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Kommentar: Das Pokerface des Kremls | Ukraine-Analysen | bpb.de

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Kommentar: Das Pokerface des Kremls Ukraine-Analyse Nr. 327

Walerij Pekar

/ 5 Minuten zu lesen

Warum Moskau trotz Risiken stets eskaliert – und warum es trotz Verhandlungen keinen Frieden, sondern vermutlich weitere Kriege geben wird.

Der russische Machthaber Wladimir Putin im Februar 2026 vor ranghohen Militärvertretern in Moskau. (© picture alliance / SIPA | Apaimages)

Herausgeber der Länderanalysen

Die Ukraine-Analysen werden von der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen, der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde e.V., dem Deutschen Polen-Institut, dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien, dem Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung und dem Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS) gGmbH gemeinsam herausgegeben. Die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb veröffentlicht die Analysen als Lizenzausgabe.

In den letzten vier Jahren verliefen die Ereignisse im Zusammenhang mit der russischen Invasion in der Ukraine dreimal nicht nach dem Szenario, das am wahrscheinlichsten schien.

Anfang Februar 2022 schien das wahrscheinlichste Szenario zu sein, dass es nicht zu einem umfassenden Krieg kommen würde. Die potenziellen Gewinne für Russland durch eine groß angelegte Invasion waren enorm, aber die Risiken, dass etwas schiefgehen könnte, waren noch größer, und die möglichen Verluste Russlands – wirtschaftlicher, geopolitischer und anderer Art – im Falle eines Scheiterns wären erschütternd. Das wahrscheinlichste Szenario schien folgendes zu sein: Durch das Säbelrasseln würde Russland bestimmte politische Zugeständnisse von der Ukraine erzwingen und dann seine „Militärübungen“ beenden. Beim Poker würde dies bedeuten, den Pot zu gewinnen – Gewinne zu sichern und Verluste zu minimieren.

Anfang April 2022 schien das wahrscheinlichste Szenario zu sein, dass es keinen Zermürbungskrieg geben würde. Der Blitzkrieg der russischen Armee war gescheitert, während es übermäßig riskant erschien, die Wirtschaft auf Kriegsfuß zu stellen, eine Massenmobilisierung durchzuführen und sich auf eine lange, groß angelegte Konfrontation einzulassen – nicht nur militärisch, sondern auch industriell, ressourcentechnisch, demografisch, psychologisch. Das wahrscheinlichste Szenario schien zu sein, dass Russland versuchen würde, den Krieg in einen eingefrorenen Konflikt zu überführen, mit einer für Russland deutlich günstigeren Kontaktlinie als zwischen 2014 und 2021. Den Pot mitnehmen – Gewinne sichern, Verluste minimieren.

Anfang November 2025 schien das wahrscheinlichste Szenario zu sein, dass Russland Friedensverhandlungen zustimmen würde. Der Zermürbungskrieg hatte nicht zum Zusammenbruch der Ukraine geführt, aber er hatte die in früheren Perioden angesammelten Ressourcen Russlands erschöpft und das Land an den Rand einer inflationären Finanzierung gebracht – eine Einbahnstraße. Russland würde versuchen, maximale politische Zugeständnisse von der Ukraine und Europa herauszuholen, indem es die Vorliebe von Präsident Trump für ein möglichst rasches Ende des Krieges – praktisch zu beliebigen Konditionen – ausnutzt, und anschließend zu politischem Druck auf die Ukraine übergehen würde – wo die verfügbaren Hebel beträchtlich sind. Den Pot mitnehmen – Gewinne sichern, Verluste minimieren.

Diese systematische Abweichung deutet darauf hin, dass wir mehrere wichtige Einflussfaktoren der Entscheidungsfindung in Moskau unterschätzen. Erstens wird der Krieg nicht nur in der Ukraine, sondern auch im Kreml als existenziell verstanden. Zweitens erzeugt die autoritäre Vertikale ein verzerrtes Bild der Realität. Drittens kommt eine andere Entscheidungslogik zum Tragen – eine mafiöse KGB-Logik statt einer rationalen. Während des gesamten Krieges gab es dreimal strategische Scheidewege, und dreimal entschied sich der Kreml für eine Eskalation und eine Erhöhung des Einsatzes, obwohl es aus strategischer Sicht vorteilhafter gewesen wäre, die Gewinne zu sichern und Verluste zu minimieren. Nach der inneren Logik im Kreml würde dies jedoch bedeuten, die Grenzen seiner Macht anzuerkennen – was einer Niederlage gleichkäme.

