Die „Christlich Demokratische Union Deutschlands“ (CDU) wurde nach 1945 gegründet und vereinte unterschiedliche politische Strömungen der Vorkriegszeit zu einer „Union“. Sie versteht sich bis heute als überkonfessionelle, klassenübergreifende Partei, geprägt von konservativen, liberalen und christlich-sozialen Positionen. Nach programmatischen und strategischen Verschiebungen unter Angela Merkel vollzieht die CDU seit der Bundestagswahl 2021 unter Friedrich Merz eine konservative Neuorientierung. Das 2024 beschlossene Grundsatzprogramm setzt unter anderem konservativere Akzente in der Migrationspolitik, bei Sozialleistungen und diskutiert die Wiedereinführung der Wehrpflicht.
Seit 1949 war die CDU insgesamt 53 Jahre an Bundesregierungen beteiligt und stellte sechs der bislang zehn Bundeskanzler. Bei der Bundestagswahl 2025 wurde sie stärkste Kraft und bildet seitdem gemeinsam mit der SPD die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz.
Fakten zur Partei
Landesvorsitz: Stefan Evers (kommissarisch)*
Gründungsjahr Landesverband: 1945*
Mitgliederzahl in Berlin: ca. 12.200*
Wahlergebnis 2023: 28,2%
* nach Angaben der Partei
In Berlin stellte die CDU von 1953 bis 1955, 1981 bis 1989 sowie 1991 bis 2001 den Regierenden Bürgermeister. Nach 22 Jahren SPD-geführter Landesregierung wurde sie bei der Wiederholungswahl 2023 stärkste Kraft und regiert seitdem unter Kai Wegner gemeinsam mit der SPD.
Im Programm zur Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 betont die CDU vor allem Sicherheit und Ordnung, Innovation, Digitalisierung sowie Wirtschaftsförderung. Sie kündigt Investitionen in die Digitalisierung von Schulen und Verwaltung an und verspricht die Förderung von Start-ups, Wissenschaft und Technologie sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft, Hotellerie und Gastronomie. Verkehrspolitisch fordert die CDU eine Verkehrspolitik ohne „künstliche Barrieren“, will die Mittel für den Straßenbau deutlich erhöhen und das Radwegenetz ertüchtigen. Zudem verspricht die Partei mehr Neubau, die Durchsetzung des Mieterschutzes und eine stärkere Eigentumsförderung. In der Klima- und Wirtschaftspolitik betont die CDU einen technologieorientierten Ansatz und verbindet Klimaschutz mit wirtschaftspolitischen Wachstumszielen. Einen weiteren Schwerpunkt bilden Sicherheit und Rechtspolitik. Unter anderem plant die CDU eine bessere Ausstattung der Polizei, eine stärkere Polizeipräsenz sowie strengere Abschiebungsregelungen für straffällig gewordene Personen. Nach dem Rückzug von Wegner im Juli 2026 geht Finanzsenator Stefan Evers als Spitzenkandidat der Partei in den Wahlkampf.