Kinder der jüdischen Grundschule in Frankfurt am Main sitzen zusammen an einem Tisch

28.10.2021 | Von:
Miriam Rürup

Wissenschaft und Forschung

Studien zur jüdischen Geschichte, Forschungsinstitute und Lehrstühle

Dass heute von einer Forschungslandschaft zu Themen jüdischer Geschichte und Gegenwart gesprochen werden kann, war noch vor wenigen Jahrzehnten unvorstellbar. Und auch heute noch ist die Wissenschaft noch lange nicht am Ende der jüdischen Geschichte in Deutschland angekommen.

Farbfoto: Landesmuseum in Braunschweig (Niedersachsen) zeigt Schau des Leo Baeck Instituts unter dem Titel "Wissenschaft des Judentums" (2016).Landesmuseum in Braunschweig (Niedersachsen) zeigt Schau des Leo Baeck Instituts unter dem Titel "Wissenschaft des Judentums" (2016). (© picture-alliance, dpa | Alexander Kohlmann)

Das Jahr 2021 ist für diejenigen, die sich mit jüdischer Geschichte und Gegenwart befassen, allseitig geprägt von der Formel des als Festjahr verkündeten Jubiläums "1.700 Jahre jüdischen Lebens in Deutschland". Dazu passt die in jüngerer Zeit wiederholt zu lesende Rede vom "jüdisch-christlichen" Abendland. Eine solch vermeintliche Verbundenheit zwischen jüdischer Minderheit mit einer christlich geprägten Mehrheitsgesellschaft verblüfft nicht nur (zu einer völligen rechtlichen Gleichstellung kam es ohnehin erst mit der Gründung der Weimarer Republik), sie wäre obendrein noch vor wenigen Jahren als ahistorisch und völlige Verkennung der historischen Erfahrungen gewertet worden – nicht zuletzt, was die Erfahrung der jüdischen Zeitgenossen in der jüngeren Zeitgeschichte betrifft.[1]

Dass wir heute nachgerade von einer Forschungslandschaft zu Themen jüdischer Geschichte und Gegenwart sprechen können, war noch vor wenigen Jahrzehnten unvorstellbar. Vor dem nationalsozialistischen Machtantritt waren wissenschaftliche Fragestellungen rund um jüdische Themen kaum Teil der akademischen Wissenschaft – das, was als Wissenschaft des Judentums bereits im 19. Jahrhundert entstanden war, existierte gewissermaßen nur in abgetrennten jüdischen Nischen. Ab 1933 wurden jüdische Gelehrte dann von den Nationalsozialisten von ihren Posten vertrieben, konnten sich entweder in die Emigration retten oder fielen den nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungsmaßnahmen zum Opfer. Auf einen dezidierten "Ruf" zur Rückkehr nach Deutschland warteten viele dieser emigrierten WissenschaftlerInnen dann in der Nachkriegszeit vergeblich. Zugleich wurde von zionistischer Seite nach Staatsgründung Israels jegliche jüdische Existenz außerhalb Israels nicht nur grundsätzlich infrage gestellt, sondern für Deutschland explizit mit einem "Bann" versehen.[2] Ganz in diesem Sinne schrieb ein Vertreter der Jewish Trust Corporation im Jahr 1955: "Die Geschichte […] der deutschen Juden überhaupt ist beendet. Für einen echten und lebendigen Neuanfang fehlt jede Voraussetzung."[3]

Geschichtlicher Überblick

Diese Ausgangskonstellation fand ihre Entsprechung in der nur zögerlichen Hinwendung deutscher Institutionen zur jüdischen Geschichte, die zunächst vorwiegend außeruniversitär erforscht wurde. Themen der jüdischen Geschichte und der Judaistik in akademischen Einrichtungen wie den Universitäten fanden nur äußerst langsam Eingang in den Lehrkanon – wenngleich es recht eigentlich bemerkenswert ist, dass sie überhaupt im Lehrplan auftauchten. Meist waren es jüdische Remigranten und Dozenten, die sich diesem Themengebiet zuwandten. So etwa der Germanist Adolf Leschnitzer (1899-1980), der seit 1952 an der Freien Universität Berlin zur deutsch-jüdischen Geschichte lehrte (ab 1955 als Honorarprofessor für "Geschichte des deutschen Judentums"). 1963 erhielt Jacob Taubes (1923-1987), der wie Leschnitzer in New York unterrichtet hatte, einen Ruf auf den ersten Lehrstuhl für Judaistik in Deutschland. Damit waren an der FU Berlin sowohl das erste Judaistik-Institut der BRD als auch die erste Dozentur der Nachkriegszeit für jüdische Geschichte eingerichtet worden. 1966 folgte das Martin-Buber-Institut für Judaistik in Köln, 1969 ein Lehrstuhl in Frankfurt a.M. und 1979 die vom Zentralrat der Juden in Deutschland getragene Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg.

