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Polnische Kunst in Berlin | Polen-Analysen | bpb.de

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Polnische Kunst in Berlin

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Bis zum Ende der Weimarer Republik war Berlin ein attraktiver Standort für Künstler aus Osteuropa. Heute stellt sich wieder die Frage nach dem kulturellen Potential der deutschen Hauptstadt - gerade aufgrund der geografischen Nähe Polens.

Jahrbuch Polen (© Harrassowitz Verlag)

»Wer wird um Rosen trauern, wenn Wälder brennen« - dieses Zitat aus einem Werk des romantischen Dichter-Propheten Juliusz Slowacki wurde zum geflügelten Wort. Und es war unstrittig, was Wald war und was Rose. Dank der rigorosen Durchsetzung des Marktprinzips wurde der Wald gerettet. Unprofitable Institutionen ließ man untergehen. Wer Ausnahmen forderte, galt als Gegner der ökonomischen Gesundung. (...) Die Kultur wurde zu keinem Zeitpunkt so ernst genommen, dass man erwogen hätte, unter bestimmten Umständen vom reinen Marktprinzip abzuweichen. (...) Die Künstler verloren viel: nicht nur, wie im Fall der bildenden Künstler, erschwingliche Atelierräume, sondern auch ihren Sonderstatus im Gesundheits- und Rentensystem. Wer aber von Rosen sprach, wurde schnell verdchtigt, die Löscharbeiten im Wald behindern zu wollen. Das Wort »Kulturpolitik« weckte zudem ungute Erinnerungen an die vergangene Epoche, wo es Manipulation, politische Instrumentalisierung der Kunst und »manuelle Lenkung« bedeutet hatte. Die Abneigung war so groß, dass Anfang der 90er Jahre reformfreundliche Publizisten und sogar einige Schriftsteller das Kulturministerium für überflüssig, ja schädlich hielten und seine Abschaffung forderten.

Fussnoten