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Russlanddeutsche Auswanderung

4.1.2019 | Von:
Viktor Krieger

C. Anmerkungen zu den Quellen

Die vorliegende Quellensammlung ist der erste Versuch, den vorwiegend politischen Samisdat der Deutschen in der UdSSR dem breiten Lesepublikum bekannt zu machen. Der Herausgeber hat dabei den Schwerpunkt, angesichts des ihm zur Verfügung gestellten knappen Raumes, auf die 1960er und 1970er Jahre gelegt, um die Gedankenwelt, Vorgehensweise und den Identitätswandel der Aktivisten der nationalen Autonomie- und Ausreisebewegung zu dokumentieren. Die überwiegende Mehrheit der hier versammelten Schriften entstand ursprünglich auf Russisch, ausgenommen der literarischen und volkskundlichen Überlieferungen (Dok. 4.1 und 4.2), und wurde größtenteils noch nie in deutscher Sprache veröffentlicht.

Einige Samisdat-Werke erschienen bereits in deutscher Übersetzung in kaum bekannten und heute schwer zugänglichen Periodika (Dok. 1.4, 1.11 - 1.13, 3.2, 3.5) oder wurden auszugsweise publiziert (Dok. 1.7, 1.10) bzw. in diversen parlamentarischen Publikationen (Dok. 1.8) veröffentlicht. Diese von den Autoren oft selbst angefertigten Übersetzungen aus dem Russischen wurden für diese Edition überprüft, korrigiert und kommentiert bzw. die zeitgenössisch ins Deutsche übertragenen Textauszüge bei der Neuübersetzung des russischsprachigen Gesamtdokuments integrierend berücksichtigt.

Insgesamt sind es 24 Werke ungleichen Umfangs und Bekanntheitsgrads, unterschiedlicher Auflagenstärke und Vervielfältigungstechniken, die entweder vollständig oder mit Kürzungen einschließlich ausführlicher Kommentare vorgestellt werden. Einige hier veröffentlichte Schriften wurden in kaum zugänglichen Ermittlungsunterlagen der Strafsachen gegen deutsche Dissidenten entdeckt und werden hier zum ersten Mal publik gemacht (Dok. 2.3, 3.1, 4.2). Andere schlummerten in privaten Sammlungen und blieben auf diese Weise der Öffentlichkeit bislang unbekannt (Dok. 1.2, 2.1, 2.4, 3.3).

Schon unter dem Sondersiedlungsregime regte sich Protest und Unmut der Deutschen gegen ihre erniedrigende Lage. Er äußerte sich u.a. in einer Flut von Beschwerden und Klagen, die sich an die örtlichen Behörden und nicht selten an die zentralen Partei- und Staatsgremien, an Politiker und bekannte Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens richteten. Neben der Vielzahl an persönlichen Beschwerden gab es auch politisch motivierte Schreiben. In dem ersten Dokument 1.1 wagt der Sondersiedler Viktor Schneider am Ort seiner Zwangsmobilisierung im nördlichen Ural eine tiefgreifende Kritik an der sowjetischen Nationalitätenpolitik und prangert zahlreiche Diskriminierungen der sowjetischen Bürger deutscher Herkunft sowie die massive Missachtung der gültigen Verfassung an. Der Verfasser ist kein Systemoppositioneller, sondern ein überzeugter Sowjetmensch, will sogar ein Parteimitglied sein, möchte jedoch seine nationale Identität nicht leugnen und in einer Gesellschaftsordnung leben können, die ihren propagierten Grundsätzen – ausgedrückt etwa in der gültigen Verfassung – treu bleibt (Völkerfreundschaft, Gleichberechtigung, Internationalismus, Selbstbestimmungsrecht, Gerechtigkeit u.Ä.).