Besonders bedeutend aber war – und das gilt bis heute –, dass die deutsch-jüdische Geschichtsforschung zunächst außerhalb Deutschlands Fuß fasste: 1955 gründeten deutsch-jüdische EmigrantInnen das Leo Baeck Institut (LBI) mit Standorten in England (London), den USA (New York) und Israel (Jerusalem). Zugleich erklärten sie dezidiert, kein entsprechendes Institut in Deutschland aufbauen zu wollen – eine Position, die bis heute besteht. Die LBIs wurden zu Zentren der Dokumentation und Erforschung deutsch-jüdischer Geschichte außerhalb Deutschlands, 1990 kam eine Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft des Leo Baeck Institutes innerhalb der BRD als deutsches Forschungsnetzwerk hinzu.[4]

In Deutschland gab es somit über viele Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg weder eine Forschungseinrichtung zur deutsch-jüdischen Geschichte noch einen Lehrstuhl für jüdische Geschichte. Die ersten Schritte zur Erforschung wurden, wo nicht außerhalb Deutschlands, so zumindest außerhalb der Universitäten unternommen: dafür steht beispielsweise die 1959 ins Leben gerufene Bibliothek Germania Judaica in Köln und das damals bereits geplante, gleichwohl erst 1966 eröffnete Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg. Die sehr wenigen Professoren, die jüdische Studien lehrten, waren in den Fakultäten für christliche Theologie beschäftigt – so etwa Hans-Joachim Schoeps (1909-1980) in Erlangen.

Initiativen wie Germania Judaica waren dabei meist von der Absicht getrieben, dem immer noch vorhandenen Antisemitismus in Deutschland durch Aufklärung und öffentliche Veranstaltungen etwas entgegenzusetzen. Wenn auch nur zögerlich, kam alsbald ein neues Interesse an jüdischer Geschichte auf.

Dabei existierten kaum Vorkriegsinstitutionalisierungen, an die angeknüpft werden konnte. Eine Ausnahme bildete die "Wissenschaft des Judentums",[5] die im 19. Jahrhundert als wissenschaftliche Beschäftigung von Juden mit ihrer Religion und Geschichte entstanden war. Orte einer solchen neuen akademischen Gelehrsamkeit waren zumeist die Rabbinerseminare. In der Zwischenkriegszeit ließen sich erste zaghafte Schritte der Akademisierung der Wissenschaft des Judentums beobachten: An der 1914 gegründeten Universität Frankfurt am Main bekleidete ab 1923 der Religionsphilosoph Martin Buber (1878-1965) die 1921 eingerichtete Dozentur für jüdische Religionslehre und Ethik. Andere Universitäten wie Gießen, Köln, Leipzig und Berlin folgten dem Frankfurter Vorbild und erteilten vereinzelt Lehraufträge für jüdische Religionswissenschaft, jüdische Sprachen u.a.m. In Berlin wiederum erlangte mit Gründung der Akademie der Wissenschaft des Judentums im Jahr 1919 (unter Leitung des Historikers Eugen Täubler) erstmals eine säkulare Forschungseinrichtung wegweisende Bedeutung. Dieser rein als Forschungseinrichtung ausgerichteten Akademie gehörte unter anderem Selma Stern (1890-1981) an, die dort als erste Frau eine Stelle erhielt. Zum Institutionalisierungsschub jüdischer Wissenschaft in der Weimarer Republik gehörte auch die Gründung des bis heute – wenn auch jetzt mit Sitz in New York – bestehenden Yidisher Visenshaftlikher Institut (YIVO) im Jahr 1925 in Berlin. Diese Gründung zeugt zugleich von der gestiegenen Präsenz ostjüdischer Intellektueller im Berlin der Zwischenkriegszeit.

