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Dr. D. Pfeiffer im Rückblick auf die WM 2014

Fußball und Nationalbewusstsein Didaktische Konzeption Einstieg und Leitfragen (B1) Info 01.01 Zahlen und Fakten rund um die Fußball-WM M 01.01 Thesen für das Entscheidungsspiel M 01.02 Sport und nationale Gesinnung M 01.03 Sport – der perfekte Kriegsersatz!? M 01.04 Bilderreihe nationale Stereotype M 01.05 Selbst- und Fremdbilder M 01.06 Vorurteile und Stereotypen M 01.07 Deutschland in den Augen der Welt M 01.08 Imagewandel - Die lockeren Deutschen sind weltweit beliebt M 01.09 Muster-Fragebogen Schülerbefragung Nationale Symbole (B2) Info 02.01 Jugendliche über ihr Deutschlandgefühl M 02.01 Jugendliche über ihr Deutschlandgefühl M 02.02 Nationale Symbole M 02.03 Der Begriff "Nation" M 02.04 Gruppenarbeit Nationale Symbole M 02.05 Steckbrief Deutschland: M 02.06 Bundesflagge M 02.07 Deutsche Nationalhymne M 02.08 Bundeswappen M 02.09 Steckbrief Brasilien M 02.10 Flagge Brasiliens M 02.11 Wappen Brasiliens M 02.12 Brasilianische Nationalhymne M 02.13 Steckbrief Spanien M 02.14 Flagge Spaniens M 02.15 Wappen Spaniens M 02.16 Spanische Nationalhymne M 02.17 Steckbrief Japan M 02.18 Flagge Japans M 02.19 Wappen Japans M 02.20 Japanische Nationalhymne M 02.21 Begriff Nationalismus M 02.22 Begriff Patriotismus M 02.23 Der neue Fußballpatriotismus M 02.24 Kinderhymne M 02.25 Fußball und Patriotismus M 02.26 Nationale Identität und Patriotismus M 02.27 Pro - Darum sollten Sportler die Nationalhymne singen M 02.28 Contra - Warum Sportler die Nationalhymne nicht singen müssen M 02.29 Die Deutsche Nationalmannschaft und die Nationalhymne "Unsere" Nationalmannschaft (B3) M 03.01 Gedicht "Nationalismus" M 03.02 Massenphänomen Fußball M 03.03 Die Nationalmannschaft als Volks-Identifikation M 03.04 Vierte Macht im Staat? M 03.05 Die »Magie« der Nationalmannschaft M 03.06 Das Ende der Isolation M 03.07 Dieses "Wir" meinte die Bundesrepublik M 03.08 Fußball prägt die Sicht der Welt M 03.09 Deutsche Nationalmannschaft zur WM 2014 M 03.10 Die Kinder von Einwanderern in der Nationalmannschaft M 03.11 Biografie Jérôme Boateng M 03.12 Biografie Mesut Özil M 03.13 Biografie Lukas Podolski M 03.14 Biografie Miroslav Klose M 03.15 Biografie Sami Khedira M 03.16 Das neue Bild der Deutschen Nationalmannschaft M 03.17 Der Özil-Effekt Gewinner und Verlierer der WM (B4) M 04.01 Sorry Neymar M 04.02 Leitfragen zur Talkshow M 04.01.01 Wir lieben Fußball, wir hassen die WM M 04.01.02 Ein Stimmungsbericht M 04.01.03 Die Arena in Manaus M 04.01.04 Probleme der WM M 04.02.01 Inspektoren-Bericht M 04.02.02 Bilanz WM 2010 M 04.02.03 Wer ist die FIFA? M 04.02.04 Ökonomische und nicht-ökonomische Effekte der WM M 04.02.05 Das DFB-Ressort M 04.03.01 Adidas und die WM M 04.03.02 Konkurrenzkampf M 04.03.03 Marktanteile der WM 2010 in Südafrika M 04.04.01 Fußballstar Romario Info 04.04.01 Interview mit Romário M 04.04.02 Brasilienexperte Dr. Pfeiffer M 04.04.03 Jorginhos Projekt Eigene Befragung (B5) M 05.01 Muster-Fragebogen M 05.02 Tipps & Tricks zum Fragebogen M 05.03 Hypothesen für die eigene Befragung M 05.04 Arbeitsblatt "Hypothesen formulieren" M 05.05 Hinweise schriftliche Befragung M 05.06 Begleitschreiben für die Verteilung M 05.07 Hilfen zur Dateneingabe und -zusammenführung M 05.08 Hilfen zur Auswertung M 05.09 Sechs-Punkte-Schema zur Auswertung Präsentation (B6) M 06.01 Ausstellung in der Schule M 06.02 Internetpräsentation mit GrafStat M 06.03 Beamer-Präsentation mit GrafShow M 06.04 Artikel für Lokalzeitung oder Schülerzeitung M 06.05 Radiosendung im Bürgerfunk Abschluss (B7) M 07.01 Muster-Fragebogen Projektevaluation Materialien für den Unterricht Baustein 1 Baustein 2 Baustein 3 Baustein 4 Baustein 5 Baustein 6 Baustein 7 Sachinformationen für Lehrpersonen Hintergrundinformationen Interview mit D. Pfeiffer Links ins Internet Fußball-WM 2014 Brasilien Fußball im Internet Nationale Identität Schule und Unterricht Sonstiges, Interaktives Literatur und Multimedia Auswertung der Online-Befragung EM 2008 Redaktion Online-Umfrage zur Fußball-WM 2014 Rückblick WM 2014 Nachbetrachtung von D. Pfeiffer

