Teilnehmer einer Demonstration verbrennen am 10.12.2017 eine selbst gemalte Fahne mit einem Davidstern in Berlin im Stadtteil Neukölln. Die geplante Verlegung der US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem sorgte auch in Berlin für Proteste. Bei den pro-palästinensischen Demonstrationen wurden Fahnen mit dem Davidstern angezündet.

26.11.2020 | Von:
Rocío Rocha Dietz
Jan Rathje

Antisemitismus im Internet und den sozialen Medien

Das Internet und soziale Netzwerke haben die Verbreitung und Radikalisierung von Antisemitismus milieuübergreifend befördert. Die damit verbundene Normalisierung antisemitischer Äußerungen im Internet bleibt nicht ohne Folgen. Alle (mutmaßlichen) Täter antisemitisch motivierter Terroranschläge der letzten Jahre waren in antisemitischen Online-Communities aktiv und verbreiteten selbst antisemitische Verschwörungsmythen.

Ein Smartphonebildschirm mit den Icons von Facebook, Instagram, Facebook-Messenger und Whatsapp mit Eingangsbenachrichtigungen. Ein Finger ist dabei, eines der Icons zu drücken.Das Internet ermöglicht eine ungefilterte und fast grenzenlose Verbreitung antisemitischer Inhalte. Die sozialen Medien bieten der Jahrhunderte alten Judenfeindlichkeit ideale Voraussetzungen, um sich enttabuisiert explizit und implizit zu verbreiten. (© picture-alliance, empics)

Der Ausbruch der COVID-19-Pandemie Ende 2019 wurde weltweit genutzt, um antisemitische Inhalte über das Internet zu verbreiten. In den damit verbundenen Verschwörungsmythen, Lügen und Gerüchten wurde Jüdinnen und Juden, wie auch dem Staat Israel, auf unterschiedlichen Plattformen in Bild, Ton, Video und Text beispielsweise unterstellt:
  • das Virus im Rahmen von Weltherrschaftsplänen als Waffe gegen alle anderen Menschen einzusetzen,
  • das Virus zu nutzen, um sich an einem bereits zuvor produzierten Wirkstoff zu bereichern,
  • das Virus, ob existent oder nicht, zu nutzen, um Zwangsimpfungen mit schädlichen Stoffen oder zum Zweck der Injektion von Kontroll-Mikrochips durchzuführen,
  • das Virus, ob existent oder nicht, zu nutzen, um eine faschistische "Neue Weltordnung" oder "Eine-Welt-Regierung" durch Anti-Corona-Maßnahmen zu etablieren.
Darüber hinaus posteten Antisemit*innen Aufforderungen, das Virus als Waffe gegen Jüdinnen, Juden und Israel einzusetzen, oder bejubelten dessen Verbreitung in Israel. Andere nutzten die Pandemie, um das antisemitische Stereotyp von "den Juden" als "Fremdkörper" in "gesunden Volkskörpern" zu reproduzieren, indem sie mit dem Virus gleichgesetzt wurden. [1]

Zunahme von Online-Antisemitismus

Diese Beispiele verdeutlichen, wie Antisemitismus als globales Phänomen in seiner Verbreitung von den Strukturen des Internets profitiert. [2] Doch nicht nur in den radikalen Nischen des Internets ist Antisemitismus weit verbreitet, er ist seit Jahren Teil des Mainstreams öffentlicher Diskurse.

Jüdinnen und Juden berichten schon seit geraumer Zeit davon, einen ansteigenden Antisemitismus wahrzunehmen. Doch wird diese Perspektive erst seit einigen Jahren auch öffentlich ernst genommen und fließt in Problemanalysen mit ein. In einer Online-Umfrage des Zentrums für interdisziplinären Gewalt- und Konfliktforschung aus dem Jahr 2017 gaben 70 Prozent der Befragten in Deutschland an, dass ihnen Antisemitismus im Internet, in Diskussionsforen und sozialen Medien "häufig" bis "sehr häufig" begegne. [3] Dieses Erfahrungen zeigen sich auch in einer Studie der European Union Agency for Fundamental Rights, die 2018 in zwölf Europäischen Staaten durchgeführt wurde: 89 Prozent der Befragten bewerteten Antisemitismus im Internet als ein "großes" bis "sehr großes" Problem, 88 Prozent nahmen eine Zunahme in den letzten fünf Jahren wahr. [4]

