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Chronik: 11. bis 24. November 2025 | Polen-Analysen | bpb.de

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Chronik: 11. bis 24. November 2025

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Die Ereignisse vom 11. bis 24. November 2025 in der Chronik.

Herausgeber der Länderanalysen

Die Polen-Analysen werden von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V., dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien, dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) gGmbH gemeinsam herausgegeben. Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb veröffentlicht die Analysen als Lizenzausgabe.

11. November – 24. November 2025

DatumEreignis
11.11.2025 Im ganzen Land finden Veranstaltungen zum Nationalfeiertag der Unabhängigkeit (1918) statt. Präsident Karol Nawrocki unterstreicht in seiner Rede in Warschau, dass Polen ein christliches Fundament habe und er nicht zulassen werde, dass die westliche Ideologie "willenlos übernommen" wird. Auch als Anhänger der Mitgliedschaft Polens in der Europäischen Union setze er ein freies, unabhängiges und souveränes Polen an erste Stelle.
12.11.2025 Präsident Karol Nawrocki verweigert die Ernennung von 46 Richtern. Er wirft ihnen vor, das polnische Rechts- und Verfassungssystem infrage zu stellen. Hintergrund ist, dass die Regierung von Ministerpräsident Donald Tusk versucht, die Veränderungen am Justizsystem unter der Vorgängerregierung der Vereinigten Rechten (Zjednoczona Prawica) rückgängig zu machen. Kritiker sahen durch die damalige Justizreform die Unabhängigkeit der polnischen Justiz gefährdet, was auch zu Konflikten mit der Europäischen Union führte.
14.11.2025 Innenminister Marcin Kierwiński teilt mit, dass Polen heute einen Antrag an die Europäische Kommission auf vollständige Befreiung vom Solidaritätsmechanismus im Rahmen des europäischen Migrationspaktes stellt. Der Antrag beziehe sich auf die Einschätzung der Kommission, dass sich Polen in einer äußert schwierigen Situation wegen des von Russland und Belarus ausgeübten Migrationsdrucks an der polnisch-belarusischen Grenze (Migranten u. a. aus dem Nahen Osten) befindet und Polen außerdem ca. eine Million Geflüchteter aus der Ukraine infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine aufgenommen hat, sagt Kierwiński. Der EU-Migrationspakt sieht die Relokation von Geflüchteten innerhalb der Europäischen Union sowie Ausgleichszahlungen bei Nichtteilnahme am Relokationsmechanismus vor.
14.11.2025 Das Innenministerium gibt bekannt, dass ab dem 17. November die beiden polnisch-belarusischen Grenzübergänge Kuźnica Białostocka-Bruzgi und Bobrowniki-Bierestowica wieder für den Personenverkehr geöffnet werden. In Bobrowniki ist auch wieder der Warenverkehr möglich. Die Wiederöffnung sei möglich, da insgesamt die polnische Grenze zu Belarus durch einen Grenzzaun, elektronische Überwachungssysteme und mehr Personal beim Grenzschutz so stark gesichert sei wie nie zuvor, teilt die Regierung mit.
15.11.2025 Auf dem Parteitag der Polnischen Bauernpartei (Polskie Stronnictwo Ludowe – PSL) wird der aktuelle Vorsitzende Władysław Kosiniak-Kamysz mit 98,85 Prozent der Stimmen erneut zum Parteichef gewählt. Es gab keinen weiteren Kandidaten für das Amt. Der stellvertretende Sejmmarschall Piotr Zgorzelski wird neuer Chef des PSL-Parteirates, er löst Waldemar Pawlak ab.
16.11.2025 In St. Petersburg (Russland) versuchen Demonstranten, den Botschafter der Republik Polen, Krzysztof Krajewski, zu bedrängen. Die Personenschützer des polnischen Staatsschutzes (Służba Ochrony Państwa – SOP) bringen den Botschafter in Sicherheit, weder er noch die Demonstranten, die antipolnische und antiukrainische Plakate bei sich haben, nehmen Schaden. Die russischen Ordnungsdienste leisteten keine Unterstützung.