Dr. D. Pfeiffer im Rückblick auf die WM 2014

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Die WM 2014 in Brasilien: Fakten und Impressionen

von Dr. Dietmar K. Pfeiffer

Die Fußball WM ist zu Ende und wie immer wird nach einem solchen Großereignis Bilanz gezogen. Diese fällt natürlich je nach Perspektive, unterschiedlich aus. Für die brasilianische Präsidentin war es die größte Weltmeisterschaft aller Zeiten („a copa das copas“), für die brasilianischen Fans war es die größte Schande aller Zeiten („a maior vergonha da história centenária da seleção brasileira“) und für die deutsche Mannschaft und ihre Fans machte der „Jahrhundertsieg“ gegen Brasilien und der Glanz des vierten Sterns diese WM zu einem unvergesslichen Erfolgserlebnis, das Begeisterung und Euphorie auslöste.

Die schönste Nachricht von allen war aber sicherlich, dass die von den Medien weltweit im Vorfeld entwickelten Horrorszenarien vom Typ „Tod und Spiele“ (Der Spiegel vom 12.05.14) sich nicht verwirklichten. Massive Krawalle, ein Zusammenbruch der Verkehrssysteme und ausufernde Kriminalität blieben aus. Sicherlich kam es hier und da zu unerfreulichen Zwischenfällen (ein abgefackeltes Busdepot in Sao Paulo nach dem verlorenen Spiel gegen Deutschland, eine wegen Baumängeln eingestürzte Brücke in Belo Horizonte und ein Geflecht von Betrug und Schwarzhandel beim Ticketing). Insgesamt aber herrschte ein störungsfreies und positives Klima und wer, wie ich, die Gelegenheit hatte, Spiele live im Stadium zu verfolgen, war angenehm überrascht von der Begeisterung der Zuschauer, der guten Organisation und dem friedlichen Nebeneinander der nationalen Fangruppen in und um das Stadion. Es bedarf hier gar nicht unbedingt des viel strapazierten Begriffs der Völkerverständigung, es genügen auch Begriffe wie Respekt und Anerkennung des Gegners zur Beschreibung der Atmosphäre. Aus manchen deutschen Stadien ist man heutzutage Anderes gewohnt.

Das massive polizeiliche Sicherheitsaufgebot, dessen Präsenz unübersehbar war und das vereinzelte Protestaktionen bereits im Vorfeld isolierte, hat sicherlich dazu beigetragen, dass es, außer der üblichen Kleinkriminalität, zu keinen gravierenden Zwischenfällen kam. Und das Bemühen der Brasilianer um ihre Gäste aus aller Welt verdient große Anerkennung. Entsprechend äußerten sich in einer Externer Link: repräsentativen Umfrage unter mehr als 2000 Ausländern aus 60 verschiedenen Ländern 83% der Befragten positiv zur Organisation; bei Sicherheit und Transportwesen wurden die Erwartungen mehrheitlich übertroffen. Kritik gab es, wie zu erwarten, an überzogenen Preisen und Mängeln im Kommunikationssektor.

Diese WM gestemmt zu haben, wenn auch mit etwas Druck und Unterstützung von außen, war für das nach dem Katastrophenspiel gegen Deutschland stark ramponierte Selbst-bewusstsein der Brasilianer wichtig und half dabei, den Frust zumindest etwas abzubauen. Die Erkenntnis, dass es Ziele gibt, die nicht zu erreichen sind, war bitter, und die Hoffnung durch sportliche Topleistungen die sozialen und wirtschaftlichen Probleme des Landes vergessen zu machen, erwies sich als trügerisch.

Wie aber geht es nun weiter, nachdem Ernüchterung an die Stelle von Euphorie getreten ist? Die fußballerische Formkrise des Landes lässt sich vermutlich leichter überwinden als die wirtschaftliche und soziale. Ob die enormen Gesamtkosten von rund 10 Milliarden Euro einen positiven Return aufweisen werden, ist ungewiss. Die entsprechenden ökonomischen Analysen hierzu sind widersprüchlich. Sicher ist, dass die Folgekosten für den Unterhalt von kaum genutzten Stadien, für Hotelkapazitäten, die keiner braucht, und für die Fertigstellung von noch nicht abgeschlossenen Projekten erheblich sein werden. Sicher ist auch, dass die Probleme im Bildungs- und Gesundheitsbereich, die Ineffizienzen in Wirtschaft, Politik und Verwaltung weiterhin erhebliches Konfliktpotential in sich bergen Ob es während der Wahlkampfphase in den kommenden Wochen zu neuerlichen Unruhen kommen wird, lässt sich jedoch kaum prognostizieren.

Aus deutscher Sicht ist - neben dem Titelgewinn - der große Sympathiegewinn erfreulich, den sich die Mannschaft durch ihre Leistung und ihr Auftreten innerhalb und außerhalb der Stadien erworben hat. Dass die Mehrzahl der brasilianischen Zuschauer beim Endspiel, trotz der bitteren Niederlage, die deutsche Mannschaft unterstützt hat, ist sicherlich zum Teil den nationalen Animositäten zwischen Argentinien und Brasilien geschuldet, aber auch Ausdruck der Anerkennung, die dem deutschen Team und Deutschland insgesamt entgegen gebracht wurde.

Fussnoten