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Chronik: 26. September bis 8. Januar 2023 | Ukraine-Analysen | bpb.de

Ukraine Der Globale Süden und der Krieg (24.11.2023) Analyse: Der Blick aus dem Süden: Lateinamerikanische Perspektiven auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine Analyse: Russlands Krieg gegen die Ukraine und Afrika: Warum die Afrikanische Union zwar ambitioniert, aber gespalten ist Analyse: Eine Kritik der zivilisatorischen Kriegsdiplomatie der Ukraine im Globalen Süden Umfragen: Umfragedaten: Der Globale Süden und Russlands Krieg gegen die Ukraine Dokumentation: Abstimmungen in der Generalversammlung der Vereinten Nationen Chronik: 16. bis 27. Oktober 2023 Zwischen Resilienz und Trauma: Mentale Gesundheit (02.11.2023) Analyse: Mentale Gesundheit in Zeiten des Krieges Karte: Angriffe auf die Gesundheitsinfrastruktur der Ukraine Analyse: Den Herausforderungen für die psychische Gesundheit ukrainischer Veteran:innen begegnen Umfragen: Umfragen zur mentalen Gesundheit Statistik: Mentale Gesundheit: Die Ukraine im internationalen Vergleich Chronik: 1. bis 15. Oktober 2023 Ukraine-Krieg in deutschen Medien (05.10.2023) Kommentar: Der Kampf um die Deutungshoheit. Deutsche Medien zu Ukraine, Krim-Annexion und Russlands Rolle im Jahr 2014 Analyse: Die Qualität der Medienberichterstattung über Russlands Krieg gegen die Ukraine Analyse: Russlands Aggression gegenüber der Ukraine in den deutschen Talkshows 2013–2023. Eine empirische Analyse der Studiogäste Chronik: 1. bis 30. September 2023 Ökologische Kriegsfolgen / Kachowka-Staudamm (19.09.2023) Analyse: Die ökologischen Folgen des russischen Angriffskrieges in der Ukraine Analyse: Ökozid: Die katastrophalen Folgen der Zerstörung des Kachowka-Staudamms Dokumentation: Auswahl kriegsbedingter Umweltschäden seit Beginn der großangelegten russischen Invasion bis zur Zerstörung des Kachowka-Staudamms Statistik: Statistiken zu Umweltschäden Zivilgesellschaft / Lokale Selbstverwaltung und Resilienz (14.07.2023) Von der Redaktion: Sommerpause – und eine Ankündigung Analyse: Die neuen Facetten der ukrainischen Zivilgesellschaft Statistik: Entwicklung der ukrainischen Zivilgesellschaft Analyse: Der Beitrag lokaler Selbstverwaltungsbehörden zur demokratischen Resilienz der Ukraine Wissenschaft im Krieg (27.06.2023) Kommentar: Zum Zustand der ukrainischen Wissenschaft in Zeiten des Krieges Kommentar: Ein Brief aus Charkiw: Ein ukrainisches Wissenschaftszentrum in Kriegszeiten Kommentar: Warum die "Russian Studies" im Westen versagt haben, Aufschluss über Russland und die Ukraine zu liefern Kommentar: Mehr Öffentlichkeit wagen. Ein Erfahrungsbericht Statistik: Auswirkungen des Krieges auf Forschung und Wissenschaft der Ukraine Innenpolitik / Eliten (26.05.2023) Analyse: Zwischen Kriegsrecht und Reformen. Die innenpolitische Entwicklung der Ukraine Analyse: Die politischen Eliten der Ukraine im Wandel Statistik: Wandel der politischen Elite in der Ukraine im Vergleich Chronik: 5. April bis 3. Mai 2023 Sprache in Zeiten des Krieges (10.05.2023) Analyse: Die Ukrainer sprechen jetzt hauptsächlich Ukrainisch – sagen sie Analyse: Was motiviert Ukrainer:innen, vermehrt Ukrainisch zu sprechen? Analyse: Surschyk in der Ukraine: zwischen Sprachideologie und Usus Chronik: 08. März bis 4. April 2023 Sozialpolitik (27.04.2023) Analyse: Das Sozialsystem in der Ukraine: Was ist nötig, damit es unter der schweren Last des Krieges besteht? Analyse: Die hohen Kosten des Krieges: Wie Russlands Krieg gegen die Ukraine die Armut verschärft Chronik: 22. Februar bis 7. März 2023 Besatzungsregime / Wiedereingliederung des Donbas (27.03.2023) Analyse: Etablierungsformen russischer Herrschaft in den besetzten Gebieten der Ukraine: Wege und Gesichter der Okkupation Karte: Besetzte Gebiete Dokumentation: Human Rights Watch: Torture, Disappearances in Occupied South. Apparent War Crimes by Russian Forces in Kherson, Zaporizhzhia Regions (Ausschnitt) Dokumentation: War and Annexation. The "People’s Republics" of eastern Ukraine in 2022. Annual Report (Ausschnitt) Dokumentation: Terror, disappearances and mass deportation Dokumentation: Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) gegen Wladimir Putin wegen der Verschleppung von Kindern aus besetzten ukrainischen Gebieten nach Russland Analyse: Die Wiedereingliederung des Donbas nach dem Krieg: eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung Chronik 11. bis 21. Februar 2023 Internationaler Frauentag, Feminismus und Krieg (13.03.2023) Analyse: 8. März, Feminismus und Krieg in der Ukraine: Neue Herausforderungen, neue Möglichkeiten Umfragen: Umfragen zum Internationalen Frauentag Interview: "Der Wiederaufbau braucht einen geschlechtersensiblen Ansatz" Statistik: Kennzahlen und Indizes geschlechterspezifischer Ungleichheit Korruptionsbekämpfung (08.03.2023) Analyse: Der innere Kampf: Korruption und Korruptionsbekämpfung als Hürde und Gradmesser für den EU-Beitritt der Ukraine Dokumentation: Statistiken und Umfragen zu Korruption Analyse: Reformen, Korruption und gesellschaftliches Engagement Chronik: 1. bis 10. Februar 2023 Kriegsentwicklung / Jahrestag der Invasion (23.02.2023) Analyse: Unerwartete Kriegsverläufe Analyse: Die Invasion der Ukraine nach einem Jahr – Ein militärischer Rück- und Ausblick Kommentar: Die Unterstützung der NATO-Alliierten für die Ukraine: Ursachen und Folgen Kommentar: Der Krieg hat die Profile der EU und der USA in der Ukraine gefestigt Kommentar: Wie der Krieg die ukrainische Gesellschaft stabilisiert hat Kommentar: Die existenzielle Frage "Sein oder Nichtsein?" hat die Ukraine klar beantwortet Kommentar: Wie und warum die Ukraine neu aufgebaut werden sollte Kommentar: Der Krieg und die Kirchen Karte: Kriegsgeschehen in der Ukraine (Stand: 18. Februar 2023) Statistik: Verluste an Militärmaterial der russischen und ukrainischen Armee Chronik: 17. bis 31. Januar 2023 Meinungsumfragen im Krieg (15.02.2023) Kommentar: Stimmen die Ergebnisse von Umfragen, die während des Krieges durchgeführt werden? Kommentar: Vier Fragen zu Umfragen während eines umfassenden Krieges am Beispiel von Russlands Krieg gegen die Ukraine Kommentar: Meinungsumfragen in der Ukraine zu Kriegszeiten: Zeigen sie uns das ganze Bild? Kommentar: Meinungsforschung während des Krieges: anstrengend, schwierig, gefährlich, aber interessant Kommentar: Quantitative Meinungsforschung in der Ukraine zu Kriegszeiten: Erfahrungen von Info Sapiens 2022 Kommentar: Meinungsumfragen in der Ukraine unter Kriegsbedingungen Kommentar: Politisches Vertrauen als Faktor des Zusammenhalts im Krieg Kommentar: Welche Argumente überzeugen Deutsche und Dänen, die Ukraine weiterhin zu unterstützen? Dokumentation: Umfragen zum Krieg (Auswahl) Chronik: Chronik 9. bis 16. Januar 2023 Ländliche Gemeinden / Landnutzungsänderung (19.01.2023) Analyse: Ländliche Gemeinden und europäische Integration der Ukraine: Entwicklungspolitische Aspekte Analyse: Monitoring der Landnutzungsänderung in der Ukraine am Beispiel der Region Schytomyr Chronik: 26. September bis 8. Januar 2023 Weitere Angebote der bpb Redaktion

Chronik: 26. September bis 8. Januar 2023

Die Ereignisse vom 26. September 2022 bis 8. Januar 2023 in der Chronik.

Chronik: 26. September – 08. Januar 2023

DatumEreignis
26.09.2022 US-Außenminister Antony Blinken sagt gegenüber dem Nachrichtensender CBS News, die USA hätten Russland deutlich gemacht, dass die Konsequenzen eines russischen Einsatzes von Atomwaffen schrecklich wären. Blinken teilt nicht mit, wie die USA reagieren würden, sagt aber, die Regierung habe einen Plan.
26.09.2022 Das Einsatzkommando "Süd" der ukrainischen Streitkräfte meldet russischen Beschuss militärischer Ziele in der Region Odesa, bei dem Munition explodiert und ein Großbrand ausgelöst worden ist.
26.09.2022 Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geht davon aus, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum bis 2023 auf 2,2 Prozent verlangsamen wird. Das sind 2,8 Billionen US-Dollar weniger als vor der umfassenden russischen Invasion in die Ukraine von der OECD prognostiziert wurde.
27.09.2022 Nachdem der Pipeline-Betreiber am Vortag einen Druckabfall gemeldet hatte, entdecken dänische Behörden Lecks an drei Röhren der Gaspipelines Nord Stream 1 und 2. Das schwedische Nationale Seismische Netzwerk teilt mit, es habe zuvor zwei Explosionen registriert, die laut den dänischen und polnischen Ministerpräsidenten auf mögliche Sabotage hindeuten. Durch Nord Stream 1 hatte Russland bis zum 31. August 2022 Erdgas nach Deutschland geliefert, während Nord Stream 2 wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine nicht in Betrieb genommen worden war.
27.09.2022 Die ukrainischen Streitkräfte befreien Kupjansk-Wuslowyj in der Oblast Charkiw, wie der Gouverneur Oleh Synjehubow mitteilt. Der Ort ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt am linken Ufer des Flusses Oskil. Nach Angaben von Synjehubow sind noch 6 Prozent der Charkiwer Oblast unter russischer Kontrolle.
27.09.2022 Die von Russland eingesetzten Besatzungsverwaltungen geben die Ergebnisse der Scheinreferenden bekannt, die vom 23.–27. September 2022 in den besetzten Gebieten der Oblaste Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja durchgeführt worden sind. Die staatlich kontrollierte russische Nachrichtenagentur RIA behauptet unter Berufung auf die Besatzungsverwaltungen, dass im Gebiet Donezk 99 Prozent, im Gebiet Luhansk 98 Prozent, im Gebiet Cherson 87 Prozent und im Gebiet Saporischschja 93 Prozent für den Anschluss an Russland gestimmt hätten. Die örtliche Bevölkerung war teils unter Androhung von Waffengewalt zur Stimmabgabe gezwungen worden.
27.09.2022 US-Außenminister Antony Blinken sagt laut dem Nachrichtensender CNN, die Ukraine könne von den USA gelieferte Waffen einsetzen, um durch Russland besetztes Territorium zurückzuerobern. Darunter sind auch die Gebiete, in denen gerade die Scheinreferenden für den illegalen Anschluss an Russland abgehalten worden sind.
28.09.2022 Wie erwartet worden war rufen die Leiter der russischen Besatzungsverwaltungen im Gebiet Luhansk, Leonid Passetschnik, und Cherson, Wladimir Saldo, den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, ein Dekret über den Anschluss der Gebiete an Russland zu erlassen. Das berichtet die staatlich kontrollierte russische Nachrichtenagentur RIA, nachdem am Vortag die Ergebnisse der Scheinreferenden in mehreren von Russland besetzten Gebieten bekannt gegeben worden waren.
28.09.2022 Das US-Verteidigungsministerium kündigt ein neues Militärhilfepaket für die Ukraine im Wert von 1,1 Milliarden US-Dollar an, das unter anderem 18 weitere HIMARS-Mehrfachraketenwerfer, die dazugehörige Munition und Systeme zur Abwehr von Drohnenangriffen beinhaltet.
28.09.2022 Nach Angaben des britischen Geheimdienstes rücken die ukrainischen Streitkräfte auf mindestens zwei Achsen jenseits der Flüsse Oskil und Siwerskyj Donez nach Osten vor, wo die sich die russischen Truppen angesichts der erfolgreichen ukrainischen Gegenoffensive Anfang September um eine Festigung der Verteidigungslinien bemüht hatten. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs veröffentlicht das britische Verteidigungsministerium regelmäßig Analysen zum Kriegsverlauf.
28.09.2022 Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet ein Gesetz, das die Verbrauchsteuer auf Kraftstoffe mit Ausnahme von Kraftstoff für den Bedarf des Militärs wiedereinführt.
29.09.2022 Ein Vertreter des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte, Oleksij Hromow, teilt mit, dass in Russland seit der Ankündigung der Teilmobilmachung am 21. September schon etwa 100.000 Menschen einberufen worden sind. Er gehe außerdem davon aus, dass die angekündigte Zahl von 300.000 Menschen nicht endgültig ist.
29.09.2022 Im Rahmen eines weiteren Gefangenenaustauschs kehren vier Marinesoldaten und zwei Zivilisten aus russischer Gefangenschaft in die Ukraine zurück, wie der Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, mitteilt. In diesem Monat konnten insgesamt 235 Personen aus russischer Gefangenschaft zurückkehren.
29.09.2022 Sowohl der Hohe Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik Josep Borrell als auch der Generalsekretär der NATO Jens Stoltenberg erklären, dass sie Sabotage als Ursache für die Lecks an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 für wahrscheinlich halten. Kremlsprecher Dmitri Peskow spricht unterdessen von "Terrorakten". Seit dem 26. September 2022 sind vier Lecks entdeckt worden, Berichten der CNN zufolge hatten sich Boote der russischen Marine in der Nähe aufgehalten.
30.09.2022 In einer im russischen Staatsfernsehen übertragenen Rede kündigt der russische Präsident Wladimir Putin die Annexion der ukrainischen Oblaste Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja an und unterzeichnet danach die entsprechenden Dekrete. Die Oblaste sind teilweise von Russland besetzt, vom 23.–27. September 2022 waren dort Scheinreferenden für den Anschluss an Russland durchgeführt worden.
30.09.2022 Russland legt im UN-Sicherheitsrat sein Veto gegen eine Resolution ein, mit der die russische Annexion ukrainischer Gebiete als Völkerrechtsbruch verurteilt werden soll. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zuvor vier ukrainische Oblaste zu russischem Staatsgebiet erklärt.
30.09.2022 Bei einem Raketenangriff auf Zivilist:innen in der Oblast Saporischschja werden nach Angaben der ukrainischen Polizei mindestens 30 Menschen getötet und 88 weitere verletzt. Der Gouverneur der Oblast Saporischschja Oleksandr Staruch teilt mit, russische Truppen hätten außerdem eine Kolonne ziviler Autos auf dem Weg in von Russland besetztes Gebiet beschossen. Bei einem Angriff auf Dnipro werden drei Personen getötet und fünf weitere verletzt.
30.09.2022 Laut einem Sprecher der ukrainischen Streitkräfte rücken die ukrainischen Truppen weiter auf die strategisch wichtige Stadt Lyman in der Oblast Donezk vor und kesseln dort die russischen Truppen ein. Der US-Think Tank "Institute for the Study of War" (ISW) hatte am 28. September 2022 mit Verweis auf pro-russische Militärblogger berichtet, dass den russischen Truppen bei Lyman die Einkesselung bevorsteht.
30.09.2022 Der US-Kongress stimmt dafür, die Ukraine über den 16. Dezember 2022 hinaus mit 12,4 Milliarden US-Dollar an militärischen und ökonomischen Hilfen zu unterstützen.
30.09.2022 In einer Videobotschaft verkündet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass die Ukraine den Antrag auf einen beschleunigten Beitritt zur NATO eingereicht hat.
01.10.2022 Die ukrainischen Streitkräfte erobern die strategisch wichtige Stadt Lyman in der Oblast Donezk zurück, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner täglichen Videoansprache verkündet. Das russische Verteidigungsministerium hatte zuvor den Rückzug seiner Truppen aus der Stadt angekündigt, wo ihnen die Einkesselung durch die ukrainischen Truppen bevorstand.
01.10.2022 Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht reist zum ersten Mal seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar 2022 in die Ukraine. In Odesa trifft sie ihren ukrainischen Amtskollegen Oleksij Resnikow und sagt zu, dass die erste Einheit des versprochenen Luftabwehrsystems IRIS-T SLM innerhalb weniger Tage geliefert werde.
01.10.2022 In den sozialen Netzwerken werden von dem wichtigen russischen Militärflugplatz Belbek auf der annektierten Halbinsel Krim Explosionen gemeldet. Laut dem von Russland eingesetzten Gouverneur von Sewastopol Michail Raswoschajew sei dort ein Flugzeug von der Landebahn abgekommen und habe Feuer gefangen.
01.10.2022 Nach Angaben des Gouverneurs der Oblast Charkiw schießen russische Truppen in der Nähe von Kupjansk auf einen zivilen Konvoi und töten mindestens 24 Menschen. Erst am Vortag waren bei Beschuss eines Autokonvois bei Saporischschja 30 Zivilist:innen getötet worden.
01.10.2022 Das ukrainische staatliche Atomenergieunternehmen Enerhoatom teilt mit, der Leiter des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja, Ihor Muraschow, sei am 30. September 2022 von russischen Truppen entführt worden.
02.10.2022 Die Staats- und Regierungschef:innen der neun NATO-Mitgliedsstaaten Tschechien, Estland, Lettland, Litauen, Nordmazedonien, Montenegro, Polen, Rumänien und die Slowakei sprechen sich für einen Betritt der Ukraine zu dem Bündnis aus. Laut dem Nationalen Sicherheitsberater der USA Jake Sullivan solle das Beitrittsverfahren allerdings zu einer anderen Zeit wieder aufgenommen werden. Die Ukraine hatte am 30. September 2022 den beschleunigten Beitritt zur NATO beantragt.
02.10.2022 Papst Franziskus fordert eine sofortige Waffenruhe in der Ukraine und appelliert an den russischen Präsidenten Wladimir Putin die "Spirale der Gewalt und des Todes" zu beenden.
02.10.2022 Dem US-Think Tank "Institute for the Study of War" (ISW) zufolge ist der Rückzug russischer Truppen aus der strategisch wichtigen Stadt Lyman in der Oblast Donezk auf eine Entscheidung des Präsidenten Wladimir Putin zurückzuführen. Er deute darauf hin, dass Putin mehr daran liegt, die Besatzungsregime in den südukrainischen Oblasten Cherson und Saporischschja aufrechtzuerhalten.
03.10.2022 Der Leiter des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja Ihor Muraschow ist wieder freigelassen worden, wie der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Rafael Grossi auf Twitter mitteilt. Muraschow war am 30. September 2022 von russischen Truppen entführt worden.
03.10.2022 Im Zuge ihrer Gegenoffensive erobern die ukrainischen Streitkräfte die Orte Archanhelske und Myroljubiwka in der südukrainischen Oblast Cherson zurück, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videoansprache verkündet. Auch in der ostukrainischen Oblast Charkiw rücken die Streitkräfte nach ihrem Erfolg bei Lyman weiter vor und befreien den Ort Borowa östlich des Flusses Oskil.
03.10.2022 Laut dem Pressesprecher des russischen Präsidenten Dimitri Peskow halten die russischen Behörden "Konsultationen mit der lokalen Bevölkerung" ab, um die Grenzen der annektierten Oblaste Cherson und Saporischschja festzulegen.