Das nächste Zeugnis (Dok. 1.2.) steht in einer Kontinuität zum ersten, obwohl zehn Jahre später, unter anderen politischen Vorzeichen geschrieben. Die Autorin Therese Chromowa zeigt hier ihr ausgeprägtes historisches Bewusstsein, kennt die wichtigsten Ereignisse und Rechtsakte, die die Russlanddeutschen betreffen und hat als erste unter den Autonomieaktivisten auf das im Jahr 1964 stattfindende 200-jährige Jubiläum der Ankunft der deutschen Siedler an die Wolga aufmerksam gemacht. Auch gehört ihr Brief eindeutig dem Samisdat-Genre an: geschrieben zumeist in Wir-Form, vervielfältigt auf einem Hektographen in mehreren Exemplaren, verteilt an Anhänger und verschickt an zentrale Entscheidungsinstanzen. Für die aktuelle Staats- und Parteiführung soll die "Leninsche Nationalitätenpolitik" in der Lösung des "deutschen Problems" als Richtschnur dienen, ähnlich der Behandlung der einst ebenso verbannten und entrechteten nordkaukasischen Völker nach 1957. Die Verfasserin übt nicht nur eine dezidierte Kritik an den seit 1941 begangenen Verbrechen und Diskriminierungen, sondern breitet konkrete Vorschläge aus, wie die aufgezeigten Missstände zu beheben wären: v.a. müsse die wolgadeutsche Autonomie wiederhergestellt werden. Bisweilen schlägt die Autorin härtere Töne an, es geht nicht nur um Bitten und Klagen, sondern auch um klare Forderungen: "Wir, Sowjetdeutsche, wollen nicht mehr minderberechtigt sein, wir fordern eine vollständige Gleichberechtigung mit allen anderen Völkern der Sowjetunion".

Diese und ähnliche individuelle und kollektive Protestbriefe, die den wachsenden Unmut und daraus abgeleitete Aktivitäten der deutschen Bevölkerung wiederspiegeln, [1] u.a. Dok. 1.3 und 1.4, waren der wichtigste Grund für die Einberufung einiger hochrangiger Kommissionen des ZK der KPdSU, die sich im Frühling und Sommer 1964 mit der deutschen Problematik beschäftigten, wodurch es schließlich zu einer Teilrehabilitierung durch den Erlass vom 29. August 1964 kam. [2] Aus dem Dok. 1.4 geht hervor, dass nicht nur die Wolgadeutschen die Neubildung der autonomen Wolgarepublik forderten. Auch für andere deutsche Bevölkerungsgruppen wie die Mennoniten aus der Ukraine, die noch vor dem Ersten Weltkrieg in den Südural, ins Gebiet Orenburg übergesiedelt waren, wäre eine nationale Autonomie im Sowjetstaat von großer Bedeutung gewesen.

Um ihren Anliegen zusätzlichen Druck zu verschaffen, schickten Aktivisten der Autonomiebewegung zwei Delegationen nach Moskau, die dort vom 2. bis zum 13. Januar (1. Delegation) und vom 2. Juni bis zum 27. Juli (2. Delegation) weilten. Davon handeln vier grundlegende Dokumente. Zum einen geht es um die Darlegung des historischen Werdegangs und der aktuellen Lage der Minderheit (Dok. 1.5). Dem geschichtlichen Teil lag – wie übrigens in vielen anderen Samisdat-Schriften aus dieser Zeit – vorrangig der Artikel über die Wolgadeutsche Republik aus der Großen Sowjetischen Enzyklopädie des Jahres 1939 zugrunde, der als eine der wenigen zugänglichen Quelle kritiklos rezipiert wurde. [3] Der Übersichtsdarstellung folgen Unterredungen der Abordnungen der beiden Delegationen am 12. Januar und am 7. Juli 1965 mit dem Staatspräsidenten Anastas Mikojan (Dok. 1.6. und 1.7.). Abschließend geht es um eine sehr kritische Stellungnahme gegen die bisherige Hinhaltetaktik und Ablehnungspolitik in Bezug auf legitime Forderungen der Deutschen, da die Delegierten sich in keiner Weise mit den Ergebnissen dieser Unterredungen, insbesondere der am 7. Juli, zufrieden geben konnten (Dok. 1.8).

