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Der Pakt | Riss durch Europa. Die Folgen des Hitler-Stalin-Pakts | bpb.de

Riss durch Europa. Die Folgen des Hitler-Stalin-Pakts Der Pakt Grenzveränderungen in Ostmitteleuropa Polen Litauen – Lettland – Estland Finnland Rumänien Gespaltene Erinnerung in Europa Biografien Über die Ausstellung – Stimmen und Einordnung „Eine Ausstellung, die uns hilft, einander besser zu verstehen.“ Interview mit Jörg Ganzenmüller Interview mit Claudia Weber Videointerviews Debatte: 23. August als gemeinsamer Gedenktag? FÜR einen gemeinsamen Gedenktag am 23. August GEGEN einen gemeinsamen Gedenktag am 23. August Impressum

Der Pakt

Christoph Meißner

/ 8 Minuten zu lesen

Im August 1939 schlossen das Deutsche Reich und die Sowjetunion einen für beide Seiten vorteilhaften Vertrag. Im Anschluss kam es zu deutsch-sowjetischen Kooperationen auf unterschiedlichen Feldern. Die Erinnerung daran unterscheidet sich in Deutschland und Russland sehr stark.

Im September 1938 erreichte das nationalsozialistische Deutsche Reich mit dem Interner Link: Münchner Abkommen vorerst alle seine außenpolitischen Ziele. Frankreich und Großbritannien hatten der Besetzung der überwiegend deutsch besiedelten Gebiete der Interner Link: Tschechoslowakei zugestimmt. Damit hatten sie zunächst einen Krieg verhindert. Im Frühjahr 1939 lehnte Polen den deutschen Vorschlag eines politischen Bündnisses und Gebietsforderungen ab. Das gab Deutschland den Vorwand, einen Krieg vorzubereiten. Um Polen militärisch ungestört angreifen zu können, plante Deutschland ein Stillhalteabkommen mit der Sowjetunion, die international isoliert und am Münchner Abkommen nicht beteiligt gewesen war. Stalin ahnte, dass die deutsche Aggression sich früher oder später auch gegen die Sowjetunion richten würde. Für den Moment aber nutzte er die Chance für seine politischen und territorialen Ziele in Ostmitteleuropa. Die hatte er in seinen kurz zuvor gescheiterten Verhandlungen mit Frankreich und Großbritannien nicht durchsetzen können. Deutschland und die Sowjetunion schlossen am 23. August 1939 einen Pakt auf Zeit. Eine Reihe von begleitenden Handelsabkommen sicherte vor allem Deutschland die wirtschaftlichen Ressourcen für den Krieg.

Hinweis zur quellenkritischen Einordnung der Bilder

Für die Einordnung von historischen Fotografien generell und insbesondere von Fotografien aus der Zeit vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg ist eine sorgfältige Quellenkritik unbedingt erforderlich. Bilder sind nicht nur eine mögliche Quelle für die historische Erkenntnis (wer hat wann, was, wie mit welcher Absicht fotografiert?), sondern darüber hinaus auch Medien der Erinnerung und Instrumente der Politik. Bilder können durch erinnerungskulturelle Aufladung ikonischen Charakter bekommen oder durch politische Instrumentalisierung geradezu als Waffe eingesetzt werden. Viele der hier gezeigten historischen Fotografien sind ursprünglich von deutschen oder sowjetischen Fotografen zu Propagandazwecken aufgenommen worden.

Literatur:

Christoph Hamann: Fotografien im Geschichtsunterricht. Visual History als didaktisches Konzept, Frankfurt/Main 2019.
Ders.: Feindbilder und Bilder vom Feind. In: Margot Blank/Museum Berlin-Karlshorst. Berlin (Hrsg.): Beutestücke. Kriegsgefangene in der deutschen und sowjetischen Fotografie 1941-1945. Berlin 2003, S. 16-31.

