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M 02.10 Der Mensch – ein Gruppenwesen

KlassenCheckUp! Didaktische Konzeption Sachanalyse Einstieg in die Befragung (B1) M 01.01 Vier Fotos M 01.02 Fragebogen zum Thema "Klassenklima" M 01.03 Warum ein gutes Klima wichtig ist M 01.04 Wie arbeiten Sozialwissenschaftler? Die Klasse – eine ganz besondere Gruppe (B2) M 02.01 Einzelarbeit oder Teamarbeit? M 02.02 Lernen und Arbeiten in Gruppen M 02.03 Zitate zur Gruppenarbeit M 02.04 Kooperativer Turmbau M 02.05 Wann läuft eine Gruppenarbeit gut? M 02.06 So läuft Gruppenarbeit gut M 02.07 Das Asch-Experiment als Theaterstück M 02.08 Das Asch-Experiment – Typisierung der Testpersonen M 02.09 Wenn die Gruppe Druck macht M 02.10 Der Mensch – ein Gruppenwesen M 02.11 Chancen und Risiken von Peer Groups Info 02.01 Kooperativer Turmbau Info 02.02 Konformitätsexperiment nach Asch (1951) Auswertung der Befragung (B3) M 03.01 Fragebogen zum Thema Klassenklima M 03.02 "Was ist eine Hypothese?" M 03.03 Arbeitsblatt "Hypothesen bilden" M 03.04 Beispiel: Einfache Häufigkeitsauszählung M 03.05 "Wie liest man eine Statistik?" M 03.06 Arbeitsblatt: Einfache Häufigkeitsauszählung M 03.07 Ampelsystem M 03.08 Arbeitsblatt: Sechs-Punkte-Schema zur Auswertung M 03.09 Hilfen zur Auswertung M 03.10 Auswertung offener Fragen Info 03.01 Beispiel: Einfache Häufigkeitsauszählung Info 03.02 Erstellung einer einfachen Häufigkeitsauszählung Info 03.03 Checkliste: Datenauswertung Info 03.04 Kreuztabellen Info 03.05 Hinweise zur Vorbereitung der Datenauswertung Konsequenzen (B4) M 04.01 "Weißt du eigentlich, wie spät es ist?" M 04.02 Vier Ohren und ein Eisberg M 04.03 Arbeitsmaterial: Das Kommunikationsquadrat Info 04.01 Von den Daten zur Maßnahme – Informationen Info 04.02 Von den Daten zur Maßnahme – Beispiel Info 04.03 Klassenregeln Info 04.04 Der Samoa Kreis Ergebnisse des KlassenCheckUps! Literaturtipps Redaktion

M 02.10 Der Mensch – ein Gruppenwesen

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Die Schüler haben nun solides Vorwissen zum Thema Gruppen erarbeitet und können hier wichtige Fachbegriffe finden, damit sie ihre Erkenntnisse präzise formulieren können. Mit dem gewonnenen Vokabular können die Schüler nun ihre persönliche Situation bezüglich Gruppenmitgliedschaften verbalisieren und sich so derer bewusst werden.

Der Freundeskreis, die Familie, die eigene Band oder Fußballmannschaft. Menschen sind Mitglieder in verschiedenen Gruppen. Das Verhalten einer Person kann selten ohne den Bezug zur Umwelt erklärt werden, ist also von dem Zusammenwirken mit anderen Menschen bestimmt. Gruppen beeinflussen uns – oft ohne dass es uns bewusst ist. Menschen verhalten sich und handeln in einer Gruppe anders, als wenn sie alleine sind.

Soziale Gruppe

Von einer sozialen Gruppe spricht man, wenn folgende Merkmale feststellbar sind:
Eine soziale Gruppe hat gemeinsame Interessen, Ziele und Regeln. So ist bspw. bei einer Fußballmannschaft klar, dass alle Mitglieder am Erfolg der Mannschaft interessiert sind. Für alle gilt die Regel, pünktlich zum Training zu erscheinen oder bei einem Spiel das Trikot zu tragen.

Die Regeln sind oft unausgesprochen, aber dennoch allen Mitgliedern bewusst. Aufgrund dieser gemeinsamen Ziele und Regeln entwickelt sich ein Wir-Bewusstsein der Mitglieder. Damit ist ein Zusammengehörigkeitsgefühl und Zugehörigkeitsgefühl zur Gruppe gemeint. Zu diesem Wir-Bewusstsein gehört es, entscheiden zu können, wer zu der Gruppe gehört und wer nicht. Soziale Gruppen sind demnach in ihrer Größe meist überschaubar, jedes Mitglied muss alle Mitglieder der Gruppe erkennen und kennen. Durch längeres Bestehen der Gruppe entwickeln sich verschiedene Rollen in der Gruppe, die den Status des Gruppenmitglieds festlegen.

Soziale Gruppen sind sehr wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung. In der Wissenschaft werden verschiedene Gruppenformen der sozialen Gruppe unterschieden, die sich durch ihre Zielsetzung und ihren Vertrautheitsgrad unterscheiden.

Formelle Gruppen

Formelle Gruppen versuchen, bestimmte Ziele zu erreichen, indem sich die Mitglieder nach einem organisierten Plan auf Aufgaben festlegen. Formell bedeutet demnach auch die Form, dass ein bestimmtes, vereinbartes Regelwerk gewahrt wird. Diese Art der Gruppe findet sich vor allem im Berufsleben. Dort sind die Rollen und Aufgaben in der Gruppe so stark festgelegt, dass für die Aufgaben Menschen gesucht werden, die genau in die Beschreibung der Rolle – z.B. Arbeitsplatzbeschreibung – passen. Die Beziehungen der Gruppenmitglieder sind hauptsächlich auf den Austausch von genau umschriebenen Leistungen und für die Bewältigung der jeweiligen Aufgabe wichtigen Informationen beschränkt. Jedoch finden auch hier soziale Handlungen statt, beispielsweise wenn sich im Beruf eine Freundschaft entwickelt oder auch wenn man mit dem Hausmeister Smalltalk hält.

Informelle Gruppen

Informelle Gruppen bilden sich innerhalb oder außerhalb von formellen Gruppen. Informell bedeutet so viel wie nicht förmlich oder nicht die Form wahrend. Informelle Gruppen sind relativ klein und dienen der Befriedigung persönlicher, privater und emotionaler Bedürfnisse, z.B. dem Wunsch nach Freundschaft, Austausch und Erheiterung. Daher beruhen sie auf persönlicher Sympathie, ähnlichen Gefühlslagen und gleichen Interessen und Erwartungen. Je nachdem, wie die informellen Beziehungen sich auf die formellen auswirken, können sie als positiv oder negativ bezeichnet werden: Positive Einflüsse informeller Gruppen können z.B. zu unbürokratischen und schnellen Lösungen im Berufsleben führen, negative Einflüsse können z.B. durch Cliquenstreitigkeiten entstehen, die berufliche Abläufe oder das Lernen in der Schule unnötig erschweren können.


Arbeitsaufträge:

  1. Definiere jede der dargestellten Gruppentypen mit passenden Schlüsselbegriffen.

  2. Auch du bist Mitglied von verschiedenen Gruppen. Ordne deine Gruppen den dargestellten Gruppentypen zu.
    Manche Gruppen lassen sich mehreren Typen zuordnen.


Literatur:

  • Floren, Franz-Josef: Wirtschaft, Gesellschaft, Politik. Sozialwissenschaften in der Jahrgangsstufe 11, Paderborn: Schöningh 2007, S. 238-243.

Fussnoten