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7xjung: Lernort für Zivilcourage und Selbstreflexion

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7xjung: Lernort für Zivilcourage und Selbstreflexion

Maria Wendland

/ 2 Minuten zu lesen

Was haben Diskriminierungserfahrungen von anderen mit mir zu tun? Das Projekt 7xjung inszeniert Alltagsräume von Jugendlichen und stellt sie in Relation zur Zeit des Nationalsozialismus.

2016 wurde der Lernort um den Themenschwerpunkt "Fliehen und Ankommen" erweitert (Foto © Gesicht Zeigen!)

Externer Link: 7xjung steht für die sieben Themenräume der interaktiven Ausstellung des Berliner Vereins Externer Link: Gesicht Zeigen! e.V. Der interaktive Lernort verknüpft die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus mit den Lebenswelten der jugendlichen Besucherinnen und Besucher. Dabei sollen auch Diskussionen über gegenwärtige politische Themen wie Ausgrenzung, Zivilcourage und Identität angeregt werden. In begehbaren Themenräumen befinden sich persönliche Alltagsgegenstände rund um Komplexe wie etwa Familie, Musik, Sport oder Ausweisdokumente und machen Geschichte erfahrbar. Fotografien, Audioinstallationen und Erfahrungsberichte erzählen individuelle Erlebnisse von Betroffenen und vermitteln darüber hinaus Kenntnisse zu strukturellen Diskriminierungspraktiken in der Zeit des Nationalsozialismus und heute. Durch diesen multiperspektivischen Ansatz erhalten die Jugendlichen einen emotionalen Zugang zu anderen Lebenswelten und lernen so, unabhängig von gesellschaftlich verankerten Vorurteilen eine eigene Meinung und Haltung zu entwickeln und zu vertreten.

Lernen durch Erleben

Statt im Rahmen klassischer Führungen findet die Begehung des Lernortes mit Kleingruppen innerhalb von Workshops statt, die durch Bildungsreferentinnen und -referenten begleitet werden. Dabei wird jeder Workshop individuell auf die Dynamiken und Erfahrungen der Teilnehmenden zugeschnitten. Ziel ist hierbei nicht die Vermittlung von historischen Daten und Fakten. Es geht vielmehr darum, neue Zugänge zu Rassismuserfahrungen und Mechanismen der Diskriminierung in den 1930er Jahren zu schaffen und ihre Parallelen zu vergleichbaren Strukturen in der heutigen Gesellschaft aufzuzeigen.

Pädagogisches Konzept und Selbstverständnis

Das Team von 7xjung arbeitet mit einem assoziativen Pädagogikkonzept, welches Strategien aus der Kunstvermittlung und Theaterpädagogik integriert. So sitzen die Teilnehmenden bei einer Übung etwa auf einer Bank, neben der zwei Beschriftungstafeln angebracht sind – eine aus den 1930er Jahren mit der Aufschrift "Nur für Arier" und eine mit diskriminierenden Schmierereien von heute. Wie fühlt es sich an hier zu sitzen? Die sinnliche Erfahrung auf unterschiedlichen Ebenen ermöglicht neue Zugänge und lenkt den Blick auf konkrete Lebenssituationen. Die eigenen Gefühle werden in Beziehung zu den ausgestellten Erfahrungsberichten gesetzt. Angeleitete Gespräche innerhalb der Workshops bieten außerdem die Möglichkeit, das Erlebte zu reflektieren und sich untereinander auszutauschen. 7xjung ist damit nicht nur Lern- sondern auch Begegnungsort.

Der Verein Gesicht Zeigen! e.V. möchte mit seinem Engagement junge Menschen zur gesellschaftlichen Teilhabe motivieren und ihr Bewusstsein für die eigene politische Handlungsfähigkeit stärken. Ganz nach dem Motto des Lernortes "everyone can be a change agent".

Link:
Externer Link: http://www.7xjung.de/

Art des Angebots:
Lernort, interaktive Ausstellung

Idee:
Zivilcourage und politisches Bewusstsein durch die Sensibilisierung für Diskriminierung stärken

Organisation:
Gesicht Zeigen! e. V. ist ein gemeinnütziger Verein. Er entwickelt Aktionen, Projekte und Kampagnen gegen Rechtspopulismus und -Extremismus, Antisemitismus und Rassismus.

Zielgruppe:
Jugendliche ab 11 Jahren, Schulklassen

Format:
Interaktive Ausstellung, die auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen reagiert und sich mit ihnen verändert.

Maria Wendland hat Theaterwissenschaften, deutsche Philologie und Dramaturgie im Schwerpunkt Medien in Berlin und Leipzig studiert. Während des Studiums assistierte sie der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Produktionsleitung am LOFFT-Theater und betreut 2018 den Blog des Roma-Filmfestivals "Ake Dikhea?". In den letzten Jahren arbeitete sie projektbasiert in Produktionen von Musikvideos und Hörspielformaten als Autorin und Realisatorin. Seit Oktober 2018 unterstützt sie als Redaktionsassistanz das Projekt werkstatt.bpb.de.