04.10.2022 Die US-Regierung kündigt ein weiteres Militärhilfepaket für die Ukraine im Wert von 625 Millionen US-Dollar an, das unter anderem vier HIMARS-Mehrfachraketenwerfer, die dazugehörige Munition, 155 mm-Haubitzen und gepanzerte Fahrzeuge enthält.
04.10.2022 Beide Häuser des russischen Parlaments sowie das russische Verfassungsgericht stimmen der völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Oblaste Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja zu, die am 30. September 2022 vom russischen Präsidenten Wladimir Putin verkündet worden war.
04.10.2022 Das Einsatzkommando "Süd" der ukrainischen Streitkräfte meldet die Befreiung weiterer 8 Ortschaften in der Region Cherson von russischer Besatzung.
04.10.2022 Der verspätete Beginn der jährlichen Einberufung von etwa 120.000 Wehrpflichtigen in Russland deutet dem britischen Geheimdienst zufolge darauf hin, dass der russische Staat zunehmend mit der Bereitstellung von Ausrüstung und Training einer großen Zahl an Rekruten überfordert ist.
05.10.2022 Der russische Präsident Wladimir Putin unterzeichnet das Gesetz zur völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Oblaste Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja, die zuvor von ihm verkündet und vom russischen Parlament gebilligt worden war. Aus russischer Sicht sind die vier ukrainischen Territorien nun offiziell Teil der Russischen Föderation. Die Ukraine erkennt die Entscheidung ebenso wie die internationale Staatengemeinschaft nicht an.
05.10.2022 In seiner täglichen Videoansprache verkündet der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Rückeroberung weiterer Ortschaften in der Oblast Cherson. Auch aus anderen Oblasten werden Geländegewinne gemeldet. Die zurückeroberten Gebiete gehören teilweise zu den Oblasten, deren Annexion der russische Präsident Wladimir Putin gerade unterzeichnet hat.
05.10.2022 Der Vorsitzende des Obersten Gerichtshofs der Ukraine Wsewolod Knjasjew entlässt den stellvertretenden Vorsitzenden Bohdan Lwiw, nachdem der ukrainische Sicherheitsdienst bestätigt hatte, dass Lwiw einen russischen Pass besitzt.
06.10.2022 Bei einem erneuten Besuch in Kyjiw sagt der Leiter der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) Rafael Grossi, ein Atomunfall im Kernkraftwerk Saporischschja sei immer noch eine sehr klare Möglichkeit. Er kündigt an, dass die IAEA-Mission vor Ort von zwei auf vier Personen aufgestockt werde.
06.10.2022 Zwei Tage nach seinem überraschenden Rücktritt "aus gesundheitlichen Gründen" bestätigt die Werchowna Rada offiziell die Entlassung des ehemaligen Chefs der ukrainischen Nationalbank, Kyrylo Schewtschenko. Daraufhin leiten das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) und die Spezialisierte Antikorruptionsstaatsanwaltschaft (SAP) ein Verfahren wegen Unterschlagung gegen ihn ein.
06.10.2022 Bei mehreren Raketeneinschlägen in Saporischschja werden dem Gouverneur der gleichnamigen Region Oleksandr Staruch zufolge mindestens drei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt.
06.10.2022 Nach den Scheinreferenden für den Anschluss an Russland in den besetzten ukrainischen Gebieten beschließen die EU-Mitgliedsstaaten ein neues Sanktionspaket. Es umfasst Einfuhrverbote im Wert von 7 Milliarden Euro und legt die Grundlage für die Einführung eines Ölpreisdeckels für russisches Öl, heißt es in der Erklärung der Europäischen Kommission.
06.10.2022 Laut dem Leiter des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats Oleksij Danylow ist die Zahl der russischen Bürger, die Russland innerhalb der letzten zehn Tage verlassen haben, doppelt so hoch wie die Zahl der Bürger, die einberufen worden sind. Die Anordnung einer Teilmobilmachung am 21. September 2022 hat zu einer massenhaften Flucht russischer Wehrpflichtiger ins Ausland geführt.
06.10.2022 Die Sprecherin des Einsatzkommandos "Süd" der ukrainischen Streitkräfte Natalija Humenjuk berichtet, in der Region Cherson seien seit Anfang Oktober 2022 mehr als 400 Quadratkilometer zurückerobert worden. Die Ukraine meldet seit Tagen Geländegewinne in den von Russland annektierten Gebieten in der Süd- und Ostukraine.
07.10.2022 In der von ukrainischen Truppen zurückeroberten Stadt Lyman in der Oblast Donezk wird nach Angaben des Gouverneurs Pawlo Kyrylenko eine Grabstätte mit mehr als 200 Gräbern sowie ein Massengrab gefunden. Am 2. September 2022 hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj die Rückeroberung des Ortes verkündet.
07.10.2022 Der Friedensnobelpreis des Jahres 2022 wird an den inhaftierten Aktivisten Ales Bjaljazki aus Belarus, die russische Menschenrechtsorganisation Memorial und die ukrainische Menschenrechtsorganisation "Zentrum für bürgerliche Freiheiten" vergeben, wie das Komitee in Oslo mitteilt.
07.10.2022 Die Werchowna Rada ernennt den ehemaligen Leiter der Oschadbank, Andrij Pyschnyj, zum neuen Leiter der ukrainischen Nationalbank. Der bisherige Leiter Kyrylo Schewtschenko war am 4. Oktober 2022 "aus gesundheitlichen Gründen" zurückgetreten.
08.10.2022 Auf der Krim-Brücke, die seit 2018 das russische Festland mit der annektierten Krim verbindet, ereignet sich eine Explosion, bei der ein Zug in Brand gerät und Fahrbahnteile der Auto- und Eisenbahnbrücke ins Wasser stürzen. Die Brücke hat für Russland einen hohen Symbolwert und ist zudem eine wichtige Versorgungsroute für die von Russland besetzten Gebiete der Krim und der Südukraine. Die Reparaturarbeiten sollen Monaten dauern, ein Verkehr über die Brücke ist nur eingeschränkt möglich.
08.10.2022 Im Gebiet Cherson ordnet die russische Besatzungsverwaltung die Evakuierung von kleinen Kindern, deren Eltern und älteren Menschen an. Ukrainische Streitkräfte sind bei einer Gegenoffensive in der Region derzeit auf dem Vormarsch.
08.10.2022 Der Befehlshaber der russischen Luftwaffe, General Sergej Surowikin, ist zum Kommandeur aller in der Ukraine kämpfenden russischen Truppen ernannt worden, wie das russische Verteidigungsministerium mitteilt.
09.10.2022 Der russische Präsident Wladimir Putin macht den ukrainischen Geheimdienst (SBU) für die Explosion auf der Krim-Brücke verantwortlich. Dies sei "ein Terrorakt, der auf die Zerstörung kritischer ziviler Infrastruktur der Russischen Föderation ausgerichtet war", zitiert die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS den Präsidenten. Die Krim-Brücke war am Vortag schwer beschädigt worden, nachdem dort russischen Angaben zufolge eine LKW-Bombe explodiert war.
09.10.2022 Das Atomkraftwerk Saporischschja wird der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge wieder an das Stromnetz angeschlossen, nachdem die Stromleitung durch Beschuss ausgefallen war und das Atomkraftwerk drei Tage über Notfall-Dieselgeneratoren versorgt worden war.
09.10.2022 Bei einem Raketenangriff auf die Stadt Saporischschja werden mindestens 12 Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt. Zuvor hatte der ukrainische staatliche Notdienst mitgeteilt, dass die Zahl der Todesopfer des russischen Raketenangriffs auf die Stadt vom 6. Oktober 2022 auf mindestens 17 gestiegen ist.
10.10.2022 Nach dem größten Raketenangriff auf die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar 2022 gibt es in fast allen Landesteilen Luftalarm. Explosionen werden unter anderem aus der Hauptstadt Kyjiw, Charkiw, Krywyj Rih, Dnipro, Krementschuk sowie den westukrainischen Großstädten Lwiw, Ternopil, Chmelnyzkyj und Schytomyr gemeldet. Nach Angaben des Generalstabs der ukrainischen Streitkräfte wurden insgesamt 84 Marschflugkörper und 24 Kamikaze-Drohnen auf die Ukraine abgefeuert, von denen 43 bzw. 13 abgeschossen werden konnten. Bei dem Angriff werden nach Angaben des Innenministeriums mindestens 14 Menschen getötet und weitere 97 verletzt.
10.10.2022 Nach dem russischen Raketengroßangriff auf die Ukraine, bei dem laut Premierminister Denys Schmyhal in 11 Regionen sowie der Hauptstadt Kyjiw kritische Energieinfrastruktur getroffen wird, kommt es im ganzen Land zu Stromausfällen. Die Bevölkerung wird aufgerufen, den Stromverbrauch zu reduzieren und die ukrainischen Stromexporte werden vorübergehend gestoppt, um die Stabilität des Stromnetzes aufrecht zu erhalten. Am Morgen waren aus zahlreichen ukrainischen Großstädten Explosionen gemeldet worden.
10.10.2022 In Reaktion auf den massiven Raketenangriff auf die Ukraine sagt Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft, die Angriffe hätten absichtlich zur Hauptverkehrszeit stattgefunden und die Zivilbevölkerung und die Energieversorgung zum Ziel gehabt. Der NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilt die Angriffe in einer Twitter-Nachricht. Ahnliche Reaktionen kommen aus den Hauptstädten der westeuropäischen Staaten und den USA.
10.10.2022 Die EU-Kommission hat den besonderen Schutz für ukrainische Geflüchtete um ein Jahr bis März 2024 verlängert, wie die Kommissarin Ylva Johansson mitteilt. Der Status, den die Mitgliedstaaten kurz nach der russischen Invasion in der Ukraine erstmals aktiviert haben, kann für bis zu drei Jahre vergeben werden und gewährt Zugang zu Bildung, Gesundheitsversorgung, Sozialleistungen und zum Arbeitsmarkt.
10.10.2022 Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko kündigt laut Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur BelTA an, eine gemeinsame regionale Militäreinheit der Streitkräfte seines Landes mit der russischen Armee zu bilden und Tausende russischer Soldaten in Belarus zu stationieren.
11.10.2022 Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, fordert bei einem Treffen mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin eine Schutzzone um das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja. Putin warnt bei dem Treffen offenbar vor einer übermäßigen Politisierung nuklearer Angelegenheiten.
11.10.2022 Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs kehren nach Angaben des Leiters des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, 32 Militärangehörige aus russischer Kriegsgefangenschaft in die Ukraine zurück. Außerdem sei der Leichnam des israelischen Staatsbürgers und Soldaten Dmytro Fialka überstellt worden.
11.10.2022 Nach einer Videokonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verurteilen die Staats- und Regierungschefs der G7 den gestrigen russischen Raketenangriff auf die ukrainische Zivilbevölkerung und Energieinfrastruktur. Sie werden den russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Rechenschaft ziehen, heißt es in ihrer gemeinsamen Erklärung.
11.10.2022 Einem Bericht des "Spiegel" zufolge erhalten die ukrainischen Streitkräfte das erste IRIS-T-Luftabwehrsystem aus Deutschland. Bei ihrem Besuch in der Ukraine am 1. Oktober 2022 hatte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht die Lieferung angekündigt. Laut dem ukrainischen Verteidigungsminister Oleksij Resnikow kommen außerdem vier weitere HIMARS-Mehrfachraketenwerfer aus den USA in der Ukraine an.
11.10.2022 Das ukrainische staatliche Atomenergieunternehmen Enerhoatom teilt mit, der stellvertretende Leiter des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja, Walerij Martynjuk sei von russischen Truppen entführt worden und werde an einem unbekannten Ort festgehalten. Erst am 1. Oktober 2022 war der Leiter des Atomkraftwerks Ihor Muraschow entführt und nach Verhören wieder freigelassen worden.
12.10.2022 Die UN-Vollversammlung stimmt mit überwältigender Mehrheit für eine Resolution, in der die völkerrechtswidrige Annexion von vier ukrainischen Oblasten verurteilt wird und Russland dazu aufgefordert wird, diese zurückzunehmen. Die Resolution erhält mit 143 Stimmen dafür bei 5 Gegenstimmen und 35 Enthaltungen noch breitere Unterstützung für die Ukraine als die vorangegangenen drei Resolutionen, die seit Beginn des russischen Angriffskriegs beschlossen wurden.
12.10.2022 Bei einem russischen Angriff auf einen Markt in der ostukrainischen Stadt Awdijiwka werden nach Angaben des Gouverneurs der Oblast Donezk mindestens sieben Menschen getötet und acht verletzt.
13.10.2022 Im Rahmen eines weiteren Gefangenenaustauschs können nach Angaben des Leiters des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, 20 Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft in die Ukraine zurückkehren.
13.10.2022 Die Ukraine erhält nach Angaben des Premierministers Denys Schmyhal vom Internationalen Währungsfonds (IWF) einen Kredit zur Notfinanzierung in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar. Das Geld werde zur Stärkung der Verteidigungsfähigkeit, Zahlung von Renten und Sozialprogrammen sowie zur Unterstützung der Wirtschaft verwendet. Im März 2022 hatte der IWF der Ukraine bereits eine Notfinanzierung in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar gewährt.
14.10.2022 Der belarussische Außenminister Wladimir Makej erklärt in einem Interview mit der Zeitung "Iswestija", dass Belarus angesichts einer angeblichen Bedrohung aus den Nachbarstaaten die Streitkräfte im Rahmen eines "Antiterror-Einsatzes" in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt hat. Zuvor hatte Präsident Alexander Lukaschenko angekündigt, eine gemeinsame regionale Militäreinheit mit der russischen Armee zu bilden. Berichten belarussischer Medien zufolge hat Lukaschenko mit einer verdeckten Mobilmachung begonnen.
14.10.2022 Elon Musk informiert das US-Verteidigungsministerium, sein Unternehmen SpaceX sei nicht bereit, für die weitere Finanzierung des Satellitensystems "Starlink" in der Ukraine aufzukommen. Der Internetzugang über Starlink war kurz nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine aktiviert worden und wird auch vom ukrainischen Militär genutzt.
15.10.2022 Elon Musk sagt, dass sein Unternehmen SpaceX das Satellitensystem Starlink in der Ukraine doch auch in Zukunft finanzieren werde. Die Ankündigung kommt einen Tag nachdem er per Twitter die Weiterfinanzierung in Frage gestellt hatte, was für große Kritik sorgte.
15.10.2022 Nach erneuten russischen Raketenangriffen in mehreren Regionen der Ukraine berichtet der staatliche Energiekonzern Ukrenerho von schweren Schäden an Energieinfrastruktur im Raum Kyjiw und ruft die Bevölkerung zum Stromsparen auf.
15.10.2022 Das belarussische Verteidigungsministerium bestätigt die Ankunft erster russischer Soldaten in Belarus, nachdem Präsident Alexander Lukaschenko am 10. Oktober 2022 die Bildung einer gemeinsamen Militäreinheit aus belarusischen und russischen Streitkräften angekündigt hatte.
15.10.2022 US-Präsident Joe Biden kündigt ein weiteres Militärhilfepaket für die Ukraine im Wert von 725 Millionen US-Dollar an, das unter anderem zusätzliche Munition für die HIMARS-Mehrfachraketenwerfer, andere Munition und Fahrzeuge enthält.
16.10.2022 Der ukrainische Militärgeheimdienst (HUR) setzt 100.000 US-Dollar Kopfgeld aus für die Ergreifung des russischen ehemaligen FSB-Agenten Igor Girkin, der auch unter dem Decknamen Strelkow bekannt ist. Er hatte 2014 den pro-russischen Aufstand im Donbas angeführt und wird beschuldigt, am Abschuss des Passagierflugzeugs MH17 der Malaysia Airlines beteiligt gewesen zu sein.
16.10.2022 In seiner täglichen Videoansprache sagt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass derzeit heftige Kämpfe in den Städten Bachmut und Soledar im Gebiet Donezk stattfinden.
17.10.2022 Im Rahmen eines Gefangenenaustauschs kehren 108 Ukrainer:innen aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück, wie der Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak mitteilt. Bei den Frauen handelt es sich überwiegend um Militärangehörige.
17.10.2022 Bei einem russischen Angriff mit Kamikaze-Drohnen werden in der Hauptstadt Kyjiw Wohnhäuser getroffen und vier Menschen getötet, wie der Bürgermeister Witalij Klytschko mitteilt. In Sumy werden laut dem Gouverneur Dmytro Schywyzkji bei Einschlägen mindestens drei Menschen getötet und weitere verletzt. Aus den Gebieten Dnipropetrowsk und Odesa werden ebenfalls Angriffe gemeldet. Bei den Drohnen handelt es sich mutmaßlich um solche des Typs Shahed-136 aus iranischer Produktion.
17.10.2022 Der Rat der Außenminister:innen der EU beschließt eine militärische Ausbildungsmission "EU Military Assistance Mission" (EUMAM) für die Ukraine, wie aus einer Erklärung des Rates hervorgeht. Sie ist die bisher größte Ausbildungsmission der EU für ein Drittland und hat zum Ziel, zur Verbesserung der Fähigkeiten der ukrainischen Streitkräfte beizutragen. Bis zu 5.000 ukrainische Soldat:innen sollen in Deutschland ausgebildet werden.
17.10.2022 Die iranische Regierung bestreitet erneut die Lieferung von Kamikaze-Drohnen an Russland, wie aus einer Erklärung des iranischen Außenministers hervorgeht. Russland hatte laut dem ukrainischen Innenminister Denys Monastyrskyj die Ukraine am heutigen Tag mit etwa 40 Drohnen angegriffen, die mutmaßlich aus iranischer Produktion stammen.
18.10.2022 Das ukrainische staatliche Atomenergieunternehmen Enerhoatom teilt mit, das zwei weitere ranghohe Mitarbeiter des besetzten Atomkraftwerks Saporischschja von russischen Truppen entführt worden seien und an einem unbekannten Ort festgehalten werden. Während der bereits zuvor entführte Leiter des Werks Ihor Muraschow wieder freigelassen wurde, wird sein ebenfalls entführter Stellvertreter Walerij Martynjuk weiterhin festgehalten.
18.10.2022 Der neue Befehlshaber der russischen Armee in der Ukraine, Sergej Surowikin, erwartet einen ukrainischen Gegenangriff auf Cherson und schließt im weiteren Vorgehen "schwierige Entscheidungen" nicht aus. Der Leiter der russischen Besatzungsverwaltung in Cherson, Wladimir Saldo, ordnet die Evakuierung der Zivilbevölkerung aus einigen Regionen am rechten Ufer des Dnipro an. Die ukrainischen Streitkräfte rücken seit einigen Wochen immer weiter auf die südukrainische Stadt Cherson vor.
18.10.2022 Deutschland übergibt der Ukraine weitere fünf Bergepanzer, sieben Brückenlegesysteme sowie Winteruniformen und Ausrüstung, wie aus der aktualisierten Liste der militärischen Unterstützung der Bundesregierung hervorgeht.
18.10.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt auf Twitter, seit dem 10. Oktober seien durch russischen Beschuss rund 30 Prozent der ukrainischen Elektrizitätswerke zerstört worden, was zu massiven Stromausfällen im ganzen Land geführt hätte. Russland hatte am Morgen seine Angriffe auf ukrainische Energieinfrastruktur fortgesetzt. In Kyjiw wurden laut Bürgermeister Witalij Klytschko bei einer Explosion drei Mitarbeiter:innen getötet.
18.10.2022 Laut Premierminister Denys Schmyhal erhält die Ukraine die erste Tranche von 2 Milliarden Euro einer am 20. September 2022 vom Rat der EU beschlossenen Makrofinanzhilfe von insgesamt 5 Milliarden Euro. Dies stelle die zweite Phase eines Hilfspakets der EU in Höhe von 9 Milliarden Euro für die Ukraine dar, heißt es in der Pressemitteilung des Rates vom September.
