Projekt Mobbing - bei uns nicht ?!

30.6.2010

Info 05.10 Mauer-/ Türsteherspiel

Die SuS werden durch das aktive Darstellen und Einfühlen in die unterschiedlichen Rollen und dabei insbesondere für die Person des Opfers sensibilisiert. In der anschließenden Reflektion sollen sinnvolle aktive und passive Integrationsstrategien und Möglichkeiten der Unterstützung herausgearbeitet und diskutiert werden, so dass die SuS ihre Kompetenz zur Zivilcourage erweitern können.

Kategorie: Förderung von Zivilcourage.

Herangehensweise: handlungsorientiert.

Dauer: ca. 20-30 Minuten, Wiederholung bis zu dreimal.

Didaktische Hinweise: Im Vorhinein müssen folgende Rollen vergeben werden:
  • Ein/e Schüler/in für die Rolle des Blockierers
  • mehrere SuS, die sich als Mauer aufstellen
  • drei SuS, die den Klassenraum verlassen und nacheinander die Gasse entlang gehen
  • restliche SuS als Beobachter
Bei der Verteilung der Rollen sollte darauf geachtet werden, dass für die Rollen des Blockierers und der Gassengänger keine Schüler ausgewählt werden, die in ein reales Mobbing-Geschehen involviert sind bzw. diese Rollen bereits im tatsächlichen Leben ausfüllen.

Beschreibung: Mehrere SuS bilden eine Mauer mit einem Abstand von ca. einem Meter zu einer Wand im Klassenraum ("schmale Gasse"). Die SuS, die als Mauer aufgestellt werden, dürfen nicht aktiv in das Spielgeschehen eingreifen. Bis zu drei Schülerinnen oder Schüler werden aus dem Raum gebeten. Ihnen wird folgende Rahmengeschichte erzählt: "Ihr seid auf dem Weg zu einer Party und bereits spät dran. Daher müsst ihr so schnell wie möglich eine schmale Gasse entlang gehen. Dies ist der kürzeste Weg zur Party."

Ein weiterer einzelner Schüler stellt sich zwischen die Mauer aus den SuS und der Wand des Raumes und blockiert den Weg (Blockierer). Ein Schüler nach dem anderen wird zurück in den Raum gebeten und erhält jeweils den Auftrag, auf dem Weg zwischen der Mauer aus den SuS und der Wand des Raumes vorbei am Blockierer bis zum dahinterliegenden Ziel zu kommen, wo bereits die Freunde auf der Party auf ihn warten. Nachdem der Schüler verschiedene Strategien erprobt hat, um doch am Blockierer vorbeizukommen, wird das Spiel abgebrochen und jeweils der nächste Schüler, der draußen gewartet hat, hereingebeten. Die nicht aktiv an der Übung beteiligten SuS übernehmen die Rolle von Beobachtern.

Variationsmöglichkeit:

Bis zu drei Schüler (plus zwei weitere Begleiter pro ausgewählten Schüler) werden aus dem Raum geschickt. Mehrere SuS bilden eine Mauer (wie oben beschrieben). Der Weg zwischen der Mauer aus den SuS und der Wand des Raumes führt zu einer Disco. Am Eingang dieser Disco steht ein einzelner Schüler, der die Rolle des Türstehers übernimmt. Er lässt die ersten zwei Schüler durch, schließt aber den dritten aus, indem er ihm den Zutritt verwehrt. Wichtig hierbei ist, dass die hinaus geschickten Gruppen nicht wissen dürfen, welche Absprachen im Klassenraum geschehen sind, d.h. sie dürfen nicht erfahren, dass der Türstehen der dritten Person jeweils den Zugang zur Disco verwehren wird.

Reflektionsmöglichkeiten:
  • Wie wurde die Übung von den SuS erlebt?
  • Welche Gefühle sind beim Ausgeschlossenen entstanden?
  • Was ist den Beobachtern aufgefallen?
  • Welche Verhaltensweisen hatten eine eskalierende bzw. deeskalierende Wirkung?
  • Habe ich eine solche oder ähnliche Situation schon einmal erlebt ("Mit dem mag ich nicht", "Der passt mir irgendwie nicht in den Kram")?
  • Inwieweit können in einer solchen Situation Aggressionen entstehen?
Weiterführende Diskussion:
  • Welche Unterstützungsmöglichkeiten kann es für Opfer von Ausgrenzung und Schikanen geben?
  • Wie kann man Opfer im Nachhinein stärken?
Ziel der Methode: Die SuS werden durch das aktive Darstellen und Einfühlen in die unterschiedlichen Rollen und dabei insbesondere für die Person des Opfers sensibilisiert. In der anschließenden Reflektion sollen sinnvolle aktive und passive Integrationsstrategien und Möglichkeiten der Unterstützung herausgearbeitet und diskutiert werden, so dass die SuS ihre Kompetenz zur Zivilcourage erweitern können.


Quelle:

Eigener Text nach: Frey, D. u.a.: zammgrauft. Ein Training von Anti-Gewalt bis Zivilcourage für Kinder und Jugendliche, in: Jonas, K. u.a.: Zivilcourage trainieren! Theorie und Praxis, Göttingen u.a.: Hogrefe 2007, S. 137-203, hier: S. 161f.


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