| 16.06.2026 | Das Regierungskabinett beschließt, Vorbereitungen für einen ständigen Stützpunkt der US-amerikanischen Streitkräfte in Polen zu treffen. |
| 17.06.2026 | Am 35. Jahrestag der Unterzeichnung des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrags („Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Polen über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“) findet in Berlin das Deutsch-Polnische Forum unter dem Titel „Nachbarschaft im Wandel. 35 Jahre deutsch-polnische Zusammenarbeit“ statt. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Sicherheit und Verteidigung, wirtschaftliche Zusammenarbeit, die Zukunft Europas, Erinnerungskultur sowie Jugend. |
| 17.06.2026 | Am 35. Jahrestag des Deutsch-Polnischen Nachbarschaftsvertrags unterzeichnen die Verteidigungsminister Polens und Deutschlands, Władysław Kosiniak-Kamysz und Boris Pistorius, in Warschau ein deutsch-polnisches Verteidigungsabkommen. Es löst den Rahmenvertrag über die Verteidigungszusammenarbeit aus dem Jahr 2011 ab und unterstreicht die Beistandsverpflichtungen im Rahmen der NATO und der Europäischen Union. Polen und Deutschland kooperieren künftig enger in der Fähigkeitsentwicklung und fördern die Zusammenarbeit ihrer Verteidigungsindustrien. Außerdem sieht das Abkommen gemeinsame Ausbildungen und Übungen vor. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Ostseeraum. |
| 17.06.2026 | In einem Interview mit den Sendern Deutsche Welle und TVP spricht sich Bundesaußenminister Johann Wadephul für deutsche Entschädigungszahlungen an noch lebende polnische Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft während des Zweiten Weltkriegs aus. Schätzungen zufolge handelt es sich um rund 50.000 Personen. |
| 18.06.2026 | Innenminister Marcin Kierwiński und der Koordinator der Geheimdienste, Tomasz Siemoniak, geben auf einer Pressekonferenz bekannt, dass in Piastów eine Person festgenommen wurde, die des Mordes an einem russischen Künstler in Biała Podlaska vor drei Tagen verdächtigt wird. Dem 36-jährigen Verdächtigen mit georgischem Pass werden zudem eine Reihe anderer Straftaten des organisierten Verbrechens u. a. im Jahr 2022 zugeordnet. Der 44-jährige ermordete russische Staatsbürger hatte sich in seinen künstlerischen Aktivitäten kritisch gegenüber dem russischen Regime geäußert. Er sei von den polnischen Geheimdiensten vor einer potentiellen Gefahr gewarnt worden, habe aber den angebotenen Schutz abgelehnt, so das Innenministerium. Es werde geprüft, ob es sich um ein politisches Verbrechen im Auftrag eines anderen Staates handele. Zwei kurz nach der Tat festgenommene Belarusen seien wieder frei, da ihnen keine Verbindung zur Tat nachgewiesen werden könne. |
| 19.06.2026 | Präsident Karol Nawrocki gibt in einer Videoansprache bekannt, dass er dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij die höchste polnische Auszeichnung, den Orden des Weißen Adlers, aberkennt. Dieser war Selenskij 2023 verliehen worden. Der Grund für die Aberkennung ist, dass Selenskij im Mai eine Einheit der ukrainischen Streitkräfte nach der Ukrainischen Aufständischen Armee (ukr. UPA) benannt hat. Polen macht die UPA für den „Völkermord“ an der polnischen Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkrieges verantwortlich; die Ukraine betont den antisowjetischen Kampf der UPA. In seiner Ansprache sagt Nawrocki, seine Entscheidung richte sich nicht gegen die ukrainische Nation und bedeute keine strategische Veränderung der Verteidigungszusammenarbeit mit der Ukraine, die sich in einem Angriffskrieg vonseiten Russlands befindet. Polen werde jedoch das Andenken seiner Staatsbürger und die Würde seiner Symbole wahren und nicht zustimmen, dass Soldaten geehrt werden, die polnische schutzlose Zivilisten ermordet haben. Seine Entscheidung sei eine Warnung, dass es in den polnisch-ukrainischen Beziehungen Grenzen gebe, die nicht überschritten werden dürfen, so Nawrocki. |
| 20.06.2026 | In einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Sonntagszeitung wirft Außenminister Radosław Sikorski Deutschland, Frankreich und Großbritannien vor, eine dominante Rolle bei den europäischen Gesprächen zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine einzunehmen. Polen als unmittelbarer Nachbar der Ukraine müsse ebenfalls beteiligt werden. |
