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Projekt Mobbing - bei uns nicht ?!

1.10.2008 | Von:
Wolfgang Sander

Sachanalyse: Mobbing

Lösungswege

Die wichtigsten Ansprechpartner bei Schülermobbing

In der Grundschule haben die Lehrer häufig ein sehr persönliches Verhältnis zu ihren Schülern, daher sind sie sicher die wichtigsten Ansprechpartner bei Schülermobbing. In der Sekundarstufe I tritt die Bedeutung des Lehrers mit zunehmendem Alter etwas zurück, wenngleich er auch weiterhin der wichtigste Moderator in dieser Auseinandersetzung ist.

An Bedeutung gewinnen die Mitschüler und Freunde (peers) neben Eltern, Streitschlichtern und z.T. die Polizei. In der strategisch wichtigen Rolle obliegt es dem Lehrer z.B., die potentiellen Mitläufer frühzeitig zu sensibilisieren, zu informieren und zu Gegenmaßnahmen zu bewegen. Dazu kann es auch gehören, ein Frühwarnsystem in der Schule (Klasse) aufzubauen und mit Hilfe einer Schüler-Befragung Mobbingfälle frühzeitig aufzudecken und so eindeutige Signale zu setzen sowie dauerhaft ein soziales Klima zu schaffen, in dem Mobbing keine Chance hat. Alternativ kann man auch Aktionen wie "Fit in fair play" gegen Mobbing und für Zusammenhalt durchführen (vgl. das 24-Stunden-Schwimmen am Emsdettener Gymnasium Martinum, mit dem sich die Schule um die Fair-play-Trophy 2011 bewirbt, so die MZ vom 9.4.2011)

Dimensionen der Befragung

In dem hier vorgelegten Fragebogen wird einerseits das soziale Klima in der Klasse untersucht; zum anderen wird gezielt nach Mobbingphänomenen gefragt. Auf diese Weise ist es möglich, problematische soziale Beziehungen in der Klasse schon in einem Frühstadium zu identifizieren, bevor sie in Mobbingstrukturen umkippen. Außerdem wird im zweiten Teil des Fragebogens direkt an typischen Verhaltensweisen gefragt, die charakteristisch für Mobbing in der Klasse sind. Für eine schul- oder klassenspezifische Befragung kann der Fragebogen modifiziert werden, indem z.B. schwerpunktmäßig der erste Teil erhoben wird und aus dem zweiten Teil nur einige Fragen übernommen werden.

Folgende Schwerpunkte werden im Fragebogen operationalisiert:
  1. Wohlbefinden in der Schule (allgemein)
  2. körperliche und verbale Angriffe in der Schule
  3. Mobbing in der Schule (Befunde)
  4. Entstehungsgründe
  5. Reaktionsweisen
  6. Beteiligung
  7. Unterstützung, Hilfe
  8. Rolle des Lehrers

Verwendete Literatur

  • Gugel, G.: Mobbing. Themenblätter im Unterricht Nr. 16, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung 2002.
  • Jannan, Mustafa: Das Antimobbing-Buch. Gewalt an der Schule – vorbeugen, erkennen, handeln, Weinheim-Basel: Beltz 2008.
  • Kindler, Wolfgang: Man muss kein Held sein, aber...! Verhaltenstipps für Lehrer in Konfliktsituationen und bei Mobbing, Mülheim a.d. Ruhr: Verlag an der Ruhr 2006.
  • Olweus, D: Gewalt in der Schule, Bern: Huber 4. Aufl. 2006.
  • Seyboth-Teßmer, Franziska: Kinder und Gewalt. Entwicklung der Kinder- und Jugendkriminalität und deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit. Berlin 2006.
  • te Wildt, T. / Emrich, H. M.: Die Verzweiflung hinter der Wut, in: Deutsches Ärzteblatt, Jg. 104, H. 10 2007, S. 533-535
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