Auch empirische Daten belegen diese Zunahme, so etwa die Langzeitstudie zu Antisemitismus im Internet von 2014 bis 2019 der Antisemitismusforscherin und Kognitionswissenschaftlerin Monika Schwarz-Friesel. Ihr zufolge ließ sich in einem Zehn-Jahres-Vergleich allein in den Kommentarspalten von Online-Qualitätsmedien bei jüdischen oder israelbezogenen Themen ein Anstieg von Antisemitismus von 7,5 Prozent auf 30 Prozent feststellen. [5]

Soziale Medien befördern die Verbreitung von Antisemitismus strukturell

Das Internet fördert durch freie Zugänglichkeit, globale Verknüpfung, Schnelligkeit und vermeintliche Anonymität die ungefilterte und fast grenzenlose Verbreitung antisemitischer Inhalte. Die sozialen Medien bieten der Jahrhunderte alten Judenfeindlichkeit ideale Voraussetzungen, um sich enttabuisiert explizit und implizit sowie viral zu verbreiten. [6] Informationen können ohne großen Aufwand, kostengünstig bzw. kostenfrei und an traditionellen Qualitätsschranken der klassischen Medien vorbei an ein nationales bis internationales Publikum gerichtet werden. Darüber hinaus können sich Gleichgesinnte einfacher als offline vernetzen. [7] Vor der Zeit des Web 2.0 war dies nur mit wesentlich größerem Aufwand möglich. Hinzu kommt, dass in bestimmten Staaten die Verbreitung antisemitischer Äußerungen gesetzlich verboten ist, in anderen wiederum nicht, wodurch die weltweite Verbreitung antisemitischer Inhalte nur schwer unterbunden werden kann. Die Nutzung indirekter Andeutungen oder von Codes und Chiffren (z. B. "Rothschild"), auch durch Bilder und Memes, die erst im Kontext decodiert ihre antisemitische Lesart offenbaren, erschwert das gesetzliche Vorgehen zusätzlich.

Eine weitere Dimension ergibt sich aus der steigenden Relevanz der sozialen Medien als Nachrichten- und Meinungsbildungsquelle. [8] Dabei begünstigt und verstärkt der von den Plattform-Betreibern gesetzte Fokus auf Interaktionen, nutzergenerierte Inhalte und die Förderung multimodaler Inhalte (Text, Bild, Video, Audio) die affektive Dimension des Antisemitismus. Die Hemmschwelle, Hass auf Jüdinnen und Juden, Aufrufe zur Gewalt, Bedrohungen oder Beleidigungen auch sehr radikal zu artikulieren, ist online niedriger. Die sozialen Medien in Netzwerken (wie Facebook, Twitter, YouTube, Instagram) und Messenger-Diensten (z. B. WhatsApp, Telegram) befördern zuvorderst die sozialen Komponenten der Interaktion, den bestärkenden Zuspruch durch andere Nutzer*innen ebenso wie Hassrede, ohne diese angemessen reglementieren zu können.

Darüber hinaus wirkt die vermeintliche Anonymität und die Nicht-Sichtbarkeit des Gegenübers enthemmend auf User, sich – gesellschaftlich normverletzend [9] – sexistisch, rassistisch oder antisemitisch zu äußern. Dies ist auch dadurch bedingt, dass es ein abstrakter Kommunikationsprozess ist, sich mittels eines Smartphones oder anderen technischen Geräts an eine breite Öffentlichkeit zu wenden, der Privatheit suggeriert und oftmals die Öffentlichkeit ausblendet. [10]

Spezifika des Antisemitismus im Internet

Die 2000 Jahre alte feindselige Einstellung gegenüber dem Judentum als solchem schreibt Jüdinnen und Juden kollektiv bestimmte fiktive Eigenschaften zu. [11] Als kultureller Code sind dies abrufbare Teile des kollektiven Gedächtnisses von Gesellschaften und werden über Jahrhunderte hinweg mittels Sprache weitergetragen. Darüber hinaus passt sich Antisemitismus stets den jeweiligen gesellschaftlichen Gegebenheiten an [12] – neue Ereignisse werden mit tradierten Stereotypen verknüpft, wie etwa der Ausbruch der Corona-Pandemie mit dem klassischen Stereotyp der Brunnenvergiftung.

