14.11.2016

Dokumentation: Donbass-Leak

Welche Verbindungslinien bestehen zwischen den prorussischen Separatisten in der Ostukraine und der russischen Regierung in Moskau? Diese Frage spielt im Ukraine-Konflikt eine wichtige Rolle. Für Aufsehen sorgten vor kurzem die in diesem Zusammenhang veröffentlichten und hier zusammengefassten Rechercheergebnisse der Zeitung DIE ZEIT und des Fernsehmagazins Frontal21.

Ein freiwilliger Kämpfer der "Volksrepublik" Donezk bei einer militärischen Übung im Donbass. Neue Veröffentlichung sollen jetzt die Verbindung zwischen prorussischen Separatisten und Moskau beleuchten.Ein freiwilliger Kämpfer der "Volksrepublik" Donezk bei einer militärischen Übung im Donbass. Neue Veröffentlichung sollen jetzt die Verbindung zwischen prorussischen Separatisten und Moskau beleuchten. (© picture-alliance/NurPhoto)

Das ZDF-Magazin Frontal21 und die ZEIT erhielten Zugriff auf über 10.000 E-Mails, die aus dem "Informationsministerium" der prorussischen Separatisten in der Ostukraine stammen. Die Anführer der dortigen, international nicht anerkannten "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk suchen den Anschluss an die russische Föderation. Bislang hat der russische Präsident stets bestritten, die Rebellen nähmen Weisungen aus Moskau entgegen. Doch das E-Mail-Leak aus dem Donezker Ministerium offenbart regelrechte Befehlsstrukturen zwischen russischen Beratern und den Rebellen. [DIE ZEIT Nr. 41/2016, 29. September 2016]

Das Rechercheteam hat rund elf Gigabyte Daten aus der Ostukraine ausgewertet. Woher wissen wir, dass es keine Fälschungen sind? Bei vielen E-Mails lässt sich ganz einfach überprüfen, ob sie gefälscht sind oder nicht. Einfach indem die Absender angefragt werden, ob sie Urheber der E-Mails sind. Das hat das Rechercheteam in vielen Fällen getan. Hinzu kommt, dass E-Mail Adressen verifiziert wurden. Außerdem tauchen in den Dokumenten Akkreditierungen vieler Journalisten [auf], die in der Ostukraine gearbeitet haben. Zu den Unterlagen gehören beispielsweise Originalunterlagen der Pässe. Diese wurden beispielsweise gegengecheckt. Außerdem werden in den Dokumenten konkrete Projekte genannt und geplant. Das Rechercheteam hat geprüft, ob diese tatsächlich realisiert wurden. Weitere Quellen in der Ostukraine haben Details aus den E-Mails bestätigt. [Frontal21, 27.09.2016]

Einen Überblick über die Auswertung des Donezk-Leaks bieten:


Die Ukraine-Analysen werden von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen und der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde erstellt. Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb veröffentlicht sie als Lizenzausgabe.