Die wichtigsten Materialien der beiden Delegationen wurden zusammen mit einem Anhang von Dekreten und Ukasen [4], die die Wolgadeutsche Republik betrafen zuzüglich ausgewählter Zitate des Staatsgründers Wladimir Lenin zur nationalen Frage – auf 26 Seiten dicht gedrängt zusammengefasst und heimlich in der Stadt Alma-Ata in einer Auflage von 1.000 Exemplaren vervielfältigt. [5] Man kann diese Sammlung als die erste politische Samisdat-Publikation der Russlanddeutschen bezeichnen. Praktisch jeder Autonomieanhänger oder auch nur historisch und politisch interessierte Zeitgenosse besaß eine vollständige Kopie oder Auszüge davon, entweder als Originalheftchen, abgetippt auf einer Schreibmaschine oder gar handschriftlich abgeschrieben. In vielen unzensierten Werken, in Eingaben oder Stellungnahmen findet man Entlehnungen, Verweise oder Zitate aus dieser Broschüre (so etwa in Dok. 1.10, 1.11, 2.3, 3.4 etc.). Dadurch erklärt sich auch der – relativ – breite Kenntnisstand über die ersten beiden Delegationen bei gleichzeitig fehlender Berücksichtigung von weiteren Deputationen und Initiativgruppen, die ebenfalls in "deutschen" Angelegenheiten nach Moskau reisten, siehe etwa das Dokument 1.9.

Mit dem zunehmend restriktiven innenpolitischen Kurs und der verstärkten Verfolgung von Dissidenten wurde der Besitz dieser Samisdat-Broschüre – obwohl geradezu vollgestopft mit Zitaten aus den Werken des fast vergöttlichten Staatsgründers Wladimir Iljitsch Lenin [6] und entsprechenden Loyalitätsbekundungen der Betroffenen – immer gefährlicher. In den Akten der Strafprozesse gegen die deutschen Ausreiseaktivisten und Systemkritiker befinden sich oft konfiszierte Originale oder Abschriften dieser Sammlung, die deren Besitzern zur Last gelegt wurden. Während der Ermittlungen etwa gegen Viktor Werner (1973–1974) hat man aus dem bei ihm Zuhause gefundenen Originalexemplar eine Liste mit ausgewählten Zitaten erstellt, die ihren "verleumderischen Inhalt über die angeblich rechtslose Lage der Deutschen in der UdSSR" beweisen sollte. Diese Bewertung floss in die Anklageschrift und in das Urteil ein und belastete Werner zusätzlich, [7] genau wie eine unzensierte Gedichtsammlung, siehe das Dok. 4.2.

Eine Reihe von weiteren Samisdat-Texten wie 1.10, 1.12 und 1.13 dokumentiert den Sinnes- und Identitätswandel vieler einstiger Autonomieanhänger, der sich insbesondere seit Anfang der 1970er Jahre vollzog. Aus Resignation und Enttäuschung versuchten die einen, in die Bundesrepublik auszureisen; die anderen zogen sich ins Private zurück. Neben der restriktiven Haltung der Partei- und Staatsführung in Autonomieangelegenheiten, fehlender Wiedergutmachung, den fortdauernden Diskriminierungen und der weitverbreiteten Germanophobie hat auch die internationale Entspannungspolitik, die Normalisierung der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und der UdSSR maßgeblich zu diesem Wandel beigetragen. Als Hauptadressaten fungierten, sobald sich die Beschwerde an eine Instanz richtete, nicht nur, wie bisher, ausschließlich sowjetische Behörden oder ranghohe Offizielle, sondern zunehmend wurde die ausländische Öffentlichkeit ins Auge gefasst und eine Veröffentlichung im Ausland als sog. Tamisdat [8] angestrebt. Am deutlichsten ist dieser Wandel im Dokument 1.10 veranschaulicht, insbesondere im Teil: "Von dem Gedanken über die Wiederherstellung der ASSR der Wolgadeutschen bis zum Gedanken über die Emigration". Mitverfasser der Schrift waren die einstigen Aktivisten der Autonomiebewegung, unter ihnen Andreas Maser und Therese Fransen (auch: Chromowa, Schilke), siehe ihre Biographien im Abschnitt III.

