Eindruck vom Hackathon, Entwicklung von Prototypen


Editorial: Raum macht Schule

Digitale Werkzeuge ermöglichen mobiles Lernen, Inklusion erfordert eine barrierefreie Raumgestaltung und Ganztagsschulen prägen den Alltag von immer mehr Kindern und Jugendlichen: Zeitgemäße Lernräume müssen neuen Anforderungen gerecht werden.

Eine Schule bestehend aus einem hohen, offenen Raum und einzelnen Hochbauten aus Holz mit zwei Etagen. In beiden Etagen stehen Schreibtische, durch große Fenster fällt Licht.Jenseits der Klassenzimmer-Flur-Architektur: die Alemannenschule Wutöschingen in Baden-Württemberg. Lizenz: cc by-sa/4.0/deed.de (bpb/ Fotografin: Theresa Samuelis)

Die Bildungslandschaft befindet sich im Wandel – und damit auch die Räume, in denen Lernen stattfindet. Technologische Innovationsprozesse, die Verlagerung des Lernens auf mobile Geräte wie Tablets oder Smartphones und damit verbundene Lern-Lehr-Konzepte, die auf Individualisierung und flexibles oder kollaboratives Lernen setzen, erfordern räumliche Strukturen jenseits der traditionellen Klassenzimmer-Flur-Architektur von Schulen. Gleichzeitig werden auch Entwicklungen wie Augmented Reality, das Internet der Dinge (IoT) und Künstliche Intelligenz (KI) vor Bildungsinstitutionen nicht Halt machen. All dies stellt Lernorte vor neue architektonische, gestalterische, technische und strukturelle Herausforderungen: Wie können sie so flexibel gestaltet werden, dass sie bereits heute zeitgemäße Lernformen ermöglichen, und gleichzeitig auch auf zukünftige Veränderungen reagieren können?

Die Digitalisierung ist nur eine von vielen Herausforderungen für die Gestaltung von Lernorten. Auch die Einrichtung von Ganztagsschulen und Förderung von Inklusion spielen eine wesentliche Rolle für die bauliche Entwicklung von Schulen und Bildungseinrichtungen. Die kompetenzorientierte Pädagogik begreift Schule zudem als offenes System, das im Austausch mit seiner Umwelt steht – mit Stadt und Umgebung genauso, wie mit den Menschen, die darin leben. Und das in beide Richtungen: Fachexpertinnen und -experten "von außen" in den Unterricht einzubeziehen gehört zur Öffnung von Schule genauso dazu, wie die Öffnung schulischer Gemeinschafträume für die Gemeinde. Im Band Schulen planen und bauen 2.0 formuliert die Montag Stiftung zehn Thesen für die Herausforderungen an den Schulbau und benennt in diesem Zusammenhang auch die Vorbildfunktion von Schule im Umgang mit Umwelt und Technik, die Verankerung demokratischer Prinzipien sowie Konzepte für die Förderung von Gesundheit und Bewegung.

Wie also sehen innovative Konzepte für barrierefreie, demokratische und flexible Bildungsräume aus, in denen Lernende einen großen Teil ihres Alltags mit Lernen, Pausen, Freizeitangeboten und Hausaufgabenbetreuungen verbringen? Wie müssen Lernorte entwickelt und gestaltet werden, damit eine zeitgemäße Bildung möglich ist? Welche Akteurinnen und Akteure haben an diesem Veränderungsprozess teil, und was wünschen sich diejenigen, die tagtäglich an diesen Orten lernen und lehren?

In diesem Themenschwerpunkt sprechen wir mit Architektinnen und Architekten, stellen Schulen vor, in denen Raum bereits neu gedacht wird und geben einen Überblick über die historische Entwicklung zum Thema Schulbau und Schulentwicklung. Außerdem nehmen wir Lernort-Konzepte jenseits von Schule und Klassenzimmer in den Blick: Bibliotheken, Museen, genauso wie öffentliche Räume in der Stadt und auf dem Land als Orte der Wissensvermittlung.

Sie sind Lehrende/r und haben Lust, selbst einen Beitrag für werkstatt.bpb.de zu schreiben? Sie haben Fragen oder Anregungen oder möchten einen Vorschlag machen, welche Aspekte wir unbedingt berücksichtigen sollten? Dann freuen wir uns über Ihre Nachricht an info[at]werkstatt.bpb.de oder einen Kommentar unter diesem Artikel.


Lernorte

Eine Schule bestehend aus einem hohen, offenen Raum und einzelnen Hochbauten aus Holz mit zwei Etagen. In beiden Etagen stehen Schreibtische, durch große Fenster fällt Licht.Jenseits der Klassenzimmer-Flur-Architektur: die Alemannenschule Wutöschingen in Baden-Württemberg. Lizenz: cc by-sa/4.0/deed.de (bpb/ Fotografin: Theresa Samuelis)

Ob Virtual Reality im Unterricht, Inklusion oder kompetenzorientierte Pädagogik – zeitgemäße Lernorte müssen immer neuen Anforderungen gerecht werden.

Zum Themenschwerpunkt

Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-sa/4.0
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.


Ihr Kommentar:

(*) Diese Felder sind Pflichtfelder

Ihr Kommentar wird von der Redaktion geprüft und dann freigeschaltet



Interview mit Rainer Schweppe

Wie bauen wir die Schulen für die Zukunft?

Rainer Schweppe berät Politik und Institutionen im Schulbaubereich. Er leitete die FAG Schulraumqualität des Landes Berlin, die das Konzept der Berliner Lern- und Teamhäuser entwickelte, begründete das Münchner Lernhauskonzept und setzte in NRW ein neues Schulbaukonzept um. Er fordert, "anspruchsvoller Schulbau muss zeitgemäßen pädagogischen Kriterien folgen!"

Mehr lesen

Hätten Sie es gewusst?

Quiz: Von Kinderbuch-Apps bis Medienkompetenz

Was bedeutet Pädagogik der Vielfalt und welche Funktionen kann eine Kindersuchmaschine haben? Testen Sie Ihr Wissen zum Thema Smart Kids mit unserem Quiz!

Jetzt spielen

werkstatt.bpb.de in Social Media

Was bedeutet Web 2.0 für die politische Bildung? Das Archiv des Weblogs pb21.de bietet Praxisbeispiele, Anleitungen und Tipps um das Web 2.0 als Werkzeug der politischen Bildung.

Mehr lesen auf pb21.de

Im Archiv von werkstatt.bpb.de finden Interessierte viele informative Artikel, Interviews und Videos zum Thema zeitgemäße Vermittlung von Zeitgeschichte und Politik in Schulen und in der außerschulischen Bildung vor dem Hintergrund aktueller Herausforderungen wie Migration und Digitalisierung.

Mehr lesen auf werkstatt.kooperative-berlin.de

Spezial

OER - Material für alle

Über den Einsatz sogenannter Open Educational Resources (OER) im Unterricht wird schon seit einigen Jahren diskutiert. In den Schulen selbst jedoch führt das Thema noch immer ein Schattendasein. Dieses Spezial soll Abhilfe schaffen: Die Beiträge liefern Grundlagen zum Thema freie Bildungsmaterialien und bieten Hilfestellungen, um OER von der Theorie in die schulische Praxis zu überführen.

Mehr lesen