| 21.06.2026 | Ministerpräsident Donald Tusk äußert scharfe Kritik an der Entscheidung von Präsident Karol Nawrocki vor zwei Tagen, dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskij die höchste polnische Auszeichnung, den Orden des Weißen Adlers, abzuerkennen. Im Nachrichtendienst X schreibt Tusk, die Verschärfung des Konfliktes zwischen polnischen und ukrainischen Politikern sei ein strategischer Fehler. Er schade beiden Ländern wirtschaftlich und geopolitisch und beschädige den Ruf beider Staaten. Der Konflikt helfe allein dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Seit der Entscheidung Nawrockis haben mehrere Politiker der Ukraine, darunter der aktuelle Außenminister sowie ehemalige Staats- und Regierungschefs, ihre polnischen Auszeichnungen zurückgegeben. |
| 22.06.2026 | Nach vorläufigen Schätzungen des Innenministeriums haben vor zwei Tagen ca. 100.000 Personen an Erste-Hilfe-Schulungen teilgenommen, die an 1.000 Orten in Polen angeboten wurden. Die Schulungen sind Teil eines vom Innenministeriums verantworteten Programms zur Vorbereitung der Bevölkerung auf Krisensituationen. |
| 23.06.2026 | Polnische und ukrainische Medien veröffentlichen einen gemeinsamen Appell, in dem sie die Politiker auffordern, einen Ausweg aus der aktuellen Krise in den polnisch-ukrainischen Beziehungen zu suchen. Die Gesellschaften beider Länder werden aufgerufen, sich nicht manipulieren zu lassen und sich weiter gegenseitig zu unterstützen. Den Aufruf haben auf polnischer Seite die Redaktionen u. a. von Gazeta Wyborcza, Newsweek Polska, OKO.Press, Onet.pl und Polityka unterzeichnet sowie auf ukrainischer Seite u. a. Ukrainska Pravdy, Press Club Ukrainie und Slawa TV. Der Hintergrund ist, das Präsident Karol Nawrocki Ende letzter Woche seinem ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskij die höchste polnische Auszeichnung, den Orden des Weißen Adlers, aberkannt hat, weil dieser eine ukrainische Militäreinheit nach der Ukrainischen Aufständischen Armee (ukr. UPA) benannt hat. Der UPA wird in Polen Völkermord an der polnischen Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkrieges vorgeworfen, in der Ukraine wird ihr antisowjetischer Freiheitskampf betont. |
| 24.06.2026 | Themen des Gipfeltreffens der Europäischen Fünf (E5 – Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Polen) in Berlin sind u. a. der NATO-Gipfel im Juli in Ankara und die Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine. Ministerpräsident Donald Tusk bekräftigt auf der gemeinsamen Pressekonferenz die große Bedeutung der transatlantischen und europäischen Einheit für die E5. Von dieser Einheit hänge die Zukunft Europas, der Welt und der Ukraine ab. Weiter unterstreicht Tusk, dass aus seiner Sicht die ostmitteleuropäischen Länder an der NATO-Ostflanke, die von der aggressiven Politik Russlands direkt bedroht würden, in allen Beratungs- und Verhandlungsformaten vertreten sein müssten. Ohne sie würde es schwierig, etwas in der aktuellen Situation der „zivilisatorischen Konfrontation“ zu erreichen. |
| 25.06.2026 | In Danzig (Gdańsk) beginnt die zweitägige internationale Ukraine-Wiederaufbaukonferenz (Ukraine Recovery Conference – URC 2026). Ministerpräsident Donald Tusk und seine ukrainische Amtskollegin Julija Swyrydenko unterstreichen in einem gemeinsamen Kommuniqué, dass historische Streitfragen nicht die gemeinsame Zukunft der beiden Nationen infrage stellen sollten. Sie schlagen vor, dass ein professioneller Dialog im Rahmen des Polnisch-Ukrainischen Historischen Kongresses die emotionalen Auseinandersetzungen ablösen sollte. Der Hintergrund ist, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij im Mai eine ukrainische Militäreinheit nach der Ukrainischen Aufständischen Armee (ukr. UPA) benannt hat. In der Ukraine wird der antisowjetischer Freiheitskampf der UPA betont, in Polen wird die UPA für den Völkermord an polnischen Zivilisten während des Zweiten Weltkrieges verantwortlich gemacht. Als Reaktion auf Selenskijs Entscheidung entzog Polens Staatspräsident Karol Nawrocki ihm die höchste Auszeichnung Polens, den Orden des Weißen Adlers, was zur Folge hatte, dass weitere ukrainische ranghohe Politiker ihre polnische Auszeichnung zurückgaben. Zudem sagte Selenskij seine Teilnahme an der Ukraine Wiederaufbaukonferenz ab. |