18.10.2022 Laut dem Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes (HUR), Kyrylo Budanow, befindet sich der frühere russische FSB-Agent und Anführer des pro-russischen Aufstandes im Jahr 2014 im Donbas Igor Girkin, genannt Strelkow, auf dem besetzten Gebiet der Ukraine. Auf seine Ergreifung hatte der HUR zwei Tage zuvor 100.000 US-Dollar Kopfgeld ausgesetzt.
18.10.2022 Der Bauunternehmer und ehemalige Abgeordnete Maksym Mykytas wird bei dem Versuch, den Bürgermeister von Dnipro Borys Filatow mit mehreren Millionen US-Dollar zu bestechen, festgenommen, teilt das Nationale Antikorruptionsbüros (NABU) mit.
19.10.2022 Ein russischer Raketenangriff auf das Wärmekraftwerk Burschtyn in der Region Iwano-Frankiwsk führt zum Ausbruch eines Feuers. Verletzte werden nicht gemeldet.
19.10.2022 Da russische Streitkräfte bei verstärktem Beschuss in der Nacht erneut die Energieinfrastruktur der Ukraine getroffen haben, fordert das Präsidialamt die Ukrainer:innen in allen Regionen auf, so wenig Strom wie möglich zu verbrauchen, um Stromausfälle zu vermeiden.
19.10.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erteilt den Auftrag, mobile Stromversorgungsstellen für kritische Infrastrukturen zu schaffen, da die Behörden die vollständige Abschaltung des ukrainischen Energiesystems nicht ausschließen. Es sollen beispielsweise mobile Versorgungsstellen in Gebäuden von Krankenhäusern, Entbindungskliniken, Regierungsbehörden und kritischen Unternehmen installiert werden.
19.10.2022 Das ukrainische Volk erhält den Sacharow-Preis für geistige Freiheit 2022. Die Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola erklärt, dieser Preis sei für die Ukrainer:innen, die in ihrem Land kämpfen, für diejenigen, die gezwungen waren zu fliehen, für diejenigen, die Angehörige und Freunde verloren haben und für alle, die aufstehen und für das kämpfen würden, woran sie glaubten. Die Vergabe des Sacharow-Preises, auch EU-Menschenrechtspreis genannt, findet am 14. Dezember in Straßburg statt.
19.10.2022 Der russische Präsident Wladimir Putin kündigt in einem Dekret an, das Kriegsrecht in den von Russland annektierten ukrainischen Regionen Cherson, Saporischschja, Donezk und Luhansk einzuführen. Dem Dekret zufolge werden in den Gebieten die öffentliche Ordnung verschärft, Bewohner:innen vorübergehend in sichere Gebiete umgesiedelt, eine besondere Ein- und Ausreiseregelung eingeführt, die Bewegungsfreiheit und der Verkehr eingeschränkt.
19.10.2022 Für ukrainische Geflüchtete, die sich seit langem in Polen aufhalten, wird die finanzielle Unterstützung schrittweise eingeschränkt. Personen, die seit dem 1. Januar länger als 120 Tage in Notunterkünften untergebracht sind, müssen 50 Prozent der Unterkunftskosten von nun an selbst tragen.
20.10.2022 Die Einwohner:innen von Kyjiw beginnen, die Stromversorgung abzuschalten, um eine Überlastung des Energiesystems zu vermeiden. In der Hauptstadt werden Busse anstelle einiger Trolleybusse eingesetzt. Die Abschaltung soll nicht länger als 4 Stunden dauern, kann aber nach 8 Stunden wiederholt werden.
20.10.2022 Der ukrainische Stromnetzbetreiber Ukrenerho teilt mit, dass es am 21. Oktober in der gesamten Ukraine zu vorübergehenden Einschränkungen der Stromlieferungen kommen werde.
20.10.2022 Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte erklärt, dass die Gefahr einer erneuten Offensive der russischen Armee gegen die Ukraine aus Belarus wachse.
20.10.2022 Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte teilt mit, dass Russland in den vergangenen zehn Tagen 154 Raketen auf die Ukraine abgefeuert hat. Das ist fast siebenmal mehr als in den ersten zehn Tagen des Monats. 64 Prozent der Raketen wurden von der ukrainischen Luftabwehr abgeschossen. Das ukrainische Energieministerium erklärt, dass Russland seit dem 10. Oktober etwa 300 Angriffe auf das ukrainische Energiesystem mit verschiedenen Waffen durchgeführt habe.
20.10.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erlässt Dekrete zur Einführung des Beschlusses des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates über Sanktionen gegen russische Oligarchen, Unternehmen, Mitarbeiter:innen und Künstler:innen. Laut Nationalem Sicherheits- und Verteidigungsrat betreffen die Sanktionen insgesamt mehr als 3.600 juristische und natürliche Personen, darunter 256 Oligarchen.
20.10.2022 Die Nationalbank der Ukraine gibt Prognosen für das kommende Jahr heraus. Sie geht davon aus, dass das ukrainische BIP im Jahr 2022 um etwa 32 Prozent schrumpfen und von 2023 bis 2024 jährlich um 4–5 Prozent wachsen werde.
20.10.2022 Amnesty International erklärt, dass die russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur "Kriegsverbrechen" gleichkämen.
21.10.2022 In der Ost- und Südukraine finden weiterhin aktive Kampfhandlungen statt. Erfolge vermeldet das ukrainische Militär in der Region Cherson. Dort seien bereits insgesamt 88 Siedlungen durch ukrainisches Militär von russischen Besatzungstruppen befreit worden.
21.10.2022 Die Staats- und Regierungschef:innen der EU-Staaten geben ihre Zustimmung für einen Plan zur finanziellen Unterstützung der Ukraine. Dieser Plan sieht bis zum Jahr 2023 monatlich 1,5 Milliarden Euro für die Ukraine vor. Der Gesamtbetrag der Hilfe beläuft sich auf 18 Mrd. Euro. Die Finanzminister:innen der EU-Staaten werden damit beauftragt, einen geeigneten Mechanismus zur Beschaffung der Mittel zu entwickeln.
21.10.2022 Die Situation im Zusammenhang mit der "Getreide-Initiative" ist zunehmend angespannt. Weit mehr als 100 Schiffe warten darauf, die ukrainischen vertraglichen Verpflichtungen zur Lieferung von Agrarerzeugnissen zu erfüllen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass die Ukraine während der Laufzeit des Getreideabkommens rund 3 Mio. Tonnen Lebensmittel zu wenig exportiert hat, weil Russland die Kontrollen verzögere. Dies entspricht dem Jahresverbrauch von 10 Millionen Menschen.
22.10.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet einen Gesetzentwurf über die freiwillige militärische Einberufung von Frauen. Frauen mit Berufen, die für die militärische Ausbildung relevant sind, können sich nun aus freien Stücken zum Wehrdienst melden. Gleichzeitig müssen sich weibliche Sanitäterinnen zum Wehrdienst melden.
22.10.2022 In Kyjiw und 4 Oblasten kommt es zu vorübergehenden Stromausfällen.
22.10.2022 Das Berufungsgericht des Obersten Gerichtshofs der Ukraine weist eine Berufung der Sozialistischen Partei der Ukraine, die damit ihrem Verbot entgehen wollte, zurück. Damit sind nun 12 pro-russische Parteien in der Ukraine vollständig verboten.
23.10.2022 Das ukrainische Militär versucht weiterhin, Gebiete in der Region Cherson zu befreien, während die russischen Truppen ihre Kräfte zunehmend am linken Ufer des Dnjepr konzentrieren.
23.10.2022 Die G7-Staaten geben eine Erklärung ab, in welcher sie die Entführung der Leitung und von Personal des Kernkraftwerks Saporischschja durch russische Besatzungstruppen verurteilen. Sie forderten Russland auf, der Ukraine die volle Kontrolle über das AKW zurückzugeben.
23.10.2022 Der ukrainische Stromnetzbetreiber Ukrenerho schränkt die Energieversorgung in der Hauptstadt Kyjiw sowie den Regionen Kyjiw, Tschernihiw, Tscherkassy und Schytomyr ein. Dies sei notwendig, um eine Überlastung des Netzes in diesen Regionen zu vermeiden. Im ganzen Land sind 70 Reparaturteams des Unternehmens mit der Instandsetzung der Infrastruktur nach den jüngsten Raketenangriffen beschäftigt.
23.10.2022 Das Niederländische Verteidigungsministerium gibt bekannt, dass die Niederlande über die Europäische Friedensfazilität 500 Millionen Euro für militärische Ausrüstung zur Unterstützung der Ukraine bereitstellen werden.
24.10.2022 Der ukrainische Stromnetzbetreiber Ukrenerho schränkt am Morgen die Stromversorgung der Verbraucher in Kyjiw und sieben weiteren Oblasten der Ukraine ein.
24.10.2022 Die Streitkräfte der Ukraine melden die Befreiung von Siedlungen in der Region Luhansk und in der Region Donezk.
24.10.2022 Das Nationale Antikorruptionsbüro setzt den ehemaligen Präsidenten der ukrainischen Nationalbank, Kyrylo Schewtschenko, wegen des Verdachts auf Diebstahl von 200 Millionen Hrywnja der Ukrhasbank auf die Fahndungsliste.
24.10.2022 Das ukrainische Wirtschaftsministerium schätzt, dass die Arbeitslosigkeit in der Ukraine Ende 2022 bei 30 Prozent liegen wird.
24.10.2022 Eine vom Internationalen Institut für Soziologie in Kyjiw am 21. und 23. Oktober durchgeführte Umfrage ergibt, dass 86 Prozent der befragten Ukrainer:innen es für notwendig halten, den bewaffneten Kampf gegen die russische Truppen fortzusetzen, auch wenn der verheerende Beschuss der russischen Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur anhält.
25.10.2022 Der deutsche Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trifft in der Ukraine ein, um seine Unterstützung für das Land zum Ausdruck zu bringen. Es ist sein erster Besuch seit Ausbruch des Krieges. Medienberichten zufolge kündigt er neue Militärhilfen für die Ukraine an: zwei MARS-Mehrfachraketen und vier Haubitzen. Deutschland würde auch weiterhin Luftabwehrsysteme liefern.
25.10.2022 Arbeitslose können sich der ukrainischen "Wiederaufbauarmee" anschließen. Sie erhalten für die gemeinnützige Arbeit den Mindestlohn, der 6.700 Hrywnja beträgt (ca. 186 Euro). Die Regierung geht davon aus, dass die Arbeitslosenquote bis Ende des Jahres bei etwa 30 Prozent liegen wird. Daher hat das ukrainische Ministerkabinett einen Mechanismus vorgeschlagen, mit dem vorübergehend Arbeitslose für dringende Arbeiten in den Regionen einbezogen werden können.
25.10.2022 Die Weltbank stellt der Ukraine zusätzliche 500 Millionen US-Dollar zur Verfügung. Die Finanzierung wird durch Darlehensgarantien des Vereinigten Königreichs in derselben Höhe unterstützt. Die Mittel sollen zur "Unterstützung wesentlicher öffentlicher Dienstleistungen" verwendet werden, ohne dass diese näher bezeichnet sind.
25.10.2022 Die stellvertretende Regierungschefin der Ukraine, Iryna Wereschtschuk, fordert Ukrainer:innen, die gezwungen waren ins Ausland zu gehen, auf, wegen des russischen Beschusses kritischer Infrastrukturen über den Winter nicht in ihre Heimat zurückzukehren.
26.10.2022 In der Nacht beschießen russische Truppen die Region Saporischschja: Die Stadt Orechow und das nahe gelegene Dorf Preobraschenka gerieten unter Beschuss.
26.10.2022 Die Bundesrepublik Deutschland übergibt der Ukraine zwei MARS II-Mehrfachraketenwerfer und vier Panzerhaubitzen 2000.
26.10.2022 Die Ukraine richtet in den von den russischen Besatzern befreiten Gebieten sowie in anderen ukrainischen Städten Heizzentralen für Herbst und Winter ein.
26.10.2022 US-Waffenhersteller Raytheon übergibt zwei NASAMS-Luftabwehrsysteme an die Vereinigten Staaten, die demnächst an die Ukraine geliefert werden sollen.
27.10.2022 Die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) äußert Bedenken zur Sicherheit in dem von russischen Truppen kontrollierten Atomkraftwerk Saporischschja. Aufgrund der Anwesenheit russischer Techniker im AKW könne es zu Unklarheiten über die Befehlskette in der Anlage kommen, was sich negativ auf die nukleare Sicherheit auswirken könne. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi betont, er betrachte das AKW als ukrainische Anlage.
27.10.2022 Der ukrainische Sicherheitsdienst (SBU) teilt mit, dass er seit Beginn der Invasion bereits 33 Verdachtsfällen auf russische Unterstützung durch Vertreter der Ukrainisch Orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats (UOK) nachgehe. Russland wird verdächtigt, über die UAK Einfluss auf die Ukraine zu nehmen.
27.10.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet ein Gesetz, das eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben um 386,9 Mrd. Hrywnja im Jahr 2022 vorsieht. Die erhöhten Ausgaben sollen es ermöglichen, dringende Aufgaben im Bereich der nationalen Sicherheit und der Verteidigung sowie Maßnahmen zur Abwehr einer bewaffneten Aggression Russlands durchzuführen und die staatlichen Verpflichtungen zur Zahlung von Gehältern an Soldat:innen zu erfüllen.
27.10.2022 In der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw sind mehr als 40 Ortsbezeichnungen umbenannt worden, deren Namen mit Russland oder der sowjetischen Vergangenheit verbunden waren. Dies gab der Bürgermeister der Hauptstadt bekannt.
28.10.2022 Im Osten und Süden der Ukraine wird weiterhin gekämpft. In der Nacht nehmen russische Besatzungstruppen die Region Saporischschja unter Beschuss.
28.10.2022 In der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw dauern die Notstromausfälle länger als in den vergangenen Tagen; Verbraucher:innen müssen mit bis zu 6 Stunden Stromausfall rechnen.
28.10.2022 Das ukrainische Energieministerium teilt mit, dass der Strompreis für Haushalte bis zum Ende der Heizperiode, d. h. bis Ende März 2023, unverändert bleiben werde.
28.10.2022 Das US-Verteidigungsministerium kündigt an, dass es der Ukraine neue Militärhilfen im Wert von 275 Millionen US-Dollar zur Verfügung stellen werde. Das Paket enthält zusätzliche Munition, insbesondere für HIMARS-Mehrfachraketenwerfer.
29.10.2022 Russland setzt das Getreideabkommen aus. Damit erschwert sich der Export von Getreide für die Ukraine erneut. Das Abkommen war von der Türkei und der UNO vermittelt worden und ermöglichte es der Ukraine, Getreide, eines der wichtigsten Exportprodukte, auf dem Seeweg zu exportieren.
29.10.2022 In einem weiteren Gefangenenaustausch kehren 52 Ukrainer:innen aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück. Unter ihnen befinden sich Militärangehörige sowie ein Arzt, der sich im Asowstal-Werk in Mariupol befunden hatte.
29.10.2022 Slowenien übergibt 28 M-55S-Panzer an die Ukraine. Es handelt sich um modernisierte sowjetische T-55-Panzer, die nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt wurden. Dafür erhält Slowenien 35 schwere Lastwagen und fünf Wassertankwagen aus Deutschland.
30.10.2022 Am Morgen beschießen russische Besatzungstruppen das Industriegebiet von Enerhodar in der Region Saporischschja. Ein großer Teil der Stadt, in der sich das größte Atomkraftwerk Europas befindet, ist ohne Strom. Auch das Gebiet Mykolajiw wird beschossen.
30.10.2022 Nach Angaben des ukrainischen Infrastrukturministeriums hat der Rückzug Russlands aus dem Getreideabkommen dazu geführt, dass der Verkehr von 218 Frachtschiffen de facto blockiert wird. Die Ukraine sei gezwungen, die Getreideexporte über die Schwarzmeerhäfen auszusetzen. UN-Generalsekretär António Guterres und die Türkei, die das Abkommen vermittelt hatten, führen Gespräche zur Wiederaufnahme mit Russland. Die EU fordert Russland auf, die Aussetzung zurückzunehmen. Der litauische Außenminister Gabrielius Landsbergis fordert eine militärische Eskorte für Schiffe mit ukrainischem Getreide.
30.10.2022 Die New York Times berichtet, dass sich die Lage an der Front im Süden der Ukraine in den letzten Monaten verändert habe. Mit westlichen Waffen und eigenen Drohnen habe sich die Ukraine einen Artillerievorteil gegenüber den russischen Besatzern in der Region verschafft.
31.10.2022 Am Morgen beschießt Russland mehrere Regionen der Ukraine massiv. Die Infrastruktur in den Gebieten Kyjiw, Poltawa, Saporischschja, Charkiw, Tscherkassy, Czernowitz und anderen Regionen wird beschädigt. Drohnen und Raketen beschädigen insgesamt 18 Einrichtungen in 10 Regionen, die meisten davon Energieanlagen. Ein Teil der Bahnstrecke der Ukraine ist stromlos, es kommen Ersatzdiesellokomotiven zum Einsatz.
31.10.2022 Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) starten eine Mission zur Inspektion von zwei ukrainischen Atomanlagen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Anschuldigungen Russlands, die Ukraine entwickle eine "schmutzige Bombe".
31.10.2022 Der tschechische Premierminister Petr Fiala besucht die Ukraine und trifft den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Ziel des Treffens sei es unter anderem, der Ukraine weiterhin Unterstützung zuzusichern. Beide unterzeichnen bei ihrem Treffen eine gemeinsame Erklärung über die euro-atlantische Perspektive der Ukraine.
31.10.2022 Russland erklärt, dass es keine Sicherheit von Schiffen auf dem "Getreidekorridor" garantieren würde, solange die Ukraine sich nicht verpflichte, diese Route nicht für militärische Zwecke zu nutzen.
31.10.2022 Nach einem russischen Raketenangriff auf die Energieversorgung der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw sind dort am Abend immer noch rund 250.000 Wohnungen ohne Strom. Der Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt Witalij Klytschko gibt an, dass es in 40 Prozent der Verbrauchsstellen auch kein Wasser gebe.
01.11.2022 Nach dem russischen Beschuss am Morgen des 31. Oktober hat die ukrainische Hauptstadt Kyjiw die Wasser- und Stromversorgung wieder vollständig hergestellt. Die Hauptstadt verhängt jedoch Notstromversorgungsbeschränkungen, da der Beschuss zu einem Defizit im Energiesystem führte. Daher sind einige Verbraucher:innen je nach Bedarf des Energiesystems vorübergehend ohne Strom.
01.11.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj informiert den Energiekommissar der Europäischen Union, Kadri Simson, darüber, dass Russland bereits rund 40 Prozent der gesamten Energieinfrastruktur der Ukraine schwer beschädigt habe, darunter Wärmekraftwerke, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen und Wasserkraftwerke. Die Versorgung mit Licht in Kyjiw und sieben Oblasten sei eingeschränkt. Eine Notabschaltung der Heizung in der Region Kyjiw wird nicht ausgeschlossen. Der Bürgermeister von Kyjiw, Witalij Klytschko, fügt hinzu, dass die lokalen Behörden in der Lage sein werden, im Falle von Notfällen in der Hauptstadt rund tausend mobile Heizstellen für die Bevölkerung einzurichten.
01.11.2022 Das Ministerkabinett entlässt Jurij Witrenko aus dem Amt des Vorstandsvorsitzenden von Naftohas. Witrenko war 1,5 Jahre im Amt.
01.11.2022 Das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die so genannte Istanbul-Konvention, tritt in der Ukraine in Kraft. Das Dokument sieht eine Reihe von Maßnahmen vor, um die Opfer häuslicher Gewalt zu schützen und zu unterstützen und diesem Phänomen entgegenzuwirken. Die Ukraine gehörte zu den ersten Staaten, die das Dokument unterzeichneten (2011), ratifizierte das Dokument jedoch erst 2022.
