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1.12.2010

M 02.07 Die Rolle der Mitläufer und Zuschauer beim Mobbing

Neben den Haupttätern nehmen auch die anderen Mitschüler eine nicht zu vernachlässigende Rolle im Mobbing-Geschehen ein. Durch ihr Verhalten unterstützen oder unterbrechen sie die Handlungen der Mobber. Die Bedeutung dieser Gruppe der Mitläufer, Dulder sowie Zu- und Weg-Schauer wird in diesem Material thematisiert.

Neben den Haupttätern nehmen auch die anderen Mitschüler eine bedeutsame Rolle im Mobbing-Geschehen ein, denn sie unterstützen mit ihrem jeweiligen Verhalten die Handlungen der Mobber. Zu den Mobbing-Tätern gehören demnach streng genommen drei Personengruppen:
  1. Die Haupttäter
  2. Die Mitläufer
  3. Die Dulder sowie Zu- und Wegschauer
Die Haupttäter

Informationen zu den Haupttätern sind in den Materialien M 02.03 und M 02.04 zu finden.

Die Mitläufer

Mitläufer, die sich in der Regel im unmittelbaren Freundeskreis des Mobbers befinden, übernehmen häufig das aggressive Verhalten des Haupttäters. Oft geschieht dies auch unter der Drohung, die Freundschaft ansonsten aufzukündigen. Die Clique übt einen großen Gruppenzwang auf die einzelnen Mitglieder aus, so dass vor diesem Hintergrund zu erklären ist, warum die Mitläufer den Haupttäter schützen oder gar unterstützen. Innerhalb der Gruppe können sich die Konstellationen jedoch auch ändern, so dass Mitläufer zu Haupttätern werden und umgekehrt. Somit kommt den Mitläufern eine ebenso aktive Rolle zu wie die Mobbern selbst.

Die Dulder sowie Zu- und Wegschauer

Auch die Mitschüler, die das Mobbing-Geschehen passiv beobachten, also Zuschauer sind, oder auch bewusst wegschauen (Wegschauer), um nicht in das Geschehnen involviert zu werden, spielen eine bedeutsame Rolle im Mobbingprozess. Indem sie weder aktiv in das Geschehen eingreifen noch Partei für das Opfer ergreifen, bestärken und ermutigen sie die Täter in ihrem Verhalten. Für den Mobber sind sie zudem auch eine Art Publikum, was den Anreiz des Mobbens für sie erhöht, das Geschehen für das Opfer hingegen aber noch schlimmer macht. Dadurch, dass die zuschauenden Mitschüler das Geschehen dulden und nicht eingreifen werden sie zu "Ermöglichern" von Gewalt. Meistens haben die Dulder Angst, selbst Opfer zu werden und mischen sich daher nicht in die Angelegenheiten der anderen ein. Auch in dieser Personengruppe ist der Gruppendruck in der Klasse häufig der Grund, warum sich keiner traut, aktiv in das Mobbing-Geschehen einzugreifen.

Die Gruppe der Zuschauer bzw. Dulder ist sehr bedeutsam, wenn es darum geht, Mobbing-Geschehen zu verhindern: Je nachdem, wie sie sich verhalten, können sie den Prozess der Täter-Opfer-Konfrontation entscheidend beeinflussen. Greifen die Zuschauer aktiv ein und melden sich zu Wort, indem sie z. B. Partei für das Opfer ergreifen oder nach Hilfen suchen, können sie die Gewaltsituationen entschieden entschärfen, denn auf diese Weise erfahren die Täter keine weitere Unterstützung und Ermutigung für ihr Verhalten.


Quelle:

Eigener Text nach:
  • Gebauer, K.: Mobbing in der Schule, Düsseldorf: Walter 2005, S. 34f.
  • Großmann, C. / Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Beratungsstelle Gewaltprävention (Hrsg.): Mobbing unter Schülerinnen und Schülern, Hamburg 2006, S. 3f.
  • Abrufbar unter: http://www.li-hamburg.de/fix/files/doc/06-08-20-Mobbing_Netz-1.pdf (13.01.11)
  • Zitzmann, C.: Alltagshelden, Aktiv gegen Gewalt und Mobbing - für mehr Zivilcourage, 2. Aufl. Schwalbach: Wochenschauverlag 2007, S. 20ff.



Arbeitsaufträge:

  1. Lies dir den Text gut durch.
  2. Wie Verhalten sich die Mitschüler/innen beim Mobbing? Beschreibe kurz, welche unterschiedlichen Verhaltensweisen zu beobachten sind und benenne die jeweiligen Gruppen.
  3. Welche Wirkung hat das Verhalten der Zuschauer auf den Täter? Welche auf das Opfer?
  4. Welche Bedeutung kommt den Mitschüler/innen beim Mobbing zu?
  5. Wie würdest du dich selbst verhalten, wenn du Zeuge von Mobbing wirst? Nimm bitte begründet Stellung.


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