Ein Überblick über die Wissenschaftslandschaft

Unmittelbar nach Kriegsende befassten sich erste Kommissionen damit, in den befreiten Ländern Osteuropas und anschließend in den Lagern für Displaced Persons Zeugnisse der NS-Herrschaft wissenschaftlich zu sichern – so etwa die Historische Kommission der befreiten Juden oder der 1947 gegründete Dachverband Jewish Cultural Reconstruction, für den Hannah Arendt Europa auf der Suche nach Dokumenten bereiste.[6] Überlebende deutsch-jüdische Historiker wiederum blieben zunächst in der Emigration. Jene jüdischen Historiker und wenigen jüdischen Historikerinnen wiederum, die wissenschaftlich in Deutschland arbeiteten, verblieben in den kommenden Jahren vielfach außerhalb des akademischen Rahmens und waren nicht an und in Universitäten tätig. Dies galt sowohl für West- als auch für Ostdeutschland und traf etwa auf Helmut Eschwege (1913-1992) in der DDR wie auch auf Joseph Wulf (1912-1974) oder Hans Lamm (1913-1985) in der BRD zu. Die erste Forschungseinrichtung, die sich explizit der deutsch-jüdischen Geschichte widmen sollte, war das 1966 in Hamburg eröffnete Institut für die Geschichte der deutschen Juden. Auch hier, fast zwei Jahrzehnte nach Kriegsende, war es mit Heinz Mosche Graupe (1906-1997) ein Remigrant aus Israel, der die Leitung übernahm.[7]

Wie bereits erwähnt, gründete im Jahr 1979 der Zentralrat der Juden in Deutschland die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg (HfJS), 1987 dann eröffnete dort das Heidelberger Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden. Wenige Jahre später eröffnete 1991 in Ost-Berlin ein vergleichbares Archiv im Centrum Judaicum seine Tore, das sich in der Fortsetzung des Gesamtarchivs sah.[8] Mit der Gründung der Heidelberger Hochschule war ein nächster wissenschaftspolitischer Schritt der Konsolidierung jüdischer Existenz in West-Deutschland vollzogen. Zwar steht die Hochschule auch nichtjüdischen Studierenden offen, doch reiht sie sich in die Gruppe der Ausbildungseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft ein. So sieht sie sich auch als Institution, die für die akademische Ausbildung des zukünftigen Gemeindepersonals zuständig ist und unterhält ein Lehrhaus als Ort des religiösen Lernens mit eigenem Hochschulrabbiner.

Spätestens seit den 1980er Jahren also entstand eine Wissenschaftslandschaft, die jüdische Studien, Geschichtsschreibung und Judaistik mit einem breiteren, multidisziplinären Verständnis betreibt und auch in der religiösen Ausbildung selbstbewusst an die Vorkriegszeit anknüpft. Und auch Jüdische Museen, ebenso wie Erinnerungsorte an die NS-Geschichte, sind häufig nicht nur selbst forschend tätig, sondern zugleich bedeutsame Anlaufstellen für Interessierte der deutsch-jüdischen Zeitgeschichte. Zwanzig Jahre nach Gründung der Heidelberger Hochschule gibt es außerdem eigene Institutionen zur Rabbinerausbildung in Deutschland: So werden liberale Jüdinnen und Juden am Abraham Geiger Kolleg in Potsdam, konservative Jüdinnen und Juden (Masorti) am Zacharias Frankel College in Berlin-Potsdam und orthodoxe Juden am Rabbinerseminar der Ronald S. Lauder Foundation in Berlin ausgebildet. Jüngst hinzugekommen ist zu dieser religiös ausgerichteten Bildung und Wissenschaft das Europäische Zentrum jüdischer Gelehrsamkeit an der Universität Potsdam, das sich erstmals der Erforschung einer "Jüdischen Theologie" widmen möchte – gewissermaßen eine selbstbewusste Antwort auf die bis heute eigentümlicher Weise zumeist bei der evangelischen Theologie angesiedelten Judaistik.