Siehe auch:

Deutsch-sowjetische Kooperation

Der Pakt war für beide Seiten vorteilhaft. Im Herbst 1939 präzisierte eine gemeinsame Kommission die bei Vertragsabschluss mit rascher Hand auf einer Karte skizzierte Grenze. Eine weitere Kommission begann, die der deutschen Seite wichtige Umsiedlung deutscher Minderheiten in das Reichsgebiet zu organisieren. Abkommen im Februar 1940 und Januar 1941 vertieften die im August 1939 vereinbarten wirtschaftlichen Beziehungen. Deutschland erhielt für seine Kriegsindustrie dringend benötige Rohstoffe, die Sowjetunion Rüstungsgüter für die eigene Verteidigung. Im November 1940 reiste der sowjetische Außenminister Molotow nach Berlin, um die Zukunft des Bündnisses zu besprechen. Hitler empfing ihn nur widerwillig. Am 18. Dezember befahl er in seiner Interner Link: Weisung „Fall Barbarossa“ die konkreten Planungen zum Angriff auf die Sowjetunion. Der Interner Link: deutsche Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 beendete den Pakt.

  (© Gerhard Baatz / Bundesarchiv, Bild 101I-001-0262-10)

Sitzung der deutsch-sowjetischen Grenzkommission,
Brest, Oktober 1939

Die Grenzziehung zwischen Deutschland und der Sowjetunion orientierte sich an der Interner Link: Curzon-Line. Die hatte der englische Außenminister Curzon nach dem Interner Link: Ersten Weltkrieg als Demarkationslinie zwischen Polen und Sowjetrussland vorgeschlagen.



  (© Narodowe Archiwum Cyfrowe, Warschau)

Besuch der sowjetischen Umsiedlungsdelegation im Generalgouvernement,
Zakopane, Dezember 1939

Die Initiative für die Umsiedlung der Deutschen aus dem sowjetischen Machtbereich ging vom Deutschen Reich aus. Dahinter stand das Konzept, alle sogenannten Volksdeutschen „Interner Link: Heim ins Reich“ zu holen. Stalin hatte dagegen nur wenig Interesse an der Umsiedlung der ukrainischen und belarussischen Bevölkerung auf sowjetisches Gebiet. Bis zum Frühjahr 1940 siedelten 130.000 Deutsche aus den von der Sowjetunion annektierten Gebieten Polens um, aber lediglich 12.000 Ukrainerinnen und Ukrainer und Belarussinnen und Belarussen aus den von Deutschland besetzten Gebieten.

  (© Bundesarchiv, Bild 183-1991-0207-505)

Treffen der beiden Außenminister Wjatscheslaw Molotow und Joachim von Ribbentrop,
Berlin, 12. November 1940

Im Laufe des Jahres 1940 zeigte der Pakt Brüche. Das Deutsche Reich hatte ohne Rücksprache mit der Sowjetunion Truppen nach Rumänien und Finnland entsandt, während die Sowjetunion wider die Absprachen Interner Link: die rumänische Nordbukowina besetzte. Molotows Besuch in Berlin, bei dem das Bündnis vertieft werden sollte, blieb vergeblich. Einen Monat später befahl Hitler der Wehrmacht, den Interner Link: Angriff auf die Sowjetunion vorzubereiten.

Deutsches Reich

Der Pakt ermöglichte es dem Deutschen Reich, am 1. September 1939 einen Interner Link: Krieg gegen Polen zu beginnen, ohne sowjetischen Widerstand befürchten zu müssen. Interner Link: Hitlers Ziel war es, die politische Neuordnung Europas nach dem Ersten Weltkrieg, vor allem die deutschen Gebietsverluste, rückgängig zu machen. Krieg in Europa hielt er für unausweichlich. Nach dem deutschen Überfall auf Polen erklärten Frankreich und Großbritannien Deutschland den Krieg, griffen jedoch nicht aktiv ein. Wirtschaftsverträge mit der Sowjetunion brachten dem Deutschen Reich die nötigen Rohstoffe für seine Expansionspläne. Sie waren eine wesentliche Voraussetzung für weitere Feldzüge in Nord- und Westeuropa. Um die "Germanisierung" des eroberten polnischen Gebietes durchzusetzen, wurden umgesiedelte Deutsche aus den sowjetischen Gebieten im Deutschen Reich und den eroberten polnischen Gebieten angesiedelt.