Auf der anderen Seite gab es unter den deutschen Sowjetbürgern auch größere Gruppen, die dem Sowjetstaat und der kommunistischen Ideologie ablehnend gegenüberstanden und viel früher bereits eine Übersiedlung in die Bundesrepublik anstrebten. Ein Beispiel dafür ist der Fall von Wladimir Hoffmann und seinem Flugblatt (Dok. 3.1), der quasi als Antipode etwa zu Viktor Schneider und seinem Protestbrief betrachtet werden kann (Dok. 1.1.). Letzterer übte zwar entschiedene Kritik an der aktuellen (1951) Nationalitätenpolitik, dachte aber und agierte durch und durch als Sowjetmensch. Für seine ablehnende Haltung zum Sowjetstaat und für die Hinwendung zu Deutschland musste Hoffmann einen hohen Preis zahlen: sechs Jahre Lagerhaft. Und das in den von intellektuellen Zeitgenossen hoch gepriesenen, liberalen Chruschtschow-Zeiten, nach der scharfen Kritik an Stalin auf dem 20. Parteitag im Februar 1956 und der begonnenen Rehabilitierung seiner Opfer! Bisher wissen wir kaum etwas über das Ausmaß der Repressalien nach dem Tod Stalins im Allgemeinen und gegen die sowjetischen Deutschen im Besonderen wie auch über das damals entstandene unzensierte Schrifttum.

Die Entspannungspolitik seit Anfang der 1970er Jahre und neuentstandene begrenzte Möglichkeiten zur Übersiedlung in die BRD im Rahmen der Familienzusammenführung haben die Ausreisewilligen zu mehr Aktivitäten ermutigt und die bislang politisch Desinteressierten animiert. Die Ausreisewilligen wandten sich wegen des Rechtes auf freies Verlassen des eigenen Landes in erster Linie an die westliche Öffentlichkeit und an Menschenrechtsaktivisten und -organisationen im Inland. Die Ausreiseproblematik avancierte somit zu einem bedeutenden Faktor der bundesdeutsch-sowjetischen Beziehungen. Der Sowjetstaat reagierte auf diesen "Loyalitätsbruch" mit Schikanen verschiedenster Art bis hin zu strafrechtlichen Verfolgungen (Dok. 3.2, 3.3 und 3.5). Einen "unorthodoxen" Standpunkt in dieser Angelegenheit vertrat Konstantin Wuckert, der die historische Verantwortung der drei Staaten – UdSSR, BRD und DDR – für das Schicksal der sowjetischen Deutschen thematisierte (Dok. 3.4).

Ein weiteres Anliegen des Herausgebers dieser Dokumentation besteht darin, einer breiteren Leserschaft einige der wenigen Samisdat-Schriften der nationalen Intelligenz zu präsentieren: Von den recht moderaten Hoffnungen deutschsprachiger Schriftsteller aus dem Jahr 1965 (Dok. 2.1) bis zur Erklärung, wieso die Wiederherstellung der territorialen Autonomie für das deutsche Nationaltheater in Temirtau/Kasachstan eine Existenzfrage darstelle (Dok. 2.4), vergehen 20 Jahre.

Des Weiteren griff Konstantin Wuckert in der ihm eigenen, unkonventionellen Denkweise die kaum beachtete Frage der Rechtswirklichkeit auf, u.a. das Prinzip der Gleichheit vor dem Gesetz in einem multinationalen Staat. Dabei wies er anhand zahlreicher Beispiele überzeugend nach, wie das sowjetische Rechtssystem durch korrupte Beamte und Vetternwirtschaft, durch angestammte Klan- und Patronagenetzwerke zuungunsten der deutschen Minderheit ausgehöhlt wurde (Dok. 2.2).

Schließlich machte sich eine Gruppe von vier Wissenschaftlern aus dem Umfeld des Nowosibirsker Akademiestädchens (Standort der Sibirischen Abteilung der AdW der UdSSR, des drittgrößten wissenschaftlichen Zentrums des Landes) Anfang der 1980er Jahre für die Belange der Sowjet-Deutschen auf dem Gebiet der Geschichte und der Aufbewahrung des kulturellen Erbes stark. In ihrem umfangreichen Schreiben an sowjetische Wissenschaftler, den sie an mehrere akademische Institutionen und staatliche Behörden im ganzen Land verschickten, zeichneten sie ein düsteres Bild der aktuellen Lage auf dem Gebiet der Erforschung und Verbreitung von gesichertem Wissen über die Geschichte und Kultur der deutschen Minderheit nach und baten um Unterstützung bei der Gründung eines "Forschungsinstituts für Geschichte, Ethnographie, Kultur, Sprache und Literatur der Deutschen der UdSSR" (Dok. 2.3). So eine wissenschaftliche Institution fehlt in Russland übrigens noch heute.