In den 1990er Jahren diversifizierte sich die Wissenschaftslandschaft weiter, es entstanden verschiedene Forschungseinrichtungen mit Instituten wie dem Simon Dubnow Institut in Leipzig oder dem Moses Mendelssohn Zentrum in Potsdam, Zentren oder Studiengängen für Jüdische Studien an den Universitäten in Duisburg/Essen, Trier und Potsdam[9] sowie Lehrstühlen in Erfurt, Halle, München und Frankfurt am Main sowie Frankfurt (Oder); dabei haben insbesondere die Zentren in München und Frankfurt mittlerweile den Charakter eigener Forschungszentren angenommen.[10] Die großen wissenschaftlich tätigen Institutionen in Berlin-Brandenburg taten sich 2012 zum Selma Stern Zentrum für jüdische Studien zusammen: als Verbundprojekt der Berliner Freien Universität, Humboldt-Universität und Technischen Universität, der Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder), der Universität Potsdam, dem Abraham Geiger Kolleg und dem Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien mit der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar als kooptiertes Mitglied soll es die Vernetzung der Forschenden in der Region stärken. Jüngst knüpfte auch Frankfurt am Main wieder an die Vorkriegstradition an, als es mit dem Lehrhaus von Franz Rosenzweig und Martin Buber zu einem Magnet für jüdische Wissenschaftler geworden war. Im Spätsommer 2021 begann der Bau einer Jüdischen Akademie des Zentralrats, und die Universität Frankfurt a.M. gründete auf Initiative von Christian Wiese, der am Fachbereich Evangelische Theologie die Martin Buber Professur für jüdische Religionsphilosophie inne hat, das Buber-Rosenzweig-Institut als Forschungsstätte zum Judentum der Moderne.

Wie sehr bis heute jegliche Forschung zur deutsch-jüdischen Geschichte vom langen Nachhall der NS-Geschichte geprägt ist, zeigt sich zuweilen auch an nur auf den ersten Blick für die Forschungsperspektive irrelevanten Aspekten wie etwa dem denkwürdigen Ort, auf dem sich der Campus der Universität Frankfurt am Main befindet: dem ehemaligen Gelände der IG Farben, des Chemiekonzerns, der nicht nur eng mit dem NS-Regime kooperierte, sondern obendrein maßgeblich an der Entwicklung von Zyklon B entwickelt war, das zur Ermordung in den Vernichtungslagern eingesetzt wurde. An einen Überlebenden von Auschwitz, dessen Name heute die Adresse des neuen Buber-Rosenzweig-Instituts benennt, wird ebendort gedacht: Norbert Wollheim (1913-1998). Schon 1948 erklärte er als Vorsitzender des Verbandes der Jüdischen Gemeinden Nordwestdeutschlands die Geschichtsschreibung zum "Lehrmeister der Menschheit".[11] Ihr komme die Aufgabe zu, die Frage des "Wie konnte es passieren" zu klären. Schließlich seien Juden untrennbarer Teil der deutschen Geschichte gewesen, bis der Nationalsozialismus dies zerstört habe. Weit zurückblickend beklagte er wehmütig, "daß nicht zuletzt mit dem 9. November 1938 uns Juden in Deutschland unsere Geschichte genommen wurde, an der wie im alten Köln schon vor fast 1.600 Jahren unsere Vorfahren gebaut haben"[12]. Juden wie Wollheim lehnten es ab, jüdische Geschichte und deutsche Geschichte als zwei getrennte "Geschichten" zu betrachten – auch das jüdische historische Erbe sei weiterhin Teil der deutschen Geschichte. Und doch unterschied sich Wollheims Bezug auf die jüdische "Urgeschichte" mit Köln als Gründungsort fundamental von den heutigen Beschwörungen einer 1.700 Jahre währenden Tradition. Denn seine Klage durchzieht ganz klar der Bruch, und aus ihr spricht zugleich die Suche, den Platz des 9. November 1938 innerhalb dieser deutsch-jüdischen Geschichte zu verstehen, um so die Rolle der jüdischen Minderheit weiter zu ergründen.

Bis heute ist die Wissenschaft – entgegen der Aussage des eingangs zitierten Zeitgenossen der Jewish Trust Corporation von 1955 – noch lange nicht am Ende der jüdischen Geschichte in Deutschland angekommen. Wer sich dieser Geschichte auf welche Weise widmet, ist dabei ständig in Veränderung begriffen und auf die Fragen, wem die jüdische Geschichte gehöre und wer für sie sprechen könne, gibt es höchstens beständig neu auszuhandelnde Antworten.

