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Projekt Mobbing - bei uns nicht ?!

30.6.2010

Info 05.07 Ring frei

Diese Methode zeigt den SuS anhand eines selbst dargestellten "Ringkampfes" auf, welche Bedeutung und Wirkung auch den scheinbar Unbeteiligten, den Mitläufern und Zuschauern, in einem Mobbing-Geschehen zukommt.

Kategorie: Empathie.

Herangehensweise: handlungsorientiert.

Dauer: ca. 45 Minuten.

Didaktische Hinweise: Bei der Methode kann mit Kissen gearbeitet werden; zur Intensivierung können auch sog. Bataca-Schläger (Antiaggressionsschläger) eingesetzt werden. Es ist bei dieser Übung besonders wichtig, auf die freiwillige Teilnahme der SuS zu achten, da der "Showkampf" überraschende Emotionen und Reaktionen insbesondere bei den "Kämpfern" freisetzen kann. Daher ist eine anschließende ausführliche Reflektion sehr wichtig.

Beschreibung: Es werden zwei freiwillige Schülerinnen oder Schüler gesucht, die bereit sind, in der Mitte des Raumes eine bestimmte Zeit lang mit Hilfe von Kissen oder Bataca-Schlägern "gegeneinander" zu kämpfen. Die beiden "Kämpfer" sollen sich nun Regeln überlegen, die in ihrem Kampf gelten sollen, z.B. keine Schläge an den Kopf, nach 2 Minuten ist der Kampf zu Ende. Nachdem die "Kämpfer" sich auf ihre Regeln geeinigt haben, werden sie gebeten, den Raum zu verlassen.

Nun werden die restlichen SuS, die während des Kampfes die Rolle der Zuschauer einnehmen sollen, instruiert: Es werden zwei "Parteien" gebildet, die eine Hälfte der SuS wird in dem folgenden Kampf den "Kämpfer" A anfeuern, die anderen SuS den "Kämpfer" B. Der Lehrer wird während des Kampfes Zeichen geben, die den jeweiligen Parteien das Startzeichen geben, nun ganz laut ihren "Kämpfer" anzufeuern, z.B. wenn der Lehrer während des Kampfes den rechten Arm hebt, dann muss "Kämpfer" A angefeuert werden, hebt er den linken Arm "Kämpfer" B, hebt er beide Arme, dann feuern beide Parteien gleichzeitig an. Senkt der Lehrer den Arm/die Arme wieder, sollen die jeweiligen Parteien verstummen.

Nun werden die unwissenden "Kämpfer" in den "Ring" geholt; sie werden gebeten, ihre selbst aufgestellten Regeln noch einmal zu wiederholen. Der Lehrer gibt das Startzeichen, so dass der Kampf beginnen kann und achtet auf die vereinbarte Zeit. Sobald der Kampf einige Sekunden stattgefunden hat, beginnt der Lehrer, den "Zuschauern" Instruktionen durch Arme heben/senken zu geben.

Variationsmöglichkeit:

Der Kampf kann auch ohne das Anfeuern durch die Zuschauer durchgeführt werden. So ist die Intensität abgeschwächt, die "Kämpfer" erfahren die Übung in einem anderen, spielerischen Rahmen. Wird diese Variationsmöglichkeit als Vorbereitungsübung zur oben beschriebenen Methode angewendet, so ist sie eine geeignete Warming-Up-Übung, damit es den SuS im Folgenden leichter gelingt, sich auf die Methode einzulassen.

Reflektionsmöglichkeiten:
  • Fragen an die "Kämpfer":
    • Haben die "Kämpfer" die Regeln eingehalten? Würden sie die Regeln bei einem nächsten Kampf evtl. ändern?
    • Wie haben sich die "Kämpfer" in dem Kampf erlebt? Was war schwierig, überraschend etc.?
    • Was für ein Gefühl war das, als das Anfeuern durch die Zuschauer begann? Was haben die Rufe in den Kämpfern ausgelöst?
    • Wie war das Gefühl, als nur der Gegner angefeuert wurde?
  • Fragen an die "Zuschauer":
    • Was haben die Zuschauer bei den Kämpfern wahrgenommen?
    • Was haben sie bei sich wahrgenommen?
    • Haben sie Aggressionen wahrgenommen? Wenn ja, an welcher Stelle?
    • Welchen Einfluss hatte das Anfeuern und Verstummen auf den Kampfverlauf?
Weiterführende Diskussion:
  • Zuschauer und Mitläufer haben einen weitreichenden Einfluss auf ein Mobbing-Geschehen: Warum?
  • Welche Interventionsmöglichkeiten können von Zuschauern und Mitläufern ausgehen?
Ziel der Methode: Die Methode zeigt den SuS auf, welche Bedeutung und Wirkung auch den scheinbar Unbeteiligten, den Mitläufern und Zuschauern, in einem Mobbing-Geschehen zukommt. Die SuS in der Rolle der Zuschauer erleben, welche Macht sie mit ihrem Verhalten, sei es durch lautstarkes Rufen oder stummes Dabeisein, haben und wie schnell auch diejenigen Menschen in der Gruppe "funktionieren", die sich eigentlich gar nicht an einer Gewaltsituation beteiligen wollten. Die Gruppe hat einen unmittelbaren Einfluss auf die Einzelnen; in einem Kampf entsteht eine rasche Dynamik und Aggression, wenn es Zuschauer gibt, die Resonanz zeigen und die "Kämpfer" dadurch positiv verstärken. Dieses können die SuS durch Beobachtung des "Kampfverhaltens" und der Reaktionen der "Kämpfer" erfahren ebenso wie die "Kämpfer" erfahren, dass sie automatisch auf das Anfeuern reagieren.


Quelle:

Eigener Text.


HanisauLand.de

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