Meine Merkliste Geteilte Merkliste

Ich war neunzehn

Der Filmkanon Die Filme des Filmkanon Nosferatu - Eine Symphonie des Grauens Goldrausch Panzerkreuzer Potemkin You´re Darn Tootin´ M - Eine Stadt sucht einen Mörder Emil und die Detektive Stagecoach Der Zauberer von Oz Citizen Kane Sein oder Nichtsein Deutschland im Jahre Null Rashomon La Strada Nacht und Nebel Vertigo Die Brücke Außer Atem Das Appartement Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben Blow Up Das Dschungelbuch Ich war neunzehn Der Wolfsjunge Alice in den Städten Taxi Driver Die Ehe der Maria Braun Stalker Blade Runner Sans Soleil Shoah Wo ist das Haus meines Freundes? Ein kurzer Film über das Töten Der Eissturm Das süße Jenseits Alles über meine Mutter Filmkanon kompakt Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens Goldrausch Panzerkreuzer Potemkin You're Darn Tootin'/Ihr könnt mir mal was blasen/Der beleidigte Bläser M - Eine Stadt sucht einen Mörder Emil und die Detektive Ringo/Höllenfahrt nach Santa Fé/Stagecoach Der Zauberer von Oz Citizen Kane Sein oder Nichtsein Deutschland im Jahre Null Rashomon – Das Lustwäldchen La Strada – Das Lied der Straße Nacht und Nebel Vertigo – Aus dem Reich der Toten Die Brücke Außer Atem Das Appartement Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben Blow Up Das Dschungelbuch Ich war neunzehn Der Wolfsjunge Alice in den Städten Taxi Driver Die Ehe der Maria Braun Stalker Blade Runner Sans Soleil – Unsichtbare Sonne Shoah Wo ist das Haus meines Freundes? Ein kurzer Film über das Töten Der Eissturm Das süße Jenseits Alles über meine Mutter Dokumentation Filmkanon Der Filmkanon Filmkompetenzerklärung vom 21. Mai 2003 Mitglieder der Kommission Redaktion

Ich war neunzehn

Michael Kohler

/ 2 Minuten zu lesen

(© Progress Film-Verleih/ Foto Werner Bergmann)

DDR 1968
(Anti-)Kriegsfilm, Drama

Kinostart: 1968 (DDR), 1971 (BRD)
Verleih: Progress Filmverleih / Deutsche Kinemathek
Regie: Konrad Wolf
Drehbuch: Wolfgang Kohlhaase, Konrad Wolf
Darsteller/innen: Jaecki Schwarz, Vasilil Livanov, Aleksei Ejbozhenko, Galina Polskikh, Rolf Hoppe, Wolfgang Greese u. a.
Kamera: Werner Bergmann
Laufzeit: 120 Min
Sprachfassung: OmU
Format: 35mm, Schwarzweiß
Preise: Nationalpreis 1. Klasse (1968), Heinrich-Greif-Preis 1. Klasse (1969), Bester Jugendfilm auf der Jugendfilmwoche Halle (1969), Kunstpreis der Gesellschaft für DSF (1975)
FBW: Besonders Wertvoll
FSK: ab 12 J.
Altersempfehlung: ab 14 J.
Klassenstufen: ab 9. Klasse
Themen: (Deutsche) Geschichte, Krieg/Kriegsfolgen, Erwachsenwerden, Heimat, Militär, Sowjetunion/Russland
Unterrichtsfächer: Deutsch, Geschichte, Ethik

Als Kind floh Gregor Hecker mit seinen politisch engagierten Eltern vor den Nazis in die Sowjetunion. Als Leutnant der Roten Armee kehrt der 19-Jährige in den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs nach Deutschland zurück. Er versucht in einer Aufklärungseinheit, deutsche Soldaten zum Aufgeben zu bewegen und dient einem hochrangigen Offizier als Übersetzer. Bei seinen Begegnungen mit den einstigen Landsleuten trifft er Verblendete und Kriegsmüde, Verängstigte und Hoffnungsvolle und lernt die verschiedenen Seiten der ihm fremd gewordenen Heimat kennen.

Konrad Wolf schuf mit seinem autobiografisch gefärbten Schwarz-Weiß-Antikriegsfilm einen Klassiker des DDR-Kinos. Das Persönliche der Erinnerungen seines Alter Egos Gregor wird durch den Off-Kommentar des jungen Helden betont und die bleibende Lebendigkeit der Kriegserfahrungen durch den häufigen Einsatz der Handkamera. Mit der episodischen Erzählstruktur, die stellenweise an den italienischen Neorealismus der Nachkriegszeit erinnert, unterstreichen Wolf und sein Ko-Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase die Zufälligkeit der Ereignisse: Der Held geht dorthin, wohin ihn der Krieg verschlägt, und die Eindrücke, die er gewinnt, sind durch persönliche Begegnungen geprägt.

Die im Titel anklingende Unreife des Helden wird von Konrad Wolf in einen Vorteil umgemünzt. Gregor Hecker ist weniger Handelnder als aufmerksamer Beobachter. Er versucht zu begreifen, wie es zu den Gräueltaten der Nationalsozialisten kommen konnte, die im Film durch einmontierte Szenen aus dem DEFA-Dokumentarfilm Todeslager Sachsenhausen (Richard Brandt, Deutschland 1946) verdeutlicht werden. Im Geschichtsunterricht lässt sich diskutieren, ob die im Film angebotenen Erklärungsversuche – deutscher Untertanengeist, preußisches Pflichtgefühl, verblendeter Fanatismus – aus heutiger Sicht ausreichen. Lohnend ist zudem, die russische Offensive kurz vor Kriegsende und die deutsche Kapitulation im Unterricht nachzuvollziehen und nach der Bedeutung des Films in der DDR zu fragen. Hier bietet sich ein Vergleich in Bezug auf die Resonanz an, die weitere Antikriegsfilme wie Bernhard Wickis Die Brücke (BRD 1959) etwa zur selben Zeit in der Bundesrepublik Deutschland erfuhren. Zudem lässt sich diskutieren, inwiefern die Genre-Unterscheidung zwischen Kriegsfilm und Antikriegsfilm sinnvoll ist.

Informationen und Materialien:

bpb.de: Dossier Filmkanon: Ich war neunzehn
Interner Link: http://www.bpb.de/gesellschaft/kultur/filmbildung/filmkanon/43593/ich-war-neunzehn

Externer Link: filmportal.de

Mehr zum Thema auf kinofenster.de

Externer Link: Die drei Leben von Babelsberg (Hintergrund vom 07.02.2012)
Externer Link: Geschichtsunterricht – Wie das Kino Erinnerungsarbeit leistet (Hintergrund vom 14.08.2007)
Externer Link: Das künstlerische Erbe der DEFA (Hintergrund 11.12.2006)
Externer Link: Krieg als filmisches Thema für Kinder und Jugendliche (Hintergrund vom 01.05.2005)

Fussnoten

Weitere Inhalte

Michael Kohler ist Publizist und Filmkritiker.