01.11.2022 Die ukrainische Donauschifffahrtsgesellschaft (UDP) startet das Projekt Donau-Getreideroute für den Transport landwirtschaftlicher Erzeugnisse zum rumänischen Hafen Constanta. Die gesamte Logistikkette wird von einer ukrainischen Reederei abgewickelt und kontrolliert.
01.11.2022 Der ukrainische Sicherheitsdienst (SBU) beschuldigt russische Truppen im Krieg gegen die Ukraine verbotene Phosphorbomben auf die hart umkämpfte Stadt Bachmut in der Region Donezk abgeworfen zu haben.
02.11.2022 Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) nimmt nach eigenen Angaben am 7.11. ihre Untersuchungen in der Ukraine bezüglich der russischen Vorwürfe über "schmutzige Bomben" auf. Russland erhebt Anschuldigung, die Ukraine arbeite an einer sogenannten schmutzigen Bombe. Diese soll nach russischen Angaben in zwei ukrainischen Einrichtungen hergestellt werden.
02.11.2022 Die Ukraine hofft, dass Russland in den nächsten Tagen seine Beteiligung an der "Getreidevereinbarung" wieder aufnimmt, die den Transport ukrainischen Getreides über das Schwarze Meer ermöglicht. Das russische Verteidigungsministerium gibt bekannt, dass man dazu bereit sei.
02.11.2022 Der spanische Außenminister Jose Manuel Albares trifft zu einem offiziellen Besuch in der Ukraine ein. Das Außenministerium der Ukraine berichtet, aus Spanien werde Militärhilfe in die Ukraine geschickt. Insbesondere geht es um eine Batterie von Aspide SAMs und Hawk Luftabwehrsysteme.
02.11.2022 In der Region Kyjiw kann es nun auch zur Abschaltung von Strom außerhalb der angegebenen Zeiten kommen. Die EU und andere internationale Partner stellen 25,5 Mio. Euro bereit, um den dringenden Energiebedarf der Ukraine zu decken. Aus Deutschland kommt Hilfe durch das Technische Hilfswerk (THW), welches der Ukraine 470 Stromgeneratoren unterschiedlicher Leistungsklassen im Gesamtwert von rund 19,5 Millionen Euro zur Verfügung stellt.
03.11.2022 Die Ukraine und Russland führen einen weiteren Gefangenenaustausch durch. 107 Soldaten können wieder in die Ukraine zurückkehren, darunter sechs Offiziere und 101 Gefreite und Unteroffiziere.
03.11.2022 Die Wohltätigkeitsstiftung des ukrainischen Schauspielers und Politikers Serhij Prytula hat innerhalb von eineinhalb Tagen 236 Millionen Hrywnja (ca. 6 Mio. Euro) für 60 britische Spartan-Kettenpanzer gesammelt. Ursprünglich war geplant, das Geld für den Kauf von 50 solcher Fahrzeuge zu sammeln.
03.11.2022 Die russische Fahne ist vom Gebäude der Regionalverwaltung in der von Russland besetzten Stadt Cherson verschwunden und die Kontrollpunkte der Besatzer in der Stadt wurden entfernt. Die örtlichen Behörden und Militärvertreter der Ukraine geben an, dass es sich um eine Irreführung handeln könnte.
03.11.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj gibt bekannt, die Ukraine werde nicht am G20-Gipfel in Indonesien teilnehmen, wenn der russische Präsident Wladimir Putin teilnähme.
03.11.2022 Das ukrainische Parlament verabschiedet den Staatshaushalt der Ukraine für 2023. Der Großteil der Ausgaben entfällt wegen des Krieges gegen Russland auf den Sicherheits- und Verteidigungssektor, während die Ausgaben für soziales und andere Posten gekürzt werden. Durch die hohen Militärausgaben wird mit einem monatlichen Haushaltsdefizit von umgerechnet etwa 2,5 Mrd. US-Dollar monatlich gerechnet.
04.11.2022 Das US-Verteidigungsministerium kündigt ein neues Militärhilfepaket im Wert von 400 Millionen US-Dollar für die Ukraine an. Das neue Paket umfasst Mittel für die Aufrüstung von Hawk-Luftabwehrraketen. Diese Mittel ergänzen die Hilfe Spaniens, das diese Luftabwehrsysteme kürzlich an die Ukraine geliefert hat. Die USA wollen auch die Aufrüstung von 45 T-72-Panzern aus tschechischen Beständen finanzieren. Weitere 45 solcher Panzer werden von den Niederlanden finanziert. Diese Ausrüstung soll dann in die Ukraine überführt werden. Die Ukraine soll die ersten Panzer bereits im Dezember erhalten, die restlichen 2023.
04.11.2022 Der vor wenigen Tagen zurückgetretene Minister für Gemeinde- und Gebietsentwicklung Oleksij Tschernyschow übernimmt die Leitung von Naftohas, dessen Leiter Jurij Witrenko am 1. November ebenfalls zurückgetreten war. Das größte staatliche Unternehmen des Landes ist durch Milliardenverluste und geringe Gasreserven in eine schwierige Lage geraten.
04.11.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärt, dass am Vortag etwa 4,5 Mio. Menschen vorübergehend vom Stromnetz getrennt worden seien. Der Präsident fordert die lokalen Behörden auf, dafür zu sorgen, dass nicht unnötig Strom verbraucht werde. Er appelliert auch an die Energieunternehmen, der Bevölkerung besser zu vermitteln, wann und warum es zu Stromausfällen kommt.
04.11.2022 Das Parlament der Ukraine verabschiedet ein Gesetz über die Zurückstellung von Wehrpflichtigen, die während der Mobilisierung nicht einberufen werden. Dies betrifft berufstätige in kriegsrelevanten Bereichen und Mitarbeiter in Unternehmen, Institutionen und Organisationen, die für das Funktionieren der Wirtschaft entscheidend sind.
05.11.2022 Laut ukrainischen Angaben haben die russischen Besatzungstruppen das Gebäude der Regionalverwaltung von Cherson verlassen.
05.11.2022 Siebzehn Länder der Europäischen Union entsenden Stromgeneratoren in die Ukraine, um die durch russischen Beschuss verursachten erheblichen Schäden an den Energieanlagen zu beheben.
06.11.2022 Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, teilt dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit, dass sie noch in dieser Woche ein Finanzhilfepaket in Höhe von 18 Mrd. Euro für die Ukraine vorschlagen werde. Ende Oktober hatten die Staats- und Regierungschef:innen der EU der Einrichtung des Finanzhilfepakets zugestimmt.
06.11.2022 Laut dem ukrainischen Generalstab beschossen die russischen Besatzungstruppen mindestens sieben Siedlungsgebiete in den Regionen Saporischschja, Donezk, Luhansk, Mykolajiw und Sumy. Laut Militärangaben flogen mehr als 200 Granaten und Minen allein in die Region Sumy.
06.11.2022 Die staatliche Atomaufsichtsbehörde der Ukraine weist die Betreibergesellschaft Enerhoatom an, den sicheren Betrieb der Kraftwerksblöcke des Kernkraftwerks Saporischschja dringend zu prüfen. Es bestehe die Gefahr, dass die externe Speisung des Kühlteichs ausbleibt.
06.11.2022 Die Behörden in Kyjiw erwägen die Evakuierung von rund drei Millionen Einwohner:innen im Falle eines vollständigen Stromausfalls. Das Stromnetz der ukrainischen Hauptstadt wurde durch wiederholte russische Raketenangriffe schwer beschädigt.
07.11.2022 Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow gibt bekannt, dass ein Teil der erwarteten Luftverteidigungssysteme NASAMS und Aspide in der Ukraine eingetroffen sind.
07.11.2022 Aufgrund von Engpässen im Energiesystem der Ukraine gibt es in den Regionen Kyjiw, Tschernihiw, Tscherkassy, Schytomyr, Sumy, Charkiw und Poltawa weiterhin Stromabschaltungen. In Kyjiw beginnen diese um 07.00 Uhr.
07.11.2022 Eine Reihe strategisch wichtiger Unternehmen, die mit den Oligarchen Kostjantyn Schewaho, Ihor Kolomojskyj, Wjatscheslaw Boguslajew und Kostjantyn Hryhoryschyn verbunden sind, werden in staatliches Eigentum übergehen. Darunter befinden sich die Unternehmen Ukrnafta, Motor Sitsch und AvtoKrAZ. Der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, Oleksij Danylow, erklärt, dass die beschlagnahmten Vermögenswerte den Status von militärischem Eigentum erhalten. Ihre Verwaltung wird dem ukrainischen Verteidigungsministerium übertragen. Nach Beendigung des Kriegsrechts können die Vermögenswerte an ihre Eigentümer zurückgegeben werden oder sie erhalten eine Entschädigung in Höhe ihres Wertes.
08.11.2022 Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, Italien sei bereit, der Ukraine Luftabwehrsysteme zu liefern, insbesondere die Mittelstreckenraketen SAMP/T und Aspide sowie tragbare Stinger-Raketen. Die italienische Regierung bereite bereits ein neues Militärhilfepaket für die Ukraine vor, das auch Luftabwehrsysteme umfassen soll.
08.11.2022 Der Pressesprecher des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gibt an, dass Selenskyj am G20-Gipfel auf Bali in Indonesien teilnehmen werde. In welcher Form die Teilnahme stattfinden würde, sei noch unklar.
08.11.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj legt dem ukrainischen Parlament Gesetzesentwürfe zur Verlängerung des Kriegsrechts in der Ukraine und der allgemeinen Mobilisierung um 90 Tage vor. Das Kriegsrecht und die Mobilmachung in der Ukraine wurden am 24. Februar verhängt und seither mehrmals verlängert. Das letzte Mal hat das ukrainische Parlament sie im August bis zum 21. November verlängert.
08.11.2022 Um 9:30 Uhr nimmt der ukrainische Stromnetzbetreiber Ukrenerho in der Stadt Kyjiw sowie den Regionen Kyjiw, Tschernihiw, Tscherkassy, Schytomyr, Sumy, Charkiw und Poltawa Notabschaltungen vor, obwohl diese nicht vorher angekündigt wurden. Die zusätzlichen Abschaltungen sind nötig, weil die kalte Witterung den Stromverbrauch erhöht hat, was zu Stromengpässen im Energiesystem führt.
08.11.2022 Die Nationalbank der Ukraine teilt mit, dass sich die internationalen Reserven der Ukraine nach vorläufigen Angaben auf 25,2 Mrd. US-Dollar belaufen. Im Oktober waren sie um 5,5 Prozent gestiegen. Der Anstieg der internationalen Reserven der Ukraine ist unter anderem auf stabile Einnahmen von internationalen Partnern zurückzuführen.
09.11.2022 Die Lage an der gesamten Front ist für das ukrainische Militär nach wie vor kritisch. Es werden immer wieder Gefechte gemeldet, vor allem in der Region Donezk. An der Südfront führten die russischen Truppen während der Nacht vier Luftangriffe auf ukrainische Militärstellungen durch.
09.11.2022 Die Europäische Kommission legt einen Vorschlag zur Auszahlung des 18-Milliarden-Euro-Finanzierungsprogramms der Europäischen Union vor und hofft auf eine Zustimmung des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates bis Ende des Jahres. Die Finanzhilfen sollen aus sehr günstigen Darlehen bestehen und die erste Auszahlung könnte bereits im Januar 2023 erfolgen, so der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Valdis Dombrovskis.
09.11.2022 Das Ministerkabinett der Ukraine hebt die Mehrwertsteuer und die Zölle auf für die Einfuhr von Waren und Geräten, die für die Heizperiode wichtig sind, einschließlich Generatoren. Die Steuerbefreiung soll dazu beitragen, Reparaturen zu beschleunigen, die Versorgung mit Strom und Wärme zu verbessern und die Preise für die entsprechenden Produkte zu senken.
10.11.2022 In russischen Medien wird angekündigt, dass Russland seine Truppen vom Westufer des Dnipro bei Cherson zurückziehen wolle. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ordnet an, dass der Vormarsch der ukrainischen Truppen vorsichtig erfolgen solle, da man vermintes Gebiet erwarte.
10.11.2022 Das Vereinigte Königreich übergibt der Ukraine 1.000 zusätzliche Boden-Luft-Raketen zur Luftverteidigung. Diese Waffen bestehen aus Raketen und deren Abschussvorrichtungen. Sie können zum Abschuss russischer Drohnen und Marschflugkörper eingesetzt werden. Auch die USA haben ein neues Militärhilfepaket für die Ukraine angekündigt. Es umfasst Raketen für Hawk-Flugabwehrsysteme sowie für Avenger-Flugabwehrsysteme, die mit Stinger-Raketen ausgestattet sind.
10.11.2022 Satellitenbilder zeigen, dass Russland auf der Krim in der Nähe zum ukrainischen Festland sowie in der südlichen Region Cherson neue Schützengräben anlegt und alte in Stand setzt.
10.11.2022 Die norwegische Regierung gibt bekannt, sie werde rund 140 Mio. US-Dollar zur Unterstützung der Ukraine bereitstellen. Das Geld wird an einen internationalen Fonds überwiesen, der vom Vereinigten Königreich geleitet wird. Auch die Niederlande wollen 100 Mio. Euro zur Finanzierung von militärischer Ausrüstung für die Ukraine beisteuern.
11.11.2022 Russische Truppen ziehen sich aus der ukrainischen Gebietshauptstadt Cherson auf die linke Seite des Dnepr zurück, berichten mehrere Medien. Beim Abzug sprengen die Besatzer die knapp 1,4 Kilometer lange Antoniwkabrücke über den Dnepr im Ostteil der Stadt, um den ukrainischen Vormarsch zu stoppen.
11.11.2022 In der gesamten Ukraine kommt es nicht nur zu planmäßigen, sondern auch zu Notstromabschaltungen. Massive Raketenangriffe am Vortag und ein Kälteeinbruch haben die Situation im Energiesystem weiter verschärft.
11.11.2022 Die Ukraine will die weltweit erste maritime Spezialflotte mit 100 Seedrohnen aufbauen. Dafür werden die Ukrainer:innen zu spenden über die Plattform United24 aufgerufen.
11.11.2022 Die ukrainischen Streitkräfte haben die gesamte Region Mykolajiw befreit, mit Ausnahme eines kleinen Gebiets auf der Kinburn-Nehrung, das vorübergehend besetzt bleibt.
12.11.2022 Die ukrainische Armee befreit, unter großem Jubel und Erleichterung großer Teile der lokalen Bevölkerung, mehr als 60 Siedlungen in der Region Cherson, darunter auch die gleichnamige Gebietshauptstadt, teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Polizei und Sicherheitsdienst der Ukraine kehren zurück und nehmen ihre Arbeit wieder auf. Rund um die Stadt werden Kontrollpunkte eingerichtet, und die Ein- und Ausfahrt aus der Stadt wird bis zum Abschluss der Minenräumung eingeschränkt. Außerdem wird eine Ausgangssperre 17:00 abends bis 08:00 Uhr morgens verhängt. Die ukrainischen Behörden bitten Menschen, die die Stadt verlassen haben, vorerst nicht zurückzukehren, bis die Stabilisierungsmaßnahmen abgeschlossen sind.
12.11.2022 Russische Besatzungstruppen haben den Damm des Wasserkraftwerks Kachowka in der Region Cherson schwer beschädigt. Dies berichtet das US-Unternehmen Maxar Technologies, das neue Satellitenbilder veröffentlicht hat. Die Fotos zeigen, dass dort Teile des Damms und der Schleusen zerstört wurden.
12.11.2022 Am ersten Spendentag werden mehr als 120 Millionen Hrywnja für die Bildung einer speziellen maritimen Drohnenflotte gespendet. Ähnliche Drohnen wurden bereits Ende Oktober in der Bucht von Sewastopol verwendet und haben dort russische Schiffe getroffen. Es war der erste Seeangriff in der Geschichte, der ausschließlich von Drohnen durchgeführt wurde.
13.11.2022 Die Bewohner:innen der Stadt Cherson feiern ihre Befreiung durch die ukrainische Armee. Noch ist Cherson ohne Gas, Wasser und Licht. Die Gasversorgung wird bereits wiederhergestellt. Das ukrainische Militär meldet, dass bereits 179 Siedlungen am rechten Ufer des Dnjepr auf einer Fläche von 4.500 Quadratkilometern befreit worden seien. Die Behörden fordern die Bewohner:innen der befreiten Gebiete auf, sich in sichere Gegenden zu begeben, da die Gefahr des Beschusses groß ist, solange die russische Armee auf der linken Seite des Dnepr steht.
13.11.2022 Die ukrainische Armee meldet militärische Erfolge in der Region Luhansk. Die ukrainischen Streitkräfte haben die Kontrolle über das Dorf Makijiwka in der Region Luhansk wiedererlangt.
13.11.2022 Der ukrainische Stromnetzbetreiber Ukrenerho verhängt Notstromausfälle in der ukrainische Hauptstadt Kyjiw, den Regionen Kyjiw, Tscherkassy, Tschernihiw, Schytomyr, Charkiw, Poltawa und Sumy. In anderen Regionen seien keine Stromausfälle zu erwarten.
13.11.2022 Russische Truppen bewegen Kolonnen von der Stadt Tokmak zur Stadt Melitopol in der Region Saporischschja. Um die Stadt herum werden Befestigungen und Festungen gebaut und Zivilisten ist es verboten, sich dem Flugplatz zu nähern.
14.11.2022 In der Region Cherson gehen die Gefechte am linken Ufer des Dnepr weiter. Ebenfalls werden Gefechte in der Region Sumy, Charkiw und im Donbas gemeldet.
14.11.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj trifft in Cherson ein, das erst zwei Tage zuvor von der ukrainischen Armee befreit wurde. Er nimmt an der Zeremonie des Hissens der ukrainischen Flagge auf dem zentralen Platz der Stadt teil. Selenskyj überreicht Auszeichnungen an Verteidigungskräfte der Ukraine. Mehrere ukrainische Mobilfunkbetreiber nehmen den Betrieb im von russischen Truppen befreiten Cherson wieder auf.
14.11.2022 Die Tschechische Republik plant, im Rahmen des Projekts "Geschenk für Putin" rund 3,8 Millionen US-Dollar für 15 Viktor-Flugabwehrraketen aufzubringen. Diese sollen der Ukraine helfen, Kamikaze-Drohnen abzuschießen.
14.11.2022 Der kanadische Premierminister Justin Trudeau kündigt zusätzliche Militärhilfe für die Ukraine in Höhe von 500 Millionen US-Dollar an. Sein Land werde außerdem weitere Sanktionen gegen Russland verhängen, so Trudeau.
14.11.2022 Die UN-Vollversammlung verabschiedet mit 94 Ja-Stimmen eine Resolution über Reparationszahlungen Russlands an die Ukraine. 74 Länder enthalten sich. 14 Länder, darunter Russland, Belarus, China, Nordkorea und Syrien, stimmen dagegen. Die Ukraine wird, zusammen mit anderen Staaten, aufgefordert, Kriegsschäden zu dokumentieren und entsprechende Beweise zu sichern.
14.11.2022 Der Ombudsmann der Ukraine für Menschenrechte Dmytro Lubinez fordert den ukrainischen Verteidigungsminister Oleksij Resnikow auf, ausländischen und ukrainischen Journalist:innen die Akkreditierung für die Arbeit in den befreiten Gebieten der Region Cherson zu erteilen. Am 13. November hatte der Generalstab die Arbeitserlaubnis für eine Reihe von Journalist:innen in den befreiten Gebieten der Region Cherson aufgehoben. Der Generalstab begründete dies damit, dass einige Medienvertreter:innen "gegen die Regeln für die Arbeit im Bereich der militärischen Operationen" verstoßen hätten.