Fußnoten

1.
Dieser Beitrag fußt u.a. auf meinem jüngst erschienenen Beitrag Wem gehört die jüdische Geschichte? Zur Institutionalisierung jüdischer Zeitgeschichte in der Bundesrepublik, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 72 (2021), 7/8, S. 365-384. Darin weitere Literaturhinweise.
2.
Michael Brenner u.a. (Hrsg.): Geschichte der Juden in Deutschland. Von 1945 bis zur Gegenwart. München 2012, S. 21.
3.
A. Landsberg, Schreiben vom 19.12.1955, in: Staatsarchiv Hamburg, 133-1III, 215-1/4/2, Bd. 1, zit. nach Jürgen Sielemann: Hamburger Gemeindeakten im Staatsarchiv Hamburg, in: Jüdisches Archivwesen. Beiträge zum Kolloquium aus Anlass des 100. Jahrestags der Gründung des Gesamtarchivs der Deutschen Juden, hrsg. von Frank M. Bischoff / Peter Honigmann (Marburg: Archivschule, 2007), S. 97–110, hier S. 102.
4.
http://wag-leobaeck.de/ (Letzter Zugriff: 2.9.2021).
5.
Vgl. aus der Fülle von Literatur zur Wissenschaft des Judentums: Christian Wiese: Wissenschaft des Judentums und protestantische Theologie im wilhelminischen Deutschland. Ein Schrei ins Leere? (Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo-Baeck-Instituts, Band 61). Tübingen 1999.
6.
Vgl. zu diesem Themenfeld die grundlegenden Studien von Elisabeth Gallas: Das Leichenhaus der Bücher. Kulturrestitution und jüdisches Geschichtsdenken nach 1945. Göttingen 2016.
7.
Vgl. zur Gründungsgeschichte des IGdJ ausführlicher: Björn Siegel: Verworrene Wege. Die Gründungsphase des IGdJ. In: Miriam Rürup (Hrsg.): 50 Jahre, 50 Quellen. Festschrift zum Jubiläum des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden, Hamburg 2016, S. 26-53. Und die weiteren Ausführungen in: Miriam Rürup: Whose Heritage? Early Postwar German-Jewish History as Remigrants' History - the Case of Hamburg, in: Geller/Meng: Rebuilding Jewish Life, S. 65-83.
8.
Barbara Welker: Das Archiv der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, in: Menorah 12, 2001, S. 325-344.
9.
Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte (1986 / seit 2011 Essen), Essen (http://www.steinheim-institut.de/wiki/index.php/Hauptseite), Moses-Mendelssohn-Zentrum für europäisch-jüdische Geschichte (1992), Potsdam (http://www.mmz-potsdam.de/), Simon-Dubnow-Institut für jüdische Geschichte und Kultur (1995), Leipzig (http://www.dubnow.de), Arye-Maimon-Institut für Geschichte der Juden (1996), Trier (https://www.uni-trier.de/index.php?id=7022), Leopold-Zunz-Zentrum zur Erforschung des europäischen Judentums (1998), Halle (http://www.lzz.uni-halle.de/), Maimonides Centre for Advanced Studies (2015-2023), Hamburg (https://www.maimonides-centre.uni-hamburg.de/) (Jeweils letzter Zugriff: 2.9.2021).
10.
Vgl. zu den Lehrstühlen, aber auch zur Entwicklung der Israelstudien, der Jüdischen Studien und der Judaistik in Deutschland das Kapitel 1 in: Anna Menny / Miriam Rürup / Björn Siegel: Jüdische Geschichte im deutschsprachigen Raum, in: Clio Guide. Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften, Hrsg. von Laura Busse u.a., 2. erw. und aktualisierte Aufl., Berlin 2018 (=Historisches Forum, Bd. 23), S. E.2-1 – E.2-56, DOI: 10.18452/19244, online verfügbar unter https://guides.clio-online.de/guides/themen/juedische-geschichte-im-deutschsprachigen-raum/2018 (Letzter Zugriff: 2.9.2021).
11.
Norbert Wollheim, Zum 9. November 1948. Rede an die Jüdische Gemeinde Hamburg auf der Gedenkstunde zum zehnten Jahrestag des Beginns der Pogrome in Deutschland. In: Undzer Sztyme. Hrsg. vom Zentral-Komitee der befreiten Juden in der Britischen Zone. Bergen-Belsen 1948, S. 4.
12.
Wollheim, ebd., S. 13.

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