Die europäische Erinnerung ist durch die Folgen des
Der 23. August als europäischer Gedenktag
Im September 2008 beschloss das Europäische Parlament,
(© Estnisches Nationalarchiv, Tartu)
(© Estnisches Nationalarchiv, Tartu)
Schwarze Bänder auf der Demonstration „Baltischer Weg“,
Tallinn, 23. August 1989
Aus dem estnischen Exil in Kanada kam 1985 der Impuls, am 23. August in Erinnerung der Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus Trauer zu tragen. Das Projekt „Black Ribbon Day“ (Tag der schwarzen Schleife) zeigte bereits ein Jahr später bei internationalen Kundgebungen Wirkung. Diese reichte 1989 bis in die von der Sowjetunion annektierten baltischen Staaten, wo viele Menschen in der Menschenkette des „Baltischen Wegs“ das schwarze Band trugen. Der 2008 eingeführte europäische Gedenktag an die Opfer von Nationalsozialismus und Stalinismus wird international „Black Ribbon Day“ genannt.
(© Kanzlei des Tschechischen Senats)
(© Kanzlei des Tschechischen Senats)
Konferenz „Das europäische Gewissen und der Kommunismus“,
Prag, 2. Juni 2008
In Politik und Zivilgesellschaft engagierte Menschen aus Ostmitteleuropa forderten mit ihrem Anspruch, 1989/90 den Sieg über den Kommunismus erfochten zu haben, öffentlich eine gemeinsame europäische Erinnerung an die Opfer des Kommunismus. Auch der spätere deutsche Bundespräsident Joachim Gauck gehörte zu den Unterzeichnern der Prager Erklärung zum Gewissen Europas und zum Kommunismus, die der Opfer von Stalinismus und Nationalsozialismus gemeinsam gedenken wollten.
(© Museum Berlin-Karlshorst)
(© Museum Berlin-Karlshorst)
Anstecker zum Europäischen Gedenktag für die Opfer totalitärer Regime,
2022
Die Kampagne des „Europäischen Netzwerk Erinnerung und Solidarität“ zur Erinnerung an den 23. August begleitet den europäischen Gedenktag für die Opfer totalitärer Regime. Inzwischen ist der jährlich verteilte Anstecker in vielen Museen und Gedenkstätten Ostmitteleuropas allgegenwärtig. In Deutschland und Westeuropa spielt der Gedenktag dagegen kaum eine Rolle. Dort wird er vor allem von jüdischen Gemeinden aber auch von Historikerinnen und Historikern und Vertreterinnen und Vertretern von Gedenkstätten als Relativierung des Holocausts kritisiert.
Dieser Text basiert auf der Ausstellung „Riss durch Europa. Die Folgen des Hitler-Stalin-Pakts“ des Museums Berlin-Karlshorst und des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und ist keine Meinungsäußerung der bpb.