GrafStat Fußball

30.5.2014 | Von:
Wolfgang Sander
Sabine Kühmichel
Andrea Meschede

Baustein 5: Eine Befragung zum Thema durchführen

Baustein 5.1: Ziel und Art der Befragung

Zu Beginn des Befragungsbausteins erfolgt in der Regel ein kooperatives Planungsgespräch von Lehrperson und Jugendlichen, in dem unter der Perspektive, eine Befragung Jugendlicher durchzuführen, ein Aufgabenkatalog erstellt wird, der die einzelnen Arbeitsschritte des gesamten Projekts enthält. Erste Details des Befragungsprojektes wurden bereits in Baustein 1 schon geklärt.

Mit diesem Planungsgespräch vor der Durchführung der Befragung wird die Intention verfolgt, dass sich die Schülerinnen und Schüler genau über Ziele und Fragestellung des Vorhabens im Klaren sind und gleichsam ein gemeinsames Handlungsprodukt festlegen: "Was soll am Ende stehen, was wollen wir erreichen, welche Aufgaben müssen wir lösen, um das zu erreichen?"

Die Planungsarbeit soll zudem die Selbstorganisation und Selbstverantwortung der Jugendlichen im Lernprozess fördern, wozu die vorbereitende und ergänzende Konzeption seitens des Lehrenden keinesfalls im Widerspruch steht, sondern mithin als notwendige Hilfestellung begriffen werden muss. Wenn der Aufgabenkatalog zusammengestellt ist, erscheint es sinnvoll, eine grobe Gesamtplanung mit Phasen, Terminen, Aktivitäten etc. des Projekts – etwa als Wandzeitung – im Klassenraum für alle sichtbar aufzuhängen. Gleichzeitig bietet dies die Möglichkeit, die Planungsarbeit für eventuell später auftretende Teilprobleme offen und revisionsfähig zu gestalten.

Wie wird die Befragung durchgeführt?

Um die Zielgruppe der Jugendlichen nach ihrer Meinung zu "Nationalbewusstsein und Fußball" zu befragen, bietet sich besonders die Befragung aller Schülerinnen und Schüler der eigenen Schule an, alternativ kann auch nur eine Jahrgangstufe oder einzelne Klasse befragt werden. Die Erhebung kann auch schriftlich oder online unter Anleitung anderer Lehrerinnen und Lehrer durchgeführt werden und verspricht daher einen hohen Rücklauf an Fragebögen. Zudem wird die die Befragung durchführende Lerngruppe von zeitraubenden mündlichen Interviews entlastet.

Eine weitere lohnende Alternative besteht darin, das Projekt in Kooperation mit anderen Schulen durchzuführen, entweder vor Ort oder auch mit Partnerschulen im Ausland. Dadurch werden die Daten zahlreicher sowie aussagekräftiger, da sich so eventuelle Unterschiede in den Einstellungen je nach befragter Klasse besser analysieren lassen.

Grundsätzlich bietet GrafStat auch die Möglichkeit einer Internetbefragung, hierbei muss allerdings gewährleistet sein, dass die Befragten jeweils nur einmal den Fragebogen ernsthaft ausfüllen.

Alternative 1: Vollerhebung an der eigenen Schule (schriftliche Befragung)
Für diesen Zweck am besten geeignet, da viele Personen in vergleichsweise kurzer Zeit und kostengünstig befragt werden können.

Vorteile: Die Vorteile der schriftlichen Befragung liegen vor allem in der raschen und kostengünstigen Durchführung, der längeren Überlegungsfrist für die Befragten sowie in der Minimierung des Interviewereinflusses.

Nachteile: Da die Befragten den ausgeteilten Fragebogen selbstständig und ohne weitere Hilfestellung ausfüllen sollen, bedeutet dies für die Vorbereitung – insbesondere für die Gestaltung des Fragebogens – einen größeren Aufwand. Der Fragebogen muss alle erforderlichen Hinweise und Informationen enthalten, damit die Befragten die Fragen selbstständig beantworten können, z.B. Hinweise zur Beantwortung der Fragen sowie eine kurze Einführung über die Ziele und den Zweck der Befragung. Ein weiterer Nachteil der schriftlichen Befragung ist die oftmals sehr geringe Rücklaufquote, die aber gering gehalten werden kann, wenn die Fragebögen nach dem Ausfüllen direkt wieder eingesammelt werden.

Alternative 2: Internetbefragung
Am besten geeignet für: Befragung von konkreten Gruppen mit ausreichender Internetkompetenz und Zugang zum Internet.

Vorteile: Mit GrafStat kann man ohne viel Aufwand auch eine Internetbefragung durchführen. Dazu benötigt man lediglich einen Platz im Internet, an dem man den Fragebogen veröffentlichen kann (wie beispielsweise die Homepage der Schule). Da die Daten von den Befragten selbst eingetragen und auf einem Datensammelpunkt automatisch erfasst werden, spart man sich dabei sogar den Arbeitsschritt der Dateneingabe. Weitere Vorteile der Internetbefragung sind die rasche Durchführbarkeit und geringere Durchführungskosten sowie vielfältige Darstellungs- und Gestaltungsmöglichkeiten.

Nachteile: Für die Erstellung eines repräsentativen Datensatzes bzw. einer Vollerhebung ist das Internet nach wie vor nur bedingt geeignet: zu hoch ist die Zahl der Menschen ohne Zugang oder entsprechende Medienkompetenz und zu groß sind die Möglichkeiten eines Missbrauchs (z.B. durch mehrmalige Abstimmung). Mit Mehraufwand in Form von Vergabe von Transaktionsnummern (TANs) für das Ausfüllen der Fragebögen oder einem Kennwortschutz auf der Internetseite kann dem Missbrauch jedoch vorgebeugt werden.

Wann soll die Befragung durchgeführt werden?

Der zeitliche Rahmen der Befragung wird durch den Zeitraum der Fußball-WM (12. Juni bis 13. Juli 2014) festgelegt. Auch wenn die Befragung durchaus auch schon vor Beginn der WM durchgeführt werden kann, so ist das Interesse am Thema wahrscheinlich während des Turniers am größten. Der Zeitraum der Befragung sollte den Zeitraum von einer Woche nicht überschreiten. Die schriftliche Befragung kann während der Schulzeit durchgeführt werden. Generell ist darauf zu achten, dass die Befragung zu Zeiten erfolgt, an denen Angehörige aller Zielgruppen gewöhnlich angetroffen werden können.



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