15.11.2022 Eine Rakete schlägt auf polnischem Gebiet in dem Dorf Przewodów in der Nähe der ukrainischen Grenze ein. Bei der Explosion kommen zwei Männer ums Leben. Laut NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg handele es sich wahrscheinlich um eine ukrainische Flugabwehrrakete, die ihr Ziel verfehlt hätte.
15.11.2022 Bei einem massiven russischen Raketenangriff auf die Ukraine werden mehrere Reaktorblöcke in den Kernkraftwerken Chmelnyzkyj und Riwne abgeschaltet. Das Kernkraftwerk Chmelnyzkyj verliert am Abend den Zugang zum Stromnetz. Der ukrainische Stromnetzbetreiber Ukrenerho bezeichnet die aktuelle Situation nach der neuesten Angriffswelle auf die Energieinfrastruktur als die schwierigste in der Geschichte.
15.11.2022 Mit Unterstützung Deutschlands und der EU wird in der Ukraine ein Klimabüro eingerichtet. Dieses soll die ukrainische Regierung, Städte und Regionen sowie Unternehmen und Betriebe bei der Umsetzung der Klimapolitik unterstützen.
15.11.2022 Russische Truppen starten einen massiven Raketenangriff mit mehr als 100 Raketen auf die Ukraine. Besonders trifft es die westukrainische Stadt Lwiw. 80 Prozent der Stadt sind ohne Strom. Wegen des Stromausfalls ist die Heizung vorübergehend außer Betrieb und es gibt kein Warmwasser. Straßenbahnen und Oberleitungsbusse verkehren nicht mehr.
15.11.2022 Die ukrainische Regierung stellt 100 Mio. Hrywnja (ca. 2,5 Mio Euro) für den vorrangigen Wiederaufbau des befreiten Gebiets der Region Cherson bereit. Die Mittel sollen für die dringendsten Bedürfnisse der Region verwendet werden.
15.11.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nimmt per Video auf dem G20-Gipfel in Bali teil und schlägt 10 Schritte zum Frieden vor, darunter die Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine.
16.11.2022 Der ukrainische Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat gibt bekannt, dass die Ukraine um sofortigen Zugang zum Ort der Explosion in Polen bittet und zu einer umfassenden Untersuchung des Vorfalls bereit ist.
16.11.2022 Das Kernkraftwerk Chmelnyzkyj nimmt die externe Stromversorgung über zwei Reservestromleitungen wieder auf.
16.11.2022 Das siebte Treffen der Kontaktgruppe für die Verteidigung der Ukraine im sogenannten Ramstein-Format findet online statt. Virtueller Gastgeber ist das Pentagon in Washington. Fast 50 Partnerländer der Ukraine beraten, wie das Land mit den benötigten Mitteln ausgestattet werden kann, um es gegen die russische Aggression zu schützen.
16.11.2022 In Warschau beginnt die erste Runde der Gespräche zwischen der Ukraine und Polen über die Einführung gemeinsamer Zoll- und Grenzkontrollen. Die Delegationen der Länder erörtern den Entwurf eines zwischenstaatlichen Abkommens über die gemeinsame Kontrolle von Personen, Fahrzeugen und Waren an gemeinsamen Kontrollpunkten.
16.11.2022 NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg äußert sich auf einer Pressekonferenz in Brüssel zu den Explosionen in Polen am Vortag. Die NATO werde weiterhin den Aufbau eines mehrstufigen Luftverteidigungssystems für die Ukraine unterstützen.
16.11.2022 Das ukrainische Parlament verlängert das Kriegsrecht und die allgemeine Mobilmachung in der Ukraine bis zum 19. Februar 2023.
16.11.2022 Die Staats- und Regierungschefs der G20 verabschieden zum Abschluss des Gipfeltreffens in Bali eine gemeinsame Erklärung, in der der Krieg Russlands gegen die Ukraine verurteilt wird.
17.11.2022 Das Bezirksgericht Den Haag verkündet das Urteil im Fall MH17. Malaysia Airlines Flug MH17 war im Juli 2014 auf dem Weg aus den Niederlanden nach Malaysia beim Überflug über die Ukraine abgeschossen worden. Das Gericht verurteilte zwei russische Staatsbürger, darunter den ehem. Geheimdienstoberst Igor Strelkow, und einen ukrainischen Staatsbürger in Abwesenheit zu lebenslanger Haft und fordert die Zahlung einer Entschädigung an die Angehörigen der Toten in Höhe von mehr als 16 Millionen Euro. Bei der Verlesung des Urteils im Fall MH17 räumt das Haager Bezirksgericht ein, dass Russland die selbsternannte "Donezker Volksrepublik" seit mindestens Mai 2014 kontrolliere. Das Gericht stellt außerdem fest, dass das Passagierflugzeug von einer Buk SAM aus dem russisch besetzten Gebiet Perwomajskoje abgeschossen worden war.
17.11.2022 Das schwedische Parlament verabschiedet sein bisher größtes Militärhilfepaket im Wert von 287 Millionen US-Dollar für die Ukraine in diesem Jahr. Das Paket umfasst Luftabwehrsysteme sowie Munition, gepanzerte Fahrzeuge und andere Ausrüstung. Auch Finnland kündigt ein neues Hilfspaket im Wert von mehr als 55 Millionen Euro an. Es handelt sich um das zehnte und größte Paket mit militärischer Ausrüstung aus Finnland.
17.11.2022 Am Morgen setzen die russischen Besatzungstruppen ihre Raketenangriffe auf ukrainisches Gebiet fort. Sie greifen vor allem Infrastruktureinrichtungen der ukrainischen Stadt Dnipro an. Insgesamt feuern russische Truppen mehr als 20 Raketen vom Schwarzen Meer, der Region Rostow und dem Kaspischen Meer auf die Ukraine ab.
17.11.2022 Die Schwarzmeer-Getreideinitiative, die zunächst bis zum 19. November angedacht war, wird um weitere 120 Tage verlängert. Die Vereinten Nationen und die Türkei sind weiterhin Garanten für die Umsetzung des Abkommens. Die Ukraine hat sich zudem an die Partner der Initiative gewandt und vorgeschlagen, die Initiative um mindestens ein weiteres Jahr zu verlängern und den Hafen von Mykolajiw anzuschließen – eine Antwort steht noch aus.
17.11.2022 Ukrainische Experten untersuchen die Umstände eines Raketenabsturzes in Polen, der sich am 15. November nahe der ukrainischen Grenze ereignete und bei dem zwei Menschen ums Leben kamen. Polen erklärt, es wolle die Ermittlungen gemeinsam mit der Ukraine durchführen.
18.11.2022 Der staatliche Rüstungskonzern Ukroboronprom berichtet, dass er mit mindestens sechs NATO-Mitgliedsstaaten schwere Waffen und militärische Ausrüstung produzieren und entwickeln werde. Der Konzern berichtet auch, dass die Produktion von Munition sowie von Minen bereits angelaufen ist. Die Munition wurde erfolgreich getestet und wird seit einigen Monaten hergestellt.
18.11.2022 Die ukrainische Eisenbahngesellschaft Ukrsalisnyzja lässt den erste Zug seit Beginn der russischen Invasion nach Cherson fahren. Er wird am 19. November gegen 09:00 Uhr in Cherson erwartet.
18.11.2022 Das ukrainische Ministerkabinett ernennt den ehemaligen ukrainischen Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, zum stellvertretenden Außenminister. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj entließ Melnyk am 9. Juli aus dem Amt des Botschafters in Berlin, welches dieser seit 2014 innehatte. Melnyk galt wegen seines nicht immer diplomatischen Tons in Deutschland als nicht unumstritten und war zuletzt wegen Aussagen über Stepan Bandera, die vor allem in Polen negativ aufgenommen wurden, in die Kritik geraten.
18.11.2022 Die ukrainische Wirtschaftsministerin Julija Swyrydenko gibt bekannt, dass die Ukraine im nächsten Jahr schätzungsweise 17 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau ihrer zerstörten Infrastruktur, einschließlich Straßen, Brücken und Energieanlagen, bereitstellen will.
19.11.2022 Der britische Premierminister Rishi Sunak reist nach Kyjiw und trifft sich mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Es ist der erste Besuch Sunaks in der Ukraine während seiner Amtszeit als britischer Premierminister. Sunak kündigt an, dass sein Land zusätzlich 120 Flugabwehrkanonen, Radarstationen sowie humanitäre Hilfe im Wert von 16 Millionen Pfund an die Ukraine übergeben werde.
19.11.2022 In der vergangenen Woche hat Deutschland weitere Hilfsgüter an die Ukraine geliefert, insbesondere Munition für Mars II MLRS, Fahrzeuge für den Grenzschutz, gepanzerte Fahrzeuge und Feldheizungen. Außerdem hat Deutschland etwa 2,5 Tausend Stromgeneratoren geliefert, die für die Beheizung von Krankenhäusern, sozialen Einrichtungen und Wasserversorgungsstationen eingesetzt werden sollen.
19.11.2022 Aus mehreren Regionen der Ukraine wird humanitäre Hilfe in die Region Cherson gebracht. Mobilfunkbetreiber in Cherson erhalten Starlink-Terminals und Generatoren, damit möglichst viele Menschen mit ihren Angehörigen kommunizieren können. Die Behörden versuchen, die Stromversorgung und die Kommunikation in der Region wiederherzustellen und haben 13 Zentren zur Verteilung humanitärer Hilfe eingerichtet. Die Behörden raten weiterhin dringend davon ab, in die stark verminte Region zurückzukehren. Gleichzeitig beginnt die freiwillige Evakuierung aus den von den russischen Truppen befreiten Gebieten der Regionen Cherson und Mykolajiw. Der Staat will alle damit verbundenen Kosten übernehmen. Die Evakuierung aus den Regionen sei notwendig, weil es in einigen befreiten Siedlungen schwierig sein wird, den Winter zu überleben.
19.11.2022 Das Energieministerium versichert, dass die Situation der Stromversorgung in der Ukraine derzeit schwierig, aber beherrschbar sei. Die Ukrainer:innen werden aufgefordert, Strom zu sparen: Jede Familie wird gebeten, ihren Verbrauch freiwillig um etwa 25 Prozent zu reduzieren.
20.11.2022 Am Abend des 19. November und am Morgen des 20. November sind am von russischen Truppen besetzten AKW Saporischschja Explosionen zu hören. Mehr als ein Dutzend Explosionen werden registriert. Der Kernkraftwerkbetreiber Enerhoatom spricht von mindestens 12 Explosionen auf dem Gelände des Kraftwerks, es gäbe Schäden an der Infrastruktur.
20.11.2022 Im polnischen Dorf Przewodów ist die Untersuchung der Raketenexplosion, bei der zwei Menschen getötet wurden, abgeschlossen. Ukrainische Spezialisten haben an der Untersuchung des Vorfalls mitgewirkt. Der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki erklärt, dass man nicht mit 100 prozentiger Sicherheit sagen könne, von wo aus die Rakete abgefeuert wurde. Jakub Kumoch, Leiter des Büros für internationale Politik im Büro des polnischen Präsidenten, erklärt, Polen betrachte die Explosion an der Grenze nicht als Angriff, sondern als Unfall.
20.11.2022 Zum ersten Mal trifft der neuseeländische Verteidigungsminister Peeni Henare in der Ukraine ein, um seinen ukrainischen Amtskollegen Oleksij Resnikow zu treffen. Während des Treffens erörtern die Minister die Entwicklung der bilateralen Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich und die Durchführung gemeinsamer Projekte zur Stärkung der Fähigkeiten der ukrainischen Streitkräfte. Die Minister erörtern auch die Unterstützung Neuseelands bei der Entminung ukrainischer Gebiete, in denen Militäroperationen stattgefunden haben.
21.11.2022 Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bestätigt die Explosionen in der Nähe des besetzten Kernkraftwerks Saporischschja am 19. und 20. November. Es gab keine Todesopfer und die Strahlungswerte seien normal. Nach Angaben der Organisation wurden durch den wiederholten Beschuss des Werksgeländes auch Häuser, Anlagen und Geräte beschädigt. Rafael Grossi, der Generaldirektor der IAEA bezeichnete den Beschuss als einen der stärksten der letzten Monate.
21.11.2022 Die stellvertretende ukrainische Wirtschaftsministerin Tetjana Bereschna teilt mit, dass mindestens 5 Mio. Ukrainer:innen infolge des Krieges ihren Arbeitsplatz verloren haben. Etwa 7 Millionen Menschen haben das Land wegen der Kämpfe verlassen, und Hunderte von Arbeiter:innen wurden bei den Kämpfen getötet. Die andauernden Kämpfe finden in einem Gebiet statt, in dem früher 10 Millionen Menschen arbeiteten.
21.11.2022 Das ukrainische Verteidigungsministerium erteilt einigen Journalist:innen wieder die Akkreditierung, um in den von russischen Truppen befreiten Gebieten und in der Kriegszone zu arbeiten. Am 13. November hatte der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte die Arbeitserlaubnis für eine Reihe von Journalist:innen in den befreiten Gebieten der Region Cherson entzogen, da sie gegen Regeln verstoßen haben sollen.
21.11.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet ein Gesetz, das den Staat und die Banken daran hindert, Politiker:innen und hochrangige Beamt:innen nach deren Entlassung einer verstärkten Finanzkontrolle zu unterziehen. Dies widerspricht einer der sieben EU-Anforderungen, die der Ukraine für die europäische Integration auferlegt wurden. Die Geschäftsführerin des ukrainischen Antikorruptionszentrums, Darija Kalenjuk, erklärt, dass dieser Schritt eine Verzögerung der Verhandlungen mit der EU und der nachfolgenden Schritte in Richtung EU-Beitritt der Ukraine sein könnte.
22.11.2022 Das Vereinigte Königreich liefert der Ukraine Brimstone-2-Raketen zur Zerstörung gepanzerter Fahrzeuge in großer Entfernung. Sie verfügen über eine aktualisierte Software und können bis zu 60 Kilometer weit fliegen.
22.11.2022 Litauen gibt bekannt, es wird der Ukraine demnächst 155-mm-Munition und Winterausrüstung übergeben und sein Ausbildungsprogramm für das ukrainische Militär ausweiten.
22.11.2022 Die stellvertretende Ministerpräsidentin der Ukraine, Iryna Wereschtschuk, fordert die Einwohner:innen von Cherson angesichts der Probleme mit der Infrastruktur auf, sich für die Winterzeit in sichere Regionen der Ukraine evakuieren zu lassen. Die Behörden versprechen kostenlosen Transport, Unterkunft, Lebensmittel und Medikamente. Die Empfehlung gilt insbesondere für besonders schutzbedürftige Personengruppen: Frauen mit Kindern, ältere Menschen, Kranke und Personen mit geringer Mobilität.
22.11.2022 Die Generalstaatsanwaltschaft verdächtigt den ehemaligen ukrainischen Bildungsminister Dmytro Tabatschnyk des Hochverrats. Ermittlungen zufolge half er Kollaborateuren in den besetzten Gebieten der Regionen Cherson und Saporischschja.
22.11.2022 Russland nimmt die befreite Region Cherson unter Beschuss. Bis zum 13. November hatte das ukrainische Militär 179 Siedlungen am rechten Ufer des Dnjepr auf einer Fläche von 4.500 Quadratkilometern wieder unter Kontrolle gebracht, darunter auch die gleichnamige Gebietshauptstadt Cherson. Das russische Militär hat sich auf die Linke Uferseits zurückgezogen, von wo aus es die Region angreift.
22.11.2022 Auf einer Regierungssitzung wird bekannt gegeben, dass das staatliche Energieunternehmen Ukrenerho infolge der russischen Raketenangriffe Verluste von mehr als 70 Mrd. Hrywnja (ca. 25,5 Mio Euro) erlitten hat. Rund 70 Reparaturteams mit mehr als 1.000 Spezialkräften seien an der Wiederherstellung der beschädigten Stromnetze beteiligt.
23.11.2022 Der ukrainische Kernkraftbetreiber Enerhoatom meldet, dass in den Kernkraftwerken Riwne, Südukraine und Chmelnyzkyj aufgrund eines Frequenzabfalls im ukrainischen Stromnetz ein Notschutz ausgelöst wurde. Infolgedessen wurden alle Triebwerke automatisch abgeschaltet. Eine Änderung der Strahlung in der Umgebung sei nicht zu verzeichnen. Sobald sich das Stromnetz wieder normalisiert habe, werde die Stromerzeugung aus den Kraftwerken wieder aufgenommen werden.
23.11.2022 Ukrainische Abgeordnete der Fraktion Europäische Solidarität legen dem ukrainischen Parlament einen Gesetzentwurf vor, der die Tätigkeit der Russisch-Orthodoxen Kirche (ROK) auf dem Territorium der Ukraine verbietet. Der Gesetzentwurf sieht ein vollständiges Verbot aller religiösen Organisationen und Einrichtungen vor, die der ROK angehören oder in irgendeiner Form die Unterordnung unter sie in kanonischen, organisatorischen und anderen Fragen anerkennen. Dazu zählt auch die Ukrainisch Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats, die in der Ukraine viele Glaubensanhänger:innen hat.
23.11.2022 Laut dem Bürgermeister von Kyjiw, Witalij Klytschko, müssen sich die Bewohner:innen der Hauptstadt auf den "schlimmsten Winter seit dem Zweiten Weltkrieg" einstellen. Im schlimmsten Fall könnten die örtlichen Behörden einen Teil der Bevölkerung evakuieren.
23.11.2022 Präsident Wolodymyr Selenskyj verspricht in der gesamten Ukraine die weitere Einrichtung sogenannter Punkte der Unverwundbarkeit für den Fall längerer Strom- und Heizungsausfälle. Bis zum 22. November wurden bereits mehr als 4.000 solcher Stellen eingerichtet. Diese Punkte werden rund um die Uhr mit kostenlosem Strom, Mobiltelefon- und Internetzugang, Wärme, Wasser und Erster Hilfe versorgt.
24.11.2022 Nach dem 5. gezielten russischen Großangriff auf die kritische Infrastruktur der Ukraine am 23. November sind noch immer viele ukrainische Haushalte ohne Strom. Der staatliche Netzbetreiber Ukrenerho berichtet, dass landesweit erst 50 Prozent der Haushalte wieder mit Strom versorgt werden können. Das größte Stahlwerk des Landes, ArcelorMittal Krywyj Rih, muss seinen Betrieb aufgrund des Strommangels einstellen. Durch die Angriffe des Vortages wurden fast alle Wärme- und Wasserkraftwerke sowie zahlreiche Verteilungsstationen in der Ukraine beschädigt.
24.11.2022 In der befreiten Oblast Cherson werden neun Folterkammern entdeckt, berichtet Generalstaatsanwalt Andrij Kostin. Außerdem wurden die Leichen von 432 Zivilpersonen gefunden, die während der russischen Besatzung der Oblast getötet wurden, so Kostin. Seit Beginn der Invasion wurden in der Ukraine insgesamt mehr als 40.000 Kriegsverbrechen der russischen Armee registriert. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt in mehreren Tausend Fällen.
25.11.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet, dass weiterhin 6 Mio. Menschen in der Ukraine keine oder nur kaum Stromversorgung haben. Laut staatlichem Netzbetreiber Ukrenerho gebe es weiterhin ein Stromdefizit von 30 Prozent. Zwischen dem 10. Oktober und dem 23. November griff Russland die Ukraine mit fast 600 Raketen an, so Innenminister Denys Monastyrskyj, davon viele gezielt auf die energetische Infrastruktur. Bei den Angriffen kamen insgesamt 77 Menschen ums Leben, berichtet die UN.
25.11.2022 In einem Interview mit der Financial Times teilt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit, dass Friedenspläne, die eine Reintegration der Krim nicht enthalten, "reine Zeitverschwendung" seien.