Im Internet sind alle Ausdrucksformen der Judenfeindschaft anzutreffen. Dazu zählen der Antijudaismus – dem religiös begründeten Hass gegenüber dem Judentum als Religionsgemeinschaft – und der Antisemitismus. Letzterer kann in verschiedenen Varianten zum Ausdruck kommen: Im rassistischen Antisemitismus werden Jüdinnen und Juden bestimmte unveränderliche "rassische" Eigenschaften zugeschrieben; im antimodernen Antisemitismus werden als negativ wahrgenommene Elemente von Modernisierungsprozessen als "jüdisch" identifiziert; im sekundären Antisemitismus/Post-Holocaust-Antisemitismus werden antisemitische Ressentiments geschürt, aufgrund einer Schuldabwehr für den Massenmord an den Europäischen Jüdinnen und Juden, dem Wunsch nach einer ungebrochenen, positiven Identifikation mit der eigenen Nation oder einer Schuldprojektion durch Umkehr des Täter/Opfer-Verhältnisses; im israelbezogenen Antisemitismus werden antisemitische Stereotype in der Darstellung des Staates und der Politik seiner Regierungen reproduziert.

Online lassen sich über alle Plattformen hinweg reproduzierte Stereotype aller Formen von Antisemitismus – auch in Kombination miteinander – finden. Dabei bilden die Stereotype der klassischen Judenfeindschaft des Antijudaismus weiterhin die konzeptuelle Basis. Zentral bestimmt die jahrhundertealte Konzeptualisierung des EWIGEN JUDEN [13] die tradierten Merkmale von JUDEN ALS FREMDE, ALS WUCHERER UND GELDMENSCHEN, ALS RACHSÜCHTIGE UND MACHTMENSCHEN, MÖRDER, RITUAL- UND BLUTKULTPRAKTIZIERER, LANDRÄUBER, ZERSTÖRER UND VERSCHWÖRER. Im israelbezogenen Antisemitismus, der vorherrschenden Variante des aktuellen Antisemitismus im Internet, erfahren die klassischen Stereotype durch die Projektion auf den israelischen Staat eine Aktualisierung als "KINDERMÖRDER ISRAEL" oder auch "ISRAHELL". [14]

Antisemitische Inhalte werden online mittels Schrift- oder Bildsprache explizit oder implizit geäußert. Letztere Variante ermöglicht es, gesellschaftlich tabuisierte antisemitische Äußerungen bewusst oder unbewusst mittels Codes und Chiffren, Andeutungen oder Leerstellen auszudrücken. Auch Karikaturen, Bilder und besonders Memes nutzen das Zusammenspiel von Text, Bild und popkultureller Referenzen, um Implizites abzubilden. Aufgrund ihrer indirekten Bedeutung, die sich erst aus der Decodierung der verwendeten Anteile ergibt, eigenen sie sich gut, verdeckt ideologische Inhalte zu verbreiten. Außerdem ermöglichen implizit antisemitische Äußerungen eine strategische Abwehr von Antisemitismus-Vorwürfen. [15]

Auf Plattformen, die eine Radikalisierung begünstigen – wie dem Twitter-ähnlichen Gab, auf speziellen Imageboards wie 4chan oder 8kun, sowie Foren von antisemitischen Webseiten –, wurden Strategien zur Diskursmanipulation auch durch antisemitische Memes geteilt. Eines der wichtigsten antisemitischen Memes ist das "(Le) Happy Merchant"-Meme, das seit den 2010er Jahren im Internet in unterschiedlichsten Kontexten geteilt wird. Es beinhaltet eine ursprünglich auf einer rechtsextremen Website gepostete antisemitische Karikatur eines gebeugten Juden mit Kippa und großer Nase, der sich bösartig lächelnd die Hände reibt. Seither wird es in rechtsextremen und islamistischen Kontexten verbreitet. [16]

Allgemein lässt sich feststellen, dass latent vorhandene antisemitische Einstellungen in der Gesellschaft über alle Themen- und Diskursbereiche hinweg im Netz vorhanden sind, aber kontextabhängig und situativ aktiviert werden. Eine wichtige Rolle spielen hierbei "Trigger"-Themen – etwa der Nahost-Konflikt, Terroranschläge, jüdischen Themen oder die Solidaritätsbekundung mit Jüdinnen und Juden –, [17] in deren Folge antijudaistische oder antisemitische Inhalte in den Kommentarspalten der großen Qualitätsmedien und den großen sozialen Netzwerken (Facebook, Twitter, YouTube) massenhaft gepostet werden. Aber auch ohne solche Trigger werden antisemitische Postings etwa auf Datingseiten, in Hausaufgabehilfe-Gruppen oder in Fan-Foren verbreitet. Urheber*innen sind milieuübergreifend Menschen, die sich selbst zur "Mitte" der Gesellschaft zählen und eine Zugehörigkeit zu radikalen Milieus abstreiten würden.