  (© 7 Fotografisches Archiv des KARTA-Zentrums, Warschau)

Verladung sowjetischen Öls auf deutsche Kesselwagen,
Przemyśl, 20. Februar 1940

In Wirtschaftsverträgen vom Februar 1940 und Januar 1941 wurden sowjetische Rohstofflieferungen vereinbart. Wichtig waren vor allem Öl, Eisenerz und Getreide. Sie stärkten die deutsche Kriegswirtschaft. Das Deutsche Reich schützte sich damit vor einer Seeblockade durch Großbritannien, wie es sie im Ersten Weltkrieg gegeben hatte.



  (© Spahn / Bundesarchiv, Bild 137-058161)

Ankunft von deutschen Umsiedlerinnen und Umsiedlern,
Reichsgau Wartheland, Mai 1940

Die Gebietsannexionen in Folge des Pakts setzten große Umsiedlungsaktionen in Gang. Unter der Losung „Heim ins Reich“ siedelten deutsche Minderheiten aus der sowjetischen Interessensphäre in das Deutsche Reich über, vorzugsweise in die von Deutschland annektierten, zuvor polnischen Gebiete. Die dort ansässige polnische und jüdische Bevölkerung war zuvor vertrieben worden.



  (© Bundesarchiv, Bild 146-2005-0003)

Rotterdam nach der deutschen Bombardierung,
14. Mai 1940

Das Kriegsziel Hitlers war die Weltherrschaft. Am 1. September 1939 begann Deutschland mit einem Überfall auf Polen den Krieg. Ein Jahr später folgten erfolgreiche Eroberungsfeldzüge in Nord- und Westeuropa. Das Ziel einer Eroberung Großbritanniens konnte Hitler aufgrund unerwartet großen Widerstands nicht erreichen. Daraufhin wandte er sich am 22. Juni 1941 mit dem Angriff auf die Sowjetunion erneut Osteuropa als Kriegsschauplatz zu.

Sowjetunion

Am 17. September 1939 marschierte die Rote Armee ohne förmliche Kriegserklärung in Polen ein. Stalin forderte weitere Gebiete zurück, die nach dem Zerfall des Russischen Kaiserreichs 1917 nicht mehr unter sowjetischem Einfluss standen. Das geheime Zusatzprotokoll des Pakts sicherte ihm die nötige Handlungsfreiheit. Diese nutzte er Ende November 1939 zu einem Krieg gegen Finnland. Daraufhin schloss der Völkerbund die Sowjetunion aus. Stalin blieb davon unbeirrt und annektierte im Sommer 1940 die baltischen Staaten und Teile Rumäniens. Der Nichtangriffsvertrag gab der Sowjetunion zudem die Zeit und die Mittel zur militärischen Aufrüstung. Stalin ging trotz des Pakts weiterhin von einem deutschen Angriff auf die Sowjetunion aus, die Hitler seit seinem Machtantritt 1933 zum ideologischen Hauptgegner erklärt hatte.

  (© Hoover Institution Library and Archives)

Heimliche Aufnahme des Kriegsgefangenenlagers im Optina-Kloster,
Kozelsk, 1940

Nach dem Einmarsch in Polen schuf das sowjetische Straf- und Arbeitslagersystem GULag im September 1939 für die polnischen Kriegsgefangenen eine eigene Lagerverwaltung. Zunächst entstanden diese Lager in enteigneten Klöstern der orthodoxen Kirche. Später wurde das Lagersystem für alle von der Sowjetunion bis 1945 gefangen genommenen Soldaten ausgebaut.