Über unzensierte literarische und künstlerische Werke der sowjet-deutschen "Kulturschaffenden" ist bis heute kaum etwas bekannt, ebenso wenig auch über die sog. Volksdichtung. Deshalb bildet diese Schriftgattung in der vorliegenden Samisdat-Edition den kleinsten Teil. Der besteht aus einem Gedicht des bekannten Schriftstellers Dominik Hollmann (Dok. 4.1) und aus einer ganz kleinen Sammlung von Laien- und Volksdichtungen, die das schwere Schicksal der verbannten Deutschen in schlichten und unbedarften Versen beklagen (Dok. 4.2). Diese bislang vollkommen unbekannte dichterische Sammlung wurde erst vor kurzem in einer Ermittlungsakte gegen einen Systemkritiker entdeckt, in der sie als ein Beweisstück der staatsgefährdeten Gesinnung des Angeklagten fungierte.

Nicht zuletzt sieht der Herausgeber diese Edition als Anregung für eine vertiefte wissenschaftliche Beschäftigung mit den russlanddeutschen Selbstzeugnissen im Allgemeinen und hier insbesondere mit der nonkonformen politischen, kirchlichen und künstlerischen Literatur.

Anmerkungen technischen Charakters
  1. Eckige Klammern markieren entweder Auslassungen und Kürzungen – das wird mit drei Punkten […] bezeichnet – oder sie bedeuten [sinngemäße Ergänzungen oder Erklärungen], die der Übersetzer/Kommentator in die deutsche Fassung zum Zweck des besseren Verstehens hinzugefügt hat.
  2. Alle Hervorhebungen wie etwa GROSS, unterstrichen oder kursiv, werden entsprechend dem Originaltext wiedergegeben.
  3. Im Anmerkungsteil folgen die bibliographischen Angaben der russischsprachigen Literatur, der russischen Personennamen usw. den Regeln der wissenschaftlichen Transkription. Im Text wird die leserfreundliche Dudentranskription verwendet.

Viktor Krieger, Herausgeber und Übersetzer
Heidelberg, im September 2018


Fußnoten

1.
Viktor Krieger, Nikita Piwowarow: Ein Schlüsseldokument der deutschen Autonomiebewegung, April 1964, in: Russlanddeutsche im Wandel der Zeit. 250 Jahre Kultur und Geschichte. Hrsg. von Viktor Krieger. Berlin, Münster 2018 (im Druck).
2.
Krieger: Kolonisten, Sowjetdeutsche, Aussiedler (2015), S. 161–165.
3.
Nemcev Povolž’ja ASSR, in: BSE (1939).
4.
Ukas – auf Deutsch: Erlass. Das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR verfügte über das Recht, in Umgehung des Obersten Sowjets, eigene Gesetze in Form von Ukassen herauszugeben. Die Rolle des Obersten Sowjets beschränkte sich dabei auf die bloße Bestätigung der vom Präsidium herausgegebenen Erlasse, die sich materiell als vorweggenommene Gesetzgebungsakte darstellten. Unter dem Sammelbegriff "Ukas" werden von der Verfassungspraxis formelle Willenserklärungen des Präsidiums zusammengefasst, insbesondere generelle Normen und Verwaltungsakten.
5.
Materialy 1 i 2 delegacii sovetskich nemcev [Dokumente der 1. und 2. Delegationen der Sowjetdeutschen]. Alma-Ata 1965, 26 S. Zu dem Vorgang siehe die Erinnerungen von Hugo Wormsbecher, des Teilnehmers der beiden Delegationen und Mitherausgebers dieser unzensierten Materialsammlung: http://wolgadeutsche.net/wormsbecher/delegat_1_2.htm
6.
Zu Lenin ausführlicher im Dok. 1.2, v.a. Anm. 9.
7.
Die Ermittlungsunterlagen dieser Strafsache sind zur Zeit aufbewahrt im folgenden Archiv: Gosudarstvennyj archiv Almatinskoj oblasti (GAAO – Staatsarchiv des Gebiets Almaty), f. 830, op. 3, d. 3305, ll. 57–61 (Zitaten-Liste), ll. 113–121 (Anklageschrift) und ll. 156–159 (Urteil).
8.
Russisch: tam, d.h. dort, drüben, außerhalb der Landesgrenzen. Tam isdatelj (drüben, im Ausland verlegen) = Tamisdat.
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Autor: Viktor Krieger für bpb.de
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