Normalisierung von Online-Antisemitismus

Der Nahost-Konflikt ist nicht die Ursache antisemitischer Einstellungen oder Handlungen, wird aber häufig als Projektionsfläche genutzt und trägt so zur Aktualisierung und Normalisierung judenfeindlicher Ressentiments bei. [18] Die komplexe geopolitische Situation zwischen Palästina und Israel seit dessen Staatsgründung 1948 polarisiert global wie kein anderer Konflikt. Er ist medial sehr präsent, wird zum Teil diametral gegensätzlich dargestellt, ist Gegenstand unterschiedlicher politischer und religiöser Interessen und wirkt sich identitätsbildend und -stabilisierend aus. Sowohl der öffentliche mediale Diskurs im Internet, wie auch individuelle Aussagen zum Nahost-Konflikt sind daher geprägt von einer starken Affektivität, einseitigen Perspektivierungen und manichäische Deutungen, aber vor allem auch impliziten und expliziten antisemitische Äußerungen. [19] Wenn vermeintliche "Kritik" an der israelischen Politik mit aktualisierten Varianten klassischer antisemitischer Stereotype und judenfeindlichen Ressentiments verbunden wird, liegt israelbezogener Antisemitismus vor. Verschiedene damit verbundene Aspekte sind problematisch, allen voran das kollektive in Verantwortung nehmen von Jüdinnen und Juden (weltweit) für die Politik das Staates Israels. Abseits der latenten antisemitischen Einstellungen der Gesamtgesellschaft artikuliert sich "Israelkritik" offen innerhalb des linken Spektrums, der extremen Rechten und in islamistischen Milieus. [20]

Antisemitische Verschwörungsmythen und Radikalisierung

Neben israelbezogenem Antisemitismus sind antisemitische Verschwörungsmythen im Internet weit verbreitet. [21] Sie sind in allen Ausdrucksformen der Judenfeindschaft vertreten. Ob religiös oder anders begründet, (vermeintlich) jüdisches Sein oder Handeln wird mit einer verborgenen Macht und einer Verschwörung identifiziert, die letztlich für alles Übel und Leid in der Welt verantwortlich gemacht wird.

Im Mythos der "jüdischen Weltverschwörung" wird die Verbindung von Antisemitismus und Verschwörungsideologien deutlich, der seit dem Spätmittelalter verbreitet und beständig aktualisiert wird. Ein zentrales Dokument bilden in diesem Zusammenhang die fiktiven "Protokolle der Weisen von Zion", die erstmals Anfang des 20. Jahrhunderts auftauchten. [22] Diese können im Internet ohne großen Aufwand heruntergeladen werden. Für moderne Verschwörungsideologien sind die antisemitischen "Protokolle" von besonderer Bedeutung. So sind aktuelle Verschwörungserzählungen, wie die Verbreitung von Krankheiten, die Kontrolle aller Parteien in der Demokratie sowie der Wissenschaft etc., auch in den seit über 100 Jahren verbreiteten "Protokollen" vorhanden. Auf diese Weise bilden sie eine Blaupause und ermöglichen einen antisemitischen Rückbezug für moderne Verschwörungsideologien. Bewusst oder unbewusst genutzte antisemitische Codes und Chiffren (etwa "Finanzeliten", "1%", "Drahtzieher", "Globalisten") zur Beschreibung der mutmaßlichen "Verschwörer*innen", die in sozialen Medien oder Messenger-Diensten geteilt werden, können schrittweise in explizit antisemitische Online-Milieus führen, in denen der Mythos der "jüdischen Weltverschwörung" und die "Protokolle" schließlich offen verbreitet werden. Diese kurzen Wege im Internet bzw. in sozialen Medien beeinflussen auch Radikalisierungsprozesse, wie die antisemitischen Terroranschläge auf Synagogen in den USA (Pittsburgh 2018, Poway 2019) und Deutschland (Halle 2019) verdeutlichen. Alle drei Täter waren Teil rechtsextremer antisemitischer Online-Communities, in denen diese Taten im Anschluss gefeiert wurden, um weitere Täter*innen zu motivieren. [23]