25.11.2022 Das Magazin Forbes schätzt, dass Russland bereits ein Viertel des jährlichen Staatshaushalts, rund 82 Mrd. US-Dollar, für den Krieg gegen die Ukraine ausgegeben hat.
25.11.2022 EU-Kommissionspräsidenten Ursula von der Leyen gibt bekannt, dass die EU der Ukraine angesichts der russischen Angriffe auf die energetische Infrastruktur 200 Transformatoren und 40 große Generatoren zur Verfügung stellen werde. Auch Südkorea kündigt an, eine nicht näher bezifferte Zahl von Starkstrom-Generatoren bereitzustellen.
26.11.2022 In der Ukraine wird der Holodomor-Gedenktag begangen. Dieser erinnert an die von Stalin herbeigeführte Hungersnot 1932–33, die etwa vier Millionen Ukrainer:innen das Leben gekostet hat. Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt bei einer offiziellen Gedenkzeremonie, dass die Ukraine aktuell alles dafür tue, um einen weiteren Genozid durch Russland zu verhindern. Die Ukraine sieht den Holodomor als Genozid an und setzt sich international dafür ein, dass er auch in anderen Staaten als Völkermord anerkannt wird.
26.11.2022 In Kyjiw sind weiterhin mehr als 100.000 Menschen ohne Strom. Das kürzlich befreite Cherson konnte wieder an die ukrainische Stromversorgung angeschlossen werden. Zunächst sollen Einrichtungen der kritischen Infrastruktur wie Krankenhäuser wieder mit Strom versorgt werden, anschließend Privathaushalte.
26.11.2022 Der belgische Premierminister Alexander De Croo und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnen eine gemeinsame Erklärung, in der Belgien die ukrainischen Bemühungen um eine EU- und NATO-Mitgliedschaft unterstützt. "Dieses Dokument bestätigt die Unterstützung Belgiens für unseren Weg zur Vollmitgliedschaft in der Europäischen Union und der NATO", so Selenskyj.
27.11.2022 Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs führt Russland seine wichtigsten Offensivoperationen in Richtung Bachmut und Awdijiwka im östlichen Gebiet Donezk durch. Laut dem amerikanischen Think Tank Institute for the Study of War (ISW) haben sich die russischen Angriffe aufgrund von Regen und Schlamm verlangsamt, werden sich aber in der kommenden Woche, wenn es kälter werden soll und der Boden gefriert, wahrscheinlich wieder verstärken.
27.11.2022 Das Stromdefizit in der Ukraine nach dem jüngsten russischen Angriff vom 23.11 liegt inzwischen bei 20, teilt der staatliche ukrainische Netzbetreiber Ukrenerho mit. In Kyjiw seien Strom, Wasser, Heizung und Mobilfunk fast vollständig wiederhergestellt, teilt die Stadtverwaltung mit.
27.11.2022 Laut dem Hohen Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen haben sich in Europa mehr als 4,7 Mio. Flüchtlinge aus der Ukraine für einen temporären Schutzstatus registrieren lassen. Polen, Deutschland und die Tschechische Republik liegen dabei an der Spitze. Seit Ausbruch der russischen Invasion wurden in Europa rund 7,8 Millionen ukrainische Flüchtlinge registriert, von denen viele bereits in die Ukraine zurückgekehrt sind.
28.11.2022 Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow teilt mit, dass Russland in den letzten neun Monaten mehr als 16.000 Raketenangriffe auf die Ukraine durchgeführt hat, bei denen zu 97 Prozent zivile Ziele getroffen wurden. Allein im Laufe des vergangenen Tages griffen die russischen Streitkräfte neun ukrainische Regionen an: Donezk, Luhansk, Charkiw, Cherson, Saporischschja, Tschernihiw, Sumy, Mykolajiw und Dnipropetrowsk.
28.11.2022 Der öffentlich-rechtliche Sender Suspilne berichtet, dass eine DNA-Untersuchung bestätigt hat, dass der bekannte ukrainische Kinderbuchautor Wolodymyr Wakulenko während der Besatzung der Stadt Isjum in der Region Charkiw getötet wurde. Wakulenko war im April in der Nähe der Stadt verschwunden.
29.11.2022 Beim Treffen der NATO-Außenminister:innen in Bukarest wird der Ukraine zugesagt, die Unterstützung für das angegriffene Land zu verstärken. Das Bündnis werde der Ukraine bei der Wiederherstellung ihrer Energieinfrastruktur und beim Schutz der Zivilbevölkerung vor russischen Raketenangriffen helfen, heißt es in einem offiziellen Statement.
29.11.2022 Die Slowakei übergibt der Ukraine 30 Schützenpanzer vom Typ BMP-1. Im Gegenzug erhält die Slowakei 15 Leopard 2 Panzer von Deutschland.
30.11.2022 Das US-Verteidigungsministerium beauftragt den amerikanischen Waffenhersteller Raytheon mit der Lieferung von 6 NASAMS-Luftabwehrsystemen für die Ukraine im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar. Die Ukraine hat Anfang November erstmals zwei NASAMS-Luftabwehrsysteme erhalten, die bereits eingesetzt werden, um das Land vor russischen Raketenangriffen zu schützen.
30.11.2022 Gemeinsam mit dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag plant die EU einen Sondergerichtshof zur Verfolgung von Kriegsverbrechen einzurichten, die während der russischen Invasion in der Ukraine begangen wurden, teilt die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, mit.
30.11.2022 Der Deutsche Bundestag erkennt den Holodomor, die von den sowjetischen Behörden angeordnete Hungersnot in der Ukraine 1932–1933, der bis zu vier Millionen Menschen zum Opfer fielen, als Völkermord an der ukrainischen Bevölkerung an. "Aus heutiger Sicht ist die historische und politische Einordnung als Völkermord offensichtlich", heißt es in dem Antrag "Holodomor in der Ukraine: Erinnern – Gedenken – Mahnen". Der Antrag wurde von der Regierungskoalition SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP sowie der CDU/CSU eingebracht und mit der Mehrheit der Antragsteller bei Enthaltung der AfD und Die Linke angenommen.
01.12.2022 Bei einem Gefangenenaustausch kehren 50 ukrainische Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück: Im Gegenzug werden 50 russische Soldaten ausgetauscht.
01.12.2022 Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz bekräftigen US-Präsident Joe Biden und sein französischer Amtskollege Emmanuel Macron, dass der Westen die Ukraine nicht zu inakzeptablen Kompromissen mit Russland drängen werde, da dies nicht zu einem nachhaltigen Frieden führen würde. Beide Staatschefs versichern der Ukraine ihre Unterstützung, auch mit weiteren Waffenlieferungen.
01.12.2022 Deutschland liefert der Ukraine weitere militärische Güter, darunter mehrere Brückenlegepanzer und Dutzende gepanzerte Fahrzeuge für den Grenzschutz.
01.12.2022 Die ukrainischen Behörden überlegen, die Aktivitäten der Ukrainisch Orthodoxen Kirche – Moskauer Patriarchat (UOK) in der Ukraine angesichts der russischen Invasion zu verbieten. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj hat der Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt. Am 27 Mai. 2022 beschloss ein Konzil zwar die "vollständige Trennung" der UOK vom Moskauer Patriarchat; kirchenrechtlich ist diese Erklärung jedoch vage. Aufgrund von Kollaborationsvorwürfen kam es in den letzten Wochen zu landesweiten Durchsuchungen in Einrichtungen der UOK. Der Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) hat dabei u. a. Broschüren gefunden, in denen das Recht der Ukraine auf Unabhängigkeit geleugnet wird und in denen es heißt, dass Russland, die Ukraine und Weißrussland unteilbar seien.
02.12.2022 Außenminister Dmytro Kuleba teilt mit, dass in den vergangenen Tagen insgesamt 12 diplomatische Auslandsvertretungen der Ukraine entweder Briefbomben oder blutverschmierte Pakete erhalten habe. "Diese Kampagne zielt darauf ab, Angst zu schüren und ukrainische Diplomaten einzuschüchtern", so Kuleba.
02.12.2022 Laut dem Generalstab der Ukraine ist die Anzahl der getöteten russischen Soldaten auf mehr als 90.000 gestiegen. Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar seien schätzungsweise 90.090 russische Soldaten in der Ukraine gefallen, so der tägliche Bericht des Generalstabs. Außerdem habe Russland 2.916 Panzer verloren, 5.883 gepanzerte Kampffahrzeuge, 1.905 Artilleriesysteme und Tausende weiterer Fahrzeuge.
02.12.2022 DER SPIEGEL berichtet, dass Deutschland der Ukraine sieben weitere Gepard-Flugabwehrkanonenpanzer übergeben werde. Aus Spanien erhält die Ukraine laut Verteidigungsminister Oleksij Resnikow zwei weitere HAWK-Flugabwehrraketensysteme.
02.12.2022 Die Ukraine erhält von den USA eine Tranche von 1,5 Mrd. US-Dollar Budgethilfe, die Teil eines Gesamtpakets von 4,5 Mrd. US-Dollar sind, das die USA der Ukraine im November zugesagt haben.
03.12.2022 Der ukrainische Chefunterhändler und Vorsitzende der Regierungsfraktion "Diener des Volkes", Davyd Arachamija, schreibt im Messenger-Dienst Telegram, bevor die Ukraine Friedensverhandlungen mit Russland aufnimmt, die russischen Truppen sich aus der Ukraine zurückziehen müssen. Kyjiw sei bereit, Russland Sicherheitsgarantien zu geben, wenn es seine Truppen aus der Ukraine abziehe, Reparationen zahle und alle Kriegsverbrecher vor Gericht stelle. Damit reagiert Arachamija auf einen Vorstoß des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der zuvor mitteilte, dass man Russland Sicherheitsgarantien geben müsse, damit es den Krieg gegen die Ukraine beende.
04.12.2022 Laut Berechnungen der Kyiv School of Economics (KSE) hat Russland in der Ukraine landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von 1,9 Milliarden US-Dollar gestohlen und zerstört. Geschätzte 2,8 Millionen Tonnen Getreide und 1,2 Millionen Tonnen Ölsaaten wurden nach Angaben der KSE durch Russlands Krieg gegen die Ukraine zerstört oder gestohlen.
04.12.2022 Die Strom- und Wasserversorgung im kürzlich befreiten Cherson ist weitgehend wiederhergestellt. Laut dem Gouverneur der Region, Jaroslaw Januschewytsch, werden 85 Prozent der Haushalte bereits wieder mit Strom versorgt. Die Wasserversorgung für 70 Prozent der Haushalte werde wiederhergestellt, sobald die Pumpstation ihren Betrieb wieder aufnimmt.
04.12.2022 Seit Beginn der russischen Invasion wurden mindestens 9.400 Zivilist:innen getötet, teilt der erste stellvertretende Innenminister Jewhen Jenin mit. Darunter seien 451 Kinder. Weitere 6.800 Zivilist:innen wurden verwundet. Die tatsächliche Opferzahl wird wesentlich höher geschätzt, kann ohne Zugang zu den von Russland besetzten Gebieten jedoch nicht genau erhoben werden. Alleine in der weitgehend zerstörten Großstadt Mariupol soll es Zehntausende Opfer gegeben haben, schätzen ukrainische Behörden.
04.12.2022 Das ukrainische Militär schätzt, dass um Bachmut, wo aktuell die schwersten Gefechte stattfinden, täglich 50–100 russische Soldaten sterben. Ebenso viele würden verletzt, teilt ein Sprecher der ukrainischen Armee mit.
04.12.2022 Laut dem Innenministerium der Ukraine haben am 3. und 4. Dezember neun Frachtschiffe mit insgesamt 336.000 Tonnen Getreide an Bord den Hafen von Odesa verlassen. Ziel seien Staaten in Afrika, die im Zuge des "Grain from Ukraine"-Programms mit Getreide aus der Ukraine versorgt werden.
05.12.2022 Beim inzwischen achten russischen Raketengroßangriff auf die energetische Infrastruktur der Ukraine werden 60 der 70 russischen Raketen von der ukrainischen Armee abgewehrt. Dennoch kommt es in mehreren ukrainischen Regionen zu erneuten Ausfällen der Strom- und Wasserversorgung, darunter Kyjiw, Schytomyr, Sumy, Odesa, Mykolajiw und Kriwij Rih. Das Energiedefizit beträgt laut Premierminister Denys Schmyhal 19 Prozent. Selbst in der benachbarten Republik Moldau kommt es zu Problemen mit der Energieversorgung.
05.12.2022 In Russland kommt es auf den Luftwaffenstützpunkten in der Nähe der Städte Rjasan und Engels zu Explosionen. In Engels zerstört eine Drohne zwei TU-95 Langstreckenbomber, in Rjasan kommen mehrere Soldaten uns Leben. Die Ukraine äußert sich nicht zu den Angriffen. An beiden Standorten sind strategische Bomber stationiert, mit denen Russland die Ukraine angreift.
05.12.2022 Die ukrainische Umweltaufsichtsbehörde schätzt die durch die russische Invasion verursachten Umweltschäden auf mehr als 12 Milliarden US-Dollar. Mehr als 291 Millionen Quadratmeter Land wurden verseucht und über 8 Milliarden Quadratmeter verunreinigt, berichtet die Behörde. Das gefährde sowohl die nationale sowie die internationale Lebensmittelversorgung, da die Ukraine zu den weltweit wichtigsten Exporteuren für Agrarerzeugnisse zählt.
06.12.2022 60 ukrainische Soldaten kehren im Rahmen eines Gefangenenaustauschs mit Russland in die Ukraine zurück, so der Leiter des Präsidialamtes, Andrij Jermak. Unter den Heimkehrern befänden sich auch Soldaten, die in der Hafenstadt Mariupol gekämpft hatten. Einige seien im besetzten Oleniwka im Gebiet Donezk gefangen gehalten worden, wo am 29. Juli durch eine Explosion mehr als 50 ukrainische Kriegsgefangene getötet wurden.
07.12.2022 Präsident Wolodymyr Selenskyj teilt mit, dass die Ukraine seit dem 24. Februar 1.888 Siedlungen von den russischen Besatzern befreit habe. Fast ebenso viele Städte und Dörfer stünden allerdings weiterhin unter russischer Besatzung, so Selenskyj.
07.12.2022 Der Direktor des ukrainischen Öl- und Gasmonopolisten Naftohas, Oleksij Tschernyschow, erklärt, dass durch die jüngsten russischen Angriffe 350 Erdgasanlagen im Land beschädigt worden seien. Dadurch sei dem Unternehmen ein Schaden von Gasproduktionskapazitäten in Höhe von rund 700 Mio. US-Dollar entstanden.
07.12.2022 Die EU unterbreitet Vorschläge für das neunte Sanktionspaket gegen Russland. "Russland bringt weiterhin Tod und Verwüstung in die Ukraine. Es nimmt gezielt Zivilisten und zivile Infrastruktur ins Visier und versucht, das Land zu Beginn des Winters lahmzulegen. Wir stehen an der Seite der Ukraine und lassen Russland für seine Grausamkeiten bezahlen", teilt die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen in einer Erklärung mit.
07.12.2022 Seit der russischen Invasion der Ukraine haben 1,3 Millionen Menschen auf der Welt begonnen, ukrainisch zu lernen, teilt das amerikanische Technologieunternehmen Duolingo mit, das eine populäre Sprachlernanwendung anbietet. In Deutschland sei die Zahl der Ukrainisch-Lernenden um das Sechzehnfache gestiegen, so Duolingo.
08.12.2022 Das Oberste Anti-Korruptionsgericht der Ukraine erlässt einen Haftbefehl gegen Kyrylo Schewtschenko, den ehemaligen Vorsitzenden der ukrainischen Zentralbank, berichtet die NGO Anti-Corruption Action Center. Schewtschenko, der sich zu einer medizinischen Behandlung in Österreich befindet, wird verdächtigt, umgerechnet ca. 5,5 Millionen US-Dollar von der ukrainischen Ukrgasbank veruntreut zu haben. 
08.12.2022 Im Laufe des vergangenen Tages wurden bei russischen Angriffen auf Donezk, Cherson, Saporischschja, Charkiw, Dnipropetrowsk, Luhansk, Sumy und Mykolajiw 15 Menschen getötet und 17 verletzt, teilt das Onlinemedium Kyiv Independent mit.
09.12.2022 Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet, dass in der Region um die Städte Bachmut, Soledar und Kreminna aktuell die schwersten Kämpfe stattfänden. "Die Besatzer haben Bachmut, eine weitere Stadt im Donbas, die die russische Armee in Ruinen verwandelt hat, praktisch zerstört", so Selenskyj.
09.12.2022 UN-Menschenrechtskommissar Volker Turk spricht von einem "Menschenrechtsnotstand" in der Ukraine. Etwa 17,7 Millionen Ukrainer:innen benötigen humanitäre Hilfe, weil Russland einen totalen Krieg gegen das Land führt. 9,3 Millionen Menschen sind auf Nahrungsmittel und Hilfe für den Lebensunterhalt angewiesen, so Turk gegenüber der CNN.
09.12.2022 Russland hat seit Beginn der Invasion mehr als 13.000 ukrainische Kinder illegal nach Russland deportiert, berichtet Daria Herasymtschuk, die Beraterin des ukrainischen Präsidenten für Kinderrechte und Rehabilitierung.
09.12.2022 Die deutsche Bundesregierung kündigt weitere militärische Unterstützung für die Ukraine an, darunter 18 Panzerhaubitzen des Typs RCH-155 und 80 Kleintransporter. Da die RCH-155 Panzerhaubitzen erst produziert werden müssen, werden sie womöglich erst in einigen Jahren an die Ukraine ausgeliefert werden können.
09.12.2022 Die G7 fordern, dass bei der Auswahl der ukrainischen Verfassungsrichter:innen unabhängige Expert:innen eine entscheidende Rolle spielen sollen. Die G7-Staaten reagieren damit auf einen Gesetzentwurf über die Auswahl der ukrainischen Verfassungsrichter:innen, der nächste Woche in der Werchowna Rada beraten werden soll.
10.12.2022 Nach einem weiteren russischen Angriff mit 15 Drohnen auf die Südukraine sind in der Region Odesa mehr als 1,5 Mio. Menschen ohne Strom, teilt Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Zwar konnten zehn Drohnen abgeschossen werden, die anderen fünf trafen jedoch die Energieversorgung. Die Reparatur könne laut dem ukrainischen Energiekonzern DTEK mehrere Monate dauern. Seit dem 10. Oktober hat Russland mehr als 1.000 Raketen und Drohnen auf die ukrainische Energieinfrastruktur abgefeuert, so der Leiter des staatlichen ukrainischen Netzbetreibers Ukrenerho, Wolodymyr Kudryzkyj.
10.12.2022 Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar hat die Polizei knapp 47.000 russische Kriegsverbrechen registriert, teilt der Leiter der Nationalen Polizei Ihor Klymenko mit. Diese Zahl schließe Kriegsverbrechen wie Folter, Vergewaltigung und Mord an Zivilist:innen durch russische Truppen mit ein, so Klymenko.
10.12.2022 Trotz einer Blockade durch Ungarn beschließt der EU-Rat Makrofinanzhilfen für die Ukraine in Höhe von 18 Milliarden Euro. Die Regierungschefs der EU haben eine grundsätzliche Einigung über ein Hilfspaket erzielt, mit dem die Ukraine 2023 unterstützt werden soll. Der Vorschlag wird dem Europäischen Parlament nächste Woche zur Abstimmung vorgelegt.
11.12.2022 Die Ukraine hat seit Beginn der russischen Invasion auf einer Fläche von 76.432 Hektar mehr als 300.000 Sprengsätze entschärft, teilt der ukrainische Katastrophenschutz mit.
