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Goldrausch

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Goldrausch The Gold Rush

Jörn Hetebrügge

/ 2 Minuten zu lesen

Goldrausch (© picture alliance / AP )

USA 1925
Komödie

Kinostart: 1925 (Weimarer Republik)
Verleih: Deutsche Kinemathek / Neue Visionen
Regie: Charles Chaplin
Drehbuch: Charles Chaplin
Darsteller/innen: Charles Chaplin, Mack Swain, Tom Murray, Georgia Hale, Betty Morrissey, Henry Bergman u. a.
Kamera: Roland H. Totheroh
Laufzeit: 82 Min. (bei 24 B/S) / 72 Min. (Tonfassung)
Format: 35mm, Schwarzweiß
FSK: o. A.
Altersempfehlung: ab 9 J.
Klassenstufen: ab 3. Klasse
Themen: Abenteuer, Filmsprache, Filmgeschichte, Zivilisation und Wildnis
Unterrichtsfächer: Deutsch, Englisch Geschichte, Kunst, Ethik

Während des großen Goldrauschs von 1898 sucht auch der Tramp Charlie, der "kleine Kerl", sein Glück in Alaska. Im rauen Norden erlebt er die Härten des Goldgräberdaseins. Charlie leidet unter Hunger, Kälte und Einsamkeit, sieht sich wilden Tieren und brutalen und skrupellosen Outlaws ausgesetzt. Doch trotz aller Widrigkeiten, Niederlagen und Gefahren findet Charlie schließlich sein Glück: Er kehrt an der Seite seiner großen Liebe als reicher Mann in die Zivilisation zurück.

Goldrausch entstand auf dem Höhepunkt der Stummfilmära. Wie kaum ein zweiter Film führt Charles Chaplins Meisterwerk die Universalität des Kinos vor der Einführung der Tonspur vor Augen. Dass Goldrausch anders als viele andere große Stummfilmkomödien niemals in Vergessenheit geriet, hängt allerdings auch damit zusammen, dass Chaplin 1942 eine Tonfassung des Films produzierte, zu der er selbst den Kommentar und die Musik beisteuerte. Perfekter noch als in seinen späteren sozialkritischen Komödien Lichter der Großstadt (City Lights, USA 1931) und Moderne Zeiten (Modern Times, USA 1936) gelingt es Chaplin in Goldrausch, Komik, Dramatik und Melodramatik auszutarieren, um so elementare menschliche Gefühle und Nöte zum Ausdruck zu bringen. Die theatralisch wirkende filmtechnische Inszenierung bereitet dabei Chaplins wunderbarer Pantomime, seinen Slapstick-Einlagen und den grotesken Situationen eine ideale Bühne.

Goldrausch enthält einige der berühmtesten Chaplin-Szenen, darunter der "Brötchentanz" und die "surrealistische" Hungersequenz, in der Charlie seinen Schuh zum Essen serviert und anschließend im Wahn von seinem Kumpanen für ein Hähnchen gehalten wird. Wie schon diese Beispiele zeigen, bietet der Film weit mehr als turbulenten Slapstick. Goldrausch ist ein noch immer äußerst berührendes und urkomisches Filmkunstwerk, das auf poetische Weise von der Unverzichtbarkeit der Liebe und dem Wert der Solidarität erzählt und dabei einen Menschen in unterschiedlichen Gefühlslagen porträtiert. Für den Unterricht ist der Film daher nicht nur in filmhistorischer oder -theoretischer Hinsicht interessant, sondern – besonders für jüngere Jahrgänge – auch im Zusammenhang mit ethischen Fragestellungen.

Informationen und Materialien:

Interner Link: bpb.de: Dossier Filmkanon: Goldrausch

Mehr zum Thema auf kinofenster.de

Externer Link: Vom Stummfilm zum Tonfilm (Hintergrund vom 24.01.2012)
Externer Link: Der große Diktator (Pädagogisches Begleitmaterial vom 07.10.2009)
Externer Link: Chaplin (Pädagogisches Begleitmaterial vom 13.06.2008)

Fussnoten

Weitere Inhalte

Geboren 1971. Studium der Deutschen Literatur, Politologie und Soziologie in Hannover, 2003-2005 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kunstgschichte an der TU Dresden. Lebt und arbeitet als freier Autor mit Schwerpunkt Kino in Berlin.