Veranstaltungen: Dokumentation

18.10.2019

46. bpb:forum "Wer rettet die Welt? Klimaschutz in Bonn"

Podiumsdiskussion über Klimaschutz in Bonn und die Förderung umweltbewussten Verhaltens am 14. Oktober / Mit Fridays For Future und Frederik Steen von 1LIVE

Was können wir tun um den Klimawandel einzudämmen? Darüber diskutierten Joachim Helbig von der Stadt Bonn, der Verhaltensökonom Dr. Julius Rauber und Fridays For Future.

Eine Fridays-for-future-Demonstration in Toronto, Canada. Im Vordergrund hält eine Frau ein Schild mit der Aufschrift "Climate Action Now" in die Höhe, im Hintergrund sind teilnehmnde Schülerinnen und Schüler mit weiteren Plakaten zu sehen.Viele Menschen machen sich Sorgen um den Klimawandel. (© Jasmin Sessler/Unsplash)

Der Großteil der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland befürwortet Nachhaltigkeit und betrachtet den Klimaschutz zunehmend als eines der wichtigsten Zukunftsthemen. Laut dem Pew Research Center nahmen 71 Prozent der Deutschen den Klimawandel 2018 als primäre Bedrohung wahr. Gleichzeitig gehen weltweit Millionen junger Menschen im Zuge der Fridays For Future Bewegung auf die Straßen und fordern ein konsequenteres Vorgehen zum Schutz der Erde.

Auch der Rat der Stadt Bonn erklärte am 4.7.2019 den Klimanotstand und bekräftigt, dass Klimaschutz im kommunalen Handeln höchste Priorität haben muss. Doch obwohl das Wissen über Klimaschutz und das Umweltbewusstsein in der Gesellschaft stetig zunehmen, führt das auch auf persönlicher Ebene nicht zwingend zu verändertem Verhalten. Warum eigentlich?

Ein Ansatz, Menschen zu einem bewussteren Handeln zu motivieren, ist das verhaltensökonomische Konzept "Nudging". Es beschäftigt sich mit der Frage wie Menschen mit kleinen "Anstubsern" zu einem gemeinwohlorientierteren Verhalten bewegt werden können. Das Konzept beruht auf der Annahme, dass beispielsweise durch direktes Feedback umweltbewussterer Konsum gefördert werden kann.

Eine Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich bestätigte, dass ein bewussterer Umgang mit Ressourcen durch kleine sogenannte "Nudges" gefördert werden kann. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchten 2013 die Wirkung von einer Anzeige in Duschen von 700 Haushalten in Zürich, die den Warmwasserverbrauch und die dafür benötigte Energie in Echtzeit sichtbar macht auf den tatsächlichen Verbrauch der Studienteilnehmenden. Die Auswertung zeigte, dass Haushalte mit Verbrauchsanzeige durchschnittlich 8.500 Liter Wasser pro Jahr und 23 Prozent ihres Energiebedarfs einsparten.

Bei der Podiumsdiskussion sprachen wir mit

Joachim Helbig, Leiter der Leitstelle Klimaschutz der Stadt Bonn

Dr. Julius Rauber, Verhaltensökonom und Nudging-Experte

Maya Krieg, Fridays For Future

darüber, ob sogenannte "Green Nudges" ein geeignetes Instrument zum Schutz des Klimas sind, welche Maßnahmen die Stadt auf kommunaler Ebene bislang angestoßen hat und warum Klima-Demonstrationen auch über 40 Jahre nach der ersten Umweltbewegung noch nötig sind.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Frederik Steen, 1LIVE.

Sie haben die Veranstaltung verpasst oder möchten Ihre gesammelten Eindrücke wieder aufleben lassen? Nachfolgend finden Sie die Veranstaltungsdokumentation inklusive Livestream, Audio-Mitschnitt und Interviews.

Livestream aus dem bpb:medienzentrum




Audio-Mitschnitt zum Nachhören

"Wer rettet die Welt? Klimaschutz in Bonn"



Interviews

Herr Rauber, wie kann Nudging helfen, dass die Menschen sich umweltbewusster verhalten?
Herr Dr.Julius Rauber, Verhaltensökonom und Nudging-Experte über die Frage "Wie kann Nudging helfen, dass die Menschen sich umweltbewusster verhalten?



Frau Krieg, wie kann die Welt gerettet werden?
Maya Krieg von Fridays for Future darüber, was die Politik aus Sicht von Fridays for Future ändern soll.



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