11.12.2022 Der staatliche Netzbetreiber Ukrenerho erhält 400 Mio. Euro für den Wiederaufbau der von Russland gezielt zerstörten Energieinfrastruktur. 300 Mio. Euro stammen von der EBRD, 72 Mio. Euro von den Niederlanden und 32,5 Mio. von der deutschen KfW-Bank, wie ein Sprecher von Ukrenerho mitteilt. Zwei Tage zuvor gab Norwegen bekannt, 90 Mio. US-Dollar dafür bereitzustellen. Laut Premierminister Denys Schmyhal sind alle Wärme- und Wasserkraftwerke des Landes beschädigt sowie 40 Prozent des ukrainischen Hochspannungsnetzes, das den Strom von den Kraftwerken zu den Verbraucher:innen transportiert. Schmyhal schätzt, dass insgesamt etwa 1 Mrd. US-Dollar für die Instandsetzung der Energieinfrastruktur benötigt werden.
11.12.2022 Das russische Militär greift sieben Regionen der Ukraine an. Mindestens zwei Zivilist:innen kommen dabei ums Leben und acht werden verletzt, berichten die örtlichen Gouverneure. Die schwersten Gefechte gibt es weiterhin um die Stadt Bachmut.
12.12.2022 Der Justizausschuss der Werchowna Rada empfiehlt, dass umstrittene Kyjiwer Bezirksverwaltungsgericht aufzulösen. Das Gericht zählt aufgrund zahlreicher Korruptionsskandale in der Vergangenheit zu den berüchtigtsten im Land. Dem Vorsitzenden Richter, Pawlo Wowk, sowie weiteren Richtern des Gerichts werden Behinderung der Justiz, Organisierte Kriminalität und Amtsmissbrauch vorgeworfen. Wenige Tage zuvor hatte das US-Außenministerium angekündigt, Sanktionen gegen Richter Pawlo Wowk zu verhängen.
12.12.2022 Der EU-Rat hebt die Obergrenze der Europäischen Friedensfazilität (EFF) um 2 Mrd. Euro auf bis zu 5,5 Mrd. Euro an. "Mit dem heutigen Beschluss wird sichergestellt, dass wir über ausreichende Mittel verfügen, um den Streitkräften unserer Partner weiterhin konkrete militärische Unterstützung zu leisten", teilt Josep Borell, Hoher Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, mit. Mit der EFF leistet die EU militärische Unterstützung für die Ukraine sowie andere Partnerländer.
12.12.2022 Laut neuen Umfrageergebnissen der Rating-Gruppe bedeutet für 85 Prozent der Ukrainer:innen ein Sieg im Krieg mit Russland, dass alle Gebiete der Ukraine befreit werden, einschließlich der Krim und des Donbas. Lediglich 9 Prozent meinen, dass für einen Sieg die Befreiung derjenigen Gebiete reiche, die Russland seit Beginn der Invasion am 24. Februar erobert hat. Nur 5 Prozent unterstützen eine Fortführung der Kämpfe auf russischem Territorium.
12.12.2022 Die Generalstaatsanwaltschaft teilt mit, dass sie bisher 154 Fälle sexueller Gewalt durch russische Soldaten seit dem 24. Februar registriert habe. "In den befreiten Gebieten werden neue Fälle von sexueller Gewalt im Zusammenhang mit dem Krieg aufgedeckt. Gemeinsame mobile Gruppen von Staatsanwält:innen, internationalen Expert:innen und Psycholog:innen sind dort tätig", so die Generalstaatsanwaltschaft.
13.12.2022 Nachdem die Werchowna Rada ein Gesetz zur Auflösung des umstrittenen Kyjiwer Bezirksverwaltungsgerichts verabschiedet, unterzeichnet Präsident Wolodymyr Selenskyj es noch am selben Tag, wodurch das Gesetz rechtskräftig wird. Selenskyj hatte den Gesetzesentwurf bereits im April 2021 ins Parlament eingebracht, allerdings wurde die Verabschiedung von Abgeordneten seiner eigenen Partei "Diener des Volkes" blockiert. Erst im Rahmen der vor wenigen Tagen angekündigten US-Sanktionen gegen den Vorsitzenden des Gerichts, Pawlo Wowk, kam wieder Bewegung in das Gesetzgebungsverfahren.
13.12.2022 In Paris findet die Konferenz "In Solidarität mit dem ukrainischen Volk" statt. Die mehr als 70 teilnehmenden Staaten und internationalen Organisationen beschließen, dem angegriffenen Land mehr als 1 Mrd. US-Dollar an Hilfsgeldern zur Verfügung zu stellen, um durch den Winter zu kommen. Das Geld soll vorrangig in die Wiederherstellung des Energiesektors gehen sowie in Nahrungsmittelsicherheit, Wasserversorgung und den Gesundheitssektor.
13.12.2022 Die Werchowna Rada verabschiedet ein Gesetz zum Schutz ethnischer Minderheiten. Die Verabschiedung des Gesetzes ist eine der Bedingungen für den geplanten EU-Beitritt des Landes. Parlamentssprecher Ruslan Stefantschuk erklärt, dass der Gesetzentwurf die Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit ethnischer Minderheiten schützt sowie ihre Gedanken-, Rede-, Gewissens- und Religionsfreiheit. 
14.12.2022 Fast 8 Millionen Menschen, das entspricht etwa 20 Prozent der ukrainischen Bevölkerung aus der Vorkriegszeit, haben seit dem 24. Februar das Land verlassen, teilt der Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Menschenrechte, Dmytro Lubinez, mit. Weitere 4,9 Millionen Menschen sind als Binnenflüchtlinge innerhalb des Landes umgezogen. Ungefähr ein Drittel der Binnenvertriebenen sind Rentner:innen oder Menschen mit Behinderungen, so Lubinez.
14.12.2022 Die Luftverteidigungskräfte haben alle 13 Shahed-136 Drohnen, mit denen Russland die Hauptstadt Kyjiw angegriffen hat, abgeschossen, berichtet Präsident Wolodymyr Selenskyj.
14.12.2022 Dmytro Lubinez, Vorsitzender des Menschenrechtsausschusses der Werchowna Rada, teilt mit, dass im befreiten Cherson eine Folterkammer, die speziell für Kinder ausgelegt war, entdeckt wurde. Nach Aussagen der lokalen Bevölkerung und anderer Folteropfer wurden dort ukrainische Kinder von russischen Sicherheitsdiensten festgehalten und physisch und psychologisch gefoltert. "Ich dachte, dass es nach Butscha und Irpin nicht mehr schlimmer werden könnte, aber den Tiefpunkt haben wir in Cherson erreicht", so Lubinez.
14.12.2022 Das EU-Parlament billigt Makrofinanzhilfen für die Ukraine im Wert von 18 Milliarden Euro. Nachdem Ungarn den ursprünglichen Vorschlag zunächst blockiert hatte, billigten die Abgeordneten eine Änderung der Verordnung, die es ermöglicht, der Ukraine im kommenden Jahr 18 Mrd. Euro Budgethilfen zur Verfügung zu stellen. Das Darlehen ist an Reformen geknüpft und dient der Finanzierung grundlegender öffentlicher Dienstleistungen, der Aufrechterhaltung der makroökonomischen Stabilität und dem Wiederaufbau der Infrastruktur.
15.12.2022 Die Ukraine bereite eine neue große Militäroperation vor, die aber "noch nicht sichtbar" sei, teilt der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte Walerij Saluschnyj dem britischen Economist in einem Interview mit. Was Russland anbelangt, so habe Saluschnyj "keine Zweifel daran, dass sie Kyjiw erneut angreifen werden". Russland trainiere aktuelle bis zu 200.000 Wehrpflichtige, um im Frühjahr 2023 eine neue Offensive zu starten, so Saluschnyj.
15.12.2022 Der US-Senat verabschiedet den Verteidigungsetat für 2023, in dem 800 Millionen US-Dollar für die Ukraine vorgesehen sind. Mit 858 Mrd. US-Dollar ist der Verteidigungsetat der höchste alle Zeiten.
15.12.2022 Das Europäische Parlament (EP) stuft den Holodomor als "Völkermord am ukrainischen Volk" ein. Das EP "verurteilt diese Taten, die den Tod von Millionen von Ukrainern zur Folge hatten, aufs Schärfste und fordert alle Länder und Organisationen, die dies noch nicht getan haben, auf, diesem Beispiel zu folgen und es als Völkermord anzuerkennen", heißt es in der entsprechenden Resolution.
16.12.2022 Am Morgen erfolgt ein erneuter groß angelegter Raketenangriff auf die Ukraine. 60 der 76 russischen Raketen werden von der Ukraine abgeschossen. Russland versucht mit den Großangriffen die Energieinfrastruktur der Ukraine zu zerstören. Aus Kyjiw und anderen Städten werden Explosionen und Opfer gemeldet.
16.12.2022 Der staatliche Netzbetreiber Ukrenerho teilt mit, dass sich die Energiesicherheit aufgrund des neuerlichen Angriffs auf die Energieinfrastruktur "signifikant" verschlechtert habe und es in allen Regionen Ausfälle bei der Energieversorgung gäbe. Laut Präsident Wolodymyr Selenskyj habe Russland noch genügend Raketen für mehrere Angriffe.
16.12.2022 Als Reaktion auf den erneuen Raketenbeschuss auf die ukrainische Energieinfrastruktur teil Josep Borell, Hoher Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, mit, dass die EU die Unterstützung für die Ukraine verstärken werde. Die USA kündigen an, dass die Ukraine im nächsten militärischen Hilfspaket weitere Luftverteidigungssysteme erhalten werde. Ob dies das Patriot-Luftverteidigungssystem beinhaltet, lässt John Kirby, Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, offen. Die Ukraine fordert seit Längerem die Lieferung dieser Systeme, die als effektives Mittel gegen Raketenangriffe gelten.
17.12.2022 Das Ministerkabinett gibt bekannt, dass etwa 10.000 neue "Unbesiegbarkeitszentren" eröffnet werden sollen. Seit Beginn der gezielten massiven russischen Angriffe auf die Infrastruktur vor etwa zwei Monaten wurden landesweit bereits ca. 5.000 solcher Zentren geöffnet. Sie bieten der notleidenden Bevölkerung die Möglichkeit, sich aufzuwärmen, Mobiltelefone aufzuladen sowie medizinische und psychologische Versorgung an.
17.12.2022 Deutschland werde der Ukraine nicht als einziges Land Kampfpanzer westlicher Bauart liefern, teilt Bundeskanzler Olaf Scholz der Süddeutschen Zeitung mit. Die Ukraine fordert seit Langem westliche Kampfpanzer. Bisher haben die westlichen Verbündeten jedoch nur alte sowjetische Panzer geliefert und keine modernen Panzer wie z. B. den Leopard 2 Panzer aus deutscher Produktion.
18.12.2022 Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet, dass die Stromversorgung für 9 Mio. Menschen in der Ukraine wiederhergestellt sei. Bereits am Vortrag wurden 6 Mio. Menschen wieder mit Strom versorgt. Der Bürgermeister von Kyjiw, Witalij Klytschko, teilt mit, dass die Wärmeversorgung in der gesamten Hauptstadt wieder funktioniere. Nach dem letzten massiven Beschuss der energetischen Infrastruktur am 16. Dezember, bei dem alleine 40 russische Raketen auf Kyjiw abgeschossen wurden, kam es in vielen Regionen des Landes zu erneuten Stromausfällen. Aufgrund der fortwährenden russischen Raketenangriffe fordert Selenskyj von den Partnern der Ukraine weitere Luftabwehrsysteme.
19.12.2022 Russland greift die Ukraine erneut mit Dutzenden iranischen Kamikaze-Drohnen an. 30 der 35 Drohnen können abgeschossen werden, in einigen Regionen wie Kyjiw und Dnipropetrowsk werden Wohnhäuser und Infrastruktureinrichtungen getroffen. Es ist der bisher größte Drohnenangriff Russlands auf die Ukraine.
19.12.2022 Großbritannien stellt der Ukraine weitere militärische Unterstützung im Wert von mehr als 300 Mio. US-Dollar zur Verfügung. Die Hilfen beinhalten vor allem Hunderttausende Schuss Artilleriemunition, die auf beiden Seiten der Front allmählich knapper werde.
19.12.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet, dass Bachmut weiterhin die Stadt sei, wo es die schwersten Gefechte entlang der 1.300 Kilometer langen Frontlinie gäbe. Seit Mai versuchten reguläre russische Truppen sowie Söldner der "Wagner"-Privatarmee die Stadt einzunehmen, jedoch ohne Erfolg. Bachmut gilt beiden Seiten als strategisch wichtiger Knotenpunkt, weshalb Russland seit Monaten hohe Verluste in Kauf nimmt, um die stark befestigte Stadt einzunehmen.
20.12.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reist am 300. Tag der russischen Invasion unangekündigt direkt an die Front nach Bachmut, wo weiterhin die schwersten Kämpfe stattfinden. Er verleiht zahlreiche Orden an Soldaten und dankt den "Helden von Bachmut" für ihren heroischen Kampf, der auch mit großen Verlusten verbunden ist.
20.12.2022 Die Weltbank kündigt ein Hilfspaket für die Ukraine im Umfang von 610 Mio. US-Dollar an. Damit sollen Ausgaben im Bereich Soziales und Familien sowie für die Bezahlung der Angestellten im öffentlichen Dienst gedeckt werden. Ebenfalls über die Weltbank erhält die Ukraine weitere 2 Mrd. US-Dollar von den USA. Das Geld ist vorgesehen für Rentenzahlungen, kostenlose medizinische Versorgung sowie für die Gehälter der Rettungskräfte, so das Finanzministerium der Ukraine. Es handele sich dabei um die zweite Tranche eines Gesamtpakets von 4,5 Mrd. US-Dollar. Mit insgesamt 12 Mrd. US-Dollar in 2022 sind die USA der größte Geber direkter Haushaltshilfen für die Ukraine.
21.12.2022 Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj tritt seine erste Auslandsreise seit der russischen Invasion am 24. Februar an und fliegt nach Washington. Unter anderem trifft er US-Präsident Joe Biden und spricht vor dem US-Kongress. "Es ist eine Ehre, an Ihrer Seite zu stehen", so Biden, der gegenüber Selenskyj bekräftige, die USA werden "alles in ihrer Macht Stehende" tun, um die Ukraine zu stärken. Bei seiner von vielen als historisch beschriebenen Rede im Kongress erhielt Selenskyj minutenlange Standing Ovations. Vor den Kongressmitgliedern sagte Selenskyj: "Ihr Geld ist keine Wohltätigkeit, sondern eine Investition in die globale Sicherheit". Die USA sind, gemessen an den Ausgaben, der wichtigste Verbündete der Ukraine, sowohl was militärische als auch finanzielle Hilfe angeht. Im neuen US-Haushalt für 2023 sollen knapp 45 Mrd. US-Dollar für die Ukraine bereitgestellt werden.
21.12.2022 Die USA stellen der Ukraine weitere Militärhilfen in Höhe von 1,85 Milliarden US-Dollar zur Verfügung, berichtet US-Außenminister Anthony Blinken. Darunter sei erstmals die Lieferung einer Patriot-Raketenbatterie sowie präzisionsgelenkter Bomben für Kampfjets. Damit soll die Ukraine die russischen Raketenangriffe abwehren können.
22.12.2022 Die Nachrichtenagentur AP schätzt, dass seit März im besetzten Mariupol mindestens 10.300 neue Gräber ausgehoben wurden. Die Gesamtfläche der neuen Gräber beträgt nach Auswertung von Videoaufnahmen mehr als 51.500 Quadratmeter, so AP. Im befreiten Cherson finden die ukrainischen Behörden ein neues Massengrab mit den Überresten von 36 weiteren Zivilist:innen.
22.12.2022 Laut dem ukrainischen Generalstab übersteigt die Opferzahl russischer Soldaten inzwischen 100.000 Tote: Seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar sind schätzungsweise 100.400 russische Soldaten in der Ukraine gestorben. Russland verlor außerdem 3.003 Panzer, 5.981 gepanzerte Kampffahrzeuge, 4.615 Fahrzeuge, 1.978 Artilleriesysteme, 413 Mehrfachraketenwerfer, 212 Luftabwehrsysteme, 283 Flugzeuge, 267 Hubschrauber, 1.693 Drohnen und 16 Boote.
22.12.2022 Der US-Senat verabschiedet den US-Haushalt für 2023, in dem mehr als 40 Mrd. US-Dollar Hilfen für die Ukraine vorgesehen sind.
22.12.2022 Der US-Senat beschließt einen Antrag zur Übertragung beschlagnahmter Vermögenswerte russischer Oligarchen an die Ukraine. "Dieser Änderungsantrag werde es dem Justizministerium ermöglichen, Erlöse aus beschlagnahmten Vermögenswerten von Oligarchen oder anderen sanktionierten Einrichtungen an die Ukraine zu überweisen", so Senator Lindsey Graham. Die Verbündeten der Ukraine planen, eingefrorene russische Vermögenswerte für den Wiederaufbau der Ukraine zu verwenden.
22.12.2022 Die G7-Staaten sagen der Ukraine bis zu 32 Milliarden US-Dollar an finanzieller Unterstützung für 2023 zu, heißt es in einer Erklärung der deutschen Bundesregierung, die 2022 den G7 Vorsitz innehat.
23.12.2022 Die Generalstaatsanwaltschaft teilt mit, dass in den befreiten Gebieten insgesamt 54 russische Folterkammern entdeckt wurden und mehr als 5.000 Fälle von Folter untersucht werden. Außerdem laufen 855 strafrechtliche Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen gegen Kinder, darunter 10 Fälle sexueller Gewalt.
23.12.2022 Die Niederlande stellen der Ukraine im kommenden Jahr Hilfen im Wert von 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung. "Solange Russland seinen Krieg gegen die Ukraine fortsetzt, werden die Niederlande die Ukraine unterstützen", kommentiert Ministerpräsident Mark Rutte die angekündigten Hilfen.
23.12.2022 Die Europäische Kommission erwartet, dass die Ukraine die Empfehlungen der Venedig-Kommission zum Gesetz über das Verfassungsgericht "in vollem Umfang berücksichtigen werde", so Ana Pisonero, Sprecherin der EU-Kommission. Die Reform des Verfassungsgerichts ist eine der sieben Empfehlungen der EU zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen. Das Gesetz wurde am 13. Dezember von der Werchowna Rada verabschiedet und am 20. Dezember von Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet, ohne jedoch, dass die Empfehlungen der Venedig-Kommission berücksichtigt wurden. Die EU-Kommission werde den Prozess daher weiter aufmerksam verfolgen, so Pisonero.
24.12.2022 Die russische Armee führt die Angriffe gegen die Ukraine auch an Heiligabend fort. In Cherson, das seit der Befreiung Mitte November massiv von russischen Truppen beschossen wird, wird u. a. ein Krankenhaus angegriffen. Insgesamt sterben allein bei den Angriffen auf die Oblast Cherson 16 Menschen.
25.12.2022 Am ersten Weihnachtsfeiertag, der in diesem Jahr auch vermehrt von vielen Ukrainer:innen gefeiert wird als Abgrenzung von Russland, wo Anfang Januar das orthodoxe Weihnachtsfest gefeiert wird, werden insgesamt 65 Ortschaften in der Ukraine von den russischen Truppen angegriffen.
25.12.2022 Premier Denys Schmyhal teilt mit, dass die Ukraine insgesamt 1,5 Mrd. US-Dollar an Hilfen zur Reparatur und Instandsetzung der Energieinfrastruktur erhalten habe, die seit Oktober gezielt unter russischem Beschuss steht.
25.12.2022 In der russischen Stadt Engels kommt es auf einem Stützpunkt der russischen Luftstreitkräfte erneut zu Explosionen. Bereits am 5. Dezember kam es zu einem Drohnen-Angriff auf den Stützpunkt, der sich mehrere hundert Kilometer entfernt von der ukrainisch-russischen Grenze befindet. Russland hat hier u. a. seine TU-95 Langstreckenbomber stationiert, mit denen es die Ukraine mit Marschflugkörpern angreift. Es wird vermutet, dass die Ukraine hinter den Angriffen steht; eine offizielle Erklärung aus Kyjiw gibt es jedoch nicht.