  (© Institut für Militärgeschichte – Militärhistorisches Archiv, Bratislava)

Sowjetische „Molotow-Linie“,
Sanok, Juni 1941

Im Sommer 1940 begann in den annektierten polnischen und litauischen Gebieten der Aufbau einer neuen befestigten Verteidigungslinie – die „Molotow-Linie“. Die knapp 300 Kilometer östlich gelegene „Stalin-Linie“ an der ehemaligen Grenze zu Polen wurde abgebaut. Als am 22. Juni 1941 der deutsche Angriff begann, waren beide Befestigungslinien unvollständig und wurden überrannt.



  (© Nationales Museum der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg, Kyjiw)

Sowjetisches Propagandaplakat auf Ukrainisch „Wir haben den Brüdern unsere Hand gereicht, damit sie sich aufrichten und die Peitschen des verachteten Reichs in die ewige Finsternis werfen“, 1939

Nach dem Ersten Weltkrieg erkannte die Sowjetunion die Grenzen seiner Nachbarländer an. Dennoch betrachtete sie Polen, die baltischen Staaten, Bessarabien und Finnland als verlorene Gebiete. Das geheime Zusatzprotokoll bot die Gelegenheit, diese Gebiete zurückzugewinnen. Die sowjetische Propaganda legitimierte den Einmarsch in Polen mit der Unterdrückung der ukrainischen und belarussischen Bevölkerung, denen die Sowjetunion angeblich half, sich zu befreien und sich ihr anzuschließen.












Erinnerung

Deutschland

Der Hitler-Stalin-Pakt hat Interner Link: keinen eigenen Platz in der Erinnerung in Deutschland. Er wird vor allem als Vorstufe zum Zweiten Weltkrieg wahrgenommen. In der historischen Aufarbeitung der nationalsozialistischen Diktatur gewann der Mord an der jüdischen Bevölkerung Europas seit den 1980er Jahren an Bedeutung. Zudem gerieten die Soldaten der Interner Link: Wehrmacht als Täter im nationalsozialistischen Vernichtungskrieg in den Blick. Die Verbrechen der Roten Armee blieben demgegenüber weitgehend unberücksichtigt. Die DDR schloss sich der sowjetischen Geschichtsinterpretation an und leugnete die Existenz des Geheimen Zusatzprotokolls. Im wiedervereinigten Deutschland gilt das Zusatzprotokoll des Pakts als Unrecht. Die Erinnerung an die Zusammenarbeit mit der Sowjetunion aber verblasst angesichts der Verbrechen, die die Deutschen ab 1941 in der Sowjetunion verübten.

  (© Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bonn)

Titelseite der verbotenen Ausgabe des „Sputnik“,
Ost-Berlin, Oktober 1988

Während der als Interner Link: Perestroika benannten Reformenpolitik veröffentlichte die sowjetische Zeitschrift „Sputnik“ erstmals kritische Beiträge zur Rolle der Sowjetunion während des Pakts. Die Regierung der DDR wollte diesen Schritt der historischen Aufarbeitung im Herbst 1988 nicht mitgehen und Externer Link: verbot die deutsche Ausgabe des „Sputnik“. Ein Jahr später brachte die friedliche Revolution das Ende der DDR, und der „Sputnik“ wurde wieder zugelassen.

  (© Fischer Taschenbuchverlag)

Veröffentlichung zum 50. Jahrestag des Pakts,
Frankfurt am Main, 1989

Zum 50. Jahrestag und angesichts revolutionärer Umwälzungen in Ostmitteleuropa erfuhr die geschichtswissenschaftliche Erforschung des Pakts in Deutschland einen Aufschwung. Hauptsächlich konzentrierten sich die Arbeiten auf die diplomatischen Aspekte des Pakts und sein geheimes Zusatzprotokoll. Die Folgen für die ostmitteleuropäischen Staaten wurden dabei nur vereinzelt aufgegriffen.

  (© Marko Priske / Stiftung Denkmal)

Denkmal für die ermordeten Jüdinnen und Juden Europas,
Berlin, 2020

In Deutschland gibt es kein Museum, das ausschließlich die Geschichte des Zweiten Weltkriegs ausstellt. Aber es gibt zahlreiche Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus. Nur vereinzelt fordern Initiativen, den 23. August als Datum des Hitler-Stalin-Pakts und seiner Folgen zu erinnern. Die gegenwärtige Diskussion konzentriert sich auf die Verbrechen der deutschen Besatzungspolitik in Europa und deren Opfer.