Fazit

Besonders das Web 2.0 hat dazu beigetragen, Antisemitismus online zu normalisieren. In der Bevölkerung vorhandene antisemitische Einstellungen wurden und werden im Internet geäußert, da hier verschiedene Faktoren begünstigend wirken: Die Nicht-Sichtbarkeit des Gegenübers, der Zuspruch durch andere Nutzer*innen sowie das Ausbleiben von Konsequenzen für die Urheber antisemitischer Postings haben die Hemmschwelle zum Verbreiten solcher Beiträge gesenkt. Nur langsam werden Löschungen antisemitischer Inhalte oder gar von expliziten Accounts von den Plattformbetreibern durchgeführt. Daneben existieren antisemitische Communities bereits seit dem Beginn des Internets. US-amerikanische Rechtsextreme verbreiten seit den frühen 1980er Jahren antisemitische Propaganda über das Internet, seit den 1990er Jahren findet in diesem Milieu eine globale Online-Vernetzung statt. Das Aufkommen sozialer Medien bot rechtsextremen Antisemit*innen die Möglichkeit, vorhandene Diskurse mit antisemitischen Inhalten zu beeinflussen oder antisemitische Diskurse zu radikalisieren. Die Normalisierung von Antisemitismus in alltäglichen Diskursbereichen des digitalen Raums stellt eine Herausforderung für die politischen, judikativen und zivilgesellschaftlichen Institutionen dar, Betroffene zu schützen und der Radikalisierung Einhalt zu gebieten.

