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Der Pakt in Dokumenten | Riss durch Europa. Die Folgen des Hitler-Stalin-Pakts | bpb.de

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Der Pakt in Dokumenten

Christoph Meißner

/ 2 Minuten zu lesen

Der Pakt bestand aus dem deutsch-sowjetischen Nicht-Angriffsvertrag vom 23. August und dem deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag vom 28. September 1939 mit den jeweiligen Anhängen. Die Originaldokumente sind nur teilweise erhalten geblieben.

Geschichte der Dokumente

Der Nichtangriffsvertrag und das geheime Zusatzprotokoll vom 23. August 1939 sind im Original nur in der sowjetischen Überlieferung erhalten geblieben. Dasselbe gilt für den aus dem Pakt hervorgegangenen Grenz- und Freundschaftsvertrag mit seinen geheimen und vertraulichen Zusatzprotokollen vom 28. September 1939. Heute werden sie im Archiv des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation in Moskau (Bestand 3a/1/18) aufbewahrt. Für die Forschung sind sie unzugänglich. In russischen Internetdatenbanken sind jedoch Scans der originalen Vertragswerke in beiden Sprachen vollständig einsehbar.

Die deutschen Originale wurden mit dem Vorrücken der alliierten Truppen auf das Gebiet des Deutschen Reichs auf Anordnung des deutschen Außenministers Joachim von Ribbentrop vermutlich im April 1945 vernichtet. Lediglich die Karte als Anlage zum Grenz- und Freundschaftsvertrag ist im Original erhalten geblieben. Allerdings waren zuvor aus Angst vor Luftangriffen auf Berlin Sicherungskopien auf Mikrofilm angefertigt worden, die die Vernichtung überdauerten. Diese Kopien und die Karte der beiden Vertragswerke werden heute im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes in Berlin aufbewahrt und sind für die Forschung zugänglich.

Nichtangriffsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion mit geheimem Zusatzprotokoll vom 23. August 1939

(© Scan aus dem dem Archiv des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation in der Datenbank Externer Link: www.prlib.ru) (© Scan aus dem dem Archiv des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation in der Datenbank Externer Link: www.prlib.ru) (© Scan aus dem dem Archiv des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation in der Datenbank Externer Link: www.prlib.ru) (© Scan aus dem dem Archiv des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation in der Datenbank Externer Link: www.prlib.ru) (© Scan aus dem dem Archiv des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation in der Datenbank Externer Link: www.prlib.ru) (© Scan aus dem dem Archiv des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation in der Datenbank Externer Link: www.prlib.ru) (© Scan aus dem dem Archiv des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation in der Datenbank Externer Link: www.prlib.ru) (© Scan aus dem dem Archiv des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation in der Datenbank Externer Link: www.prlib.ru) (© Scan aus dem dem Archiv des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation in der Datenbank Externer Link: www.prlib.ru)

(© Hoffmann / Bundesarchiv, Bild 183-H27299)

Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrages durch den deutschen Außenminister Joachim von Ribbentrop,
Moskau, 23. August 1939

Beide Seiten sahen in dem auf zehn Jahre befristeten Nichtangriffsvertrag ein vorübergehendes Abkommen. Nach wie vor standen sich das nationalsozialistische Deutschland und die Sowjetunion ideologisch feindlich gegenüber. Der öffentlich unterzeichnete Nichtangriffsvertrag gab der deutschen Interner Link: Wehrmacht international für alle sichtbar Handlungsfreiheit gegenüber Polen. Die im Geheimen abgestimmten Gebietsinteressen legten die Basis für die sowjetische Expansionspolitik der kommenden beiden Jahre.

Deutsch-sowjetischer Grenz- und Freundschaftsvertrag mit geheimen und vertraulichen Zusatzprotokollen vom 28. September 1939

(© Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Signatur: V11-SOW/19) (© Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Signatur: V11-SOW/19) (© Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Signatur: V11-SOW/19) (© Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Signatur: V11-SOW/19) (© Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Signatur: V11-SOW/19) (© Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Signatur: V11-SOW/19) (© Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Signatur: V11-SOW/19) (© Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Signatur: V11-SOW/19) (© Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Signatur: V11-SOW/19) (© Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Signatur: V11-SOW/19) (© Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Signatur: V11-SOW/19)

(© Wikipedia, gemeinfrei)

Unterzeichnung des deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages durch den sowjetischen Außenminister Wjatscheslaw Molotow, Moskau,
28. September 1939

Nach der vollständigen Besetzung Polens legten Deutschland und die Sowjetunion ihre nun gemeinsame Grenze in einem demonstrativ auch Freundschaftsvertrag genannten Abkommen fest. Ein geheimes Zusatzprotokoll präzisierte die am 23. August festgelegten Interessenssphären. Dem Deutschen Reich fielen die zentralpolnischen Gebiete zu, während Litauen der sowjetischen Einflusssphäre zugeschlagen wurde. Zudem verständigten sich beide Seiten darauf, den polnischen Widerstand niederzuschlagen.










Karte als Anlage zum deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag mit der Festlegung der Demarkationslinie zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion (blaue Linie) und den Unterschriften von Stalin und dem deutschen Außenminister von Ribbentrop

Karte als Anlage zum deutsch-sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrag mit der Festlegung der Demarkationslinie zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion (blaue Linie) und den Unterschriften von Stalin und dem deutschen Außenminister von Ribbentrop (© Politisches Archiv des Auswärtigen Amts, Signatur: V11-SOW/19)

Fussnoten

Weitere Inhalte

Christoph Meißner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Museum Berlin-Karlshorst. Er ist Kurator und Autor der Ausstellung „Riss durch Europa. Die Folgen des Hitler-Stalin-Pakts“. Darüber hinaus kuratierte er Ausstellungen zur sowjetischen Geschichte und den deutsch-sowjetischen Beziehungen im 20. Jahrhundert. Meißner hat in Dresden und Berlin Geschichte, Kunstgeschichte und Politikwissenschaften studiert und beschäftigt sich in seinen wissenschaftlichen Forschungen mit dem Thema des Aufenthalts und Abzugs der sowjetischen/russischen Truppen in Deutschland.