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz übernehmen die polnischen Luftstreitkräfte auf dem Luftwaffenstützpunkt Łask die ersten F-35-Kampfjets („Husarz“) des US-Konzerns Lockheed Martin. Insgesamt hat Polen einen Vertrag über 32 Flugzeuge diesen Typs abgeschlossen. |
| 12.06.2026 | Das Innenministerium teilt mit, dass Polen nach Inkrafttreten des EU-Asylpakets am heutigen Tag nur die Vorschriften umsetzen wird, welche den Schutz der Grenzen stärken, den Zugang zu Daten im Einsatz gegen irreguläre Migration erweitern und verschärfte Maßnahmen bei plötzlichen Gefahrenlagen oder massenhaftem Zustrom von Migranten erlauben. Polen, das selbst auch nicht am EU-Relokationsmechanismus teilnimmt, fordere, diesen abzuschaffen, da er nicht praktikabel sei und zu Konflikten in der Europäischen Union führen werde. Die bestehende Aussetzung des Asylrechts in Polen werde Polen beibehalten. |
| 13.06.2026 | In Warschau findet die Parade der Gleichheit für die Rechte der LGBTQ+-Community statt, an der mehrere Tausend Personen teilnehmen. Die Schirmherrschaft der Parade haben die Europäische Union sowie die Botschaften Deutschlands und Mexikos übernommen. Es ist das 25-jährige Jubiläum der Parade. Eröffnet wird sie von Stadtpräsident Rafał Trzaskowski (Bürgerkoalition/ Koalicja Obywatelska – KO). |
| 14.06.2026 | Präsident Karol Nawrocki ist zu einem zweitägigen Besuch in den USA, wo er an der Feier zum 80. Geburtstag von US-Präsident Donald Trump und an der 250-Jahrfeier der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung teilnimmt. Im Gespräch mit Journalisten kritisiert er das „antiamerikanische Narrativ vieler wichtiger Politiker in Polen“ und die von einigen Medienschaffenden provozierte „Gereiztheit“ in Bezug auf die USA. Die polnisch-amerikanischen Beziehungen seien stabil, da die polnische Bevölkerung so klug gewesen sei, ihn zum Präsidenten Polens zu wählen. |
| 15.06.2026 | Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Hauptamtes (Główny Urząd Statystyczny – GUS) betrug der Warenwert des Außenhandels im Zeitraum von Januar bis April 2026 im Export 125,9 Mrd. Euro zu laufenden Preisen. Das ist ein Plus von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Import belief sich auf 127,6 Mrd. Euro, was ein Anstieg um 2,5 Prozent ist. |