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30.6.2010

Info 05.09 Stopp-/Nein-Sagen können

Die SuS erlernen bei dieser Übung, dass sie persönliche Grenzen setzen dürfen und sollen. Dabei geht es vor allen Dingen darum, die persönliche Hemmschwelle des überzeugenden Stopp- Sagens zu überwinden und sich mit Stimme, Körpersprache und Lautstärke für die persönliche Angelegenheit einzusetzen. Die Übung zeigt ihnen dabei die Schwierigkeiten, aber auch die Möglichkeiten auf, sich in der Öffentlichkeit deutlich zu seiner Meinung zu bekennen. Zudem erfahren sie, dass sie durch gezieltes Üben ihre Hemmschwellen herabsetzen können, um im konkreten Alltag die eigenen Rechte bzw. die Rechte anderer zu vertreten.

Kategorie: Förderung von Zivilcourage.

Herangehensweise: handlungsorientiert.

Dauer: ca. 25 Minuten.

Didaktische Hinweise: Diese Methode lässt sich sehr gut mit der Übung "Ja-Sagen" kombinieren.

Deutsches Verkehrszeichen "Stoppschild". (© Public Domain)
Beschreibung: Die SuS bilden zwei gleich große Gruppen, die sich in Reihen gegenüber stehen, so dass jeder Schüler in der gegenüberliegenden Reihe einen Übungspartner hat. Die eine Reihe bleibt nun stehen, während sich die gegenüberliegende Reihe mit drohender Mimik und Körpersprache auf die stehende Reihe zubewegt; wichtig ist hierbei jedoch, dass sich die Stehenden auf ihren jeweiligen Übungspartner konzentrieren.

Wenn der jeweils Stehende ab einem bestimmten Punkt seine persönliche räumliche Grenze überschritten sieht, soll er seinen "Angreifer" mit einem lauten und bestimmten "Stopp" zum Stehen bringen. Das "Stopp-Rufen" soll er dabei bewusst mit einer bestimmten Mimik, Körpersprache, Lautstärke und Tonfall gestalten, so dass er auf den Angreifer möglichst beeindruckend wirkt und der Angreifer seinen "Angriff" aufgibt.

In einer weiteren Runde sollen dann die beiden Reihen jeweils geschlossen die Rolle der Stehenden und der Angreifer einnehmen, so dass die Reihe der Angreifer geschlossen auf die Stehenden zugeht und die Stehenden diese mit einem gemeinsamen und lauten "Stopp" zum Stehen bringen. Zuletzt können sich die beiden Untergruppen in zwei Kreisen zusammenstellen und abwechselnd versuchen, so laut wie möglich und gemeinsam "Stopp" zu rufen.

Variationsmöglichkeiten:
  • Die Übung kann durch zwei Lehrkräfte zweimal vorgespielt werden, indem eine Person die Rolle des Angreifers, die andere die Rolle des sich Verteidigenden einnimmt. In der ersten Runde wehrt sich der sich zu Verteidigende mit einem zögerlichen und leisen "Stopp", während in der zweiten Runde der Angreifer mit einem lauten und deutlichen "Stopp" zum Stehen gebracht wird. Dadurch kann der Klasse besonders gut demonstriert werden, welche unterschiedliche Wirkungen Stimme, Körperhaltung etc. auf den Fortgang einer Situation haben können.
  • Die SuS müssen bei dieser Übung häufig lachen und entschuldigen sich dann beim Angreifer, wenn sie z.B. besonders energisch "Stopp" gerufen haben. Daran wird deutlich, dass es den Jugendlichen häufig peinlich ist, sich lautstark in der Öffentlichkeit zu positionieren. Diese Beobachtung kann anschließend thematisiert und auf mögliche Situationen im Alltag übertragen werden.
Reflektionsmöglichkeiten:
  • Welche Auswirkungen hat die Reaktion der Stehenden (der Opfer) auf das Verhalten der Angreifer (der Täter)?
  • War es eine große Überwindung, alleine "Stopp" zu rufen? Wie war es, als alle gemeinsam "Stopp" gerufen haben?
  • Welche Unterschiede wurden in den subjektiven räumlichen Grenzen beobachtet?
  • Macht es einen Unterschied in den Grenzen, ob die Person eher vertraut oder eher fremd ist?
  • Auf welche Situationen im Alltag kann man diese Methode übertragen?
  • Gibt es Situationen im Alltag, an denen man das Überschreiten persönlicher Grenzen nicht vermeiden kann (z.B. überfüllte Bahn)? Welche Reaktionsmöglichkeiten sind vorstellbar?
Ziel der Methode: Die SuS erlernen bei dieser Übung, dass sie persönliche Grenzen setzen dürfen und sollen. Dabei geht es vor allen Dingen darum, die persönliche Hemmschwelle des überzeugenden Stopp- Sagens zu überwinden und sich mit Stimme, Körpersprache und Lautstärke für die persönliche Angelegenheit einzusetzen. Die Übung zeigt ihnen dabei die Schwierigkeiten, aber auch die Möglichkeiten auf, sich in der Öffentlichkeit deutlich zu seiner Meinung zu bekennen. Zudem erfahren sie, dass sie durch gezieltes Üben ihre Hemmschwellen herabsetzen können, um im konkreten Alltag die eigenen Rechte bzw. die Rechte anderer zu vertreten.


Quelle:

Eigener Text nach Frey, D. u.a.: zammgrauft. Ein Training von Anti-Gewalt bis Zivilcourage für Kinder und Jugendliche, in: Jonas, K. u.a.: Zivilcourage trainieren! Theorie und Praxis, Göttingen u.a.: Hogrefe 2007, S. 137-203, hier: S. 163f.


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