| 25.06.2026 | In Danzig (Gdańsk) findet ein Gipfeltreffen der Länder der NATO-Ostflanke statt, an dem neben Ministerpräsident Donald Tusk die Regierungschefs von Finnland, Estland, Lettland und Schweden, die Präsidenten von Litauen und Rumänien sowie Vertreter von Institutionen der Europäischen Union teilnehmen. In der verabschiedeten Danziger Erklärung (Deklaracja Gdańska) heißt es, man stimme darin überein, dass Russland langfristig die größte, direkte Bedrohung für Sicherheit, Frieden und Stabilität im euroatlantischen Raum bleibe. Weiter wird u. a. die Bedeutung von Maßnahmen für die Verbesserung der Mobilität der Streitkräfte in der EU betont sowie die Diversifizierung und Resilienz im Bereich Energie. |
| 26.06.2026 | Im Ministerium für Klima und Umwelt findet ein Treffen von Experten und Einwohnern zum Problem der Verbreitung von Desinformation über die angebliche Bedrohung durch Wölfe und Bären in den Regionen Tatra, Bieszczady und Niedere Beskiden (Beskidy Niskie) statt. Die Fakenews hätten u. a. wirtschaftliche Verluste zur Folge, da sie Einfluss auf den Tourismus in der Region nähmen. Als Verbreiter der Falschinformationen werden Gruppierungen genannt, die das Vertrauen in öffentliche Institutionen untergraben oder das Thema Umwelt politisch instrumentalisieren wollen, sowie Akteure, die aus der Verbreitung der Falschmeldungen Einnahmen generieren. |
| 29.06.2026 | Im Rahmen der polnisch-schwedischen Regierungskonsultationen unterzeichnen die Verteidigungsminister Polens und Schwedens, Władysław Kosiniak-Kamysz und Pål Jonson, in Gdingen (Gdynia) einen Vertrag über den Kauf von drei U-Booten des Typs A26, die die schwedische Saab herstellt. |
| 30.06.2026 | Nach Schätzungen des Statistischen Hauptamtes (Główny Urząd Statystyczny – GUS) lebten im Jahr 2025 13,5 Prozent der Bevölkerung in relativer Armut (2024: 13,3 Prozent). Den betreffenden Personen standen monatlich nicht mehr als 1.225 bis 1.332 Zloty (ca. 285 bzw. 310 Euro) zur Verfügung. |
| 01.07.2026 | Das Warschauer Kreisgericht bestätigt das Urteil über die vorläufige Inhaftierung des ehemaligen Justizministers Zbigniew Ziobro. Damit hat die Staatsanwaltschaft die Möglichkeit, ein Auslieferungsersuchen an die USA zu stellen, wo sich Ziobro zurzeit aufhält. Ihm wird vorgeworfen, in seiner Amtszeit in der Regierung von Recht und Gerechtigkeit (Prawo i Sprawiedliwość – PiS) u. a. Amtsmissbrauch im Zusammenhang mit der Mittelvergabe aus dem „Justizfonds“ (Fundusz Sprawiedliwości) verübt zu haben. |
| 02.07.2026 | Das Außenministerium und das Ministerium für Kultur und Nationales Erbe führen in Warschau mit Vertretern betreffender Institutionen in Polen, Deutschland und Österreich eine Tagung durch, welche die aktuellen Herausforderungen beim Gedenken der polnischen Opfer des Zweiten Weltkrieges in deutschen und österreichischen Gedenkstätten thematisiert. Als ein erster Schritt soll erfasst werden, ob Vertreter Polens den Beratergremien der Gedenkstätten angehören und ob das Thema Polen in den dort gezeigten Ausstellungen präsent ist. Eine große Herausforderung seien die Wissenslücken in der deutschen Gesellschaft über den Zweiten Weltkrieg in Ostmitteleuropa und die polnischen Opfer, stellt Henryka Mościcka-Dendys, Generaldirektorin im Außenministerium, fest. |
| 03.07.2026 | Das Außenministerium informiert über ein Treffen von Außenminister Radosław Sikorski mit seinem ukrainischen Amtskollegen Andrij Sybiha in Warschau. Mit Blick auf die jüngsten Spannungen, ausgelöst durch die Benennung einer ukrainischen Militäreinheit nach der Ukrainischen Aufständischen Armee (ukr. UPA) Ende Mai, mahnen beide Deeskalation an. Historiker beider Länder sowie auch die Kirchen sollen darüber in Dialog treten. |
| 06.07.2026 | In Anwesenheit von Ministerpräsident Donald Tusk und Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz wird in Bydgoszcz ein Vertrag über die Zusammenarbeit zwischen den polnischen Rüstungsunternehmen PGZ S.A. und WZL Nr. 2 S.A. und dem US-amerikanischen Rüstungsunternehmen Anduril Industries über die Produktion von Marschflugkörpern des Typs Barracuda-500, der in den USA entwickelt wurde, unterzeichnet. |