Russland

Die sowjetische Geschichtsschreibung wertete den Nichtangriffsvertrag als von Stalin geschickt herausverhandelten Aufschub des deutschen Überfalls. Das geheime Zusatzprotokoll aber leugneten sowjetische Historikerinnen und Historiker. Das fiel ihnen leicht, weil das einzig erhaltene Originaldokument in einem Moskauer Archiv lag. Erst während der Reformen der Perestroika bestätigte eine sowjetische Untersuchungskommission die Existenz des Dokuments. Nach dem Interner Link: Zusammenbruch der Sowjetunion verurteilte die russische Staatsführung zunächst den Pakt, ohne aber die gewaltsame Besatzung weiter Teile Ostmitteleuropas und das begangene Unrecht anzuerkennen. Schließlich kehrte sie schrittweise zur sowjetischen Interpretation zurück. Seit dem Angriff auf die Ukraine 2014 bemüht die russische Regierung erneut sowjetische Propagandalosungen, um den russischen Expansionsdrang zu verschleiern. Dieses Mal müssten Russinnen und Russen vor Unterdrückung und Verfolgung geschützt werden.

  (© Estnisches Nationalarchiv, Tartu)

Zweiter Kongress der Volksdeputierten der Sowjetunion,
Moskau, Dezember 1989

In der sowjetischen Reformzeit der Perestroika forderte die baltische und moldauische Protestbewegung Anfang 1989 eine staatliche Stellungnahme zum Pakt. Eine Untersuchungskommission nahm ihre Arbeit auf. Auf der Grundlage ihres Gutachtens erklärte der sowjetische Volksdeputiertenkongress am 24. Dezember 1989 den Nichtangriffsvertrag und das geheime Zusatzprotokoll rückwirkend für null und nichtig.

  (© Daria Krotowa / Memorial International)

Aktion „Rückgabe der Namen“ am Denkmal für die Opfer des Stalinismus,
Moskau, 29. Oktober 2019

Die Aufarbeitung der Folgen des Pakts übernahm in Russland vor allem die 1989 gegründete Menschenrechtsorganisation Interner Link: Memorial. Auf ihre Initiative wurde 1990 ein Gedenkstein für die Opfer sowjetischer politischer Repressionen im Zentrum Moskaus aufgestellt. Memorial wurde im Laufe der Jahre zunehmend an der Arbeit gehindert. Dennoch fand bis zum Verbot der Organisation 2021 jährlich eine öffentliche Gedenkveranstaltung für die Opfer des Stalinismus statt.

Seit den 2000er Jahren wurde Stalin in Russland zunehmend populärer. Der russische Staat bezeichnet die internationale Diskussion um Stalins historische Verantwortung für den Pakt und seine Folgen als Verfälschung der Geschichte. Ein Gesetz von 2014, das 2021 eine Erneuerung erfuhr, stellt das unter Strafe. Damit brach in Russland die Diskussion um die historische Verantwortung ab.

Feierlichkeiten zum Tag des Sieges,
Moskau, 9. Mai 2014

  (© Christoph Meißner)

Weitere Inhalte

Christoph Meißner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Museum Berlin-Karlshorst. Er ist Kurator und Autor der Ausstellung „Riss durch Europa. Die Folgen des Hitler-Stalin-Pakts“. Darüber hinaus kuratierte er Ausstellungen zur sowjetischen Geschichte und den deutsch-sowjetischen Beziehungen im 20. Jahrhundert. Meißner hat in Dresden und Berlin Geschichte, Kunstgeschichte und Politikwissenschaften studiert und beschäftigt sich in seinen wissenschaftlichen Forschungen mit dem Thema des Aufenthalts und Abzugs der sowjetischen/russischen Truppen in Deutschland.