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26.8.2020 | Von:
Oskar Niedermayer

Parteimitglieder nach Bundesländern

Die Parteien sind nicht in allen Bundesländern gleich stark mit Mitgliedern vertreten. Im Westen der Republik haben alle Parteien außer der Linken und der AfD weit mehr Parteimitglieder als im Osten. Daher unterscheidet sich zwischen den Bundesländern auch ihre Rekrutierungsfähigkeit beträchtlich.

Die Mitgliederzahlen der im Bundestag repräsentierten Parteien sind regional nicht gleichmäßig verteilt. Sie unterscheiden sich zwischen den einzelnen Bundesländern erheblich. Im Westen der Republik haben alle Parteien außer der Linkspartei und der AfD weit mehr Parteimitglieder als im Osten. Insgesamt kommen die Parteien Ende 2019 im Westen (einschließlich Berlin) auf 1.116.771, in den fünf ostdeutschen Bundesländern auf 104.219 Mitglieder.

Die Partei mit den meisten Mitgliedern in einem Bundesland ist die CSU. Sie ist in Bayern Ende 2019 mit 139.130 Mitgliedern sehr viel stärker als die fünf anderen Parteien zusammen mit 87.842 Mitgliedern. Ansonsten ist im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen auch die Anzahl der Parteimitglieder bei allen Parteien am höchsten. Insgesamt lebten dort Ende 2019 275.375 Mitglieder der sechs Parteien. Obwohl das Land als die "Herzkammer" der Sozialdemokratie gilt, ist dort die CDU mit 122.326 Mitgliedern stärker als die SPD mit 102.590. Für die FDP ist es das einzige Bundesland mit Mitgliederzahlen im fünfstelligen Bereich.

Das kleinste Bundesland, der Stadtstaat Bremen, hat sowohl insgesamt mit 8.313 als auch bei allen einzelnen Parteien außer der SPD die geringsten Parteimitgliederzahlen. Die wenigsten Mitglieder der SPD sind in Mecklenburg-Vorpommern zu finden.

Vergleicht man nicht die absoluten Mitgliederzahlen, sondern die Rekrutierungsfähigkeit der Parteien - also ihre Fähigkeit zur Gewinnung von Mitgliedern aus dem Kreis der jeweils Beitrittsberechtigten - dann zeigt sich im Jahr 2019 ein Muster, das schon seit einiger Zeit besteht: Bei der SPD und den Grünen bilden die fünf ostdeutschen Bundesländer das Schlusslicht. Auch die Rekrutierungsfähigkeit der CDU ist im Ostteil des Landes - mit Ausnahme von Thüringen - am geringsten, wobei hier die Stadtstaaten ähnlich niedrige Rekrutierungsgrade aufweisen. Die FDP ist in den fünf ostdeutschen Ländern sowie in Bayern und Bremen rekrutierungsschwach. Die hohe Rekrutierungsfähigkeit der CSU in Bayern wird nur noch von der CDU und der SPD im Saarland übertroffen. Die Linke bleibt auch 2019 von ihrer Mitgliederverankerung her noch eine ostdeutsche Regionalpartei, die im Westen - außer Berlin - eine deutlich geringere Organisationsbasis aufweist. Das gilt mittlerweile auch für das Saarland - die Heimat von Oskar Lafontaine - das 2017 noch das rekrutierungsstärkste Bundesland war, bis 2019 jedoch auf den 6. Platz zurückgefallen ist. Bei der AfD kommen die rekrutierungsschwächsten Bundesländer alle aus dem Westen, während - nachdem Sachsen-Anhalt einen weiten Sprung nach vorne gemacht hat - die vier Länder mit dem höchsten Rekrutierungsgrad im Osten liegen.

Datenquelle

Mitgliederdatenbank des Verfassers. Exakte Zahlen ab 1990 sind enthalten in: Niedermayer, Oskar, 2020: Parteimitglieder in Deutschland: Version 2020, Arbeitshefte aus dem Otto-Stammer-Zentrum, Nr. 31, Berlin.

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Zu den Mitgliedern in den einzelnen Bundesländern kommen Ende 2019 bei der CDU noch 213 Auslandsmitglieder und bei der Linkspartei 10 bundesunmittelbare Mitglieder hinzu. Unter der Rekrutierungsfähigkeit wird der Anteil der Parteimitglieder an den Parteibeitrittsberechtigten verstanden. Ende 2019 lebten z.B. in Brandenburg 2.208.632 Bürgerinnen und Bürger ab 14 Jahren und die Linkspartei hatte dort zu dieser Zeit 5.527 Mitglieder. Da man ab 14 Jahren Mitglied der Linken werden kann, waren damit 0,25 Prozent der Beitrittsberechtigten Mitglied der Linkspartei, d.h. die Rekrutierungsfähigkeit der Partei betrug 0,25 Prozent.

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Dieser Text und der Medieninhalt sind unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autor/-in: Oskar Niedermayer für bpb.de

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