17.11.2025 An der Eisenbahnstrecke Warschau – Lublin kam es in der Nähe der Station Mika zu einer Explosion. Menschen kamen nicht zu Schaden. Ministerpräsident Donald Tusk sagt bei einer Begehung vor Ort, es handele sich um einen Sabotageakt, bei dem höchstwahrscheinlich ein Zug in die Luft gesprengt werden sollte. Es würden umfangreich Spuren gesichert und analysiert. Die Bahnlinie ist eine strategisch wichtige Verbindung, die weiter in die Ukraine führt.
18.11.2025 Ministerpräsident Donald Tusk informiert im Sejm über den Sabotageakte an der Eisenbahnstrecke Warschau – Lublin am Vortag, bei dem es in der Nähe der Station Mika zu einer Explosion kam, die die Gleise beschädigt hat. Außerdem habe in der Nähe von Puławy ein Passagierzug wegen beschädigter Infrastruktur eine Vollbremsung machen müssen; die Beschädigung sei vom Bahnpersonal erkannt worden. Es seien zwei ukrainische Staatsbürger, die mit dem russischen Geheimdienst zusammenarbeiten würden, festgenommen worden. Tusk ruft dazu auf, keine antiukrainische Stimmung zu schüren, da dies im Interesse Moskaus liege, das einen Angriffskrieg gegen die von Polen und westlichen Partnern unterstützte Ukraine führt.
19.11.2025 Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz, Innenminister Marcin Kierwiński und der Chef des Generalstabs der Polnischen Armee, General Wiesław Kukuła, geben auf einer Pressekonferenz bekannt, dass im Rahmen der Operation "Horizont" (Operacja "Horyzont") ab dem 21. November die für die innere Sicherheit des Landes zuständigen Dienste gemeinsam mit der Armee kritische Infrastruktur in Polen schützen werden. Die Armee stellt für die Operation "Horizont" 10.000 Soldaten ab.
21.11.2025 Ministerpräsident Donald Tusk sagt im Sejm, bei den Polen von Russland zugefügten Schädigungen handele es sich um russischen "Staatsterrorismus", mit dem Ziel, Polen zu destabilisieren. Tusk bezieht sich auf russische Desinformationskampagnen, die Sabotageakte auf eine Bahnverbindung in Polen Anfang der Woche und einen Vorfall im St. Petersburg (Russland) in der vergangenen Woche, wo der Botschafter Polens von Demonstranten bedrängt wurde.
22.11.2025 In Krakau (Kraków) eröffnet Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz das Schulungsprogramm für Zivilisten "In Bereitschaft" (wGotowości), das von ausgewählten Einheiten der polnischen Armee durchgeführt wird. An vier Schulungstagen werden zivile Sicherheitsvorkehrungen für den Krisenfall, Erste Hilfe- sowie Evakuierungsmaßnahmen und Regeln für Cybersicherheit im zivilen Alltag vermittelt. Nach Angaben des Verteidigungsressorts haben sich für das Pilotprojekt knapp 18.000 Teilnehmer angemeldet.
23.11.2025 Außenminister Radosław Sikorski sowie Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz reagieren auf einen Beitrag der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in den sozialen Medien, der lautet, dass Polen im November 1939 das erste Land gewesen sei, in dem Juden gezwungen wurden, den Davidstern als ein Zeichen zu tragen, mit dem sie von der übrigen Bevölkerung erkennbar abgesondert wurden. Sikorski und Kosiniak-Kamysz rufen Yad Vashem auf, die Äußerung dahin gehend zu korrigieren, dass Polen zu jener Zeit unter deutscher Besatzung stand.
24.11.2025 Außenminister Radosław Sikorski bestellt den Botschafter Israels in Warschau, Yaakov Finkelstein, ein. Hintergrund ist die historisch falsche Meldung der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in den sozialen Medien, dass Polen 1939 das erste Land gewesen sei, in dem Juden gezwungen wurden, den Davidstern als Zeichen der Absonderung von anderen Bevölkerungsgruppen zu tragen. Sikorski u. a. hatten am Vortag Yad Vashem aufgerufen, die Meldung zu korrigieren. Polen hatte damals unter deutscher Besatzung gestanden.

Sie können die gesamte Chronik seit 2007 auch auf Externer Link: http://www.laender-analysen.de/polen/ unter dem Link "Chronik" lesen.

Fussnoten

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