26.12.2022 In seiner allabendlichen Videobotschaft bezeichnet Präsident Wolodymyr Selenskyj die aktuelle Lage im Donbas als "schwierig und schmerzhaft. Die Besatzer setzen alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel ein – und das sind beträchtliche Mittel –, um wenigstens einige Geländefortschritte zu erzielen". Im hart umkämpften Bachmut seien inzwischen 60 Prozent der Infrastruktur beschädigt oder zerstört, so der Gouverneur der Oblast Donezk, Pawlo Kyrylenko.
26.12.2022 Nach Angaben von Außenminister Dmytro Kuleba strebt die Ukraine bis Ende Februar 2023 einen Friedensgipfel unter Beteiligung der Vereinten Nationen an. Am 12. Dezember erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj, die Ukraine wolle 2023 einen Gipfel zur Umsetzung der "Ukrainischen Friedensformel" einberufen. Diese besteht aus 10 Punkten und sieht unter anderem die Wiederherstellung der territorialen Integrität und den Abzug der russischen Truppen vor.
27.12.2022 Der russische Einmarsch hat das Nettovermögen der 20 reichsten Ukrainer in knapp einem Jahr fast halbiert: Seit Februar 2022 sank ihr Vermögen um 20 Mrd. US-Dollar auf insgesamt 22,5 Mrd. US-Dollar, schätzt das Magazin Forbes Ukraine. Alleine das Vermögen des reichsten Ukrainers Rinat Achmetow, dem u. a. das zerstörte Asowstal-Werk im besetzten Mariupol gehört, sank um 9,3 Mrd. US-Dollar auf aktuell 4,4 Mrd. US-Dollar.
27.12.2022 Russland hat seit dem 24. Februar mehr als 700 Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in der Ukraine beschädigt, teilt der Erste Stellvertretende Innenminister Jewhen Jenin mit. Dazu gehören Gaspipelines, elektrische Umspannwerke und Brücken. Insgesamt seien durch die russischen Angriffe mehr als 35.000 Objekte in der Ukraine zerstört worden, so Jenin.
28.12.2022 Bei der traditionellen Ansprache des Präsidenten in der letzten Parlamentssitzung des Jahres, die wegen eines Luftalarms mit 90-minütiger Verspätung beginnt, gibt Wolodymyr Selenskyj als wichtigstes Ziel des kommenden Jahres die Wiederherstellung der territorialen Integrität der Ukraine aus. In seiner Rede beschwört er die "Einheit" des Landes, die "auf dem Weg zum Sieg, von dem alle Generationen geträumt haben" entscheidend sei. Auch dankt er den Verbündeten für die kontinuierliche Unterstützung seines Landes, insbesondere den USA, die am meisten finanzielle und militärische Hilfe leisten.
28.12.2022 Kreml-Sprecher Dmitri Peskow teilt der Nachrichtenagentur RBC mit, dass Russland einem Friedensplan nur zustimmen werde, wenn die Ukraine der russischen Annexion der Regionen Saporischschja, Donezk, Luhansk und Cherson zustimmt. Die Ukraine hingegen lehnt die völkerrechtswidrige Annexion der Gebiete und deren Anerkennung strikt ab und sieht die Wiederherstellung der territorialen Integrität als zentrales Element sämtlicher Friedenspläne an, wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am selben Tag mitteilt.
28.12.2022 Das ukrainische Militär hat seit September 850 russische Raketen und Drohnen abgeschossen, berichtet Juri Ihnat, Sprecher der ukrainischen Luftwaffe. Die russischen Luftangriffe zielen vorrangig auf die Zerstörung der energetischen Infrastruktur der Ukraine.
29.12.2022 Russland startet am frühen Morgen erneut einen landesweiten Raketengroßangriff auf die ukrainische Energieinfrastruktur. Von den 69 Raketen kann die ukrainische Armee 54 abwehren. Etwa ein Dutzend Objekte der kritischen Infrastruktur werden getroffen. Es gibt mehrere Tote und Verletzte. In 40 Prozent der Haushalte der ukrainischen Hauptstadt fällt der Strom aus, berichtet der Kyjiwer Bürgermeister Witalij Klytschko. Im westukrainischen Lwiw seien gar 90 Prozent der Stadt ohne Strom, so Bürgermeister Andrij Sadowyj. Besonders kritisch sei laut Energieminister Herman Haluschtschenko die Lage in der Region Odesa.
29.12.2022 Großbritannien wird die Ukraine im kommenden Jahr mit 2,8 Milliarden US-Dollar unterstützen, teilt der britische Verteidigungsminister Ben Wallace mit: "Im nächsten Jahr werden wir weitere 2,3 Milliarden Pfund bereitstellen, um sicherzustellen, dass die Ukraine über die benötigten Waffensysteme verfügt."
29.12.2022 Laut Bloomberg erwägen die USA, der Ukraine Bradley-Schützenpanzer zu liefern. Wann genau die Schützenpanzer zur Verfügung gestellt und ausgeliefert werden sollen, ist aktuell noch unklar, so Bloomberg unter Berufung auf Regierungskreise. Es wäre die erste Lieferung Panzer westlicher Bauart an die Ukraine.
29.12.2022 Ein französisches Gericht nimmt den ukrainischen Oligarchen Kostjantyn Schewaho vorläufig unter Arrest, bis über seinen Auslieferungsantrag an die Ukraine entschieden wird. 2019 wurde in der Ukraine ein Haftbefehl gegen Schewaho erlassen, weil er von der Finance & Credit Bank, deren Eigentümer er war, 113 Millionen US-Dollar veruntreut haben soll. Das aktuelle Vermögen von Schewaho wird auf 1,4 Mrd. US-Dollar geschätzt.
29.12.2022 Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichnet ein Mediengesetz, das laut offiziellen Angaben dazu dient, die ukrainischen Rechtsvorschriften mit dem EU-Recht in Einklang zu bringen und die russische Propaganda zu bekämpfen. Ukrainische Journalistengruppen kritisieren das Gesetz, da es die Befugnisse der Medienaufsichtsbehörde, die von der Regierung kontrolliert wird, drastisch ausweitet und ihr ermöglicht, Nachrichtenseiten, die nicht offiziell als Medien registriert sind, ohne Gerichtsbeschluss zu schließen, was einer Einschränkung der Pressefreiheit gleichkommt.
30.12.2022 Die gesamte Dauer des Luftalarms in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw summiert sich seit dem Beginn der russischen Invasion inzwischen auf fast 700 Stunden. Das bedeutet, dass sich die Stadt etwa einen Monat lang im Zustand des Luftangriffsalarms befunden hat, in dem die Menschen dazu aufgefordert sind, Schutz in Luftschutzbunkern zu suchen.
30.12.2022 Trotz der "schwierigsten Aussaat in der Geschichte des Landes" gelang es den ukrainischen Landwirten, in diesem Jahr 60 Millionen Tonnen Getreide zu ernten und damit die Nahrungsmittelvorräte für das nächste Jahr zu sichern, teilt Premierminister Denys Schmyhal auf einer Kabinettssitzung mit. Dank des Schwarzmeer-Getreideabkommens, das es der Ukraine ermöglicht, Getreide über das zuvor blockierte Schwarze Meer zu exportieren, konnten zudem seit August 15 Millionen Tonnen Lebensmittel exportiert werden. 
31.12.2022 Am letzten Tag des Jahres greift Russland erneut mehrere Regionen der Ukraine mit etwa 20 Raketen an. Es gibt mindestens einen Toten und mehr als 30 Verletzte, darunter in Kyjiw, Mykolajiw, Saporischschja und anderen Städten.
31.12.2022 Präsident Wolodymyr Selenskyj hält eine Neujahrsansprache, die viele Menschen in der Ukraine bewegt. Er spricht von 2022 als dem "Jahr der Ukraine" und resümiert die entscheidenden Ereignisse des Kriegsjahres. Dabei hebt er die enormen Leistungen, den gesellschaftlichen und militärischen Widerstand sowie die ungebrochene Einheit der Ukrainer:innen hervor: "Wir sind bereit, [für die ukrainische Freiheit] zu kämpfen. Darum ist jeder von uns hier. Ich bin hier. Wir sind hier. Ihr seid hier. Alle sind hier. Wir alle – sind die Ukraine." Russland gegenüber sagt er, die Welt werde den "russischen Terror niemals vergeben".
01.01.2023 In der Neujahrsnacht werden 45 russische Drohnen abgeschossen, darunter alle 32, die mit denen Kyjiw angegriffen wurde, teilt die Kyjiwer Stadtverwaltung mit. Aus mehreren Landesteilen werden Verletzte gemeldet, darunter mehrere Kinder. In Kyjiw und anderen Städten kommt es weiterhin zu Stromausfällen aufgrund der gezielten russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur.
01.01.2023 Im besetzten Makijiwka kommt es in der Neujahrsnacht zu einer großen Explosion einer russischen Militärbasis. Laut ukrainischen Angaben wurden durch einen gezielten Raketenangriff mehr als 400 russische Soldaten getötet und mehr als 300 verletzt. Russland spricht offiziell von 63 getöteten Soldaten. Populäre russische Militärblogger bezweifeln hingegen die offiziellen Zahlen und sprechen wie die Ukraine von Hunderten Opfern.
02.01.2023 Im Jahr 2022 kehrten fast 1.600 ukrainische Kriegsgefangene aus russischer Gefangenschaft zurück, darunter 132 Zivilist:innen, teilt das Ministerium für die Reintegration der temporär besetzten Gebiete mit. Rund 3.400 ukrainische Soldat:innen befinden sich weiterhin in russischer Gefangenschaft.
02.01.2023 Nach einem Telefonat mit Präsident Wolodymyr Selenskyj teilt EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen mit, dass die EU bereits mit Januar mit der Auszahlung der ersten Tranche der für 2023 vorgesehen 18 Mrd. Euro Makrofinanzhilfen beginnt. Die Hilfen waren nach zähem Ringen der EU-Staaten Mitte Dezember beschlossen worden und sollen den ukrainischen Haushalt angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage entlasten.
03.01.2023 Die Ukraine hat 40 Prozent der seit dem 24. Februar 2022 von Russland besetzten Gebiete befreit, berichtet der ukrainische Oberbefehlshaber Walerij Saluschnyj. Er fordert von den westlichen Verbündeten der Ukraine weitere Waffen, um die gesamte Ukraine befreien zu können. Vor einigen Wochen teilte er in einem Interview mit: "Ich brauche 300 Panzer, 600–700 Schützenpanzer, 500 Haubitzen", um den Krieg zu gewinnen.
03.01.2023 Die Ukraine setzt die Auktionen auf der zentralen staatlichen Beschaffungsplattform ProZorro aufgrund von Stromausfällen vorläufig aus. Das Wirtschaftsministerium begründet den Schritt damit, dass die ständigen Angriffe Russlands auf die ukrainische Energieinfrastruktur zu regelmäßigen Stromausfällen führen, die häufig den Zugang zum Internet beeinträchtigen und damit den Wettbewerb verzerren. NGOs wie Transparency International kritisieren den Schritt, da er das Korruptionsrisiko erhöhe.
04.01.2023 In einem Telefonat mit Präsident Wolodymyr Selenskyj sagt Frankreichs Präsident Emmanuel Macron der Ukraine die Lieferung von "leichten Panzern" des Typs AMX-10 RC zu, lässt aber Lieferdatum und Anzahl vorerst offen. Der AMX-10 RC ist ein Spähpanzer mit Allradantrieb. Selenskyj bedankt sich bei seinem französischen Amtskollegen mit den Worten: "Frankreich hebt die Verteidigungsunterstützung für die Ukraine auf ein neues Level und ich danke Präsident Macron für diese Führungsrolle. Das sendet ein klares Signal an alle unsere Verbündeten. Es gibt keinen rationalen Grund, warum die Ukraine bislang nicht mit Panzern aus dem Westen beliefert wurde". Es ist die erste Zusage westlicher Schützenpanzer an die Ukraine.
04.01.2023 Nachdem die französische Zusage von Schützenpanzern an die Ukraine publik wird, bestätigt US-Präsident Joe Biden gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die USA der Ukraine im Zuge der militärischen Unterstützung Schützenpanzer vom Typ Bradley bereitstellen werden.
05.01.2023 Der russische Präsident Wladimir Putin ordnet seinen Verteidigungsminister Sergei Schoigu an, von 12:00 Mittags am 6. Januar bis Mitternacht am 7. Januar eine 36-stündige Feuerpause einzuhalten, damit die orthodoxen Gläubigen entlang der 1.500 Kilometer langen Front die Feiertage begehen können. Die Ukraine kritisiert den Schritt, da Russland an bisherigen Feiertagen wie Ostern oder Neujahr keine Feuerpause abhielt und wenn es wollte, den Krieg sofort gänzlich beenden könnte. Stattdessen wolle Putin seiner Armee eine Verschnaufpause verschaffen, heißt es aus Kyjiw.
05.01.2023 Nach den Ankündigungen aus Paris und Washington über die Lieferung von Schützenpanzern an die Ukraine gibt auch Deutschland bekannt, bis zu 40 Schützenpanzer vom Typ Marder an die Ukraine zu liefern. Darüber hinaus wird auch ein Patriot-Flugabwehrraketensystem aus Deutschland gestellt, teilt Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht mit. Die Lieferung solle noch im ersten Quartal erfolgen und sei eng mit Frankreich und der USA abgestimmt, so die Ministerin. Die Ukraine hatte seit Langem die Lieferung westlicher Panzer gefordert, doch erst mit der französischen Zusage am Vortag haben sich die westlichen Partner der Ukraine dazu entschlossen.
05.01.2023 Laut dem Kulturministerium der Ukraine wurden seit dem 24. Februar mehr als 1.100 Kulturstätten in der Ukraine beschädigt, ein Drittel davon sei vollständig zerstört. Die massivsten Zerstörungen gebe es in den Regionen Donezk, Kyjiw, Charkiw und Luhansk. Das tatsächliche Ausmaß sei noch höher, da diese Zählung die von Russland besetzten Gebiete sowie solche, in denen aktuell Kampfhandlungen stattfinden, nicht mit einschließt.
05.01.2023 Das ukrainische Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank 2022 um 30,4 Prozent, teilt das Wirtschaftsministerium mit. "Dies ist objektiv das schlechteste Ergebnis seit der Unabhängigkeit (1991), aber besser als die meisten Expert:innen zu Beginn der russischen Invasion vorausgesagt hatten, als mit 40–50 Prozent gerechnet wurde", so das Ministerium.
05.01.2023 Die Ukraine überträgt Teile des Kyjiwer Höhlenklosters, dem wichtigsten orthodoxen Kloster in der Ukraine, das der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche – Moskauer Patriarchat (UOK) untersteht, in staatliches Eigentum. Die UOK war in den letzten Monaten wegen ihrer Verbindungen zu Russland ins Visier von Ermittlungen verstärkt in die Kritik geraten. Bei landesweiten Razzien, die auch im Kyjiwer Höhlenkloster stattfanden, wurden unter anderem russische Pässe bei Geistlichen sichergestellt sowie anti-ukrainische Propaganda und gestohlene Ikonen. Obwohl die UOK im Mai ihre Unabhängigkeit von der Russischen Orthodoxen Kirche erklärte und Russlands Krieg in der Ukraine verurteilt hat, ist sie in der orthodoxen Hierarchie weiterhin Moskau untergeordnet. Die verstaatlichten Teile des Klosters sollen an die von Moskau unabhängige, mit der UOK konkurrierende Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) übergeben werden.
05.01.2023 Die USA geben nach einem Telefonat zwischen Präsident Joe Biden und Bundeskanzler Olaf Scholz die Details über die am Vortrag bereits angekündigten Militärhilfen für die Ukraine bekannt: Demnach werden die USA der Ukraine 50 Bradley-Schützenpanzer, 100 gepanzerte Truppentransporter M113, 18 Haubitzen M109 sowie Dutzende weitere Fahrzeuge und Munition liefern. Mit einem Gesamtwert von 2,8 Mrd. US-Dollar ist es das finanziell bislang größte militärische Hilfspaket der USA an die Ukraine.
06.01.2023 Präsident Wolodymyr Selenskyj gratuliert den orthodoxen Gläubigen zum Weihnachtsfest und erklärt, die Ukrainer:innen sind "im Glauben an den gemeinsamen Sieg geeint", auch, wenn sie gezwungen seien "einige unserer Traditionen zu brechen". Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine haben viele Ukrainer:innen in diesem Jahr in Abgrenzung zu Russland Heiligabend und Weihnachten am 24. und 25. Dezember gefeiert, anstatt wie bei den orthodoxen Kirchen üblich am 6. und 7. Januar.
06.01.2023 Der ukrainische Generalstab meldet, dass Russland mehr als 110.000 Soldaten in der Ukraine verloren hat. In den vergangenen Tagen sind die russischen Verluste mit durchschnittlich mehr als 700 getöteten Soldaten pro Tag besonders hoch.
07.01.2023 Erstmals hält die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU) einen Weihnachtsgottesdienst im wichtigsten orthodoxen Kloster der Ukraine, dem Kyjiwer Höhlenkloster, ab. Das Kloster unterstand bisher der Ukrainisch-Orthodoxen Kirche – Moskauer Patriarchat (UOK). Teile des Klosters wurden zu Jahresbeginn im Kontext des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine jedoch an die OKU übertragen.
07.01.2023 Trotz der von Russland angekündigten Waffenruhe über das orthodoxe Weihnachtsfest finden laut Einschätzungen des britischen Verteidigungsministeriums weiterhin Gefechte "auf einem üblichen Niveau" statt. Mindestens drei Menschen Sterben durch russische Angriffe und 14 werden verletzt. Vor allem um Bachmut, Soledar und um Kreminna gibt es schwere Kämpfe.
08.01.2023 Präsident Wolodymyr Selenskyj berichtet, dass Bachmut und Soledar weiterhin unter ukrainischer Kontrolle sind und mehr Einheiten und Ausrüstung zur Verteidigung der strategisch wichtigen Städte geschickt werden sollen. Die Region sei derzeit "eine der blutigsten Schauplätze des Krieges", so Selenskyj, da Russland mit allen Mitteln versuche, Soledar und von dort aus Bachmut einzunehmen. Russische Militärblogger berichten, dass Soldaten der russischen Wagner-Privatarmee bereits Teile von Soledar erobert haben sollen.
08.01.2023 Der deutsche Wirtschaftsminister Robert Habeck erklärt in einem Interview mit der ARD, dass es "nicht auszuschließen ist", dass Deutschland Leopard 2 Panzer an die Ukraine liefert. Bisher schlossen Bundeskanzler Olaf Scholz und die Bundesregierung die Lieferung von schweren Kampfpanzern an die Ukraine aus. Der deutsche Hersteller des Leopard 2, der Waffenkonzern Krauss-Maffei Wegmann (KMW) hat bereits vor Monaten zugesagt, der Ukraine bis zu 100 Leopard 2 Panzer liefern zu können.

Die Chronik wird zeitnah erstellt und basiert ausschließlich auf im Internet frei zugänglichen Quellen. Die Redaktion bemüht sich, bei jeder Meldung die ursprüngliche Quelle eindeutig zu nennen. Aufgrund der großen Zahl von manipulierten und falschen Meldungen kann die Redaktion der Ukraine-Analysen keine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben übernehmen.

Zusammengestellt von Almuth Müller, Dr. Martin-Paul Buchholz, Dr. Eduard Klein

Sie können die gesamte Chronik seit Februar 2006 auch auf Externer Link: http://www.laender-analysen.de/ukraine/ unter dem Link "Chronik" lesen.

Fussnoten

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