Sachanalyse
Die Sachanalyse ermöglicht den Lehrkräften eine fachwissenschaftliche Einarbeitung in die Thematik Klassenklima: Anhand wissenschaftlicher Studien werden Grundlagen sowie Erkenntnisse u. a. zu den Wirkungen von Gruppen und Gruppenverhalten auf die Individuen erklärt und aufgezeigt, welche Bedeutung das Thema für die Schülerinnen und Schüler hat.Das Klassenklima ist kein "Ding", sondern eine soziale Realität
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PDF zur Sachanalyse
Wenn man eine empirische Untersuchung zum Klassenklima durchführen möchte, so ist es angebracht, kurz innezuhalten und sich vorher klar zu machen, welche Besonderheiten mit diesem Untersuchungsgegenstand verbunden sind: Das Klassenklima hat z.B. nicht den Charakter eines Dinges, das man mit Hilfe physikalischer Messmethoden untersuchen könnte. Wenn man das physikalische Klima untersuchen will, wird man die Temperatur erfassen wollen. Dies kann man mit einem technischen Messgerät – dem Thermometer – machen, welches unabhängig von Subjekten ist, d. h. man kann objektiv feststellen, wie hoch oder wie niedrig die Temperatur im Raum ist. Überall auf der Welt kann man mit einem geeichten Thermometer feststellen, wie warm es im Raum ist. Messtechnisch und auch praktisch ist diese Normierung von Vorteil. 21° C ist überall gleich warm.
Das Klassenklima – eine subjektive Größe
Das Klassenklima hat nicht diese physikalischen Eigenschaften und kann daher nicht so einfach gemessen werden. Hinzukommt: Es spielt sich in den Köpfen und im Gefühl der Menschen, der handelnden Subjekte ab. D.h. das Klassenklima kann nur in Abhängigkeit von den handelnden Subjekten ermittelt werden, ist also nicht unabhängig von diesen gegeben.
Gefühle prägen das Klassenklima

Ein gutes Klassenklima ist also eine gute Voraussetzung für gelingende Lernprozesse. Es lohnt sich für Sie als Lehrer frühzeitig feststellen zu können, an welchen Stellen mit dem Klassenklima etwas nicht in Ordnung ist. Als erfahrener Lehrer achten Sie darauf, ob es klimatische Schwierigkeiten gibt und ob Schüler sich unwohl fühlen. In Pausengesprächen können Sie dies im Einzelfall auf qualitativer Ebene klären. Aber bei 30 Schülern einer Klasse hat man nicht alle im Blick. Mit wenig Aufwand und störenden Nebenwirkungen können Sie daher mit einer Befragung die Meinungen und Einstellungen aller Schüler Ihrer Klasse erfassen. Sicher, dies ist nur eine Momentaufnahme und spiegelt die augenblickliche Stimmung wieder. Aber mit Hilfe der quantitativen Ergebnisse können Sie in der Klasse die relevanten Punkte dezent thematisieren – ein erster gezielter Schritt, um mögliche Problembereiche zu identifizieren und mit allen Schülern das Thema zu diskutieren. Im nächsten Schritt wäre dann zu klären, welche (pädagogisch sinnvollen) Maßnahmen Sie mit und in Ihrer Klasse ergreifen können, um eine Verbesserung des Lern- und Klassenklimas zu erreichen und eine Verschlechterung zu verhindern.