Diese Logik ist Pokerspielern wohlbekannt. Das Problem ist nicht, dass der Kreml seine Chancen wiederholt falsch einschätzt. Vielmehr wählt er konsequent eine Strategie, die im Hinblick auf die zu erwartenden Gewinne suboptimal ist, aber auf Eskalation ausgerichtet ist, da das Sichern von Gewinnen seiner Selbstidentifikation widerspricht. Entscheidungen werden nicht danach getroffen, was vorteilhaft oder nachteilig ist, sondern danach, was nicht dem eigenen Selbstbild widerspricht. Trotz mangelnder Aussichten auf einen garantierten Sieg handelt man so, als wäre ein solcher Sieg gewiss. Diese Strategie ist als „Table Dominance“ bekannt: Es geht nicht darum, konkrete Gewinne zu erzielen, sondern darum, einzuschüchtern, zu brechen und alle anderen aus dem Spiel zu drängen.

Das Problem ist nicht, dass der Kreml schlecht darin ist, Wahrscheinlichkeiten zu berechnen – er handelt nur einfach nicht danach. Er kann grundsätzlich nicht von einer Eskalationslogik abweichen, da eine Deeskalation – unabhängig von den bereits erzielten Gewinnen – als Verlust wahrgenommen wird. Der Kreml ist nicht irrational, sondern handelt innerhalb dieser Eigenlogik in sich konsistent.

An dieser Stelle muss eine wichtige Anmerkung erfolgen: Eine häufige Reaktion auf diese Analyse ist die Befürchtung, dass eine Strategie, die auf einer ständigen Eskalation basiert, letztendlich zu einem Atomkrieg führen wird. Diese Schlussfolgerung beruht jedoch auf einem konzeptionellen Fehler. Die Eskalationslogik, wie sie vom Kreml praktiziert wird, ist nicht unbegrenzt. Sie ist durch das zentrale Ziel des Regimes begrenzt, innenpolitisch sein eigenes Überleben und außenpolitisch seine Rolle als Machtakteur innerhalb des internationalen Systems zu bewahren. Ein Atomkrieg wäre nicht der Höhepunkt der Eskalation, da es kein starker Spielzug wäre, sondern die Zerstörung des Spiels selbst.

Der Kreml eskaliert jedoch, um am Verhandlungstisch zu bleiben, andere einzuschüchtern und Zugeständnisse zu erzwingen – nicht um den Tisch komplett umzuwerfen. Atomwaffen dienen daher in erster Linie als Instrumente der Abschreckung und der Erhaltung des Regimes, nicht als Mittel, um den Krieg zu gewinnen. Diese Unterscheidung ist wichtig: Die Erkenntnis der internen Grenzen der Eskalationslogik des Kremls mindert nicht die Gefahr einer fortgesetzten Aggression, aber sie widerlegt die fatalistische Überzeugung, dass anhaltender Druck unweigerlich zu einer nuklearen Katastrophe führt. Eskalation ist gerade deshalb gefährlich, weil sie innerhalb des Spiels bleibt – nicht, weil sie darauf abzielt, es zu beenden.

Die logische Schlussfolgerung, die sich daraus ergibt, ist: Der Kreml kann nicht zu einer rationalen Vereinbarung gezwungen werden, ganz unabhängig davon, was die Ukraine, Europa, die Vereinigten Staaten oder China tun. Er kann nur zur Niederlage gezwungen werden – und wenn seine Ressourcen erschöpft sind, wird er sich zurückziehen.

Das ist insofern eine schlechte Nachricht, als dass der Krieg unabhängig davon, was wir tun, weitergehen wird. Es ist aber auch eine gute Nachricht, da die Strategie des Kremls vorhersehbar und selbstzerstörerisch ist.

Aus dieser Schlussfolgerung ergeben sich zwei Konsequenzen: Erstens wird es kein Friedensabkommen geben. Selbst wenn die Ukraine maximale Zugeständnisse machen würde, würde der Kreml zusätzliche Forderungen stellen und weiterhin Druck ausüben – immer und immer wieder.

Zweitens wird es über die Ukraine hinaus Krieg in Europa geben . An einem erneuten strategischen Scheideweg stehend, wird der Kreml wieder nicht die optimale Strategie der Sicherung seiner Gewinne wählen, sondern die Strategie der Eskalation, weil er es sich nicht leisten kann, aufzuhören, den Einsatz zu erhöhen. Zum vierten Mal wird sich dieselbe Logik durchsetzen. Dies ist der strategische Raum, in dem wir in uns in diesem Jahr befinden.

Der Text erschien im Original unter dem Titel „The Kremlin’s poker face“ auf New Eastern Europe und ist frei zugänglich unter Externer Link: https://neweasterneurope.eu/2026/01/26/the-kremlins-poker-face/. Wir danken dem Autor und New Eastern Europe für die Erlaubnis zur Nachnutzung.

Der Text basiert auf einer maschinellen Übersetzung aus dem Englischen, die von der Redaktion sorgfältig geprüft und stilistisch wie inhaltlich überarbeitet wurde.

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Walerij Pekar ist Publizist und außerordentlicher Professor an der Kyiv-Mohyla Business School und der Business School der Ukrainischen Katholischen Universität in Lwiw. Er ist Autor von vier Büchern und beschäftigt sich mit Reformen und Zivilgesellschaft in der Ukraine.