Fußnoten

1.
Vgl. ADL, Coronavirus: Antisemitism 2020, online: https://www.adl.org/blog/coronavirus-antisemitism (Abruf 06.09.2020); Community Security Trust, Coronavirus and the Plague of Antisemitism 2020, https://cst.org.uk/data/file/d/9/Coronavirus%20and%20the%20plague%20of%20antisemitism.1586276450.pdf, Abruf 06.09.2020.
2.
Vgl. Monika Schwarz-Friesel, Judenhass im Internet. Antisemitismus als kulturelle Konstante und kollektives Gefühl, Berlin/Leipzig 2019, 140.
3.
Vgl. Andreas Zick u. a., Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland. Ein Studienbericht für den Expertenrat Antisemitismus, Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Bielefeld 2017, https://uni-bielefeld.de/ikg/daten/JuPe_Bericht_April2017.pdf, Abruf 03.09.2019, 12, 24.
4.
FRA – European Union Agency for Fundamental Rights, Experiences and perceptions of antisemitism. Second survey on discrimination and hate crime against Jews in the EU, Luxembourg 2018, 21–23.
5.
Vgl. Schwarz-Friesel (s. Anm. 2), 54f.
6.
Vgl. Andre Oboler, The Antisemitic Meme of the Jew, Caulfield 2014; Schwarz-Friesel (s. Anm. 2), 43f.
7.
Es gehört zu den Widersprüchen der Demokratisierung der Online-Kommunikation, dass diese Voraussetzungen nicht nur diskriminierten Individuen und Gruppen die Möglichkeit zur Vernetzung und zum Widerspruch gegeben haben, sondern auch diskriminierenden.
8.
Vgl. Sascha Höllig / Uwe Hasebrink (Hrsg.), Reuters Institute Digital News Report 2020. Ergebnisse für Deutschland, Hamburg 2020, https://hans-bredow-institut.de/uploads/media/default/cms/media/66q2yde_AP50_RIDNR20_Deutschland.pdf, Abruf 06.09.2020.
9.
Vgl. John Suler, The Online Inhibition Effect, in: CyberPsychology & Behaviour 7 (2004), 321f.
10.
Vgl. Schwarz-Friesel 2019, 43f.
11.
Vgl. Julius H. Schoeps / Joachim Schlör (Hrsg.), Antisemitismus. Vorurteile und Mythen, München u.a 1996.
12.
Vgl. Shulamit Volkov, Antisemitismus als kultureller Code, in: Antisemitismus als kultureller Code. Zehn Essays, München 2 2000, 13–36; Monika Schwarz-Friesel / Jehuda Reinharz, Die Sprache der Judenfeindschaft im 21. Jahrhundert, Berlin 2013; Monika Schwarz-Friesel, Antisemitismus und verbale Gewalt. Kognitive und emotionale Merkmale aktueller Judenfeindschaft, in: Tangram 39 (2017), 45.
13.
Den linguistischen Notationskonventionen folgend, werden Beispiele in einfache Anführungszeichen gesetzt und Konzeptuelle Strukturen werden mittels durchgängiger Großschreibung (Kapitälchen) kenntlich gemacht.
14.
Vgl. Schwarz-Friesel (s. Anm. 2).
15.
Vgl. Rocío Rocha Dietz, Memes as vehicles for New Right ideology. Re- and decontextualization as a digital strategy, in: Eva Kimminich/Julius Erdmann/Amir Dizdarević (Hg.), Virality and Morphogensis of Right Wing Internet Populism, Frankfurt a.M. 2018, 131–150, 147.
16.
Vgl. Oboler (s. Anm. 6).
17.
Vgl. Florian Eisheuer/Jan Rathje/Christina Dinar, Digital Streetwork als pädagogischer Ansatz gegen Antisemitismus. Chancen und Perspektiven, in: Marc Grimm/Stefan Müller (Hg.), Bildung gegen Antisemitismus. Spannungsfelder der Aufklärung, Frankfurt a. M. 2020, 117–133, 120–122.
18.
Vgl. Lars Rensmann, Antisemitismus und Israelfeindschaft, in: Olaf Glöckner/Julius H. Schoeps (Hg.), Deutschland, die Juden und der Staat Israel. Eine politische Bestandsaufnahme, Hildesheimu. a. 2016, 265–284, 265f.; Schwarz-Friesel / Reinharz (s. Anm. 12), 194f.
19.
Vgl. Ahmad Mansour, Antisemitismus unter muslimischen Jugendlichen 2012, online: https://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/148081/antisemitismus-unter-muslimischen-jugendlichen (Abruf 06.09.2020); Georg M. Hafner/Esther Schapira, Israel ist an allem schuld. Warum der Judenstaat so gehasst wird, Köln 2015; Monika Schwarz-Friesel, Sprache und Emotion, Tübingen/Basel 2007, 222f.
20.
Vgl. Samuel Salzborn, Israelkritik oder Antisemitismus? Kriterien für eine Unterscheidung, in: Neukirchener Theologische Zeitschrift 1 (2013); Schwarz-Friesel / Reinharz (s. Anm. 12), 194f.; Toralf Staud, Marina Chernivsky, Die Schwelle des Sagbaren verschiebt sich (2017), online: https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/260330/die-schwelle-des-sagbaren-verschiebt-sich (Abruf 06.09.2020); Tom David Uhlig, Antisemitismus im linken Spektrum 2020, online: https://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/307887/antisemitismus-im-linken-spektrum (Abruf 06.09.2020); Karolin Schwarz, Antisemitismus, die extreme Rechte und rechter Terror im Netz (2020), online: https://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/308528/extreme-rechte-und-rechter-terror-im-netz (Abruf 26.08.2020); Matthias Küntzel, Islamischer Antisemitismus (2020), online: https://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/307771/islamischer-antisemitismus (Abruf 06.09.2020); Armin Pfahl-Traughber, Antizionistischer und israelfeindlicher Antizionismus (2020), online: https://www.bpb.de/politik/extremismus/antisemitismus/307746/antizionistischer-und-israelfeindlicher-antisemitismus (Abruf 06.09.2020).
21.
Vgl. Jugendschutz.net, Antisemitismus online 2.0. Reichweitenstark zwischen Jugendkultur, Holocaustleugnung und Verschwörungstheorien, Mainz 2019, https://www.jugendschutz.net/fileadmin/download/pdf/Report_Antisemitismus_online_2.0.pdf, Abruf 23.03.2020, 3f.
22.
Vgl. Johannes Heil, "Gottesfeinde" - "Menschenfeinde". Die Vorstellung von jüdischer Weltverschwörung (13. bis 16. Jahrhundert), Essen 2006; Michael Hagemeister, Die "Weisen von Zion" als Agenten des Antichrists, in: Im Dialog – Beiträge aus der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart 3 (2020).
23.
Vgl. Karolin Schwarz, Hasskrieger. Der neue globale Rechtsextremismus, Bonn 2020.

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